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Schweden setzt auf Atomkraft
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Mephistoles
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Anmeldungsdatum: 06.04.2008
Beiträge: 2193

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2009 - 14:56:49    Titel:

aloa5 hat folgendes geschrieben:
Mephistoles hat folgendes geschrieben:
Nein.

Man kann Strom über HVDC transportieren - also gibt es kein Transportproblem. Dauer, Geld etc. ein Logistik-Problem oder eines der Politik - keines der Machbarkeit.


Ich habe auch mit keinem Wort die Machbarkeit erwähnt, sondern schlichtweg das Transportproblem an sich. Dass es ein (riesiges) Problem ist, hast du soeben zugegeben...


aloa5 hat folgendes geschrieben:

Natürlich kann man mit Strom oder Energiederivaten wie Methanol oder Wasserstoff Autos bewegen.


Mit Wüstenstrom - NEIN. Nur mit dessen Derivaten. Auch die Batterie in einem Elektroauto, die du direkt mit deinem Wüstenstrom "betankst" muss letztlich den Strom erst in chemisch gebundene Energie überführen und anschließend wieder zurück. Abgesehen davon ist das Problem BATTERIE auch bei weitem nicht hinreichend gelöst.
Aber eigentlich gings auch nur um den Irrwitz "momentaner Stromverbrauch"...


aloa5 hat folgendes geschrieben:

Der Satz ergibt keinen Sinn. Natürlich kann man mit Strom aus der Wüste heizen. Und ebenso natürlich geht das nicht über Nacht - das war auch nicht die Aussage. Und - ebenso natürlich reicht Wüstenstrom irgendwann auch locker aus um fossile Energieträger zu ersetzen.


Mit deinem IRGENDWANN hast du soeben zugegeben, dass es HEUTE schlichtweg eine UTOPIE ist...

aloa5 hat folgendes geschrieben:

Ich frage mich was die Aussage mit dem Kunststoff in Bezug auf die Wüstenenergie hier sucht. Wenn das Öl nicht mehr da ist nimmt man Gas und hinterher andere Organische Grundsubstanzen wie beim BtL-verfahren. Das muss ja kommen und diese Aussage ist vollkommen unabhängig von der Art einer Stromquelle.


Sicher, ich frag ja nur WARUM es dann in den tollen Berechnungen von Desertec nicht berücksichtigt wird. Augenwischerei?

Naloa5 hat folgendes geschrieben:

Das Problem Methanol nicht. Methanol (und m.E. auch Wasserstoff) wäre auch nur eine Alternative für den Transport und die dezentrale Speicherung und Nutzung um die Abhängigkeiten zu verringern. Das könnte man auch aus Australien, USA oder woanders her beziehen.


Es ist die momentan einzige überhaupt denkbare Alternative, um den Individualverkehr in der heutigen Form aufrecht erhalten zu können. Allerdings praktisch nicht umsetzbar, wie du auch gerade zugegeben hast.


Gruß, Mephistoles
aloa5
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Anmeldungsdatum: 28.02.2007
Beiträge: 1971

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2009 - 15:20:10    Titel:

Mephistoles hat folgendes geschrieben:
Ich habe auch mit keinem Wort die Machbarkeit erwähnt, sondern schlichtweg das Transportproblem an sich. Dass es ein (riesiges) Problem ist, hast du soeben zugegeben...

Nein - das es ein politisches Problem gibt und Arbeit zu erledigen ist, ist kein Argument. Das gilt bekanntlich für alle Stromherstellungs-Arten.
Zitat:
aloa5 hat folgendes geschrieben:

Natürlich kann man mit Strom oder Energiederivaten wie Methanol oder Wasserstoff Autos bewegen.


Mit Wüstenstrom - NEIN. Nur mit dessen Derivaten. Auch die Batterie in einem Elektroauto, die du direkt mit deinem Wüstenstrom "betankst" muss letztlich den Strom erst in chemisch gebundene Energie überführen und anschließend wieder zurück. Abgesehen davon ist das Problem BATTERIE auch bei weitem nicht hinreichend gelöst.

Rohöl kann man auch nicht in den Tank kippen. Das ist keine Argumentation und kein Hinderungsgrund.
Zitat:


aloa5 hat folgendes geschrieben:

Der Satz ergibt keinen Sinn. Natürlich kann man mit Strom aus der Wüste heizen. Und ebenso natürlich geht das nicht über Nacht - das war auch nicht die Aussage. Und - ebenso natürlich reicht Wüstenstrom irgendwann auch locker aus um fossile Energieträger zu ersetzen.


Mit deinem IRGENDWANN hast du soeben zugegeben, dass es HEUTE schlichtweg eine UTOPIE ist...

Neue Atomkraftwerke sind heute auch "Utopie". Die Frage ist, ob es technisch realisierbar ist. Würde heute mit dem Bau von Anlagen begonnen wäre die Frage was zuerst fertig werden würde - zig Atommeiler oder Kabel und Solarrinnen-Kraftwerke.
Zitat:
Sicher, ich frag ja nur WARUM es dann in den tollen Berechnungen von Desertec nicht berücksichtigt wird. Augenwischerei?

Ich frage mich was desertec mit Kunststoffen zu tun hat.

Zitat:

Naloa5 hat folgendes geschrieben:

Das Problem Methanol nicht. Methanol (und m.E. auch Wasserstoff) wäre auch nur eine Alternative für den Transport und die dezentrale Speicherung und Nutzung um die Abhängigkeiten zu verringern. Das könnte man auch aus Australien, USA oder woanders her beziehen.


Es ist die momentan einzige überhaupt denkbare Alternative, um den Individualverkehr in der heutigen Form aufrecht erhalten zu können. Allerdings praktisch nicht umsetzbar, wie du auch gerade zugegeben hast.

Es ist derzeit technisch noch nicht ausgereift. Das bedeutet nicht, das es nicht geht. Mit Wasserstoff wäre es umsetzbar aber schwieriger zu handhaben.

Aber: heizen könnte man.

ALOA
Turgot
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Anmeldungsdatum: 20.01.2009
Beiträge: 166

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2009 - 15:23:20    Titel:

Ich möchte nur kurz etwas einwerfen. Kunststoff muß nicht aus Erdöl sein!

Quelle 1. aus Co2
Quelle 2. aus Zucker

http://www.heise.de/newsticker/US-Firma-produziert-Plastik-aus-Kohlendioxid--/meldung/101195

http://www.wiwo.de/technik/oeko-kunststoffe-aus-zucker-sollen-polyethylen-ersetzen-225384/
Nutz
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 2093

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2009 - 17:19:26    Titel:

Mephistoles hat folgendes geschrieben:
Die Zukunft der Energieversorgung liegt im MIX, es gibt nämlich nicht DIE Lösung.
Der zweite Teil des Lösungsansatzes jedoch liegt in der konsequenten Energieeinsparung.

Übrigens, es ist schon richtig, dass KWK nicht überall durchführbar ist. Allerdings wäre schon viel gewonnen, wenn man Wärme nicht durch Strom erzeugt und auch mal einen Blick auf die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung wirft...


Und das siehst du als langfristige Lösung an? Also für die nächsten Jahrhunderte?
Snapdragon
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Anmeldungsdatum: 03.04.2007
Beiträge: 566

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2009 - 17:45:30    Titel:

Wir werden wie üblich in Deutschland wieder so lange diskutieren, bis uns a) die Russen das Gas und b) die Araber das Öl abdrehen, danach werden wie auf Knien nach Frankreich oder neuerdings Schweden rutschen und um ein paar kwh betteln, damit nicht alles den Bach runter geht.

Die Lösung kann nur heißen: Energie Mix, möglichst viele Quellen, möglichst unabhängig voneinander.
Dazu gehört Gas, Öl, Stein- und Braunkohle, Wind- und Solarenergie aber eben auch Kernenergie. Und man sollte in Sachen Kernfusion Forschen, Forschen, Forschen ...
Je eher wir das begreifen, desto besser.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2009 - 18:13:10    Titel:

Man könnte ja mal ne Rechnung anstellen:

Ein Kernkraftwerk bzw. ein Reaktorblock bringt eine Leistung von etwa 1500 MW auf die Generatorwelle, also 1,5 Millionen kW oder 1,5 Milliarden Watt...

Nehmen wir nun einfach mal ein herkömmliches Parabolrinnenkraftwerk her und rechnen ganz konservativ und drücken hier und da ein Auge zu:

Die Solarkonstante beträgt etwa 1,367 kW/m². Gehen wir einfach mal davon aus, dass diese Strahlung zu 100% auf die Absorber übertragen wird. Da die Sonne selbst in der Wüste nur maximal 12 Stunden pro Tag scheint, dürfen wir diese Leistung allerdings schonmal halbieren, denn die Kraftwerksleistung muss pro Tag konstant gehalten werden. Man muss also die Hälfte der am Tag erhaltenen Energie für die Nacht speichern, das ist natürlich stark vereinfacht...

Ein Parabolrinnenkraftwerk arbeitet in der Regel mit Thermoöl, welches einen sekundären Dampfkreislauf antreibt. Die Temperaturen liegen um die 400° C, weswegen der Wirkungsgrad nach Carnot maximal bei 58% liegt...

Real liegt man im Moment, aufgrund der Verluste bei der Speicherung usw. bei etwa 25-30% (Andasol I in Spanien)...

Man benötigt also gut die vierfache Kollektorfläche bzw. wenn man die 12 Stunden Nachtbetrieb mit hinzunimmt, die achtfache Kollektorfläche...

Jetzt kann man mal ausrechen, wieviel m² oder eher km² denn so benötigt werden, um einen einzigen Kernkraftwerksblock zu ersetzen.
Ich komme da auf 8,77 km² reine Kollektorfläche(!). Zusammen mit der ganzen Verrohrung kann man wohl gute 10 km² annehmen, also ein Quadrat mit einer Kantenlänge von 3,16 km...

Ich denke da wird ziemlich schnell deutlich, welchen (Material)Aufwand regenerative Energie eigentlich bedeutet und vor allem, warum das niemals von heute auf morgen klappen wird, sondern viel Zeit braucht...

Wenn ich mal den Gesamtstromverbrauch aus 2007 von 617,5 TWh auf die durchschnittlich konstante Leistung herunterbreche, dann komme ich auf ne benötigte Leistung von 70,5 GW. Kommt ganz gut hin, wenn man von einem Anteil der Kernkraft von ca. 25% ausgeht...

Wir errinnern uns, dass wir für 1,5 GW etwa 9 km² Fläche benötigen. Für 70 GW benötigen wir dann 420 km² reine Kollektorfläche oder anders ausgedrückt, müssten wir das halbe Bundesland Berlin mit Kollektoren abdecken...

Wie gesagt, es ist natürlich technisch möglich, aber kaum von heute auf morgen bzw. kostengünstig zu realisieren...

Achso zu den Kosten:

Andasol I hat etwa 300 Millionen Euro gekostet und liefert auf einer Kollektorenfläche von 0,5 km² 50 MW elektrische Leistung. Kann man mal hochrechnen und landet bei 250 Milliarden Euro...
Mephistoles
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 06.04.2008
Beiträge: 2193

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2009 - 19:18:52    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:


Was wird wohl passieren, wenn die (inter)nationalen Anstrengungen verschärft werden, was den Ausbau reg. Energien angeht? Glaubt hier jemand ernsthaft, dass der Energieverbrauch dann zurückgeht oder gleichbleibt? Natürlich nicht, er wird drastisch ansteigen, denn nur weil wir Parabolspiegel herstellen, wird VW nicht weniger Autos bauen und Infineon nicht auf die Herstellung von Mikroprozessoren verzichten...


Der Primärenergieverbrauch ist schon seit vielen Jahren konstant Shocked
Knalltüte
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Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 2932
Wohnort: gleich um die Ecke

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2009 - 19:29:50    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Es ist die Frage, was den geringeren Schaden verursacht. Ein GAU oder eine globale Erwärmung um 3-6° C...

Scherzfrage oder wie?
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24257

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2009 - 19:37:34    Titel:

Knalltüte hat folgendes geschrieben:
xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Es ist die Frage, was den geringeren Schaden verursacht. Ein GAU oder eine globale Erwärmung um 3-6° C...

Scherzfrage oder wie?


Tatsächlich ist die Erderwärmung aus rein ökonomischen Standpunkten für die Welt wesentlich teurer. Grund: Die Erderwärmung ist global, ein GAU nur "lokal"...

Cyrix
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 08 Feb 2009 - 19:38:56    Titel:

Was sollte daran ne Scherzfrage sein?

Das ist wohl vergleichbar mit der Frage, ob man das Risiko eingeht auf ner Fliegerbombe sein Haus zu errichten oder sein Haus gleich auf Treibsand baut...

Im ersten Fall KANN es zur Katastrophe kommen, im Zweiten WIRD es zur Katastrophe kommen...

Jetzt führen wir bestimmt gleich eine Debatte darüber, dass der Klimawandel ja gar nicht bewiesen bzw. nicht menschengemacht ist, nicht wahr? Wink
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