Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Muß ich ein "Stinker" bleiben?
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Chemie-Forum -> Muß ich ein "Stinker" bleiben?
 
Autor Nachricht
Lothol
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.03.2009
Beiträge: 1124

BeitragVerfasst am: 01 Apr 2009 - 22:45:15    Titel: Muß ich ein "Stinker" bleiben?

Ich gestehe: bin Dieselmotor-Fan.

Damit gehöre ich - wenn ich Zeitungsberichten glaube - zur Kategorie der "Stinker".
Wenn ich Pflanzenöl im Motor verbrenne, ist es besonders schlimm: dann werde ich sogar zum "Pommes-Buden-Stinker".

Das stinkt mir allmählich, und ich will es ändern. Deshalb bitte ich Euch um Hilfe:

- was verursacht eigentlich den Gestank?

- welche Möglichkeiten gibt es, ihn zu beseitigen?

Bin für jeden Tip dankbar, der meinen "Stinker"-Status beenden könnte Wink
Lothol
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.03.2009
Beiträge: 1124

BeitragVerfasst am: 16 Apr 2009 - 20:27:17    Titel:

Es muß doch irgendeine Möglichkeit geben, unerwünschten Geruch zu eliminieren - egal wie hoch der Aufwand dazu ist.

Es geht hier nicht um einen Auto- sondern um einen Stationärmotor; d.h. konstante Drehzahl und somit konstanter Abgasstrom.

Gruß
Woodstock
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 2450

BeitragVerfasst am: 16 Apr 2009 - 20:45:48    Titel:

Ich behaupte, die Verbrennung laeuft schlecht. Wird das Oel vor dem Verbrennen vor-erhitzt?
Lothol
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.03.2009
Beiträge: 1124

BeitragVerfasst am: 17 Apr 2009 - 09:28:45    Titel:

Danke für deine Reaktion Smile , die auch zur "Ehrenrettung" des Chemie-Forums beiträgt.

Ich lebe nämlich in dem unerschütterlichen Glauben, daß technisch alles machbar ist. Das setze ich an sich auch für die Chemie voraus, und deshalb wunderte ich mich sehr, daß bisher keinerlei Reaktion erfolgte.

Das Öl wird in einem Kühlwasser-/Öl-Wärmetauscher auf ca. 60°C vorgewärmt. Das entspricht in etwa der Temperatur der Einspritzpumpe im Dauer-Betrieb (gemessen mittels eines in die Einspritzpumpe eintauchenden Sensors). Sinn dieser Maßnahme ist eigentlich der, dem Pflanzenöl (v.a. bei niedrigen Temperaturen) die etwa gleiche Viskosität zu verleihen wie Diesel bzw. Heizöl EL.

Dein Gedanke ist insoweit richtig, daß bei schlechter Verbrennung die Gestank-Entwicklung noch heftiger wird. Die liegt aber nicht vor, weil bei Stationärmotoren (weitestgehend konstante Betriebsbedingungen) alle Verbrennungsparameter optimal einstellbar sind.

Insofern müßte eine Gestank-Eliminierungs-Anlage nur etwas großzügiger ausgelegt werden, um z.B. kurzfristige Gasstöße bei Belastung eines an den Dieselmotor angekoppelten Generators auch noch schlucken zu können.

Das grundsätzliche Problem der Gestanksemission besteht auch bei optimaler Verbrennung; d.h. während der Verbrennung entsteht ein typischer Geruch, der je nach Betriebsstoff nach dem Auspuffen wahrnehmbar ist: z.B. Zweitakter Benzin/Öl-, Benzin-, Diesel- oder Pflanzenöl-Verbrennung.

Ich suche einen oder auch mehrere Ansatzpunkte, derartige Gestanksemissionen (nach dem Auspuffen) zu beseitigen.

Gruß
Woodstock
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 2450

BeitragVerfasst am: 17 Apr 2009 - 16:55:14    Titel:

Auch mit 60°C kriegst du keine Diesel-aehnliche Viskositaet hin, das mal am Rande. Sollte aber nicht zum Problem beitragen.
Einfachste Moeglichkeit: Die geruchsverursachenden Substanzen aus der Abgasluft filtern. Vllt mal nen Aktivkohlefilter ausprobieren - das bindet ganz unselektiv so ziemlich alles.

Ich bin kein Pflanzenoel-Motor-Experte, aber zumindest bei Autos tritt der Geruch nur in der Anfangsphase auf, sprich, tatsaechlich bei unvollstaendiger Verbrennung wegen zu niedriger Temperatur etc. Aber, wie gesagt, du kennst dich - offensichtlich! - besser aus mit der Materie.

Gruss
W
Lothol
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.03.2009
Beiträge: 1124

BeitragVerfasst am: 17 Apr 2009 - 20:02:20    Titel:

Danke für den Tip: Aktivkohle. Daran hatte ich auch mal flüchtig gedacht, diese Möglichkeit jedoch wegen des allmählichen Zusetzens des Filters, d.h. allmähliche Behinderung des freien Auspuffens, verworfen.

Bei jetzt erneuter Überlegung ließe sich der evtl. Gegendruck mit einem Zusatzgebläse überwinden. Somit kommt diese Filtermöglichkeit durchaus in Betracht. Wird ausprobiert.

Kennst du denn die "geruchsverursachenden Substanzen"? Was ist das denn genauer?
http://de.wikipedia.org/wiki/Riechstoff gibt zwar Hinweise, jedoch erschließt sich mir daraus kein Ansatzpunkt.
Möglicherweise bietet sich bei genauerer Kenntnis ein anderer (evtl. besserer) Weg an, wie man diese Substanzen eliminieren/neutralisieren kann.

Ich dachte zuletzt an eine Art Waschanlage, weil ich weiß, daß z.B. Alkohol und Öl Aromastoffe lösen können.

Evtl. könnten diese Substanzen aber auch in einer Art "Nachverbrennung" sei es durch Hochspannungsfunken- oder Lichtbogen-Strecken "geknackt" werden.

Wenn man die Aufwandfrage völlig außer Betracht läßt: welche Möglichkeiten kämen neben der Filterung evtl. noch in Frage?

Gruß


Zuletzt bearbeitet von Lothol am 18 Apr 2009 - 11:19:12, insgesamt 2-mal bearbeitet
Woodstock
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 2450

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2009 - 10:37:02    Titel:

Also, was den Geruch verursacht, wird irgendwas aromatisches in Struktur sein, also loeslich in allem unpolaren, lipophilen.
Aber wie man das entfernen soll, ausser Filtration, keine wirkliche Idee. Waschen oder rausloesen gibt alles einen zu hohen Rueckdruck, schaetze ich, eine Nachverbrennung machts wahrscheinlich eher schlimmer.

Hoechstens: Molekuele ionisch zerlegen. Ich denke da an das Prinzip eines Massenspektrometers, gibt dann mehrere Moeglichkeiten der Ionisierung. Entweder beschiesst du die Abgasmolekuele mit hochenergetischen Atomen oder Ionen (auch: Elektronen), was zu einer Ionisierung und Molekuelspaltung fuehrt; oder du zerstaeubst das Abgas in einem starken elektrischen Feld - was aber weniger zur Fragmentation als nur zur Ionisation fuehrt.
Und wenn man mal den Kostenfaktor aussen vor laesst.

Gruessung
Lothol
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.03.2009
Beiträge: 1124

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2009 - 12:19:07    Titel:

Danke für die Menge an Hinweisen.
Ich war eben auch am "Wühlen" und ergänzte im vorherigen Beitrag Hinweis: http://de.wikipedia.org/wiki/Riechstoff, (woraus sich mir kein Ansatzpunkt erschließt).

Du sprichst von
Zitat:
Also, was den Geruch verursacht, wird irgendwas aromatisches in Struktur sein, also loeslich in allem unpolaren, lipophilen.
.
Mit meiner rudimentären Chemiekenntnis kann ich damit nicht viel anfangen - aber löslich klingt schon gut: was wäre z.B. unpolar bzw. lipophil, das dafür geeignet sein könnte?

Auch dein Hinweis bzgl. Ionisierung ist ausgezeichnet: derartiges gibt es (in kleiner Ausführung) in Wirtshäusern zur Reinigung der (meist verqualmten) Luft. So etwas größer auszuführen ist ja kein Problem und hätte den Vorteil, daß der freie Abgasstrom nicht nennenswert behindert wird.

Du sprichst von ionischer Molekülzerlegung bzw. Molekülspaltung. Ist das so zu verstehen, daß bei Gelingen der Molekülzerlegung der Geruch verschwindet?

Was hältst du von dem o.g. Anlagenprinzip (soweit ich weiß basiert es auf mit Hochspannung beaufschlagten parallel angeordneten Platten, durch welche die Luft mittels eines Ventilators permanent umgewälzt wird)?
Könnte das (bei entspr. Größe) bzgl. Molekülzerlegung erfolgversprechend sein?

Gruß
Woodstock
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 2450

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2009 - 13:16:04    Titel:

Ok, Wiki fuehrt als Definition auf, Duftstoffe muessten polar sein - nicht zwingend. Wer schon mal eine Flasche Benzol aufgemacht hat, weiss das. Und Benzol ist das Paradebeispiel fuer ein unpolares Molekuel.

Lipophil, also fettloeslich, ist alles an Alkoholen, Aceton, Kohlenwasserstofe. Dazu unpolar (ob das nun notwendig ist, kann ich nicht wirklich sagen, weil ich die genaue Struktur von dem Frittengeruch-Molekuel nicht kenne) waeren alle z. B. aliphatischen Kohlenwasserstoffe wie Hexan, Heptan etc.

Lothol hat folgendes geschrieben:
Du sprichst von ionischer Molekülzerlegung bzw. Molekülspaltung. Ist das so zu verstehen, daß bei Gelingen der Molekülzerlegung der Geruch verschwindet?

Jo, so das Prinzip. Wo kein Aroma-Molekuel mehr, da auch kein Aroma. Bei einer kompletten Fragmentierung des Molekels sollte eigentlich nur noch CnHm im kuerzestkettigen Bereich uebrig bleiben.

Mit der Ionisierung via Plattenkondensator ist das so eine Sache - da wird das Molekuel ja nicht "zerlegt", sondern ihm nur eine (oder mehrere) +-Ladungen aufgedrueckt. Dass damit der Geruch verschwindet, ist nicht gesagt.
Diese Raumluft-Ionisatoren binden Geruchsstoffe und andere Schwebstoffe ja eigentlich nur, die werden elektrisch aufgeladen und kleben dann am Gegenpol. Nicht unbedingt DIE Loesung...
Lothol
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen
Senior Member


Anmeldungsdatum: 08.03.2009
Beiträge: 1124

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2009 - 16:49:07    Titel:

Dank deiner Hilfe beginne ich das allmählich klarer zu sehen. Es gibt zwei grundsätzliche Wege, die Riechstoffe in den Griff zu bekommen:

1. das ganze Molekül wird aus dem Abgas entfernt: a) Filterung (z.B. Aktivkohle); b) Auswaschen mit Lösungsmitteln; c) Ionisation

2. das Molekül wird fragmentiert: a) Beschuß mit Atomen b) Beschuß mit Elektronen

Beschuß mit Atomen bzw. Elektronen dürfte schwierig zu realisieren sein - auf Anhieb fällt mir dazu keine Lösungsmöglichkeit ein. Dir vielleicht?

Könnten die Riechstoffe evtl. (ähnlich wie Farbstoffe) UV-lichtempfindlich sein?

Du meintest vorher, daß eine Art Nachverbrennung die Geruchsbildung verschlimmern könnte. Warum? Thermisch läßt sich doch fast alles "knacken".

Von den Molekülen selbst weiß ich nicht mehr als daß sie bei der Verbrennung entstehen bzw. sich möglicherweise durch die Verbrennung in ihrer Konzentration erhöhen. Bemerkenswert ist schon, daß weder Diesel noch Pflanzenöl vor der Verbrennung derart impertinent riechen wie danach.

Wenn wir deinen Gedanken der Verschlimmerung i.S. der Konzentrationserhöhung als richtig annehmen, stellt sich m.E. dennoch die Frage nach der Grenztemperatur bis zu der das funktionieren mag.

Im Dieselmotor entwickeln sich (je nach Vorverdichtung) in der Verbrennung Temperaturen von ca. 2200 bis 2700°C. Die Riechstoffe überstehen das offensichtlich noch.
Meinst du nicht, daß es die irgendwann bei höherer Temperatur zerlegt - wobei ja der Rückschluß, daß sie die o.g. (Spitzen-)Temperaturen tatsächlich überstehen, auch mit Vorsicht zu ziehen ist; denn diese Temperatur herrscht keineswegs überall in der Brennkammer und sie sinkt beim Abziehen des Kolbens sofort ab.

Deshalb ist nicht auszuschließen, daß es bereits einige Moleküle zerlegt hat; denn über die geruchsbestimmende Menge wissen wir auch so gut wie nichts.

Gruß
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Chemie-Forum -> Muß ich ein "Stinker" bleiben?
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum