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Analyse politischer Reden!
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steffi05
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Anmeldungsdatum: 03.03.2009
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 03 März 2009 - 12:35:02    Titel: Analyse politischer Reden!

Hi hi, ich soll als Aufgabe eine Politische Rede von Gerhard Schröder analysieren. Leider komme ich nach Stunden immer noch nicht weiter. Vielleicht hat jemand Lust und Zeit mir ein paar Tipps oder Formulierungsideen zu geben.
Hier die Rede:


Gerhard Schröder: Meine Vision von Deutschland

Bildzeitung: Do, 08.08.2002




Das Deutschland, für das ich arbeite, ist ein stolzes, ein solidarisches Land. Ein Land, das seine Leistungen nicht mies machen lässt. Ein Land, das Spitze ist in Wirtschaft, Bildung und Forschung; gerecht und fair im Umgang miteinander und mit anderen.


Das Deutschland, für das ich arbeite, ist ein stolzes, ein solidarisches Land. Ein Land, das seine Leistungen nicht mies machen lässt. Ein Land, das Spitze ist in Wirtschaft, Bildung und Forschung; gerecht und fair im Umgang miteinander und mit anderen.

Dieses Land, ich nenne es "unser Deutschland", ist ein kinderfreundliches Land. In dem Kinder so gut betreut werden, dass sie beim Spielen lernen können und beim Lernen das Spielen nicht vergessen. Ein Land, das seinen Kindern alle Chancen einräumt, eine erstklassige Bildung und Ausbildung zu bekommen. Ein Land, das mit harter Arbeit Haushalts­überschüsse schafft, damit auch kommende Generationen gut leben können. In dem gesunde Lebensmittel zu vernünftigen Preisen zu haben sind. Das seine Um­welt schützt und damit saubere Energie und Arbeitsplätze schafft.

Unser Deutschland ist ein Land für Familien. In dem Ältere und Jüngere füreinander da sind. In dem Frauen Familie und Beruf verbinden können, für ihr eigenes Glück und zum Nutzen aller.

Unser Deutschland hat Arbeit für alle. Lebenslanges Lernen ist selbstverständlicher Teil des Berufslebens. Arbeit fürs Gemeinwohl wird besser bezahlt als Tatenlosig­keit. Schwarzarbeit ist vergessen, weil das Land jeden einzelnen fördert - aber auch fordert.

Unser Deutschland wird nicht von denen beherrscht, die das große Kapital haben. Sondern sein größtes Kapital sind seine Menschen. Moral und Verantwortung sind auch in der Wirtschaft und an der Börse selbstverständlich. In unserem Deutschland gehören Raubtiere in den Käfig, und nicht in eine falsch verstandene Marktwirt­schaft.

Unser Deutschland vertraut auf seine eigene Kraft. Es hat die Wiedervereinigung geschafft und das Leben in allen Teilen des Landes attraktiv gemacht. Thüringer Wald und Mecklenburgische Seenplatte wetteifern mit Alpen und Rhein um Schönheit und Wirtschaftsboom.

In unserem Deutschland sorgt der Staat für eine effiziente Polizei - und die Nach­barn achten darauf, wenn bei der Oma nebenan der Briefkasten überquillt. Erst­klassige Ärzte stehen allen zur Verfügung; mündige Patienten sorgen vor und be­kommen Hilfe zur Selbsthilfe.

Unser Deutschland ist ein Land der Chancen. Wer nach vorne will und kann, hat alle Möglichkeiten, andere mitzuziehen. Aber: Wer hingefallen ist, wird nicht liegengelassen.

Unser Deutschland ist ein selbstbewusstes Land. Es ist stolz auf die eigene Tradition und offen für den Reichtum anderer Kulturen. In diesem Land kann jeder seine Lebensträume verwirklichen - ganz gleich, aus welcher Kultur oder sozialen Schicht er stammt.

Unser Deutschland kennt keine lähmende Bürokratie, sondern Behörden, die Partner der Bürger sind. Es kennt kein Schlangestehen vor Amtsschaltern, sondern freund­lichen Service, der den Menschen bei der Lösung ihrer Probleme hilft.

Unser Deutschland genießt Respekt und Ansehen in der Welt. Weil wir Partner und Vorbild sind. Weil wir das Europa der Völker bauen und weltweit Frieden und Menschenrechte sichern und schützen helfen. Und weil wir deshalb unsere natio­nalen Interessen nicht verstecken müssen.

Das ist unser deutscher Weg. Für diese Vision kämpfe und arbeite ich.
steffi05
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Anmeldungsdatum: 03.03.2009
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 03 März 2009 - 12:41:35    Titel:

Habe gerade den Beitrag "Mach mir meine hausaufgaben gelesen". Und da ich natürlich nicht die Absicht habe, jamanden meine Hausaufgaben machen zu lassen, hier meine ersten Versuche eine politische Analyse zu schreiben:


Über einen Artikel, welcher am 08.08.2002 in der Bildzeitung veröffentlicht wurde, beschreibt Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder seine Vision von Deutschland.

Anlass für eine solche Veröffentlichung bot die bevorstehende Bundestagswahl am 22. Sep. 2002. Hierfür Kandidierten Edmund Stoiber und der Autor des Artikels und Altbundeskanzler Gerhard Schröder.

Mit seinem Zeitungsartikel, spricht der damals amtierende Bundeskanzler, Herr Schröder überwiegend die Menschen aus der Mittel- und Unterschicht an. Als damaliger Kanzlerkandidat war es für Herr Schröder von besonderer Wichtigkeit was er in der Öffentlichkeit sagt. Daher ist stark zu vermuten, dass er auf diese Art, die Sympathie seiner möglichen Wähler gewinnen möchte.
Die Rede des Altkanzlers besteht zum größten Teil nur aus Argumenten. Er stellt immer wieder Behauptungen über seine Vorstellung von Deutschland auf und begründet diese mit verschiedenen Aussagen, wie zum Beispiel: „ Mein Deutschland ist ein Kinderfreundliches Land. In dem Kinder So gut betreut werden, dass sie beim spielen lernen können und beim lernen das spielen nicht vergessen...“ (Z.: 10- 15)

In seiner schriftlichen Rede, verwendet der Autor sehr viele Anaphern, was man an den immer wiederkehrenden Satzanfängen deutlich sehen kann. Er wiederholt ständig „Mein Deutschland ist ein Land…“. Was deutlich zeigt, dass diese Satzanfänge eine enorme Wichtigkeit für den Text haben.
Neben den verwendeten Anaphern, ist auch ganz deutlich der Euphemismus im Text zu erkennen. Durch das alleinige erwähnen von positiven Eigenschaften des Landes, wie zum Beispiel: „Mein Deutschland ist ein Land für Familien. In dem Ältere und jüngere füreinander da sind…“, ist klar, dass es sich hierbei nur um Euphemismus handeln kann.
Zu den Rhetorischen Mitteln würde ich unter anderem noch die Hyperbel zählen. Mit etwas Wissen über den historischen Kontext, wird klar, dass es sich bei den vielen Visionen nur um Übertreibung handeln kann, und es nie ein Land geben wird, indem solche Vorstellungen wahr werden.
Ich finde es sehr positiv, dass Gerhard Schröder seine Rede Leser angepasst hat indem er sie sprachlich einfach verfasst hat und kaum Fremdwörter benutzt hat.
Zudem gefällt mir an der Rede, die Eupherie und Zuversicht, mit welchen Herr Schröder die Visionen „seines“ Landes beschreibt.
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 04 März 2009 - 22:35:56    Titel:

steffi05 hat folgendes geschrieben:
Mit etwas Wissen über den historischen Kontext, wird klar, dass es sich bei den vielen Visionen nur um Übertreibung handeln kann, und es nie ein Land geben wird, indem solche Vorstellungen wahr werden.


Ich würde meine Analyse nicht so "cool" machen. Was soll denn heißen "mit etwas Wissen über den historischen Kontext"? Es ist deine Aufgabe, dein Hintergrundwissen in die Analyse einzubringen und dem Leser die Zusammenhänge klarzumachen. Du darfst hier alles schreiben, was du an Allgemeinwissen zu diesem Thema hast.

Zitat:
Mit seinem Zeitungsartikel, spricht der damals amtierende Bundeskanzler, Herr Schröder überwiegend die Menschen aus der Mittel- und Unterschicht an...
Ich finde es sehr positiv, dass Gerhard Schröder seine Rede Leser angepasst hat indem er sie sprachlich einfach verfasst hat und kaum Fremdwörter benutzt hat.

Du klärst nicht richtig die Grundfragen einer jeden Analyse: Was hat wer wann WO mit welcher Absicht geschrieben? Was ist denn die Bild-Zeitung? Du darfst wirklich alles schreiben, was du weißt! Und dann ergibt es sich fast wie von selbst (= inwiefern das ein Artikel für die Bild-Zeitung ist). Und nach Möglichkeit alles belegen.

Zitat:
Die Rede des Altkanzlers besteht zum größten Teil nur aus Argumenten. Er stellt immer wieder Behauptungen über seine Vorstellung von Deutschland auf ...

Das ist eine interessante Definition von "Argument".

Zitat:
Als damaliger Kanzlerkandidat war es für Herr Schröder von besonderer Wichtigkeit was er in der Öffentlichkeit sagt. Daher ist stark zu vermuten, dass er auf diese Art, die Sympathie seiner möglichen Wähler gewinnen möchte.

Es ist immer wichtig, was ein Politiker in der Öffentlichkeit sagt. Aber was ist denn der Unterschied zwischen einem amtierenden Bundeskanzler und dem Herausforderer?
Was ist überhaupt "Vision" und was "Wirklichkeit" (und wie wird beides dargestellt?)?
steffi05
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Anmeldungsdatum: 03.03.2009
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 07 März 2009 - 13:00:54    Titel:

hi hi,

vielen dank für deine hilfe, hat mir sehr geholfen.
aber du schreibst ich hätte eine interessante definition von argumenten, ist es falsch??

lg
Rasmus Pianowski
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Anmeldungsdatum: 09.03.2009
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 09 März 2009 - 19:21:36    Titel:

Nun ja, ein Argument ist keine Behauptung an sich, das wäre eine These. Ein Argument ist eher eine Aussage, die zur Begründung oder Verifizierung einer These benutzt wird.
Leoni
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Anmeldungsdatum: 19.05.2005
Beiträge: 1096
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: 10 März 2009 - 13:33:43    Titel:

Zitat:
Unser Deutschland ist ein Land für Familien. ... Unser Deutschland hat Arbeit für alle. ... Unser Deutschland wird nicht von denen beherrscht, die das große Kapital haben. ... Unser Deutschland vertraut auf seine eigene Kraft...


Das sind natürlich alles keine Argumente, sondern reine Behauptungen.
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