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Gedichtanalyse - Heinz Czechowski - Inspiration
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nomeru
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Anmeldungsdatum: 28.03.2009
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 27 Apr 2009 - 21:30:49    Titel: Gedichtanalyse - Heinz Czechowski - Inspiration

Hallo zusammen!

Wir nehmen im Unterricht gerade folgendes Geciht durch und da es mit meiner mündlichen Leistung nicht allzu rosig aussieht, wollte ich mal ein wenig auf die Stunde vorbereiten und das Gedicht schon ein wenig genauer betrachten.

Zunächst erstmal das Gedicht:

Es ist wie in der Liebe:
Man kann mit der einen,
Mit der anderen nicht.
Hat man einmal gekonnt,
kann man immer wieder -
Das ist der Fehlschluß,
Denn nicht die Gewohnheit entscheidet.
Manchmal ist alles vergeblich,
Aber mitunter erhöht uns,
Was wir vergeblich gesucht,
Denn keine Ehe
Bindet uns auf die Dauer
Und keine Kunst.




Ich finde das Gedicht eigentlich recht zugänglich, aber irgendwie erkenne ich keine besondere Interpretationstiefe. Also das Gedicht lässt meiner Meinung nach nicht viel Raum zur Interpretation, denn es ist ja fast wie ein Sachtext geschrieben (also keine Metaphern, o.ä.). Czechowski vergleicht also die Inspiration ind der Kunst mit der Liebe. Inspiration ist also kein immer abrufbares Ding und hat mit Gewohnheit rein gar nichts zu tun. Sie muss immer wieder von Neuem kommen und manchmal ist es trotz aller Bemühungen umsonst sie zu bekommen. Das ist ja eigentlich der Punkt. Ich könnte jetzt hierzu bestimmt noch eine Seite zusammenschwafeln, aber ich erkenne dahinter nichts mehr so wirklich.
Achja, und was meint ihr ist wohl mit dem "erhöht uns" gemeint?
Kann mir da jemand vielleicht helfen?

Und auch zur äußeren Form fällt mir nicht allzu viel ein. Keine besonderes Versschema, kein Reim.

Also ich bräuchte mal ein bisschen Hilfe, mitunter auch in der Vorgehensweise dieses Gedict systematisch zu analysiren!


Ein dickes Dankeschön schonmal im Voraus für eure Bemühungen!
kulturnation.de
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Anmeldungsdatum: 28.04.2009
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 28 Apr 2009 - 08:14:19    Titel:

Hallo,
ich empfehle folgende Quellen:
- Speziell zu HC:
http://www.dickinson.edu/glossen/heft18/czechowski.html .

- Die Lyrikzeitung mit Archiv:
http://www.pom-lit.de/lyrikzeitung/archiv.html

Und natürlich ein paar Bände von ihm. (Bei Grupello.de findest Du z.T. sehr ausführliche Leseproben.)

Ich nehme mal an, daß "Inspiration" eher ein spätes Gedicht ist? HC ist kein "leichter" Dichter, auch wenn viele seiner Gedichte so oder wie ein Sachtext wirken. Aber wenn Du mal das Gedicht laut liest und dabei sehr genau auf die Zeilenbrüche achtest, wirst Du merken, daß das eben kein Text ist, den Du wie einen Sachtext in einem Rutsch lesen kannst. Dieses Gedicht klingt sehr nach Moll - auch das ist ein wichtiger Zug in HCs später Lyrik.

Nur ein paar Hinweise - denn das "Gemeine" an Gedichten ist oft, daß sie zwar extrem kurz sind (Dichtung -> Verdichtung), aber deswegen nicht auch kurz abzuhandeln sind.

Du mußt Dich schon mit anderen Gedichten von HC beschäftigen. Dann zeigt sich, daß er keineswegs ein altersmilder Lyriker ist, sondern Scheitern und Vergeblichkeit wichtige Themen sind - er thematisiert auch immer wieder sein eigenes Scheitern.

Eine Möglichkeit,

Zitat:
Manchmal ist alles vergeblich,
Aber mitunter erhöht uns,
Was wir vergeblich gesucht,


könnte sein, daß gerade das, was man ge- oder versucht hat, das Festhalten daran, den Menschen "erhöht". (Übrigens finde ich diese kleine Schleife der zwei "vergeblich" schön gebaut). Hier findet mglw. auch ein Nachdenken über "Ruhm" und "Leistung" statt.

Wahrscheinlich geht es jetzt viel zu weit, das Gedicht gegen die "Schreibschulen-Euphorie" zu setzen. Was ich an HC so schätze, ist seine rigorose Auseinandersetzung mit seinem Scheitern. Das natürlich auch mich als Leser und Scheiternden einbezieht. Und in der Ferne, um es mal verquast lyrisierend auszudrücken, klingt noch sein Gedicht "In Reichardts Garten" nach.

Ach ja: Unter
http://www.kulturnation.org/index.php?s=Czechowski
findest Du noch ein paar Hinweise zu HC. Als eine eher witzige Antwort auf das Problem der Schreibdisziplin könnte man "schon sitz ich" lesen (http://www.kulturnation.org/archives/2006/02/07/heinz-czechowski-2/ )

Du wirst wohl nicht um etwas weitere Lektüre herumkommen. Viel Erfolg bei der Arbeit - und es wäre doch schön, wenn Du hier darüber berichten würdest.
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