Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Streik im öffentlichen Dienst
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Streik im öffentlichen Dienst
 
Autor Nachricht
wiing701823
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 05.06.2008
Beiträge: 2293

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2009 - 15:29:43    Titel: Streik im öffentlichen Dienst

http://www.news-von-morgen.de/oeffentlicher-dienst-streikt-heute-erneut-deutschlandweit-716698

Viele Leute bangen um ihre Jobs und Existenz in den heutigen Tagen. Firmen gehen insolvent, werden temporär gerettet oder müssen massivst Arbeitsplätze reduzieren. Die Angst vor Abstieg und Hartz4 und sozialem Abstieg wird für viele tägliche Realität.

Der öffentliche Dienst streikt hingegen und das in dieser Situation. Was ist davon zu halten, kann man diese Verantwortungslosikeit der Gewerkschaften noch übertreffen ? Solidarität ist wohl zum Fremdwort für einige geworden.
HigherConsciousness
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2009 - 19:48:01    Titel: Re: Streik im öffentlichen Dienst

wiing701823 hat folgendes geschrieben:
http://www.news-von-morgen.de/oeffentlicher-dienst-streikt-heute-erneut-deutschlandweit-716698

Viele Leute bangen um ihre Jobs und Existenz in den heutigen Tagen. Firmen gehen insolvent, werden temporär gerettet oder müssen massivst Arbeitsplätze reduzieren. Die Angst vor Abstieg und Hartz4 und sozialem Abstieg wird für viele tägliche Realität.

Der öffentliche Dienst streikt hingegen und das in dieser Situation. Was ist davon zu halten, kann man diese Verantwortungslosikeit der Gewerkschaften noch übertreffen ? Solidarität ist wohl zum Fremdwort für einige geworden.


Was soll das denn jetzt werden? Soll Deutschland seine Tradition der letzten Jahre fortsetzen und seien Wettbewerbsfähigkeit nur auf Grundlage sinkender Löhne verbessern? Wann soll das alles enden? Wenn wir in die Liga der Niedriglohnländer absteigen?

Der Angestellten im ÖD gönne ich den Streik voll und ganz. Sie werden auf allen Ebenen benachteiligt: sie verdienen ca. 30 % weniger als ihre verbeamtete Kollegen, haben keine Jobsicherheit, ihre Aufstiegsmöglichkeiten sind gering, da aufgrund von Sparmaßnahmen fast gar nicht mehr befördert wird, sie leisten Überstunden, merkliche Gehaltserhöhungen gibt es für sie bereits seit Jahren nicht mehr. Das einzig Positive an ihrem Job ist ihr Streikrecht. Und davon können und meines Erachtens sollten sie auch Gebrauch machen.
Pauker
Moderator
Benutzer-Profile anzeigen
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 27 Feb 2009 - 00:09:47    Titel:

Ich habe auch jahrelang in der letzten Krise Zurückhaltung empfohlen. ABER: leider mussten wir die Erfahrung machen, dass auch bei steigenden Steuereinnahmen und boomender Konjunktur keinerlei Lohnerhöhung oder auch Besoldungserhöhung stattfand. In BW wurde das in den letzten Jahren immer mit den Resten des einstmaligen Weihnachtsgeldes verrechnet, so dass am Ende mehr oder weniger 0 herauskam. Insofern kann ich der Parole "stillhalten" nicht mehr so viel abgewinnen. Prinzipiell wäre das jetzt schon richtig, aber nur wenn dann in guten Zeiten auch eine entsprechende Steigerung erfolgt.

Deswegen habe ich großes Verständnis dafür, dass man irgendwann die Schnauze voll hat, Konjunktur hin oder her. Warum sollen nur Lokführer und IG-Metaller hohe Löhne bekommen? Alles eine Frage des Organisationsgrades.

Gruß
Pauker
Jan999
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 30.01.2008
Beiträge: 272
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 01 März 2009 - 21:35:57    Titel:

Man muss auch Verständnis für die Menschen haben. Die Wirtschaft und der STaat als ARbeitgeber weisen bei jeder Tarifauseinandersetzung darauf hin dass kein Geld für die geforderten Tariferhöhungen da ist. Das in guten wie auch in schlechten Zeiten. Das finde ich ist deshalb ein schlechts Argument. Und die letzten Jahre haben ja gezeigt dass die ARbeitgeber nie freiwillig zu echten Lohnerhöhungen bereit sind und immer dazu gezwungen werden müssen. Und sonst ist es doch das selbe Spiel wie immer, die Gewerkschaft sagt sie haben sich einen "kräftigen" Schluck aus der Pulle verdient und die ARbeitgeber sagen sie haben kein Geld und drohen mit Entlassungen (die sie sowieso vornehmen würden). Und am Ende trifft man sich ganz ritualmäßig in der Mitte.
Jan999
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen
Full Member


Anmeldungsdatum: 30.01.2008
Beiträge: 272
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 01 März 2009 - 21:46:05    Titel:

Und ganz abgesehen von diesen ganzen pathetischen Diskussionen leben wir in einer sehr egoistischen Zeit wo jeder nur an seine Belange denkt und jeder sehen muss wo er bleibt. Aus übergroßem Altruismus heraus zu halten bringt heute gar nichts mehr, du musst selber mit dem ARsch an die Wand kommen und musst zuerst an dich denken.
Elzéard B.
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 02 März 2009 - 01:34:36    Titel:

Genau Pauker, es ist alles eine Frage des Organisationsgrades.

Die Gewerkschaften schaffen eine kleine Arbeiterelite, die mit gut bezahlten Jobs den Rest der Belegschaft in die Arbeitslosigkeit oder in die Leiharbeit drängt. Vollbeschäftigung ist mit solchen Aktionen nicht zu schaffen. Besonders deutlich wird das im Metallsektor.

Die Lohnpolitik der deutschen Gewerkschaften ist nämlich ohne Zweifel immer noch eine Hochlohnpolitik, auch wenn es nun ein paar Jahre der Lohnzurückhaltung gab. Trotzdem bleibt der deutsche Industriearbeitnehmer der Teuerste der Welt und wenn man die jetzige Gewerkschaftsmentalität sieht, hätte man sich die Lohnzurückhaltung auch sparen können.
Es wird bemängelt, dass Löhne stagnieren. Gleichzeitig sind gerade aufgrund dieser Lohnzurückhaltung 2 Millionen Arbeitsplätze im Aufschwung geschaffen worden. Das sind einfache marktwirtschaftliche Gesetze. Wer eine gute Beschäftigungsquote haben möchte, muss eine gemäßigte Lohnentwicklung in Kauf nehmen und wer eine gute Lohnentwicklung haben möchte eine miserable Beschäftigungsquote.
Bei 3 Millionen Arbeitslosen sollte man so langsam mal mitbekommen, in welche Richtung der Wind weht.

Ich erinner mich noch gut daran, als die IG Metall im Herbst letzten Jahres für die Metallbranche ebenfalls den "kräftigen Schluck" gefordert hat. Eine Wirtschaftskrise würde sich ohnehin nicht auf die Autobranche auswirken. Heute fordern die gleichen Gewerkschaften Staatshilfen und die gleichen Arbeitnehmer gehen auf die Straße und wollen Hilfe von der Allgemeinheit. So etwas paradoxes hab ich selten gesehen.

Dass in keinem Land so hohe Gehälter wie bei Daimler, BMW, Audi oder Opel gezahlt werden, interessiert diese Leute gar nicht mehr. Bei Daimler werden teilweise für Facharbeiter Akademikergehälter von 40.000 € gezahlt.
Man treibt die Preise für Arbeit immer weiter nach oben, sodass die Maschinisierung zunimmt und es nun in den nächsten Jahren zu enormen Stellenabbau kommt. Die Leute, die durch den Kündigungsschutz an ihren Arbeitsplätzen kleben, braucht das ja nicht zu scheren.

Und ich habe für Lohnerhöhungen für Beamte und für den öffentlichen Dienst eben kein Verständnis bei der horrenden Verschuldung ihrer Arbeitgeber. Arbeitnehmer in der privaten Wirtschaft müssen in Krisenzeiten um ihren Arbeitsplatz bangen und diese Leute stellen sich munter auf die Straße und fordern 8% mehr Lohn. Dass die Länderhaushalte solche absurden Abschlüsse von 5,8% gar nicht mehr hergeben, ist ja egal.


Man sollte beide Extrema kritisch sehen: Die unverschämten Bonizahlungen für Investmentbanker aber auch die ausufernde Lohnpolitik unserer Gewerkschaften solange keine Vollbeschäftigung herrscht. Da ist keiner besser als der andere.
cyrix42
Valued Contributor
Benutzer-Profile anzeigen
Valued Contributor


Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24257

BeitragVerfasst am: 02 März 2009 - 01:40:27    Titel:

Die "kleine Arbeiterelite" hat einen Inflationsausgleich für dieses Jahr erstritten (3% Lohnerhöhung), zusätzlich noch 40€ für jeden Arbeitnehmer (was eher die unteren Einkommen stärkt), und für nächstes Jahr einen halben Inflationsausgleich (1,2%).

Wer hier 5,8% Lohnerhöhung ruft, hat zwar recht, muss aber dazu sagen, dass sich diese auf 2 Jahre verteilen.


Was ich viel wichtiger finde, ist, dass ab März 2010 endlich wieder eine Berufsgruppe sich zu dem Grundsatz "gleiches Geld für gleiche Arbeit" bekennt, und so die Löhne im Tarifgebiet Ost auf die des Tarifgebiets West angeglichen werden!


Cyrix
Andi1
Gesperrter User
Benutzer-Profile anzeigen


Anmeldungsdatum: 28.02.2009
Beiträge: 925

BeitragVerfasst am: 02 März 2009 - 01:43:31    Titel:

...

Zuletzt bearbeitet von Andi1 am 17 Dez 2010 - 03:19:13, insgesamt einmal bearbeitet
Elzéard B.
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 02 März 2009 - 08:19:57    Titel:

Eben cyrix, genau der dumme Spruch "gleiche Arbeit fürs gleiche Geld" ist ökonomisch gesehen tötlich.

Nach der Wiedervereinigung betrugen die DDR Löhne 7% der Westdeutschen Löhne. Dann hat man mir nichts dir nichts unter genau deinem schlauen Spruch die Löhne bereits 1991 auf 60% des Westniveaus festgezurrt. Folge war nach marktwirtschaftlichem 1x1 eine Arbeitslosigkeit, die kaum mehr zu beheben ist. Ein Lohnsprung von 53% aber ein Produktivitätsgewinn von vermutlich 0%. Man kann nicht einfach Löhne willkürlich anheben nur weil man gerne ein bisschen mehr "Gerechtigkeit" haben möchte, ohne solch starke Arbeitslosigkeit zu erzeugen.

Hätte man die Löhne im Osten auf stabilem Niveau gehalten, hätten sich die Investoren um das Land gerissen und es hätte wie die BRD nach dem 2. Weltkrieg stückweise starke Lohnerhöhungen bekommen - ohne Arbeitslosigkeit - und alle Ostdeutschen wären zufrieden gewesen.
Die ostdeutsche Produktivität ist nämlich immer noch signifikant schwächer als die westdeutsche, sodass gleiche Löhne simplerweise Arbeitslosigkeit erzeugen. Sicherlich wäre es vermehrt zu Auswanderung gekommen - jedoch nur bis zu einem gewissen Grad - da auch der westliche Arbeitsmarkt irgendwann gesättigt gewesen wäre.

Solche Parolen zeugen also nur von ökonomischer Unwissenheit und von Populismus.

Und meine Bezeichnung, dass die Gewerkschaftler tatsächlich kleine Eliten sind, die auf Kosten von ARbeitslosen immer höhere Löhne fordern ist empirisch beweisbar. Guck dir mal die Entwicklung der Arbeitsstundenvolumina (+- 0) in Deutschland und die Lohnentwicklung über die letzten 30 Jahre an, da wirst du staunen.
Celtic-Tiger
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 04.08.2008
Beiträge: 2079

BeitragVerfasst am: 02 März 2009 - 08:52:43    Titel:

Jaja unser Wiing (pikanterweise übrigens in der Metallindustrie beschäftigt seiend, mit 35-Stundenwoche und ERA-Gehalt), keine Ahnung, davon aber jede Menge, ein Stammtischbruder wie er im Buche steht! Naja, hat sich eh erledigt das Thema, zur vollsten Zufriedenheit der Arbeitgeber......
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Streik im öffentlichen Dienst
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
Seite 1 von 3

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum