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Aus einem Lehrerforum....
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Jomira
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Anmeldungsdatum: 23.10.2006
Beiträge: 3402
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2009 - 06:05:02    Titel:

Brand-Ing hat folgendes geschrieben:
Mal abgesehen davon, habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass an den Unis alte Klausuren und Scripte wesntlich mehr verwendet/weniger verändert werden als an Schulen.
Die Leute müssen sich einfach mal von dem Wunschtraum einer individuellen Förderung jedes einzelnen Schülers verabschieden.


...zumindest so lange es Klassenstärken von 25 Schülern und aufwärts gibt Wink
KamiKami
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Anmeldungsdatum: 17.08.2007
Beiträge: 1859
Wohnort: Hier nicht mehr aktiv!

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2009 - 17:52:39    Titel:

Ist es nicht eher so, das jeder Abiturient unabhängig von seiner Note auf eine sichere Anstellung und u. U. sogar auf das große Geld hofft?

Zitat:
Aber Menschen, die immer nur mittelmäßig waren, glauben doch oft, dass sie das im Studium dann auch sind. Und mit mittelmäßigen Noten rechnet man sich bei der allgemeinen Panikmache bloß noch in gesuchten Fächern (da wären wir beim Lehramt, wenn man halbwegs geschickt kombiniert) gute Chancen aus.


Nicht, das es nicht möglich wäre aber das höre ich ehrlich gesagt zum ersten Mal. Ich habe mir mein Studium ja auch nach meinen individuellen Stärken ausgesucht. Ich wüsste gar nicht, wieso so viele Schüler sich da einen Kopf drum machen sollten.

Wird es außerdem mit einem mittelmäßigen bis schlechten Abitur nicht eher problematischer, einen Platz bei den Lehramtsstudiengängen zu ergattern? Diese sind doch meines Wissens nach immer ziemlich überfüllt, ergo: hoher NC, wogegen die Naturwissenschaften wie Mathe, Informatik, Chemie, Physik häufig zulassungsfrei sind.

Gruß
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2009 - 18:49:35    Titel:

Ich war "Einserkandidat". Als Lehrer kannst du alles antreffen, wobei der "Top-Wissenschaftler u.U. nicht der bessere Lehrer ist.

Der Lehrerberuf ist genau so Berufung wie der Arztberuf. Man muss darum jetzt auch nicht das Riesenmysterium machen. Letztlich geht es darum unter den gegebenen Umständen einen guten Job zu machen.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein guter Lehrer ist nicht unbedingt derjenige, der sich voller Elan bis zum 40. Lebensjahr aufreibt und dann mit Burnout in die Psychiatrie geht, so wie dieses Jahr einer meiner Kollegen. Es ist extrem wichtig, auch mal zu sagen: "Bis hierhin und nicht weiter. Ich habe auch ein Privatleben!" Das ist schwer zu trennen, angesichts der Tatsache, dass die Arbeit oft zu Hause erledigt wird, alle Bücher daheim liegen und Schüler und Eltern gerne auch mal abends sich per E-mail oder Telefon melden.

Gruß
Pauker
KamiKami
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Anmeldungsdatum: 17.08.2007
Beiträge: 1859
Wohnort: Hier nicht mehr aktiv!

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2009 - 23:01:21    Titel:

Zitat:
Kann das sein dass du etwas älter bist als ich?


Minimal, um ehrlich zu sein kaum erwähnenswert. Smile

Zitat:
Geld war mir damals noch egal. Die Festanstellung allerdings nicht.


Ich weiß nicht inwiefern Du das bewerten kannst - wahrscheinlich besser als ich da Du ja selber auf Lehramt studierst bzw. studiert hast - aber durch Gespräche mit nahestehenden Freunden die ebenfalls auf Lehramt studieren bzw. mit solchen in Kontakt stehen, habe ich folgendes - u. U. etwas voreiliges - Fazit gezogen. Fast jeder zweite angehende Lehrer das Studium zu Beginn gewählt hat, weil er nichts besseres wusste. Darunter gibt es dann auch noch tatsächlich solche, die glauben das man nur bis vormittags arbeiten braucht, danach selbstredend frei hat.

Da stimmt doch irgendwas nicht. Confused

Gruß
Brand-Ing
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Anmeldungsdatum: 07.11.2008
Beiträge: 3086

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2009 - 23:57:15    Titel:

Hat vielleicht auch viel mit der Beeinflussung der älteren Generation zu tun. Da wurde eben oft das Konservative und Sichere als die bessere Wahl angesehen. Sätze wie "Da hast du was in der Hand" oder "Lern was Gescheites" kennt ja wohl Jeder.

Liegt natürlich auch daran, dass sich unter dem Beruf Lehrer Jeder was vorstellen kann, da er damit persönlich in Berührung gekommen ist. Wenn man Oma und Opa erzählt man wird Lehrer, können die was damit anfangen ... sagt man etwas von Molekulartechnik, regenerativen Energien oder Kybernetik sieht die Reaktion wohl anders aus. Bei Geisteswissenschaften ähnlich. Das beeinflusst viele sicher mehr als sie denken.
Und auch auf Einen selbst hat es Einfluss, dass man von dem Beruf Lehrer irgendwo etwas versteht und daher grob weiß, was auf Einen zukommt. Manche studieren halt trotzdem Etwas ohne so richtig zu wissen was da später überhaupt bei rauskommt (war bei mir genauso) ... Andere wählen halt die sichere Alternative.
Lilith05
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Anmeldungsdatum: 15.04.2008
Beiträge: 557
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2009 - 20:03:17    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Ist das bei euch so? Bei uns wird von Anfang an differenziert, da man als Lehrämtler ja zwei Fächer hat und als Nichtlehrämtler oft nicht.

Echt, es gibt Unis bei denen Bachelorstudiengänge schon nach Lehramt/ Nicht-Lehramt aufgeteilt sind??
Also bei uns wählst du ganz einfach deine Fächer: Im Fall eines Einfachbachelors das Schwerpunktfach und soweit ich weiß noch ein "Nebenfach" (allerdings mag ich mich da auch irren, habe mich noch nicht weiter damit beschäftigt), im Fall eines Zweifachbachelors deine zwei Fächer (hinzu kommt natürlich noch der Optionalbereich). Natürlich spielt die Fächerwahl im Bachelor schon eine Rolle in Bezug auf deinen eventuellen Wunsch den Master of Education anzuschließen, denn du musst natürlich zwei Lehramtsfächer studieren. Allerdings heißt die Tatsache, dass du zwei potentielle Lehramtsfächer studierst noch lange nicht, dass du auch Lehramt machst. Du kannst auch aus Jux und Tollerei z.B. Philo und Englisch (wie ich) studieren mit der Absicht später in den Bereich Journalismus zu gehen oder so Smile
Wirklich seltsam, dass das wo anders anders geregelt ist, obgleich der Bachelor doch alles halbwegs vereinheitlichen sollte Wink
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2009 - 20:47:58    Titel:

Ach, ich vergaß. Eine weitere schöne Sache am Lehrerberuf: man hat solche Freiheiten. Wink

Gruß
Pauker
Daphney
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2009 - 21:16:09    Titel:

Ich bin mit den Antworten der hier antwortenden Lehrer recht zufrieden, nur mal um das für mich zu einem Abschluss zu bringen und die ausführlichen und sachlichen Beiträge von Pauker und Nele nicht ins Leere laufen zu lassen.
Und dass Lehrer faul sind, das denke ich wirklich nicht. - Jedenfalls nicht die guten. Wink

Zu den Ferien, die ein Ausgleich sein sollten: Wenn das wirklich komplett so wäre, dann hätten Lehrer recht viele Urlaubstage und dürften sich zu recht nicht mit "normalen" Angestellten vergleichen. Insofern ist es klar, dass auch ein Teil der Ferien stets der Schule gewidmet ist, wie es wohl im Normalfall auch ist (hab jedenfalls bisher keinen Lehrer getroffen, der in seinen Ferien nicht korregiert hätte). Das Problem bei Lehrern ist eben wirklich, dass sie den Kopf nicht einfach ausmachen können und sich die Gedanken viel um die vielen Menschen drehen... schon deshalb wäre der Beruf für mich nichts, zu viele Menschen auf einem Haufen, zuviel Lärm, zuviel Kontakt. Ich halte das durchaus für eine große Herausforderung, die einem liegen muss. Ich persönlich habe lieber einen Arbeitsplatz, bei dem ich einen guten Teil alleine erledige - ohne soziale Kontakte. Insofern: Ich habe wirklich Achtung vor diesem Beruf und finde ihn wichtig, umso wichtiger dann, dass ihn Leute ausüben, die mit diesen ganzen Besonderheiten und vielfältigen Anforderungen gut können.
Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2206

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2009 - 21:21:21    Titel:

Zitat:
Genauer gesagt, in dieser Antwort hier begründest du eine Regelhaftigkeit mit einer Ausnahmesituation. Das ist Recht und billig, wenn man "normalerweise um 16.30 nach Hause geht", aber "dieses eine Mal aus wichtigem Grund dableibt."


Genau darum kloppen wir uns aber seit mehreren Seiten.



Zitat:

Mal angenommen, meine Arbeit zentriere sich tatsächlich in jedem Augenblick auf lebenswichtige Aufgaben, die keinen Aufschub dulden. Wenn du die Forderung erhebst, dass dann auf die Arbeitsbelastung und damit auf die Arbeitszufriedenheit und -gesundheit von Staatsbediensteten keine Rücksicht genommen werden braucht, dann entspricht das doch haarggenau der menschenverachtenden Lehrerhaltung "ihr habt zu funktionieren, der Rest ist mir egal", die du zu Recht kritisierst!


Nein. Der Staat SOLLTE Rücksicht nehmen und z. B. Sozialarbeiter einstellen. Nur bin ich nicht dafür, es wie die Londoner Feuerwehr zu machen, die 2002 tatsächlich Häuser hat brennen lassen. Wobei diese Art Streik zugegeben effektiv war, aber eben auch tödlich.
Mir ist klar, dass ein Lehrer, der länger bleibt, sich ins eigene Fleisch schneidet, aber was für eine Wahl hat er sonst? Der Arbeitgeber (Staat) beutet möglicherweise aus, aber der Lehrer kann ja nun nicht hingehen und sich nicht mehr ausbeuten lassen. Kann er schon. Nur mit den möglichen Folgen wollte ich als Lehrer nicht leben.
Ethisch handelt der Lehrer, der im Notfall eingreift, untadelig. Der Arbeitgeber, der ein solches Eingreifen nötig macht, tut dies nicht. Der ist in dem Thread aber nicht das Problem.



Zitat:
Das ist ja im Kern das Ansinnen, wogegen die Kollegen und ich uns so zur Wehr setzen - wir sollen dieses, jenes, und solches machen, vom Psychotherapeuten bis zum Reiseleiter, so alles nebenbei. Dass die Arbeitnehmer im Schuldienst dabei verschlissen werden und einfach keine Energie mehr haben, die wirklich relevanten pädagogischen Aufgaben zu leisten, ist anscheinend irrelevant.


Nein. Es ist bescheuert, dass Lehrer dazu verpflichtet werden und unverantwortlich vom Staat. Ebenso unverantwortlich vom Lehrer wäre es aber meiner Ansicht nach, nun einfach nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen.
Ähnlich wie bei Krankenhausärzten: 36-Stundenschichten sind unverantwortlich und eventuell (?) auch ungesetzlich. Bloß kann der Arzt ja nun nicht hingehen und den Patienten mit Blinddarmentzündung verrecken lassen, weil er Dienstschluss hat.
Selbes Problem beim Lehrer. Der selbstmordgefährdete Schüler sollte andere Ansprechpartner als den Lehrer haben. Da die aber nunmal oft fehlen, kann der Lehrer nicht sagen: "Nicht mein Problem".

Zitat:
Für dich sollte die relevante Frage sein: wie kann man die Regelarbeitszeit einhalten und trotzdem sich den neuen Aufgaben der Schule im 21. Jh. stellen?


Nicht möglich.
S3BO
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Anmeldungsdatum: 02.05.2008
Beiträge: 201

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2009 - 21:23:34    Titel:

Ich schließe mich Daphney ganz klar an und finde, dass das Thema zu genüge durchgekaut wurde.

LG
S3BO
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