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Gründung einer nationalen Partei...
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Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
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BeitragVerfasst am: 04 Dez 2006 - 19:54:58    Titel:

Guido hat folgendes geschrieben:
Die Frage war eigentlich nicht so schwer, Bürger. Also noch mal: Warum sollte Zuwanderung nicht politisch reguliert werden?

Die Frage ist nicht ob Zuwanderung reguliert werden sollte, sie wird schon seit jeher reguliert. Es gab während der Geschichte der Bundesrepublik keine Zeit einer deregulierten Einwanderung, schon gar nicht kann man im Augenblick davon reden, wenn Ausländer Fragebögen so wie in Hessen ausfüllen müssen und mit völlig irrelevanten Fragen gedemütigt werden sollen.

Also fragt man sich, warum beschweren sich Zeitgenossen, insbesondere wenn wieder über Patriotismus als Euphemismus des Nationalismus schwadroniert, über ein Randproblem, das viel zu sehr dramatisiert wird. Oder anders ausgedrückt, gäbe es überhaupt eine Zeit in der sich fremdenfeindlich gesinnte Zeitgenossen nicht über angebliche katastrophale Zuwanderung beschweren würden? Wohl kaum, wie sonst könnte sie vor sich selbst und dem schon angesprochen applaudierenden Dumpfbackenheer bestehen?

Aber warum sollte ich mir Dir über Deine Euphemismen diskutieren, welchen tieferen Sinn sollte das haben? Mir sind die Zusammenhänge klar, und Dir wahrscheinlich auch. Wenn, diskutiere ich mit Dir darüber, was Du empfindest wenn Du so solche Aussagen formulierst und ob Dir der Irrtum, den Du unterliegst nicht bewusst bist.

Ich diskutiere die Ursachen der Fremdenfeindlichkeit nicht zweckorientierte Rechtfertigungsversuche. Die Ursachen liegen in dem Verhalten derjenigen die fremdenfeindlich sind, ob sie dass mutig direkt formulieren oder mit einer gewissen Bauernschläue heimlich hinter Euphemismen verbergen, ändert nichts an der Tatsache als solche. Daher spielt es für die Fremdenfeindlichkeit auch keine Rolle, ob Zuwanderung reguliert wird oder nicht, selbst wenn es nur 10 Leute in 2 Jahren wären würden sich fremdenfeindlich gesinnte Zeitgenossen eine Rechtfertigung konstruieren. Oder sie würden sich eine andere Gruppe suchen, die sich zu Diskreditierungszwecke eignet, das sind ja noch die Behinderten, die Juden, die Obachlosen, die HartzIV Empfänger, irgendwer wird sich schon finden.

Für jeden dieser Gruppe die Rechtfertigungen zu diskutieren in den zweifelhaften Genuss zu kommen als Feindbild ausgewählt von Zeitgenossen als Haßobjekt ausgewählt worden zu sein, halte ich für obsolet, jede Gruppe könnte davon betroffen sein. Es liegt in der Natur der Fremdenfeindlichkeit, dass das Sammeln selektiver Wahrnehmung ein Schwall solcher Rechtfertigungen auf jeden niederprasselt, der einem fremdenfeindlich gesonnenen Zeitgenossen eine solche Frage stellen würde.

Nur haben solche selektiv gesammelten Rechtfertigungslisten keine Relevanz, ebenso könnte eine Zeitgenossin einen Männerhass dadurch zu rechtfertigen trachten indem sie alles sammelt, was Männer alles schlimme schon angestellt haben. Die Lächerlichkeit einer solchen Art Betrachtungsweise ist sofort offensichtlich, nun gegenüber Ausländern sind ähnliche Verhaltensweisen nicht weniger lächerlich, warum sollte ich das also mit jemanden diskutieren? Solche Diskussionen führen Stammtische, ich diskutiere wo die Gründe solcher Diskussionen zu suchen sind, da weder aus der Stochastik noch aus einem Erfahrungshorizont xenophobes Verhalten erklärt werden kann, also nicht das Verhalten der Fremden Auslöser sein kann, auch wenn sich viele unablässig mühen das Gegenteil nachzuweisen. Es existiert keine Korrelation von Fremdenfeindlichkeit und Einwanderung, sondern es korrelieren die Wahrnehmung in den Medien und die wirtschaftliche Lage und die daraus resultierenden Ängste mit der steigenden Fremdenfeindlichkeit. Daher ist es Unsinn über das Verhalten der Fremden als vorgeschobene Rechtfertigung zu diskutieren, dieses Verhalten kann nicht die Ursache sein, die müssen wir eben woanders suchen.

Wir sollten uns vielmehr mit den Mechanismen beschäftigen die zu solcher Fixierungen führen, Wir könnten zum Beispiel die Frage diskutieren ob Einsicht bei extrem fremdenfeindlichen Zeitgenossen zu erwarten ist oder ob ein gewisses psychisches Suchtpotential verhindert Fremdenfeindlichkeit abzubauen. In diesem Zusammenhang scheint mir noch noch ein weiterer Punkt wichtig, nämlich die ungenügend ausgebildete Selbstreflexion xenophober Persönlichkeiten. Wer über ungenügendes Selbstvertrauen verfügt, wird es ungleich schwerer haben einen sowieso schwierig einzuschlagenden Weg zur Aufgabe fremdenfeindlicher Positionen einzugehen, am Ende steht nichts als nackte Erkenntnis und die Scham solange andere zu Unrecht diskreditiert zu haben. Für viele xenophobe Zeitgenossen sicher kein erstrebenswertes Ziel, da erscheint doch Selbstbetrug der einfachere Weg. Erscheint, denn er verhindert das Arbeiten am eigenen Selbst, an den eigenen Fähigkeiten, das wohl ein sinnvollerer Weg ist um Selbstvertrauen zu erwerben.


Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
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BeitragVerfasst am: 04 Dez 2006 - 20:09:13    Titel:

Mark123 hat folgendes geschrieben:

Mit Nächstenliebe wirst du keinen Manager ins Gewissen reden können (mit Gesetzen schon gar nicht), aber vielleicht doch ein bisschen mit einem Patriotismus, der eben diese "Nächstenliebe" mit einem kollektiven Bewusstsein verbindet ein Ziel zu erreichen, und unser Land wie auch unsere Gesellschaft zum Wohle vieler zu verbessern.


Patriotismus ist keine Nächstenliebe, Nächstenliebe selektiert die Menschen nicht, sondern ist umfassend. Das gilt im Übrigen auch aus der Sicht der christliche Lehre, ich würde das Gleichnis des heiligen Samariters als Lektüre empfehlen. Die Gleichsetzung von Nächstenliebe und Patriotismus würde wohl eher als Blasphemie gewertet werden müssen.

Die Frage ob Patriotismus wirklich kollektives Bewusstsein erzeugt oder vielmehr kollektive Dummheit ließe sich sicher diskutieren. Massenhysterie ist auch kollektiv.

Die Vorstellung, die Manger als Gruppe ließen sich durch patriotische Gefühle bewegen, ist schlicht dumm, ebenso dumm wie die Vorstellung, Nächstenliebe könnte die Manager als Gruppe zu irgendetwas bewegen, derartiges habe ich auch nie behauptet. Das mit den Gesetzen sehe ich aber völlig anders. Das einzige was Manager akzeptieren müssen, sind gesetzliche Regeln die kontrolliert und durchgesetzt werden. Und genau deswegen zahlen Arbeitgeber aber Millionen für ihre Lobbyarbeit, eben, weil sie an Gesetze gebunden sind und nur diese sie in gesetzliche Bahnen zwingen können. Wäre es anders, gäbe es keine Lobby.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2006 - 20:42:38    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:

Patriotismus ist keine Nächstenliebe

Wo habe ich das behauptet?

Ich sagte:
Zitat:

Für mich hingegen ist der "community-pride", in seiner Form als Deutscher, Europäer, westliche Zivilisation und hoffentlich in weiter Ferne einmal der Stolz auf die Errungenschaften der Menschheit der einzige Weg für ein friedliches und produktives Zusammenleben.


Bürger hat folgendes geschrieben:

Die Vorstellung, die Manger als Gruppe ließen sich durch patriotische Gefühle bewegen, ist schlicht dumm, ebenso dumm wie die Vorstellung, Nächstenliebe könnte die Manager als Gruppe zu irgendetwas bewegen

Na, du kennst dich ja gut aus im deutschen Mittelstand. Da kann ich nur behaupten, dass dieser Gedanke schlicht dumm ist. Die überwiegende Mehrheit ist sich schon ihrer gesellschaftlichen Verpflichtungen bewußt, obwohl sie in Polen billiger produzieren könnte. Womit, wenn nicht mit Patriotismus kannst du das erklären?

Weshalb helfen sie nicht voller Nächstenliebe lieber den armen Polen, denen es weit schlechter geht als uns. Ganz im Sinne des Gleichnisses des heiligen Samaritas, oder lieber Bürger?

Bürger hat folgendes geschrieben:

Das mit den Gesetzen sehe ich aber völlig anders. Das einzige was Manager akzeptieren müssen, sind gesetzliche Regeln die kontrolliert und durchgesetzt werden. Und genau deswegen zahlen Arbeitgeber aber Millionen für ihre Lobbyarbeit, eben, weil sie an Gesetze gebunden sind und nur diese sie in gesetzliche Bahnen zwingen können. Wäre es anders, gäbe es keine Lobby.

Von wem redest du hier? Dem deutschen Mittelstand mit 90% aller Beschäftigten oder multi-nationalen Konzernen? Glaubst du ernsthaft letztere halten sich an irgendwelche wirklich einschneidenden Gesetze? Wenn es denen zu bunt wird, kannst du denen höchstens noch nachwinken.
schelm
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 4313

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2006 - 01:19:18    Titel:

@ Bürger :
Verstehe ich dich eigentlich falsch , oder setzt du Kritik an kritikwürdigen Verhalten mit Lästern und Diskreditierung gleich ?

Verstehe ich dich eigentlich falsch , oder setzt du das , was gesellschaftlich nun üblich geworden ist , nämlich einen Dialog über Folgen und Konsequenzen einer z.T. mißlungenen Integration zu führen mit Fremdenfeindlichkeit gleich , weil es dabei natürlich passiert , unangenehme und nicht gelöste Dinge zur Sprache zu bringen ?

Verstehe ich dich eigentlich falsch , oder vertrittst du demzufolge die Auffassung , große Teile der Gesellschaft , inkl. der politisch - kulturellen Elite des Landes handeln aus lädierten Selbstbewußtsein und fremdenfeindlichen Motivationen ?

Verstehe ich dich falsch , oder existieren demzufolge überhaupt keine nennenswerten Probleme oder Risiken zwischen den Kulturen hinsichtlich einer gemeinsamen Bewertung der Freiheit und Demokratie ? Außer dem Problem , das ein Teil der aufnehmenden Gesellschaft nicht unkritisch Hurra ! ruft und somit als Fremdenfeindlich eingestuft werden muß ?

Verstehe ich dich falsch , oder versuchst du Komplexität hier permanent über einen Teilaspekt einer größeren , problematischen gesellschaftlichen Aufgabe , ausblendend zu negieren und auf besagten Aspekt zu reduzieren ?

Als Wissenschaftler sollte dir Ideologie verpönt sein. Ich glaube nicht , dass du ein Wissenschaftler bist. Ein Wissenschaftler würde das Problem als Ganzes nüchtern sezieren , anstatt rund um die Uhr dieselben Parolen zu posten und Diskussionspartner mit persönlichen Unterstellungen zu reizen . Ein Wissenschaftler würde nüchtern differenzieren zwischen chronischer Fremdenfeindlichkeit und der Aufgabe die Gesellschaft in jedweder Balance zu halten ( kulturell , politisch , demographisch . )

Ein Wissenschaftler würde ebenso nüchtern die möglichen Folgen untersuchen , wenn diese Dinge durch künftige Entwicklungen aus der Balance geraten. Das würde ein Wissenschaftler tun ! Keine durchsichtigen , die Welt außerhalb seiner Welt ausblendenden , ideologisch motivierten Referate schreiben.

M.f.G. Schelm
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
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BeitragVerfasst am: 05 Dez 2006 - 03:39:49    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:

Verstehe ich dich eigentlich falsch


Manchmal vielleicht, wer weiß das schon. Letztlich kann ich Deine kognitive Leistungsfähigkeit nicht überprüfen. Grundsätzlich glaube ich das eher nicht, so unverständlich ist das nicht was ich schreibe. Ich denke, Du verwendest diese Floskel um absurd groteske Unterstellungen zu maskieren.
Auf Deinen Unsinn gehe ich bestimmt nicht ein. Warum bleibst Du damit nicht im Stammtisch?

Die Frage die ich hier diskutiere, und die Du zu verwechseln scheinst ist nicht, wie rechtfertige ich Fremdenfeindlichkeit, sondern welche Ursachen führen zur Fremdenfeindlichkeit.

Von Dir hört man nur warum Fremde bestimmter Regionen kriminell und wenn nicht kriminell dann auf jeden Fall irgendwie verwerflich sein sollen und daher fundamental zu kritisieren. Du erwartest doch nicht ernsthaft, dass ich deine obskuren gesammelten Kritiken gegen Fremde ernsthaft diskutierte? Ich bin überzeugt, dass Du davon Wäschekörbe auffahren kannst, nur das ist wie schon gesagt, wissenschaftlich irrelevant und das kannst Du an einem Stammtisch elaborieren.

Die wirklich interessante Frage ist, woher kommt das? Im Osten wirst Du kaum Fremde kennengelernt haben können. Daher sind alle Verweise auf angebliche Rechtfertigungsszanerien obsolet. Noch einmal, das Verhalten der Fremden trotz aller aufgeregten Diskussionen mag in Einzelfällen fremdenfeindliche Bestrebungen unterstützen, aber nicht ingesamt, weil das Verhalten der Fremden nicht die Ursache von Fremdenfeindlichkeit ist.

Die gewachsene Fremdenfeindlichkeit ist unabhängig von der Gewalt die von Fremden ausgeht, diese nimmt kontinuierlich ab. In Zeiten in denen eine wesentlich größere Zahl an Taten gemessen werden konnten, die von Fremden begannen wurden, war Fremdenfeindlichkeit längst kein Thema, an Orten insbesondere im Osten, in denen kaum Fremde leben erlebt Fremdenfeindlichkeit nie gekannten Ausmaßes neue Blüten. Wissenschaftlich betrachtet, ergibt es keinen Sinn, ein Randeffekte zu behandeln, wenn die Ursache zunächst geklärt werden muss. Wir müssen also zunächst die Ursachen finden. Zu den Ursachen gehören aber die Beweggründe und zwar dir echten Motive, nicht die vorgeschobenen Rechtfertigungen. Erfahrungen klären wie gesagt die wachsende Fremdenfeindlichkeit nicht, in keiner Weise. Daher geraten Zeitgenossen wie Du eher ins Blickfeld, da Dein kritisches Verhalten gegen Ausländer einer Erklärung bedarf.

Gab es schon da eine bestimmte Gruppe, gegenüber denen Du besonders kritisch eingestellt warst, so kritisch, dass Du Stunde um Stunde in Internetforen verbringen würdest, wäre der Zugang damals möglich gewesen, um sie zu kritisieren wie Du es nennst?
Die Frage ist, ist Das ein allgemeines Verhalten von Dir, kritisierst Du alle entsprechend oder bezieht sich dieses kritisierende Verhalten speziell auf Türken, anscheinend Deine besonderen Freunde? Wie war das früher, in der DDR gab es kaum Türken.

Die Frage präzisiert: Wer nahm in der DDR die Rolle des Sündenbocks ein? Ich frage einfach, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass sich innerhalb von nur ein paar Jahren *zack* sich plötzlich ein entsprechend kritisches Verhalten gegen eine bestimmte Gruppe einstellt.

Oft sind Motive und erlernte Verhaltensweisen in der Jugend zu finden ist.

Das sind wesentliche Fragen, denn sie decken die Motive auf. Und nur wenn die Motive bekannt sind, können wir Fremdenfeindlichkeit wirksam bekämpfen.


Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger
Carcharoth
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BeitragVerfasst am: 05 Dez 2006 - 04:09:35    Titel:

>>Die Frage präzisiert: Wer nahm in der DDR die Rolle des Sündenbocks ein? Ich frage einfach, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass sich innerhalb von nur ein paar Jahren *zack* sich plötzlich ein entsprechend kritisches Verhalten gegen eine bestimmte Gruppe einstellt.<<

du, das habe ich mich auch schon gefragt. Es ist ja nicht so, dass in den Alten Bundesländern alles Friede Freude Eierkuchen gewesen wäre. Aber ich glaube, ein Sündenbock kann man tatsächlich ganz schnell von einer Gruppe zur nächsten umpolen. Solange man nur nicht selbst zum Abschaum gehört...
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
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BeitragVerfasst am: 05 Dez 2006 - 04:35:16    Titel:

Carcharoth hat folgendes geschrieben:
>>Die Frage präzisiert: Wer nahm in der DDR die Rolle des Sündenbocks ein? Ich frage einfach, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass sich innerhalb von nur ein paar Jahren *zack* sich plötzlich ein entsprechend kritisches Verhalten gegen eine bestimmte Gruppe einstellt.<<

du, das habe ich mich auch schon gefragt. Es ist ja nicht so, dass in den Alten Bundesländern alles Friede Freude Eierkuchen gewesen wäre. Aber ich glaube, ein Sündenbock kann man tatsächlich ganz schnell von einer Gruppe zur nächsten umpolen. Solange man nur nicht selbst zum Abschaum gehört...


Das sehe ich ähnlich. Wenn man genau hinschaut wechseln die Gruppe auch heute ständig, so als werden besonders die ausgewählt, die sich durch momentane politische Ereignisse besonders zu Diskreditierungszwecke eignen. Vor dem 11.09. waren es die Türken schlechthin, Stichwort der kranke Mann am Bosporus, während die Araber als edle Wüstenvölker stilisiert wurden, als ob die alle mit Kamelen durch die Wüste reiten würden. Der Grund war wohl eher in der Feindschaft vieler arabischer Staaten zu Israel zu suchen.

Nach dem 11.09.2001 begann sich das zu ändern, mehr und mehr wurden es die Muslime. Da der Papst aber nicht zum Kreuzzug aufgerufen hat, sondern sich quasi für seine Regensburger Rede inoffiziell entschuldigte steht die versammelte Fremdenfeindlichkeit im Regen. Kein neuer Kreuzzug im Namen der Christenheit, die Enttäuschung ist manchen förmlich durch die Zeilen anzusehen.

Die Gruppe wechselt wieder, nun werden die Migrantenkinder aus dem Ghetto zur Zielscheibe der Dumpfbacken. Aber auch hier werden die Phrasen wieder ins Leere laufen., denn die Verantwortlichkeit für die Reaktion der entsprechend Migrantenkinder ist kein Beleg, wie schlimm Türken oder Einwanderer sind, sondern wie sich die permanente Fremdenfeindlichkeit vieler Zeitgenossen auswirken kann.

Diese Kids sind Produkt unserer Gesellschaft und die Fremdenfeindlichkeit ist eines der größten Faktoren, die ein solches Verhalten bewirken. Daher müssen wir Fremdenfeindlichkeit bekämpfen, wenn wir solche Auswüchse verhindern wollen.

Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger


Zuletzt bearbeitet von Bürger am 05 Dez 2006 - 04:41:40, insgesamt einmal bearbeitet
Carcharoth
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BeitragVerfasst am: 05 Dez 2006 - 04:41:07    Titel:

>>für seine Regensburger Rede<<

joa, Zustimmung, absolut; bezüglich kriegstreiberischer Enttäuschung siehe Henryk M. Broders "wunderbares" Machwerk "Hurra, wir kapitulieren!" - aber gerade die Regensburger Rede des Papstes war ja wiederum ein Sündenbock für die ach so heile westliche (und natürlich auch arabische) Welt, sämtliche Fremdenfeindlichkeit und sämtlichen Rechtsextremismus auf den Papst respektive die Religion abzuwälzen, ohne dass irgendjemand die gar nicht soooo radikale Regensburger Vorlesung des Papstes gelesen beziehungsweise verstanden hätte, versteht sich...

ach, alles etwas zu dialektisch für meinen betrunkenen Verstand heute ^^
Mark123
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Anmeldungsdatum: 31.07.2006
Beiträge: 1075

BeitragVerfasst am: 05 Dez 2006 - 18:06:19    Titel:

Bürger hat folgendes geschrieben:

Solche Aussagen gegen Ausländer sind aber nicht minder lächerlich. Die Besonderheit der Ausländer als angeblich so kriminelle Gruppe wird von fremdenfeindlichen Zeitgenossen inszeniert damit sie ihr lädiertes Selbstwertgefühl mit Hilfe von Sündenböcken versuchen zu kompensieren. Darauf basierend nutzt das eine dem Profit unterworfene Medienlandschaft um über die vermeintlich verabscheuungswürdigen Ausländer die Auflage zu erhöhen und die Werbeeinnahmen zu steigern, während Rechtspopulisten damit auf Wählerfang gegen und die herrschende Politik von internen Problemen ablenken kann.


http://www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/23.11.2006/2915719.asp

Wäre hier von Rechtsextremen die Rede, die "türkische Schlampen" nicht in einen Raum hereinließen, würdest du dich bis zum Erbrechen darüber echauffieren. (Abgesehen davon, dass der Artikel genau das wiederspiegelt, was ich hier vor ein paar Wochen über meine Zeit am Kassler Landgericht berichtet habe, und was du als dumpfe Rassismus-Hetze abgetan hast.) Aber in deinem Weltbild sind ja kriminelle Migranten nur ein Produkt ihrer fremdenfeindlichen Umwelt, während Rechtsextreme durch den aufkeimenden Patriotismus in ihrem Denken bestärkt werden.

Das einzige was du mit solchen sub-intellektuellen Populismusgranaten in der Bevölkerung hervorrufst, ist höchstens noch mehr Fremdenfeindlichkeit, aber bestimmt nicht das von dir erstrebte Gegenteil.

Dieses wahrhaft dumpfe Linksgestampfe, was wirklich den meisten Menschen in Deutschland nach 10 Jahren Anti-Deutschen-Literatur mit genauso linken Lehrern im Deutschunterricht zu den Ohren herausquillt, spielt den Rechten doch nur in die Hände.
Bürger
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Anmeldungsdatum: 27.11.2005
Beiträge: 2016
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 06 Dez 2006 - 04:29:39    Titel:

schelm hat folgendes geschrieben:
Bürger schrieb :

Zitat:
1) Die Reaktion der jugendlichen Migranten ist keine kulturelle Reaktion die sie aus ihrem Herkunftsland mitbringen, sie erlernen diese Sprache hier, in den sogenannten sozialen Brennpunkten Die Sprache der jugendlichen Migranten die sich so äussern sind eine Reaktion auif die fremdenfeindlichkeit der Umgebung die schon seit Jahrzehnten auf sie einwirkt und in der letzten Zeit zugenommen hat. Damit sind diese Jugendlichen nicht ein Produkt einer angeblichen verwerflichen anderen Kultur, sondern ein Produkt unserer fremdenfeindlicher Politik ...


Sind sie nur zum Teil....


Jaja der Spruch ist so alt wie die fremdenfeindliche rechte Szene der Jud ist wieder einmal selber schuld. Du lässt auf jeden Fall keine Gelegenheit aus, um zu versuchen diese Ausrede der Fremdenfeindlichkeit doch irgendwie unterzubringen.
Den Begriff Schlampe lernen die türkische Migranten nicht in ihrer Kultur sondern hier, auf der Strasse, wenn Deutsche mit einer kritischen Haltung gegenüber Überfremdung, zum Beispiel dartspielenden Türken und grillenden Indern sie in einer von einschränkenden multikulturbehafteten moralischen Vorstellungen befreiten Zeit von selbsterklärten Gegnern alles Gutmenschentums ihre Mütter oder Schwestern in einer offenen und notwendigen Diskussion als türkische Schlampen bezeichnen.

Sozusagen können sich die Dumpfbacken, Verzeihung, diejenigen, die den kritischen Dialog gegenüber Fremden suchen - dabei schien es mir als hatten sie ihn längst gefunden - als Vorreiter in Sachen Kulturaustausch feiern lassen. Sie sind die ersten Deutschen die mit den Türken deutsch reden, und so lernen die Türken Phrasen wie blöder Kanake, Du Türke du nix haben Recht zu setzen auf meinem Platz, du dummer ostanatolischer Ziegenhirte und Sohn einer türkischen Schlampe, was bildest du dir ein. du da sitzen ich hier sitzen und weitere Sätze der deutschen Hochkultur. So lernten die Kinder der Migranten rasch.

Das sich diejenigen Migrantenkinder von diesen Beispielen deutscher Hochkultur davon angezogen fühlen, die kognitiv nicht unbedingt aus dem oberen 9/10 dieser Population stammen, im Bemühen sich diesen Deutschen anzupassen und ihre Sprache zu übernehmen, ist doch eher verständlich. Aus ihrer Sicht passen sie sich halt an ihre Umgebungskultur an, Integration wie sie konsequenter kaum ablaufen könnte. Die anderen haben erkannt, was sie von jenen den Fremden gegenüber eine kritische Haltung anstrebenden Zeitgenossen zu halten haben und versuchen wohl eher nicht so zu werden, Gott sei Dank. Tja die Frage bleibt bestehen, wer verhält sich nun korrekt im Sinne einer Integration, die türkischen Jugendlichen die den um Deutschland besorgten Zeitgenossen die eine kritische Distanz zu Fremden pflegen nacheifern und damit Jugendrichter erschrecken, oder jene, die sagen, um Gottes Willen, nur das nicht.

So betrachtet schauen die berühmten Zeitgenossen, welche die offene Diskussion und kritische Distanz mit Fremden suchen um sie auf ihre allgemein verwerfliche Existenz hinzuweisen, bei solchen Meldungen wohl eher in den eigenen Spiegel, statt in den einer fremden Kultur. Naja und wenn man Wirklichkeit mit der Illusion vergleicht ist das Erschrecken nicht wirklich überraschend.

Wir sollten also nicht die totale Integration fordern wie wir sie uns totaler nicht vorstellen können, das Ergebnis sehen wir ja, sondern Integration als ein gegenseitiger Prozess, in denen wir eben nicht jenen, welche die kritische Distanz durch eine offene Diskussion über das Existenzrecht von Fremden suchen überlassen, sondern Humanismus und Aufklärung über dumpfen Fremdenfeindlichkeit stellen und den gar nicht mehr so fremden ganz normal die Hand reichen, so wie wir es in der Türkei vorgemacht haben. Denn laut bildender Hochkultur sind wir ja Papst.


Mit freundlichen Grüßen
ein
Bürger


Zuletzt bearbeitet von Bürger am 06 Dez 2006 - 18:35:55, insgesamt einmal bearbeitet
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