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Falsches Denken, falsche Sprache - Deutschlandradio Kultur
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Klimperkasten
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Anmeldungsdatum: 14.02.2007
Beiträge: 3408

BeitragVerfasst am: 27 Apr 2009 - 08:04:41    Titel: Falsches Denken, falsche Sprache - Deutschlandradio Kultur

Liebe sprachinteressierte Foristen,

hört euch doch einmal auf dieser Seite rechts unten, unter oben erwähntem Titel, oberhalb der "Presseschau" den Beitrag an! - Er ist höchst interessant!

http://www.dradio.de/portale/kultur/

Leider kann ich ihn nicht direkt verlinken, aber ihr werdet ihn sicherlich finden!

Habe ihn heute früh im Radio gehört.

Einen guten Start in die Woche wünscht

Klimperkasten Wink
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 29 Apr 2009 - 10:15:02    Titel:

Dann müsste es dieser Beitrag von Rolf Schneider sein...?

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/954886/


Zuletzt bearbeitet von Generaltoni am 29 Apr 2009 - 15:31:21, insgesamt einmal bearbeitet
Klimperkasten
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Anmeldungsdatum: 14.02.2007
Beiträge: 3408

BeitragVerfasst am: 29 Apr 2009 - 12:50:00    Titel:

Ja, Generaltoni!

Schöne Grüße in den Ruhrpott,

Klimperkasten Wink
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 29 Apr 2009 - 15:47:28    Titel:

Zu strittigen Aussagen des Autors Rolf Schneider; ich habe ein bisschen nachgeschlagen; -nachgeclickt und semantisch nachgekickt:)


„Analyst“…

... ist börsensprachlich ein Spezialist, der unter anderem mit Hilfe der Fundamentalanalyse und/oder technischen Wertpapieranalyse die gegenwärtige und zukünftige Situation einer Aktiengesellschaft untersucht und daraus mögliche Kursentwicklungen herzuleiten versucht.

Vgl.:
http://boerse.ard.de/lexikon.jsp?p=150&key=lexikon_18338&letter=A
„Analyst“ ist also ein fachsprachlicher Ausdruck, den ein anderer nicht-betroffener Sprachler nicht einfach als falsches Deutsch abqualifizieren kann.

*

Ja, ich glaube auch, „strittig“ ist häufiger als „streitig“ in der Umgangs- und in der Schriftsprache zu finden.

Aber – was sagt der Rolf Schneider dazu aus; und ich zu seinem Sprachurteil?

„Streitig“ ist wie „strittig“ ein mögliches Adjektiv, abgeleitet von Streit (wie andere zusammengesetzte oder abgeleitet Wörter wie „STREITIGKEIT, f.; oder „STREITIGLICH“ , Adj.)

Vgl. das "DWDS-Wörterbuch der Umgangssprache" seit 1900, das hundertfach für die Zeit von 1900 bis 1997 gedruckte, normalsprachliche Belege für 'streitig' bietet:

http://www.dwds.de/?sort=0&res=11&cp=1&corpus=1&qu=streitig&ps=50&cs=30&kw=off&lm=4&von=1900-01-01&bis=2000-12-31&tc=/./&cc=DWDS#12

„Systemisch“ ist ein wichtiges Fachwort, das umgangsprachlich nicht verwendet wird; Psychologie und andere Wissenschaften haben 'systemisch" eindeutig definiert in der notwendigen Abgrenzung zu 'systematisch' oder 'systemrelevant':

http://de.wiktionary.org/wiki/systemisch

Oder, hier zur Kenntnis: die Erarbeitungen von Wortschatz.uni.de
http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-bin/wort_www.exe?site=1&Wort=systemisch

Der Sprachwissenschaftller Nabil Osman hat in seinem kompetenten "Kleinen Lexikon untergegagngener Wörter" (München 2007. S. 194) den Begriff 'streitig' nicht erfasst; zu Recht, wie ich meine.

Erzählende oder konferierende Schriftsteller wie R. Schneider, die sich aus einer bestimmten Sprachregion ins allgemein-deutsche Gebiet der Sprachkritik erheben, sollten zumindest sprachwissenschaftlich so gebildet sein, dass sie grundlegende Lexika oder Nachschlagewerke verwenden können.

Sonst sind ihre Aussagen ungewollt so durchsetzt von Aversionen oder Nichtwissen, dass sie zwar vielfach politische Meinungen transportieren, aber keine verlässlich-historischen Fakten.
Sie sind derart nur politische Sprachrohre; und sie vermehren das Unvermögen, sich reflektiert-fachlich über Sprache zu äußern. Auch wenn sie sprachlich durchaus geschickt zu argumentieren versuchen.

Sich zu streiten über „strittig“ statt „streitig“ ist: fraglich, fragwürdig, klärungsbedürftig, kontrovers, offen, problematisch, umstritten, unentschieden, ungeklärt, ungelöst, ungewiss, zweifelhaft; (in bildungssprachliche Absicht).
Zu dieser Wortfeld-Parade habe ich diese Quelle genutzt: Duden - Das Synonymwörterbuch. Ein Wörterbuch sinnverwandter Wörter, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 2006.

*

Trotz dieser historischen Fakten gibt es vom „Duden-Stil-Komando“ noch diese kleine Meldung zu berichten: Das Adjektiv streitig’’ wir außer in der Wendung „jemandem etwas streitig machen’ und in der Verneinung ‚unstreitig’ nur noch im juristischen Bereich im Sinne von ‚anhängig’ gebraucht. Sonst ist heute ‚strittig’ üblich: ‚Das bleibt eine strittige Sache“. „Dieser Punkt ist strittig’. (Duden. Bd. 9. Richtiges und gutes Deutsch. Mannheim 1985. S. 639).
Also auch der „Wissenschaftliche Rat der Dudenredaktion“ [als Herausgeber dieses und anderer Duden-Bände] kann sich irren; wenn er glaubt, er müsse pädagogisch ein stil-verbindlichen Rat erteilen.
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