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Seit Repbeginn(quantitative)Überforderung und Leistungsdruck
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Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 17 Apr 2009 - 17:31:09    Titel:

Super, dankeschön! Smile
Übrigens: Demnächst erwarte ich dann den restlichen Examensreport Wink.
Ant-Man
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 240

BeitragVerfasst am: 17 Apr 2009 - 18:10:51    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:

Es geht wirklich alle Zeit zum Nacharbeiten der Fälle und der darin auftretenden Probleme drauf, z.B. sind wir im BGB AT grad im Stellvertretungsrecht und viele der Probleme kannte ich noch überhaupt nicht, erstrecht nicht im Zusammenhang, wie sie in großen Fällen auftreten...


Was für Probleme waren das denn?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 17 Apr 2009 - 18:37:29    Titel:

Z.B. Unterscheidung Vertreter ohne V-Macht/Missbrauch der V-Macht - sicher, das sollte man vielleicht auch schon vorher kennen. Allerdings war ich im 1. Semester wirklich in jeder Vorlesung und dieses Problem hatten wir dort damals noch nicht (und ich habe nie die Lehrbücher ganz durchgelesen). Und danach ist es mir bis dato nicht mehr begegnet.

Dann die ganzen HGB-Sachen (§§ 48 ff. HGB), Rechtsträgerfähigkeit von Gesellschaften.

Ansonsten hab ich gerade nicht meine Unterlagen hier. Viel mehr "Probleme" waren es vielleicht auch nicht, aber jedenfalls habe ich keinen der Fälle in solchen Konstellationen vorher schonmal kennengelernt oder sie waren mit anderen Problemen kombiniert. Ist natürlich klar, aber für mich ist das eben eine Umstellung.

Ich wollte damit auch nur sagen, dass bisher schon recht viele Sachen gemacht wurden, die ich so noch nicht kannte (auch in den anderen Fächern). Liegt bei mir sicher auch daran, dass ich eben nie Lehrbücher komplett gelesen habe, sondern immer schwerpunktmäßig gelernt habe - da es jetzt aber aufs Examen zugeht, fällt mir das aber schwer. Andererseits habe ich halt immer viel Klausuren geschrieben (auch freiwillig), so dass ich auch einige schwierigere Konstellationen schon kenne (z.B. Agenturgeschäft).
Ant-Man
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 240

BeitragVerfasst am: 17 Apr 2009 - 18:50:35    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Z.B. Unterscheidung Vertreter ohne V-Macht/Missbrauch der V-Macht - sicher, das sollte man vielleicht auch schon vorher kennen. Allerdings war ich im 1. Semester wirklich in jeder Vorlesung und dieses Problem hatten wir dort damals noch nicht (und ich habe nie die Lehrbücher ganz durchgelesen). Und danach ist es mir bis dato nicht mehr begegnet.


Und was ist die Lösung?
Beim Missbrauch der Vertretungsmacht ist das Vertretergschäft von Anfnag an wirksam (Abstraktion von Innen- und Außénverhältnis). Beim Vertreter ohne Vertretungsmacht ist das Geschäft schwebend unwirksam, wobei die Genehmigung durch den Vertretenen das Geschäft rückwirkend wirksam macht. Ist es das?

Kurz-Repetitorium. Wink
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 17 Apr 2009 - 19:05:46    Titel:

Erstmal ist ja die Unterscheidung entscheidend, die mir vorher auch noch nicht bekannt war Wink :

- Missbrauch der Vertretungsmacht: Vertreter überschreitet die Grenzen im Innenverhältnis, darf aber im Außenverhältnis ("Überschreiten des rechtlichen Dürfens")
- Folge: Willenserklärung ist dem Vertretenen grds. zurechenbar (Ausnahme: Kollusions- und Evidenzfälle - analoge Anwendung von §§ 177 BGB, welche in solchen Klausuren dann wohl häufig vorkommen - hatte ich noch nie was von gehört Smile )
=> Kollusion: Vertreter und Vertragspartner wirken bewusst gegen den Vertretenen zusammen
=> Evidenz: Vertragspartner hätte die Überschreitung der Grenzen erkennen müssen

- Vertreter ohne Vertretungsmacht: Vertreter überschreitet die Grenzen im Außenverhältnis ("Überschreitung des rechtlichen Könnens")
- Folge: §§ 177 ff. BGB


Huch, es sitzt noch Cool . Naja, in 6 Monaten bestimmt nicht mehr... Das meine ich ja.
Totmacher
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Anmeldungsdatum: 25.09.2005
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 17 Apr 2009 - 22:24:44    Titel:

So genau würde ich das auch gar nicht lernen.

Ich bin ja der Befürworter von Fritjof Haft. Das Buch sollte jeder Jura Student bis zum Examen mind. einmal gelesen habe.

Warum keine Probleme lernen?
a) Begrenzte Hardware. Unser Langzeitgedächnis ist nicht dafür gedacht Faktenwissen (Probleme) zu speichern.
b) Probleme sind ohne die Normalität nicht zu verstehen.
c) Normalfalldenken bewahrt einem vor begriffsrealistischem Orakeln. Man selbst ist Rechtsanwender und muss eine eigene Problemlösung finden.

Ich bediene mich gerne an der 5 Finger Regel. Das hat mir sehr stark geholfen.

Jeder Finger ist ein Begriff.
Grundverhältnis (Daumen)
Abstrakt (Zeigefinger)
Ausnahmen (Mittelfinger)
Kollusion (Ringfinger)
Evidenz (kleiner Finger)

Mehr brauch man nicht, wenn in der Klausur genau dieses Problem kommt. Die 5 Begriffe sind dann der rote Faden des Gutachtens. Dann kommst du zu Punkt c) von oben.
Warum muss es Ausnahmen geben?
Das macht den guten Juristen doch erst aus. Problem erkannt, Problem gebannt Very Happy




Zum lernen dieser Methode eignet sich dieser fall wunderbar:

Eltern (E) schließen als Vertreter des Sohns (S) mit dem Notar (N) am 1.2 Schenkungsvertrag notariellen Schenkungsvertrag. Inhalt: Eltern schenken ihrem 17 jährigen Sohn das Grundstück (M).
Am 10.2 gehen die E wieder in Namen des S zum Notar und erklären dort die Auflassung. Eintragung des S als Eigentümer ins Grundbuch am 15.2.
Eltern wollen später alles rückgängig machen.
Sie gehen am 20.2 wieder zu N und schließen einen Schenkungsvertrag als Vertreter des S und im eigenen Namen. Inhalt: S schenkt E das Grundstück (M).
25.2 Erklärung der Auflassung des Grundstücks in Vertretung des S und in eigenem Namen von S an sich selbst.

Ist der Sohn Eigentümer?


Wenn du die Lösung des Problem nicht kennst, dann versuch einfach durch Auslegung zu einem „gerechten“ Ergebnis zu kommen.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2009 - 12:26:30    Titel:

Hey, cool Very Happy ! Danke, dass ihr mit mir praktische Übungen macht Smile . Ich werde mir den Fall nachher mal anschauen. Bitte keiner vorher lösen Cool .
steiftier
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 18 Apr 2009 - 17:07:12    Titel:

Hey,

ich hab ein Teil hier gelesen, nicht aber alles. Ich hatte anfangs ein ähnliches Problem wie du mit dem Rep, allerdings nicht weil ich Perfektionist bin, mein Motto ist möglicht wenig Arbeit bei möglichst großem Erfolg. Nur neig ich auch dazu mich mal zu stark belasten (Job,Rep,nachlernen, Schwerpunkt abschließen und feiern). Das hat manchmal dazu geführt dass ich um 7 nach hause gekommen bin und um 10 wieder in der Bib war. Ich schreib dir einfahc mal wie ich das alles auf die Reihe bekommen hab.

* Klausurenkurs: hab ich nicht von anfang an mit gemacht, zum einen weil bestimmt fast jeder das Problem hat er versteht nix. Ich hab damit erst nach 6 Monaten angefangen, dann aber 2 Klausuren in der Woche (AS) Außerdem hat man mehr Freude danran wenn man sich ohne Kenntnis auf etwas einlassen kann und ein Fortschritt erkennt. von gerade so bestanden bis gut. Der Lerneffekt sinkt wenn man sich 1-2 Tage mit einer Klausur beschäftigt, später hast ud auch keine Ahnung von der Materie und auch nur 5 Stunden.

* Karteikarten: Anfangs hab ich ein haufen geschrieben was mich manchmal Stunden am Tag gekostet hatte.
1) Finde heraus wie du wenn du Karteikarten schreibst Sie am besten verstehst, Mehr visuell oder mehr Text. Und mach das wie mit einem Spicker. Je kleiner er wird um so beser ist er, weil dann hast du beim schreiben schon das meiste verstanden. Hatte gestern eine Freundin abgefragt weil Sie bald schreibt. Ich hatte den EtBI aus einer Mischung Tabelle/Grafik auf einer Karteikarte, Sie hat gemeint Sie hätte 10 Karteikarten Text.
2) Schreib nur Karteikarten wenn du Sie brauchst. Was mann kann braucht man nicht auf Karteikarten. Und wenn du mit fremden Karteikarten lernen kannst sei froh ich konnte das, ich hab mit Münchhausen Karteikarten und Jura-Boxen gekauft, die sind nicht günstig aber sparen eine Menge Zeit, die man für wichtigeres investieren kann

*geregelter Tagesablauf, egal was kommt ob es dir gut oder schlecht geht mach die einen Ablauf der immer gleich ist. Und mach nicht zu viel das ist sinnlose Zeitverschwendung weil ab einem gewissen Punkt sowieso nichts verstanden wird und da ist es besser sich zu entspannen, damit man am nächsten Tag durchstarten kann. Ich hab z.B. um 7:30 angefangen und jeden Tag um 16 Uhr schluss gemacht.

* lernen, Tipps sind hier vergebens, dass muss jeder für sich wissen. Aber versuch nicht alleine zu lernen, es ist besser wenn man bei Problemen jemand fragen kann spart Zeit und manchmal braucht man auch jemand anderes als den Repetitor der einem etwas erklärt. Regelmäßige Pausen z.B. alle 2 Std. 10 -15 min machen den Kopf frei für neues.

* Sonderprobleme/wichtiges : Entweder du weisst Sie und es kommt genau dieses eine im Examen dran, oder es kommt nicht dran, was sehr viel wahrscheinlicher ist. Außerdem überleg dir mal was passieren würde wenn man ein Sonderproblem braucht um die Klausur lösen zu können. Keiner kann es alle fallen durch, so etwas gabs nicht und wird es bestimmt auch nicht geben. Die Klausuren sind so konstruiert, dass mann immer durchkommt mit Sonderwissen oder nicht. Bei mir kam so gesehen wenn man es dogmatisch angeht in einer Klausur ein "nicht Problem" auf. StV,Rechtschein,.. durchprüfen, war alles kein Problem 2 Wochen später hatte der BGH anders entschieden als die Vorinstanzen (LG/OLG) bei dessen JPA ich geschrieben hatte. Merk dir immer du kannst nicht alles wissen und das ist nicht schlimm Richter sind sich auch uneinig ^^

*Systematik lernen !!! Bleib einfach dogmatisch, damit kommst du durch jedes Problem

*Lernen auf Lücke : Versuch dir immer zu überlegen ob es wirklich so wichtig ist. Z.B. Standardmaßnahmen im Polizeirecht sind weniger wichtig, da steht fast alles im Gesetz, also eher uninteressant. Versammlungsrecht hingegen oder Konkurrenzen bei Polizeirecht etc. sind wichtig. Schau in deine Prüfungsordnung bei mir war Arbeitsrecht und Gesellschaftsrecht wichtig, da mindestens eine Klausur aus den zwei Bereichen stammt, auf Lücke lernen ist hier nicht.

Examen selbst :
es ist nicht unmenschlich, wie es von vielen dargestellt wird. es haben tausende geschafft und es werden auch noch tausende schaffen. Es werden "basics" abgefragt. Zugegeben, die Basics hätte ich vor dem Rep nicht gekannt noch ein Problem gesehen aber genau das wird dir im Rep beigebracht. Auch hätte ich ohne das Rep keine einzige Klausur lösen können, aber wenn du das Rep als Schule betrachtest ist das Examen wie dein Abitur nur mit 6 Klausuren.

p.s. : wenn du willst kann ich dir die Examensklausuren von mir schicken, hab die aus dem Kopf für ein paar Freunde niedergeschrieben, musst mir nur deine e-Mail per pn geben.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 19 Apr 2009 - 07:48:03    Titel:

Hey,

vielen Dank für den tollen Beitrag!! Smile
Ich schick dir per PN meine Email-Adresse,
wär cool, wenn du mir mal die Examensklausuren schicken könntest.
derjim
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Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beiträge: 906

BeitragVerfasst am: 19 Apr 2009 - 13:51:38    Titel:

Zitat:

es ist nicht unmenschlich, wie es von vielen dargestellt wird.


da bin ich anderer Ansicht.

Zitat:

es haben tausende geschafft und es werden auch noch tausende schaffen.


Sicher, ohne Frage. Und Tausende habens eben auch nicht geschafft. und nicht wenige sind daran zerbrochen.. Rolling Eyes
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