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Wie lernt sichs eigentlich im Jurastudium?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Wie lernt sichs eigentlich im Jurastudium?
 
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Daphney
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 20 Mai 2009 - 20:22:48    Titel: Wie lernt sichs eigentlich im Jurastudium?

Da meine Vorstellungen hierzu begrenzt sind, würde mich das doch mal sehr interessieren. Hier sind ja öfter Fallbeispiele - lernt man als Student sehr häufig damit/nur damit? Auch in höheren Semestern?
Welche Teile des Rechts muss man gut überschauen oder sogar auswendig können? Was lässt man in der Regel gänzlich außer Acht?
Was genau lernt ein Jurastudent den lieben langen Tag und wie?

(Und last but not least: Woher bekomme ich einen guten, anschaulichen und möglichst wenig abschreckenden Gesamtüberblick über unser Recht, wenn ich mit all dem noch gar nichts anfangen kann?)

Dankesehr!
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2009 - 00:45:02    Titel:

jeder lernt anders, insgesamt ist die Materie nicht ganz einfach, der Umfang mitunter sehr umfangreich und die anwendung an dem Fall, welche in den Klausuren regelmässig verlangt ist wird, ist auch nicht ohne......

ínsgesámt muss man letztlich viel theoretisches wissen in den klausuren in einem fall verarbeiten. ohne theoretisches wissen und anwendung im fall kommt man nicht weit, wie man sich das theoretische wissen aneignet, also am fall oder mit lehrbuch ist eine frage des persönlichen geschmacks

die von dir gesuchte einführung gibt es meines wissens nach nicht, entweder sie geht total an den eigentlichen anforderungen vorbei oder aber sie ist abschreckend. ich habe irgendwann mal in der jahrgangsstufe 11 "Fast alles was Recht ist " von Uwe Wesel gelesen und habe praktisch nichts verstanden und doch hat es mich letztlich zu diesem Studium bewegt
Daphney
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2009 - 16:33:47    Titel:

Danke, das hilft mir entscheidend weiter. Smile
@asterique
nein, das schockiert mich jetzt nicht übermäßig. Eigentlich finde ich, dass es sich spannend anhört verschiedene Auffassung zu kennen und sich einer anzuschließen und das argumentativ zu begründen (gerade auch, wenn man ein bestimmtes Ziel erreichen will, denn darum gehts doch letztlich wohl). In Erörterungen macht man ja oft etwas ähnliches, natürlich im Minirahmen und ohne das ganze Wissen, aber zumindest stelle ich es mir ein klein bisschen so vor.

Wo stehen denn die ganzen Meinungen, die man zu allem wissen muss? Gibt es dafür umfassende Bücher, die man dann ganz durcharbeitet (wird sowas viel gekauft oder liest man das vornehmlich in der Bibliothek?) oder muss man sie sich irgendwo von Fall zu Fall zusammenfitzeln?
qwertz
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Anmeldungsdatum: 21.02.2006
Beiträge: 238

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2009 - 14:06:38    Titel:

Zitat:
Wenn das nicht der Fall ist, muss man Problembewusstsein entwickeln, so dass man eben auch mit völlig fremden Materien umgehen kann.


Wahrscheinlich ist es dann auch nicht wichtig zwei oder mehr verschiedene Interpretationsmöglichkeiten im "klassischen" Sinne darzustellen. Wenn man argumentativ herausarbeitet wie man ein bestimmtes Merkmal auslegen möchte (und damit das Problem erkannt hat) dürfte das auch ausreichend sein.
War bisher aber in noch keiner Klausursituation wo es darauf ankam bzw dies notwendig war. Kommt sicher Wink
Daphney
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2009 - 14:08:35    Titel:

Ich finde das hört sich sehr viel schöner an als es auswendig zu lernen. Wie trainiert man Problembewusstsein am Besten, was machen die denn im rep anders?
Asterisque
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Anmeldungsdatum: 03.05.2006
Beiträge: 576
Wohnort: Karlsruhe

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2009 - 15:54:18    Titel:

Naja, es gibt aber auch ein, zwei Streitstände wo man die Meinungen schon lernen muss, weil sie teilweise total an den Haaren herbeigezogen und kaum noch vertretbar sind.
Und bei gewissen Sachen sind in den Klausuren historische Entwicklungen darzustellen, die bekommt man allein mit Gespür ja eher nicht hin.
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2009 - 16:04:48    Titel:

Ich finde auch, dass man oft von der Existenz des Streitstandes und den Positionen, die vertreten werden schon wissen muss. Ohne dieses Wissen wird es in der Klausur sehr schwer, Probleme überhaupt zu identifizieren. Nur die Argumente sollte man dann mit der Zeit nicht mehr lernen müssen; bei den meisten Streitständen sollte man mit der Zeit (nämlich nach dem Studium von Unmengen an Streitständen und deren systematischer Aufarbeitung) in der Lage sein, sich selber Argumente aus den Fingern zu saugen. Es bedarf ja meist nur dreier Argumente (eins für die eine Meinung, zwei für die Meinung, die man vertreten möchte), ehe man sich dann entscheidet. Jedes weitere Argument ist ja oft schon absoluter Luxus.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2009 - 16:15:19    Titel:

Ja, von der Existenz des Streistandes sollte man schon wissen, aber ich bezweifle im Hinblick auf die Masse an Streiständen (was mir jetzt im Rep erst bewusst wird, insbes. im Strafrecht), dass das immer der Fall sein wird. Insbesondere dann dürfte es schwierig werden, wenn man etwas eben gerade nicht gelernt hat (und ich glaube kaum, dass man vor dem Examen ALLES drauf hat, was drankommen kann - Schwerpunkte muss jeder setzen). Auch bei neueren Streiständen kann das der Fall sein, aber dann darf man sich wohl erstrecht Meinungen ausdenken können.
Ich z.B. habe noch so gut wie keine Ahnung von Urkundendelikten, aber sie kamen trotzdem schonmal in einer Klausur dran; und dann kommt es aufs Problembewusstsein an und selbst das wird dir vom Korrektor schon als positiv bewertet. Ich habe fast in jeder Klausur Sachen, die ich noch nicht kenne und wo ich mir was "ausdenken" muss.

Klar, die Klassiker muss man drauf haben, aber es gibt eben auch unzählig viele andere "kleinere" Problemchen.

Ein Beispiel zu geben für Nicht-Jurastudenten/Nicht-Juristen, finde ich spontan etwas schwierig, da ihr ja die Methodenlehre/Systematik noch gar nicht kennt. Man muss grundsätzlich mit den klassischen vier Auslegungsmethoden einer Norm arbeiten: Wortlaut, Systematik, Sinn und Zweck und (das allerdings seltender) Historie der Norm.

Ein Patentrezept, wie man Problembewusstsein trainiert, kann ich leider nicht geben; man sollte fallorientiert lernen, ansonsten: Manchen liegt es, manchen nicht, manche müssen es sich hart erarbeiten.
Was die im Rep anders machen? Nun ja, im Rep bespricht man eben AUSSCHLIESSLICH fälle, was in der Uni absolut die Ausnahme ist (nur in den AGs). In der Uni wird der Stoff größtenteils abstrakt besprochen, aber man sollte sich schon dann angewöhnen, an Fällen zu arbeiten (selbsständig). Jedenfalls hat man im Rep den großen Fall mit vielen Problemen und deshalb lernt man mit der Zeit eben besser, mit diesen Problemen umzugehen und eben auch, selbsständig zu argumentieren. Man bespricht ja immer die Fälle und entwickelt dann gemeinsam mit dem Kurs Argumente. Das wird in der Uni praktisch nie gemacht: Der Prof steht vorne und erzählt, fragt teilweise - klar -, aber soeine "gemeinsame" Erarbeitung wie im Rep hat man in der Uni einfach nicht. Vorteilhaft ist es natürlich dann insbesondere, wenn man aktiv mitarbeitet, denn dadurch lernt man am besten.


Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 23 Mai 2009 - 16:26:12, insgesamt 3-mal bearbeitet
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2009 - 16:18:48    Titel:

StR-Tobi hat folgendes geschrieben:
Es bedarf ja meist nur dreier Argumente (eins für die eine Meinung, zwei für die Meinung, die man vertreten möchte), ehe man sich dann entscheidet. Jedes weitere Argument ist ja oft schon absoluter Luxus.


Insbesondere im Hinblick auf den Zeitfaktor Wink .
Daphney
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2009 - 16:35:17    Titel:

Danke, super! Ach, ich freu mich so aufs Jurastudium. Very Happy Und die ganzen tollen Austauschprogramme, wundervoll. Smile
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