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Kündigungsschutz bei kirchlichen ArbeitG?
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MichelNobel
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Anmeldungsdatum: 16.02.2009
Beiträge: 242

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2009 - 13:03:17    Titel: Kündigungsschutz bei kirchlichen ArbeitG?

Hallo,

Ist es so, dass Frauen, welche unehelich ein Kind bekommen, bei kirchlichen Arbeitgebern keinen Kündigungsschutz genießen? Das wäre doch dann gegen das KündigungsSchutzG oder genießen die Kirchl. Träger oder genießen die Kirchl. Träger besondere Kündigungsschutzumgehungsrechte?

Für antworten wäre ich dankbar
quatsch
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Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 3493

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2009 - 15:07:29    Titel:

Im Kern gilt Deine Vermutung. Kirchen sind sog. Tendenzbetriebe, die die Einhaltung der moralischen Vorstellungen, die sie vorschreiben, durch ihre Mitarbeiter verlangen können. Kündigungen bei Falschverhalten sind also durchaus möglich. Du solltest allerdings Rechtsberatung suchen, es gibt Grenzen des Tendenzbetriebes, nicht alle Angestellten sind gleich betroffen usw. Wir können und dürfen hier keine Rechtsberatung geben.
Übrigens sind Religionsgemeinschaften nicht dei einzigen Tendenzbetriebe. Auch Parteien, Gewerkschaften etc. sind solche. Wenn also der SPD-Generalsektretär morgen der CDU betritt, kann er wohl auch gekündigt werden.
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2009 - 15:59:10    Titel:

Eine uneheliche Schwangerschaft hat meines Wissens keine nachteiligen Folgen für die Mitarbeiterin.
Mir ist jedenfalls kein Fall bekannt.

Anders sieht es aus, wenn ein Paar ohne Trauschein zusammenlebt. Dies wäre ein Verstoß gegen die Dienstordnung der (katholischen) Kirche.
Die Dienstordnung ist Bestandteil des Arbeitsvertrages und wurde vom Mitarbeiter unterschrieben.

Der erste Ansprechpartner bei Unstimmigkeiten ist die MAV (Mitarbeitervertretung)

Gruß Dornbusch
MichelNobel
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Anmeldungsdatum: 16.02.2009
Beiträge: 242

BeitragVerfasst am: 21 Mai 2009 - 21:17:06    Titel:

Hallo Leute,

also ich hab dazu bisschen recherchiert. mich interessiert das Thema
einfach gerade. Nur das Problem ist, dass die einen sagen das der Mutterschutz gilt die anderen lehnen das ab.

Nach der Rspr. sieht es so aus das kein Kündigungsschutz besteht.
Kann das sein???
Hier ein Link was unglaubliches diese sogenannten "Tendenzbetriebe" sich alles leisten.

http://www.kirchensteuer.de/entlassungen.html

Kündigung wegen:

-Kindergärtnerin heiratet geschiedenen Mann
-Sozialpädagogin engagiert sich politisch
-Sozialarbeiter nur standesamtlich geheiratet
-Beim Übertritt zur anderen Religion entscheiden die Gerichte unterschiedlich in was soll man dann vertrauen?

beste Grüße
Krawallbiene
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 5181

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2009 - 11:11:56    Titel:

ich hatte im Groben so ein Thema in meiner Seminararbeit.

Kirchliches Arbeitsrecht kann schon sehr spannend sein
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2009 - 12:02:03    Titel:

Hallo Michel

hast du dazu vielleicht eine Quelle:

Zitat:
also ich hab dazu bisschen recherchiert. mich interessiert das Thema
einfach gerade. Nur das Problem ist, dass die einen sagen das der Mutterschutz gilt die anderen lehnen das ab.

Nach der Rspr. sieht es so aus das kein Kündigungsschutz besteht. Kann das sein???


Vielen Dank, Dornbusch
quatsch
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Anmeldungsdatum: 31.08.2005
Beiträge: 3493

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2009 - 12:50:35    Titel:

MichelNobel hat folgendes geschrieben:
Nach der Rspr. sieht es so aus das kein Kündigungsschutz besteht.
Kann das sein???

Wie meinst Du das? So allgemeint bei kirchlichen Arbeitgebern? Diese Aussage wäre falsch. Im konkreten Fall? Dazu kan man nichts sagen, weil man die Umstände nicht kennt. Wie angedeutet, gibt es da eine ganze Menge Faktoren, die reinspielen (z. B. die Frage, ob der Arbeitnehmer "verkündigungsnah" angesetzt ist oder nicht, es gelten andere Maßstäbe für den Pfarrer als für die berühmte Putzfrau im kirchlichen Krankenhaus, und noch zahlreiche andere Feinheiten). Deswegen habe ich gesagt, dass eine Rechtsberatung nur ein (spezalisierter) Anwalt, der die Umstände kennt, liefer kann. Alle Äußerungen hier sind reine Spekulationen.
MichelNobel
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Anmeldungsdatum: 16.02.2009
Beiträge: 242

BeitragVerfasst am: 22 Mai 2009 - 21:11:03    Titel:

Hallo Dornbusch,

nein hab keine Quellen, habe mich nur auf den Hyperlink bezogen
aber da werden auch Zusammenfassungen der Entscheidungen angeführt die in ähnlichen Fällen sehr unterschiedlich entschieden wurden...
z.ß hat ein Berliner Arbeitsgerichts eine Kündigung wegen einem Kirchenaustritt als rechtswidrig angesehen. Anderseits ein anderes Gericht die Kündigung einer Erzieherin wegen Wechsel zur anderen Kirche als rechtmäßig. Hallo??? Präzedenzfall???Da weiß man ja nicht woran man ist wenn man nicht annimmt dass durch winzige details sehr ähnliche Fälle zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen.
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2009 - 07:57:06    Titel:

Hallo Michel,

da du keine Quelle angeben kannst, vermute ich hier "Hören-Sagen".

Zitat:
Da weiß man ja nicht woran man ist wenn man nicht annimmt dass durch winzige details sehr ähnliche Fälle zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen.



Und damit beschreibst du m.E. unsere Rechtsprechung in D sehr treffend.
Eine pauschale Voraussage über den Ausgang eines Prozesses ist nicht möglich. Dies gilt für Kirchenrecht ebenso wie für Staatsrecht.

Die Kirche ist ein Tendenzbetrieb und stellt sehr hohe Ansprüche an die Loylität ihrer Mitarbeiter. Und dies nicht nur im Dienst, sondern auch in der Freizeit und im Privatleben. Aus diesen Ansprüchen macht die Kirche aber keineswegs ein Geheimnis. Dem zukünftigen Mitarbeiter wird die jeweils gültige Dienstordnung vorgelegt und er unterschreibt sie. Vom zukünftigen Mitarbeiter wird auch mindestens ein Leumundszeugnis verlangt.

Nach meine langen Erfahrung im Kirchendienst gehe ich aber davon aus, daß vor einer Kündigung eines Mitarbeiters das Ordinariat immer bemüht sein wird, den "Mangel" zusammen mit dem Mitarbeiter zu beheben.

Und wie Quatsch oben schon schrieb, spielt es eine Rolle, wie "öffentlich" und wie "dauerhaft" das Fehlverhalten eines Mitarbeiters ist.

Sex vor der Ehe wird kaum noch eine Rolle spielen, wenn die beiden geheiratet haben. Ständiger und öffentlicher Ehebruch kann dagegen sehr wohl zum Problem werden.

Gruß Dornbusch
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