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Jurastudium macht mich depressiv
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Foren-Übersicht -> Studium allgemein -> Jurastudium macht mich depressiv
 
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FitzliPutzli
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Anmeldungsdatum: 01.12.2008
Beiträge: 55

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2009 - 15:14:29    Titel: Jurastudium macht mich depressiv

Hallo zusammen!

Ich bin verzweifelt. Seit dem WS 08/09 studiere ich Jura in Köln. Meine Begeisterung hielt sich allerdings von Anfang an in Grenzen. Anscheinend gehöre ich zu denen die dieses Fach aus Verlegenheit gewählt haben, also als Ergebnis mangelnder Kreativität, wenn man so will.
Das erste Semester war bescheiden, einen Schein in BGB AT hab ich gemacht, die Abschlussklausur in Strafrecht I hab ich in den Sand gesetzt. Mögl Ursachen: zu wenig Motivation und zu wenig Zeit, denn ich hab nebenbei ziemlich viel gearbeitet, und das auch noch für wenig Geld.
Jetzt bin ich im 2. Semester und momentan arbeite ich auch nicht. Nur glaube ich immer mehr, dass ich mich da ordentlich vergriffen hab, als ich mich für Jura einschrieb. Übrigens hatte ich mich vorher für BWL immatrikuliert und erst danach für Jura umgeschrieben, weil ich dann doch dachte, dass ein sprachlich-kommunikatives Fach mir mehr liegen würde als sowas Mathelastiges wie BWL.
Na ja, jedenfalls bin ich wohl ganz schön in der Sackgasse gelandet. Zusätzlich muss man auch bemerken, dass die Prognosen für Jura denkbar schlecht sind, laut einem Ranking im Stern stehen wir zusammen mit den Biologen und den Architekten auf unterster Stelle. Sad
Und das sorgt auch nicht grade für Motivation, weder bei mir noch bei vielen meiner Kommilitonen.
Mittlerweile denke ich immer öfter, dass ich für das Fach einfach nicht der Typ bin. Wenn der Prof uns zB erzählt wann welcher Paragraph für den Schadensersatz bei Betriebsausfallkosten anzuwenden ist und mit welcher Begründung, bekomme ich Depressionen. Wenn dann auch noch die Entbehrlichkeit der Nachfristsetzung kommt, spätestens dann lieg ich im Koma! Evil or Very Mad
Wenn jetzt einige Juristen unter euch sind, bitte seid mir nicht böse! Vllt bin ich auch einfach zu doof für Jura.. Jeden das seine..

Nun ist der Stand der Dinge der Folgende: ich weiß wieder mal weder ein noch aus, ich bin genau so ratlos wie vorher. Auf den Seiten der Uni Köln bzw der Arbeitsagentur scrolle ich immer hoch und runter und alles scheint mir das Gleiche zu sein. Am Ende sitze ich total antriebslos und demotiviert da. Hinzu kommt das ich immer noch bei meiner Mutter wohne (was mir mittlerweile gehörig gegen den Strich geht!) und alles was ich tue, das tue ich immer gegen ihren Widerstand, wenn ich irgendwas vorbringe, das ich vllt alternativ zum Jurastudium machen könnte, kommt automatisch immer die Ablehnung von Seiten meiner Mutter.. un umgekehrt das gleiche Spiel: alles, was meine Mutter sagt, stößt bei mir auf Entsetzen.
Jetzt bin ich auf der Welle, dass ich unbedingt von zu Hause ausziehen möchte, weil ich die Gängelei satt hab. Das kreuzt sich natürlich auch mit meinen Zukunftsängsten, da ich dann naheliegenderweise vielleicht besser ne Ausbildung mache...

Oder kann es sein dass ich einfach mal für ein Jahr alles stehen und liegen lassen sollte? Die Antworten würden dann vllt von allein kommen.

Ich bin offen und dankbar für jede Kritik und Anregung eurerseits. Was meint ihr, informiere ich mich vielleicht einfach nur falsch über die Berufsmöglichkeiten? Sollte ich mein Jurastudium abbrechen?

Gruß Wink
Ich 2.0
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Anmeldungsdatum: 13.04.2009
Beiträge: 220

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2009 - 15:49:54    Titel:

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Siniver
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Anmeldungsdatum: 15.05.2006
Beiträge: 252

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2009 - 16:24:44    Titel:

Ich kann den Punkt sehr gut verstehen. Ich studiere ebenfalls Jura, im4ten Semester. Ich komme zwar soweit zurecht und kann mich in den entscheidenden Momenten auch zusammenreißen, doch glücklich macht mich das Studium nicht. Es ist sehr seelenlos. Mit "sprachlich-kommunikativ" hat dieses Fach im Studium auch herzlich wenig zu tun.

Auf Rankings und Berufsaussichten würde ich mich auch nicht stützen. Das macht einen nur noch depressiver. Wenn du etwas finden solltest, was dir Spaß machen könnte: Nimm es. Man sollte sich nicht allzu sehr mit der Zukunft befassen, denn heutzutage kann die wirklich keiner mehr wirklich vorausplanen. Denke an das Hier und Jetzt!

Ich für meinen Teil empfehle dir, das Studium abzubrechen. Weil so macht das kaum Sinn. Es sei denn du hast die Disziplin, dich das ganze Studium über immer wieder zusammenzunehmen.

Bei mir gilt die Devise: Die eigene Seele ist wichtiger als angebliche Zukunfts- bzw. Berufsaussichten. Dieses Getue geht mir ohnehin derbe gegen den Strich, weil es lediglich Ängste schürt anstatt Optimismus zu verbreiten, den junge Menschen so dringend brauchen.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2009 - 16:50:24    Titel:

So, wie du deine Situation schilderst, würde auch ich dir raten, dein Studium abzubrechen oder das zumindest ernsthaft in Betracht zu ziehen.

Ich selbst habe auch Jura studiert (bin seit einem knappen Jahr mit dem ersten Examen fertig und bin im Moment im Referendariat) - und ganz ehrlich, wenn du schon in den ersten beiden Semestern solche Motivationsprobleme und ein solches Desinteresse am Studium hast, dann macht es aus meiner Sicht nicht den geringsten Sinn, dich durch den ganzen (lerntechnisch doch sehr harten) Rest des Studiums zu quälen.

Die ersten paar Semester sind ja noch relativ harmlos, aber spätestens in der Examensvorbereitung, wenn du dich ein bis anderthalb Jahre lang jeden Tag mindestens sechs bis acht Stunden nur mit Lernen befassen musst, um die riesige Stoffmenge irgendwie in deinen Schädel zu kriegen, wird es wirklich zur Qual, wenn man an dem Ganzen überhaupt kein Interesse mitbringt.
Ich fand die Examensvorbereitung schon ziemlich hart, obwohl ich Jura als Fach liebe und sehr interessant finde - für jemanden, der damit interessensmäßig nichts anfangen kann, muss es eine ziemliche Hölle sein.
Zumal es ja dann im Referendariat und erst recht im Beruf auch nicht besser wird.

Wenn du jetzt zudem erst im zweiten Semester bist, kannst du problemlos noch abbrechen und dir was neues suchen, du hast ja bisher kaum etwas geschafft, das du verlieren würdest, und nach dem ersten oder zweiten Semester zu wechseln ist etwas, was so viele machen, dass es wirklich unproblematisch ist.

Sicher, leichtfertig sollte man die Entscheidung nicht treffen, es gibt immer Leute, die ihren Spaß an Jura erst später entdecken - aber wenn du dich schon in den ersten zwei Semestern so durchquälen musst und dich das Ganze wirklich gar nicht interessiert, dann bringt es aus meiner Sicht nichts, noch weiterzumachen.
Hör lieber auf, solange du es noch ohne Probleme kannst, und such dir was, was dich wirklich interessiert.
wasp
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Anmeldungsdatum: 13.01.2007
Beiträge: 2718

BeitragVerfasst am: 17 Mai 2009 - 20:55:46    Titel:

my_precious hat folgendes geschrieben:
... und mich machts depressiv, wenn leute das wort "depressiv" falsch oder sinnfrei verwenden, um aufmerksamkeit zu erregen.



so eine situation kann durchaus depressiv machen. das kenne ich aus eigener Erfahrung. Ich weiß auch was richtige echte Depressionen sind (nicht aus eigener Erfahrung) und zumindest mir fielen da einige Parallelen auf
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2009 - 16:15:09    Titel:

Ok, dann verschiebe ich wieder. Aber ich dachte, weil hier ja schon viele Antworten gekommen sind, wäre die Möglichkeiten auf Antworten im Juraforum auch noch interessant, da die letzte Fragestellung ja lautete: "Soll ich mein Jurastudium fortsetzen?" Außerdem schrieb der Threadsteller ja auch davon, was ihn am Anfang so belastet, möglicherweise hätten ihm hier Erfahrungsberichte gezeigt, dass das bei vielen eben anfangs so ist, aber auch bei vielen später besser wird.

Aber wie du möchtest Wink . Zurückverschoben.
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2009 - 16:59:06    Titel:

Wenn du kein Interesse an Jura hast, dann musst du aufhören. Das Studium und das Referendariat sind einfach zu lange.

Eine Arbeitsbelastung von 40 Stunden die Woche in der Examensvorbereitung ist noch nicht mal Durchschnitt. Ich schätzte mal 50 % haben während des letzten Jahres der Examensvorbereitung eher 60 und mehr Stunden die Woche....

Die Zeiten wo allein gute Jobperspektiven und Gehaltsaussichten Motivation sein konnten sind vorbei. Wenn du wirklich gut bist, kannst du zwar direkt im ersten Jahr nach dem Examen 100.000 machen, nur sind das die wenigsten.

Wenn du Zweifel an deiner Begabung für das Fach hättest, du noch keinen rechten Zugang zu dem Fach hättest, dann würde ich dir empfehlen noch ein bischen zu warten, aber so....

Ich fand den ersten Monat des Studiums echt total ätzend, ich habe weder was verstanden noch fande ich es interessant. habe mich dann bemüht und fand das Studium sehr bald unheimlich interesant und spannend, selbst die Staatsorga-Vorlesungen haben mich sehr interessiert, alles außer Strafrecht fand ich sehr interessant... klar hat man auch mal einen Hänger und keinen Bock mehr und bei Jura ist das sicherlich des öfteren der Fall... aber wenn du wirkliches Interesse an dem Fach hättest dann wüsstest du das bereits jetzt, wenn nicht, dann höre lieber auf
absolvieren
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Anmeldungsdatum: 27.10.2008
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2009 - 00:25:06    Titel:

ja noch mal zur wiederholung:

ja in der examensvorbereitung sind 40stunden die woche aufwärts angesagt und das über meist mindest. 1 jahr !

@threadersteller:
wenn du erst bwl studiert hast und nun jura, such dir doch eine mischung aus beiden: bspw. gibt es einen recht jungen studiengang namens wirtschaftsrecht studierbar meist an fh´s oder auch vermehrt an unis !

meine gelesen zu haben dass die spezies der dipl. wirtschaftsjuristen (fh) (neu: LL.B.) auch ganz gute berufsaussichten haben ( du gehts doch nach dem akt arbeitsmarkt oder Wink Exclamation Idea Arrow !

vielleicht bekommst du die eine oder andere leiszung anerkannt
Kölner_VWLer
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Anmeldungsdatum: 09.08.2007
Beiträge: 1616

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2009 - 19:22:21    Titel:

finde ich nicht sehr sinnvoll, der TE hat BWL abgebrochen, Jura will er abbrechen, warum soll dann Wirtschaftsrecht das richtige sein?

Nein ich finde das richtige wäre nicht länger sinnlos rumzustudieren eine Handwerkliche lehre zu machen und endlich geld zu verdienen.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2009 - 19:46:06    Titel:

Kölner_VWLer hat folgendes geschrieben:
finde ich nicht sehr sinnvoll, der TE hat BWL abgebrochen, Jura will er abbrechen, warum soll dann Wirtschaftsrecht das richtige sein?

Sehe ich genauso... wenn jemand null Interesse an Jura hat, warum soll er dann Wirtschaftsrecht in irgendeiner Weise toll finden?
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