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FDP - Der ideologische Ursprung der Finanz- und Bankenkrise
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cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 23547

BeitragVerfasst am: 16 März 2009 - 23:34:47    Titel:

btw: Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung nutzt die gebräuchliche Definition des relativen Reichtums: Wer mindestens das doppelte des Medians zur Verfügung hat. Im Jahr 2005 waren das dann für eine Einzelperson ca. 3300€/Monat netto, was ziemlich genau der Grenze entspricht, ab der man Spitzensteuer zahlen muss (52.000€/Jahr brutto).

btw: Gerade einmal 7% der Haushalte in Deutschland zählen so als relativ reich...


Also nichts von wegen "Mittelschicht"...

Cyrix
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 16 März 2009 - 23:37:54    Titel:

Wie hoch (oder niedrig) wäre das Steueraufkommen bei solch einer Flattax?

Obwohl ich liberal bin, stehe ich fest hinter der Steuerprogression. Die Flattax (auch die von der FDP) taugt nichts. Richtig ist jedoch, dass die normale und gehobene Mitte (d.h. Einkommen von 35K bis 65K) entlastet werden muss.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 23547

BeitragVerfasst am: 16 März 2009 - 23:43:19    Titel:

Wie gesagt: Hier scheint ein seltsames Bild von "Mitte der Gesellschaft" vorzuherrschen. Aber gut, das macht ja die FDP ständig, nennt ihr Klientel der Besserverdienenden ja auch "Mitte"...


Cyrix
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 23547

BeitragVerfasst am: 17 März 2009 - 00:05:33    Titel:

Krass...

Ich lese gerade den Armuts- und Reichtumsbericht etwas genauer, und da ist mir diese Passage aufgefallen:
Zitat:

Befragt nach der Höhe des persönlichen Nettomonatseinkommens, ab der von Reichtum gesprochen werden kann, ergeben sich sehr unterschiedliche Einschätzungen. Jeweils die Hälfte der Befragten nennt einen höheren bzw. niedrigeren Betrag als 5.000 netto Euro/Monat (Median).
Im Durchschnitt wird ein Betrag von rund 27.000 Euro/Monat genannt. Für den Vermögensreichtum ergeben sich noch unterschiedlichere Einschätzungen, was sich an der großen Diskrepanz zwischen dem Median (500.000 Euro) und dem Mittelwert (rund. 34 Mio. Euro) ablesen lässt.


In der Bevölkerung scheint ein ziemlich verzerrtes Bild vom Reichtumsbegriff (im Vergleich zur Wissenschaft, aber auch im Vergleich zwischen verschiedenen Personen) zu herrschen.


Cyrix
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 17 März 2009 - 00:13:22    Titel:

Weitaus "krasser" ist die Ansicht, mit 52K Jahresbrutto sei man reich. Da hilft es auch nicht, seine Ansicht mit vermeintlicher "Wissenschaft" begründen zu wollen. Letztendlich ist die Definition des Reichtumsbegriffs auch nur eine Definition, weiter nichts.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 23547

BeitragVerfasst am: 17 März 2009 - 00:17:32    Titel:

Wie würdest du denn Reichtum definieren?

Ich finde (von den absoluten Zahlen mal abstrahiert, dafür ist ja die Def da), dass man über "doppeltes Median-Einkommen" durchaus reden kann.


edit: Man sollte noch erwähnen, dass sich jene Zahl von ca. 3300€/Monat auf das Nettoäquivalenzeinkommen bezieht. D.h. man nehme die Summe, die Netto dem Haushalt zur Verfügung steht, und teile ihn durch einen Koeffizienten, der die Anzahl und das Alter der Personen in diesem Haushalt widerspiegelt: 1 für den Haushaltsführer + 1/2* Anzahl weiterer Personen über 14 Jahren in dem Haushalt + 0,3* Anzahl Personen unter 14 Jahren.

Durch diesen Koeffizienten ist sichergestellt, dass "Synergie-Effekte" in Mehr-Personen-Haushalten entsprechend berücksichtigt werden.

Diese Zahl bezieht sich also auf eine alleinstehende Person.


Cyrix
trundle09
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Anmeldungsdatum: 04.04.2007
Beiträge: 468

BeitragVerfasst am: 17 März 2009 - 00:29:50    Titel:

Also, mein Vater arbeitet als Projektleiter bei einer mittelständischen Firma, die Tarif bezahlt, er ist Techniker, seine Kollegen Schreiner oder wenn sie noch jung sind Igenieure. Er verdient mit Weihnachts- und Urlaubsgeld wohlgemerkt etwa 52000 € bekommt aber auch keine Überstunden etc. erstattet. Damit gehört er zu den Leuten die besser verdienen in der Firma das ist klar.

Aber er gehört sicherlich noch zur Mitte der Gesellschaft, kauft ein gebrauchtes Auto, fährt einemal im Jahr in den Urlaub etc.
Und nein, er hat keine 3300 € netto, sondern ca. 2600. Er bezahlt nämlich rund 40 % Steuern, Sozialabgaben etc. 600 € sind schon ein Unterschied würde ich sagen.

Ich bekomme Bafög, wenn auch nicht viel.
Wir können gut leben uns das eine oder andere leisten, aber reich oder gar wohlhabend oder Oberschicht sind wir nicht, es sei denn, du wolltest jeden Ingenieur, jeden Kriminalkommisar, Gymansiallehrer usw. als Oberschicht und als Reich bezeichnen.

Immer auf dem Teppich bleiben Jungs. Ich habe sicher kein falsches Bild von der Mitte der Gesellschaft.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 23547

BeitragVerfasst am: 17 März 2009 - 00:36:22    Titel:

trundle09 hat folgendes geschrieben:

Aber er gehört sicherlich noch zur Mitte der Gesellschaft, kauft ein gebrauchtes Auto, fährt einemal im Jahr in den Urlaub etc.
Und nein, er hat keine 3300 € netto, sondern ca. 2600. Er bezahlt nämlich rund 40 % Steuern, Sozialabgaben etc. 600 € sind schon ein Unterschied würde ich sagen.


Ah, Sozialabgaben hab ich vergessen! Sorry. Smile

Ok, dann landet unsere Reichtumsgrenze bei eben ca. 72k€/Jahr brutto für einen Single-Haushalt.

Allerdings zahlt dein Vater zwar vielleicht einen Grenzsteuersatz von 40%, aber kaum einen entsprechenden Durchschnittssteuersatz. Der dürfte eher bei ca. 25% liegen (aufgrund der Progression)...

Cyrix


Zuletzt bearbeitet von cyrix42 am 17 März 2009 - 00:46:39, insgesamt einmal bearbeitet
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 23547

BeitragVerfasst am: 17 März 2009 - 00:45:35    Titel:

Um es nochmal deutlich zu machen: Jene Zahlen beziehen sich auf Single-Haushalte!

Für eine drei-köpfige Familie (Kind über 14 Jahre alt) liegen die Grenzen entsprechend doppelt so hoch, d.h. relativer Reichtum ab ca. 6600€/Monat netto, oder ca. 150k€/Jahr brutto.

Cyrix
trundle09
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Anmeldungsdatum: 04.04.2007
Beiträge: 468

BeitragVerfasst am: 17 März 2009 - 00:57:45    Titel:

Ja, ok natürlich, der durchschnittliche Steuersatz ist immer niedriger.
Ich meine 12000 €, das ist schon ein Unterschied oder nicht.

Ich glaube es ist einfach eine Frage der Wertigkeit, ab wann man glaubt, dass ein Spitzensteuersatz beginnen sollte ohne zusehr Leistungshemmend zu sein und eigentlich noch gar nicht so reiche Leute zu treffen.

Ich persönlich finde das Steuerkonzept der FDP schon recht gut, die Progression bleibt im Prinzip erhalten, die mittleren Einkommen werden entlastet und der Steuersatz wird generell gesenkt. Ich würde allerdings die 35 % erst ab sagen wir 80000€ oder 100000€ ansetzen. Gerade weil ich finde, dass wir mehr Selbstständige brauchen und diese durch diesen frühen Spitzensteuersatz oftmals ziemlich drangsaliert werden.
Ich finde einfach man muss die leistungshemmende Wirkung von zu hohen Steuern stärker berücksichtigen.

Ich bin durchaus, auch dass habe ich schon mehrmals in anderen Threads gesagt, ein Freund von höheren indirekten Steuern, und davon, die Sozialversicherungssysteme durch Steuern zu finanzieren, weil das den Faktor Arbeit weiter enorm entlastet, will aber jetzt nicht nochmal ein Faß aufmachen, dass uns weiter vom Threadthema entfernt.
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