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Abgrenzung §§ 249/255 StGB: innere Willensrichtung?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Abgrenzung §§ 249/255 StGB: innere Willensrichtung?
 
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Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 18 März 2009 - 14:18:36    Titel: Abgrenzung §§ 249/255 StGB: innere Willensrichtung?

Hallo,

heute hat sich für mich erneut eine Frage zum oben genannten Klassiker ergeben, undzar: Wie genau bestimmt man die Möglichkeit der freien Willensbildung, die nach herrschender Lehre entscheidend für Vorliegen einer Verfügung ist?

Ich habe es damals so gelernt, dass es nur darauf ankommt, ob das Opfer sich tatsächlich noch entscheiden kann, d.h. in diesem Falle wäre auch noch freie Willensrichtung gegeben sein, wenn der Täter sagt: "Geld her oder ich schieße"; denn die freie Entscheidung hat das Opfer ja zwischen Geld geben oder sterben.

Im Rep heute wurde es anders gemacht Sad . Demnach bestimmt sich die Willensrichtung wohl danach, was der Durchschnittsmensch in der Postion des Opfers in soeiner Situation tatsächlich denkt. D.h. wenn das Opfer Geld gibt, weil es bei einer Waffe am Kopf seiner Meinung nach keine andere Wahl hat (der Tod ist ja keine wirkliche Alternative), liegt keine freie Willensbildung vor.

Verstehe das jetzt nicht ganz... Entweder ich habe es damals falsch gelernt bzw. von meinem Prof damals falsch verstanden (der zugegeben häufiger mal Mindermeinungen vertritt).

Kann mir jemand helfen?


Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 18 März 2009 - 16:01:56, insgesamt 2-mal bearbeitet
Shafirion
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 18 März 2009 - 15:30:43    Titel:

Im Rahmen der Literatur wird bezüglich der Freiwilligkeit ein kaum zu überblickendes Meinungsspektrum vertreten. Die Auffassung, wonach es darauf ankommt, ob das Opfer noch eine Wahl zu haben glaubt bzw. ob es nach seiner Vorstellung die Sache so oder so verliere, entspricht der wohl h.M.
Dein Ausganspunkt entspricht einer von Rengier begründeten Auffassung, die für sich in Anspruch nimmt, eine "harmonische Abgrenzung" zu ermöglichen (JuS 1981, 654).
Aufgrund des breiten Meinungsspektrums ist in dem Bereich zwar alles vertrertbar. Gleichwohl lehrt die Klausurerfahrung, dass man sich auf dem Boden der h.M. hier deutlich sicherer bewegt.
Das witzige daran finde ich, dass wir vor ein paar Jahren anlässlich einer Hausarbeit von dir über genau diese Frage diskutiert haben und du da noch den Standpunkt der h.M. nachhaltig verteidigt hast. Very Happy
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 18 März 2009 - 15:59:09    Titel:

Vielen Dank! Smile
Werde gleich mal deinen Beitrag analysieren Wink .

Darüber haben wir schonmal diskutiert? Kann ich mich gar nicht dran erinnern. Klar, über den Streit haben wir schon diskutiert, aber als ich diesen Standpunkt heute gehört habe, war er mir völlig neu Embarassed .
Das Problem trat aber nicht im Rahmen meiner HA auf, das weiß ich sicher, aber hatte dich bzgl. dieses Streits einige grundsätzliche Dinge gefragt, das weiß ich noch.
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