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Strafrecht Hausarbeit für Anfänger Uni Tübingen
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Suuni88
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Anmeldungsdatum: 08.03.2009
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 08 März 2009 - 18:12:09    Titel: Strafrecht Hausarbeit für Anfänger Uni Tübingen

Hallo zusammen,
ich sitze gerade an meiner allerersten Hausarbeit im Strafrecht!! Ich komme soweit ganz gut voran, allerdings hänge ich an einer Stelle!
Also:
X stößt Y aus Unachtsamkeit zur Seite, sodass dieser auf die Bahnschienen fällt und aus dem Mund blutend benommen liegen bleibt. X erkennt dass Y sich nicht alleine helfen können wird, geht aber nach Hause, um sich verarzten zu lassen (er hatte vorher eine Schlägerei) Er hofft, dass sich ein anderer um Y kümmern wird, da es aber mitten in der Nacht ist, ist er sich dessen nicht sicher.
Er weiß auch, dass der nächste Zug erst in einer Stunde kommen wird.
Nach kurzer Zeit bekommt X ein schlechtes Gewissen und kehrt zurück, allerdings ist Y tot, da er von einem Güterzug erfasst wurde. An diese Möglichkeit hatte X nicht gedacht!

Ich habe zuerst fahrlässige Tötung geprüft, allerdings scheitert diese, da meiner Meinung nach ein Unterlassen vorliegt.
Anschließend habe ich vorsätzliche Tötung durch Unterlassen geprüft, wobei ich allerdings zu dem Schluss kam, dass lediglich bewusste Fahrlässigkeit vorliegt.
Nun prüfe ich gerade die fahrlässige Tötung durch Unterlassen...Jetzt zu meiner Frage:wie wirkt es sich aus, dass X nicht an den Güterzug gedacht hat?? ich würde an dieser Stelle jetzt einen Tatumstandsirrtum prüfen, bin mir aber absolut nicht sicher!!

Und: Ich hätte jetzt außerdem noch ein Aussetzung geprüft. Aber, ist hier Nr. 1 oder Nr. 2 relevant??oder beides?? ich habe bis jetzt noch nie eine Aussetzung geprüft, da wir lediglich den AT behandelt!!

Danke schon mal für eure Hilfe


Zuletzt bearbeitet von Suuni88 am 11 März 2009 - 12:29:19, insgesamt 3-mal bearbeitet
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 08 März 2009 - 18:17:49    Titel:

das bloße hoffen ein andere werde sich schon um ihn kümmern reicht nicht für bewusste fahrlässigkeit aus
es muss schon ein (berechtigtes) vertrauen vorliegen
natürlich ist in dem bereich alles streitig aber das ist soweit ich mich erinere die ansicht des bgh oder jedenfalls stark vertreten

man sollte die vorsätzliche tötung wohl vor der fahrlässigen prüfung, auch wenn die vorwerfbare handlung zeitlich später vorgenommen wurde
bejahst du nämlich die 212,13 kommt auf 222 nicht mehr wirklich an
Suuni88
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Anmeldungsdatum: 08.03.2009
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 09 März 2009 - 18:14:32    Titel:

Erstmal danke für deine schnelle Antwort!!
Ich habe nach diesen bekannten Theorien abgegrenzt und bin dann zu dem Schluss gekommen, dass wohl bewusste Fahrlässigkeit vorliegen muss, denn X denkt ja, dass der nächste Zug erst in einer Stunde kommt (d.h. er vertraut auch ernsthaft darauf) Außerdem kehrt er ja lange vor Ablauf dieser Zeit an den Bahnsteig zurück, was ja auch zeigt, dass er den Erfolg nicht will...oder liege ich da falsch????

Aber: wie ist es denn zu bewerten, dass er gar nicht an mögliche Güterzüge denkt??? als Irrtum?? irgendwie kommt mir das doch ein bisschen komisch vor....

und wenn ich die fahlässige Tötung durch Unterlassen bejahe, muss ich dann überhaupt noch eine Aussetzung prüfen??? oder ist es nicht so, dass die Tötungsdelikte Vorrang haben und somit diese Prüfung unnötig wäre???
Suuni88
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Anmeldungsdatum: 08.03.2009
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 10 März 2009 - 18:28:14    Titel:

Ich bins schon wieder =) mir ist da noch etwas eingefallen: käme nicht auch eine Aussetzung mit Todesfolge in Betracht????
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 10 März 2009 - 19:16:52    Titel:

wie wär's mit Irrtum über den Kausalverlauf?

Obwohl, sowas hätt man erahnen können.

Anderseits könnte man auch diskutieren ab welchen Punkt der (ich nenn ihn mal; das erinnert mich an einen Sachverhalt bei dem der Täter doch tatsächlich mit O bezeichnet wurde. Also .. so geht's ja nun nicht.) T zur Tatbestandsverwirklichung durch Unterlassen ansetzt. (Wenn ich jetzt nichts tu, ist er gleich hopps ... hmm )
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 10 März 2009 - 19:49:06    Titel:

Bitte Uni und Prof im Titel nennen! Danke!
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 10 März 2009 - 20:14:53    Titel:

Mein Vorschlag:

Strafbarkeit des X:

I. 212 I, 13
1. TB
a) Obj TB
Tod (+)
Unterlassen -> Rettung des Y (+)
Quasi-kausal -> (+)
Obj Zurechenbar, unerheblich, dass Güterzug überfahren hat und nicht Personenzug
Mögl der Rhandl (+)
Garant -> Ingerenz
b) Subj TB
Tötungs-Vorsatz (+), da Mögl erkannt, und abgefunden;
-> keine wesentl Abweichung vom Kausalverlauf, dass Güterzug gekommen
Vorsatz hinsichtl d Restes (*)
2. RW, Schuld, insbs Zumutbarkeit der Rhandlung -> (+)
3. Analoge Anwendung der Rücktrittsvorschriften (-), Erfolgseintritt setzt unüberwindbare Grenze bei der Anwendung der Rtrittsvorshriften.

KV mit Todesfolge, Aussetzung mit Todesfolge sind auch gegeben, treten aber zurück. Bestehen bleibt die dazu in Tatmehrheit stehende fahrlässige KV.

Ist alles aus der Hüfte und ohne Gewähr.
Scrattor
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Anmeldungsdatum: 16.03.2009
Beiträge: 27
Wohnort: Tübingen

BeitragVerfasst am: 16 März 2009 - 12:53:27    Titel:

Ich würde soweit zustimmen, allerdings fällt die KV mit Todesfolge raus. Denn diese bedarf einer vorsätzlich begangenen KV und bzgl. der Todesfolge mindestens Fahrlässigkeit. Ersteres ist nicht gegeben!

Ausser man knüpft an den zweiten Handlungsabschnitt an - das Liegen lassen des Verletzten. Dies geschah vorsätzlich (das Anrempeln nicht) insofern ließe sich hier auch das Steigern eines pathologischen Zustandes durch das hilflos Liegen lassen konstruieren. Das dürfte aber wohl zu weit führen.

Stellt sich hier aber nicht die Frage, das Geschehen zu unterteilen? In "Anrempeln" und in "Liegen lassen" - dadurch erschließen sich mehr Strafbarkeiten. Wie zB fahrlässige Tötung. Die andernfalls verneint wird...
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