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mittelbare täterschaft?
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matias
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Anmeldungsdatum: 10.04.2007
Beiträge: 6
Wohnort: Jena

BeitragVerfasst am: 24 Feb 2009 - 17:31:11    Titel: mittelbare täterschaft?

hallo,

ich zergrüble mir gerade den kopf, viellt. kann mir jemand einen tipp geben.

SV
A beschädigt, mit dem vorsatz, passagiere zu töten, einen abschnitt eines schienennetzes. schließlich entgleist der das schienenstück passierende zug.

Frage
kann man hier eine mittelbare täterschaft annehmen?

an sich hatte A ja TH kraft überlegenen wissens; nur er wusste, dass der zug aufgrund der defekten schienen entgleisen würde - der zugführer dagegen fuhr nur deswegen wie gewohnt, weil er nicht wusste, dass er entgleisen würde (wissensdefizit). und ohne den zugführer wäre die tat nicht möglich gewesen.
zudem hätte A "das geschehen auch hemmen oder lenken können", mit einem anruf beispielsweise. ich würds auch nach der subj. lehre bejahen.

trotzdem ist mir die lösung nicht sympathisch. bei einer zugfahrt handelt es sich ja irgendwo um einen automatisierten lebensvorgang; wäre das z. bsp. ein lift, könnte man problemlos unmittelbare täterschaft bejahen..

außerdem erscheint mir die annahme einer mitt. tät. irgendwie lebensfremd, wenn ich mir nur den SV vorstelle.

hat jmd. eine idee?
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 24 Feb 2009 - 19:47:28    Titel:

ich würd hier nie auf die idee kommen eine mittelbare tätterschaft anzunehmen, wobei dein Gedankengang durchaus einleuchtet.


Ich würde sagen das es hier bereits an der einwirkung auf den Tatmittler durch den Täter fehlt. Denn der Täter veranlasst den Tatmittler zu keienr Handlung die später in einer Rechtsgutverletzung mündet.

Du willst wahrscheinlich auf eine konstellation wie in der "passauer giftfalle" hinaus, diese liegt hier aber imho nicht vor. Es ist schon ein unterschied ob die flasche so plaziert wird dass er sie wahrscheinlich trinkt, also ihn indirekt zu einem verhalten veranlasst, oder ob er es einfach unterlässt ihn über defekte schienen zu informieren und der tatmittler eine handlung ausführt, die er sowieso ausgeführt hätte.

Wenn man bei deinem Fall mittelbare täterschaft annehmen würde, hätte das dogmatisch gravierende konsequenzen: So wäre z.B. auch jeder Fall der Sabotage automatisch ein Fall der mittelbaren täterschaft, also auch durchgeschnittene Bremsleitungen, Bombe im Auto die sich mit drehen des Zündschlosses ativiert etc.


Aber du hast recht, ein wirklich eindeutiges Abgrenzungskriterium fällt mir so auf die schnelle auch nicht ein.
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