Gewinnmaximierung = Kostenminimierung?
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Leif Erikson Full Member


Anmeldungsdatum: 11.05.2007 Beiträge: 241
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Verfasst am: 28 Feb 2009 - 23:22:59 Titel: Gewinnmaximierung = Kostenminimierung? |
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Der Titel sagt eigentlich schon alles aus.
Wenn ich als Ziel der Unternehmen in einem Konkurrenzgleichgewicht Gewinnmaximierung als Ziel habe, kann ich dann von einer korrekten Aussage sprechen, wenn ich sage:
Ziel der Unternehmen ist die Kostenminimierung?
Meiner Meinung nach geht das nicht, da bei Kostenminimierung sich ja z.B. in Form von Qualitätseinbußen und dadurch möglichen Umsatzeinbrüchen niederschlagen kann.
Was meint ihr?
Gewinnmaximierung = Kostenminimierung? |
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trundle09 Full Member


Anmeldungsdatum: 04.04.2007 Beiträge: 468
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Verfasst am: 28 Feb 2009 - 23:28:14 Titel: |
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Also rein mikroökonomisch betrachtet, sieht die Sache so aus. Zuerst minimierst du die Kosten, d.h. du ermittelst die bedingte Faktornachfragefunktion, die dir angibt, mit welchem Faktoreinsatz du einen beliebigen Output herstellen kannst.
Anschließend suchst du den gewinnmaximalen Output über die Gewinnmaximierung.
Somit hängt beides natürlich schon zusammen und bedingt einander.
Wie das natürlich in der Realität ist, dass ist wieder eine ganz andere Frage, da kann bloßes schauen auf die Kosten schon zu Qualtitätsminderungen führen usw. und dafür sorgen, dass niemand mehr deine Produkte kauft etc. ein Unternehmen besteht nicht nur aus Kosten (auch wenn manche BWLer einen das Glauben machen wollen) sondern auch aus Leistungen, aus Kundenbedürfnissen die berücksichtigt werden müssen, aus einer Entscheidung ob man zum Billigsegment oder eher zur Premiumklasse gehören will etc. Das ist nicht so einfach. _________________ "Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, dann ist das Leben erklärt."
Mark Twain |
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Leif Erikson Full Member


Anmeldungsdatum: 11.05.2007 Beiträge: 241
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Verfasst am: 28 Feb 2009 - 23:41:00 Titel: |
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Also wahr oder falsch?  |
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trundle09 Full Member


Anmeldungsdatum: 04.04.2007 Beiträge: 468
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Verfasst am: 28 Feb 2009 - 23:52:09 Titel: |
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Die Aussage Gewinnmaximum=Kostenminimierung ist also ansich gesehen, so formuliert falsch, beides sind zunächst unterschiedliche Fragestellungen.
Eigentlich ist die Antwort aber eher ein "Jein".
Den Gewinn zu maximieren, erfordert die Kosten zu minimieren. Aber du kannst die Kosten auch minimieren und dann einen Output produzieren, der nicht gewinnmaximal ist, oder du kannst zwar die gewinnmaximale Menge produzieren, aber zuviele Produktionsfaktoren dafür einkaufen. (was der normalen Gewinnmaximierung entspräche). Kostenminimierung ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für ein Gewinnmaximum. _________________ "Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, dann ist das Leben erklärt."
Mark Twain |
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tokyob Senior Member


Anmeldungsdatum: 19.06.2006 Beiträge: 1631 Wohnort: Tokyo, Japan
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Verfasst am: 03 März 2009 - 06:10:04 Titel: |
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Eventuell so : Wenn der Mann am Wuerstchenstand 150 Stueck verkauft hat, die Glut am Ende ist, aber er sieht, dass noch 10 Leute in der Schlange stehen. Dann muss er ueberlegen, nochmal Kohle nachzulegen um seinen Gewinn/Umsatz zu maximieren, oder zu sagen 'Sorry, geschlossen' und somit seine Kosten zu minimieren.
Nachtrag :
Die Regel 'Gewinnmaximierung = Kostenminimierung' funktioniert nur, wenn alle anderen Elemente (Absatz, Preis, Qualitaet) konstant gehalten werden.
Als Beispiel koennte man die Stadtwerke nennen, die z.B. einen festen Wasserpreis vorgegeben haben und auch keinen Einfluss auf den Wasserbedarf der Abnehmer haben. Da kann der Gewinn also nur durch die Reduzierung der Kosten erhoeht werden.
Der umgekehrte Fall waere z.B. eine Disko. Da kann ich nicht versuchen, Strom zu sparen, oder die Glaeser nur halb zu fuellen, sondern muss sehen, dass moeglichst viele Leute kommen und Eintritt zahlen und konsumieren.
Das Konzept 'Gewinnmaximierung = Kostenminimierung' funktioniert bei einigen Branchen nicht. Gerade wenn ich hoeherwertige Produkte anbiete (z.B. eine Konditorei, Luxushandttaschen) kann ich die Kosten nicht unter ein gewisses Mass senken. Louis Vuitton laesst seine Handtaschen halt nicht mit Lederimitat in China naehen, sondern in Frankreich. |
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mckayser Newbie


Anmeldungsdatum: 11.02.2007 Beiträge: 8
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Verfasst am: 05 Okt 2009 - 00:34:21 Titel: |
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Das Beispiel mit den Würstchen stimmt nicht ganz, denn evtl würde der Verkäufer, wenn er 10 weitere Würstchen auflegt, auch seine Kosten weiter minimieren. Seine Kostenfunktion ist ja nicht bekannt und seine Fixkosten würden evtl dazu führen, dass er durch die weiteren Würste alle seine verkauften Würste günstiger produziert hat (als vor dem Auflegen).
Ich würde eher sagen, dass "wenn" das Kostenminimum ein Minimum ist, auch das dazgehörige Gewinnmaximum ein Maximum sein muss. So sagen es zumindest die Dualitätssätze. Wenn nur die Kosten mimimal sind, muss es kein Gewinnmaximum sein und umgekehrt. Wenn beides erfüllt ist, sind beide Optima Maximum und Minimum.
Greetz, Kizzle _________________ xfire: mckayser |
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Goodwill Senior Member


Anmeldungsdatum: 25.06.2009 Beiträge: 830
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Verfasst am: 05 Okt 2009 - 12:05:53 Titel: |
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ums mal kurz und knapp auszudrücken:
Gewinn ist die Differenz zwischen Erlöse und Kosten.
Ein Ziel Kostenminimierung kann insofern nicht immer zum gleichen Ergenis führen wie das Ziel Gewinnmaximierung, wenn die die andere Komponente des Gewinns, nämlich die Erlöse stagnieren oder gar rückgängig sind. Kostenminimierung ist insofern was zu kurz gegriffen und vernachlässigt die Erlöskomponete des Gewinns. |
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JackPower Full Member


Anmeldungsdatum: 09.09.2007 Beiträge: 275
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Verfasst am: 10 Okt 2009 - 20:19:57 Titel: |
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Wenn du den Gewinn maximierst, also ein globales Maximum erreichst, sind notwendigerweise die Kosten minimiert. Wäre dies nicht so, könnte die Gewinnspanne durch Kostenminimierung weiter erhöht werden, wir befinden uns jedoch in einem Gewinnmaximum.
Wenn ich die Kosten minimiere, muss ich nicht den Gewinn maximal haben, es sei denn, es ist unmöglich den Erlös weiter zu steigern (auch nicht bei steigenden Kosten).
Sei also A = Kostenminimierung und B = Gewinnmaximierung kann man denke ich sagen:
B => A --> \A => \B
ABER
A =!> B
Wenn ich z.B. ein Buch herstelle und dafür Billigpapier verwende (Kostenminimierung), kann es sein, dass es nicht so häufig gekauft wird, aufgrund schlechter Qualität. Ein Buch mit gutem Papier würde mehr Kosten verursachen, jedoch würden es auch mehr Leute kaufen. Ich wähle also Variante B (Gewinnmaximierung) und minimiere insofern die Kosten, dass ich das günstigste Angebot des guten Papiers verwende. Ich gehe in dem Beispiel davon aus, dass es keine versteckten Kosten, wie höhere Verarbeitungskosten für gutes Papier gibt.
Ansonsten möchte ich nochmal trundle09 zitieren, der es korrekt formuliert hat
| Zitat: |
| Den Gewinn zu maximieren, erfordert die Kosten zu minimieren. Aber du kannst die Kosten auch minimieren und dann einen Output produzieren, der nicht gewinnmaximal ist, oder du kannst zwar die gewinnmaximale Menge produzieren, aber zuviele Produktionsfaktoren dafür einkaufen. (was der normalen Gewinnmaximierung entspräche). Kostenminimierung ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für ein Gewinnmaximum. |
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Slap91 Newbie


Anmeldungsdatum: 23.07.2012 Beiträge: 1
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Verfasst am: 23 Jul 2012 - 18:24:00 Titel: |
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Hallo,
ich weiß, dass der Thread schon etwas älter ist, aber ich stehe genau vor dem gleichen Problem. Ich konnte dem Gespräch auf weitestgehend folgen, es sind aber immer noch einige Unklarheiten.
1. Mit Gewinnmaximierung komme ich zum gleichen Ziel, wie wenn ich die Kostenminimierung für jedes beliebige Outputniveau mache und dann das optimale Outputniveau wähle, oder?
2. Gewinnmaximierung und das obige Verfahren in (1) über Kostenminimierung mit den 2 Schritten liefert mir genau das gleiche, oder? Ich kann da zumindest mathematisch keinen Unterschied finden.
3. Dann habe ich noch eine abschließende Frage. Wie finde ich in (1) das optimale Outputniveau? Wenn ich jetzt schaue bei welchem die Differenz zwischen Erlös und Kosten am größten ist, habe ich ja eigentlich schon wieder Gewinnmaximierung betrieben. Kriege ich das irgendwie über die Isoquanten raus?
Danke schonmal an die Leute, die sich oben soviel Mühe gegeben haben und mir damit sehr weitergeholfen haben! |
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VWL-Repetitorium Hillmann Newbie


Anmeldungsdatum: 06.06.2012 Beiträge: 27
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Verfasst am: 16 Aug 2012 - 09:07:22 Titel: |
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Liebe KommilitonInnen,
für ein Unternehmen gilt in der Mikroökonomik die folgende Entscheidungshierarchie:
1. Wähle für jeden möglichen Output stets nur minimale Faktoreinsatzkombinationen. (technische Effizienz, Vermeidung von Faktorverschwendung, Bedingung: Produktion auf der Ertragskurve bzw. Isoquante und nicht darunter)
2. Wähle unter allen technisch effizienten Produktionen für jeden Output die kostenminimale Faktoreinsatzkombination. (Minimalkostenkombination, Produktion auf dem Expansionspfad, Bedingung: Faktorpreisverhältnis gleich Grenzproduktivitätsverhältnis)
3. Wähle unter allen kostenminimal hergestellten (bzw. herstellbaren) Outputniveaus dasjenige, das den Gewinn maximiert (Bedingung: Preis = Grenzkosten)
Anders ausgedrückt: Technische Effizienz ist notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für ein Kostenminimum. Kostenminimierung ist notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für ein Gewinnmaximum.
beste Grüße
Repetitorium Axel Hillmann
vwl-repetitorium.de _________________ Lernhilfen und Online-Vorlesungen für VWL
www.axel-hillmann.de |
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