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zechprellerei strafbar?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> zechprellerei strafbar?
 
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dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3823

BeitragVerfasst am: 26 Jun 2009 - 04:32:40    Titel:

Eine strafbare Handlung kann ich da gar nicht erkennen. Der Gast schuldet dem Wirt den vereinbarten Betrag. Ob er nun zahlen will oder nicht ist doch nicht entscheidend.

oder?

Gruß Dornbusch
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 26 Jun 2009 - 09:31:52    Titel:

Bei Entschluss, nicht zu zahlen, erst nach dem Verspeisen halte ich das Ganze auch für nicht strafbar.

Es kann eben auch nicht jedes "falsche" Verhalten strafrechtlich sanktioniert werden... wenn ich mir in der Stadt ein fremdes Fahrrad mitnehme, den ganzen Tag damit herumfahre und es am Abend am anderen Ende der Stadt wieder abstelle (was ich auch von Anfang an so geplant habe), dann mache ich mich ja auch nicht strafbar, sondern höchstens zivilrechtlich haftbar.

Hier ist es meines Erachtens ähnlich - keine strafrechtliche Verantwortlichkeit, aber natürlich zivilrechtliche Ansprüche des Wirtes gegen den Gast.

Das dürfte ohnehin ein eher theoretischer Streit sein, da in der Praxis vermutlich angenommen werden wird, dass man von Anfang an nicht bezahlen wollte und dann eben doch als strafbarer Betrug abgeurteilt wird.
Ebenso im obigen Beispiel - auch da wird es einem kaum groß etwas nützen, wenn man - mit dem fremden Fahrrad in der Hand ertappt - behauptet, man wollte es ja später zurückgeben.
praetor
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Anmeldungsdatum: 13.03.2009
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 26 Jun 2009 - 09:42:55    Titel:

bezüglich der zechprellerei schließe ich mich meinem Vorredner an.
Bezüglich des Fahrrades ist aber noch § 248 b stgb zu beachten.
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 26 Jun 2009 - 09:53:48    Titel:

Zitat:
Es kann eben auch nicht jedes "falsche" Verhalten strafrechtlich sanktioniert werden... wenn ich mir in der Stadt ein fremdes Fahrrad mitnehme, den ganzen Tag damit herumfahre und es am Abend am anderen Ende der Stadt wieder abstelle (was ich auch von Anfang an so geplant habe), dann mache ich mich ja auch nicht strafbar, sondern höchstens zivilrechtlich haftbar.



Das ist strafbar, und zwar als Diebstahl!!!!
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 26 Jun 2009 - 12:34:16    Titel:

pe hat folgendes geschrieben:

Das ist strafbar, und zwar als Diebstahl!!!!


Das ist Unfug. Es fehlt an der Zueignungsabsicht, da der zumindest bedingte Enteignungsvorsatz nicht vorliegt. Strafbar ist es dennoch nach § 248b StGB.

Im Ausgangsfall besteht keine Strafbarkeit, da das deutsche Strafrecht - anders als manche anglo-amerikanischen Rechtsordnungen - einen Straftatbestand des making off without payment nicht kennt.
Schreibgeil
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Anmeldungsdatum: 24.10.2004
Beiträge: 230
Wohnort: Frankfurt(Oder)

BeitragVerfasst am: 26 Jun 2009 - 14:31:15    Titel:

Wir können ja statt nem Fahrrad einen Roller (ohne Motor) einsetzen, dann wäre die Gerbauchsanmaßung tatsächlich straffrei.
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 27 Jun 2009 - 10:43:54    Titel:

@ SchwarzeStrümpfe:

Das stimmmt nicht. ........ das Beispiel war...... "am anderen Ende der Stadt abstelle......" damit liegt ganz eindeutig Enteignungsvorsatz und damit Diebstahl vor. Alles andere ist Unfug.
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 28 Jun 2009 - 18:47:00    Titel:

Seh ich nicht so. Auf der Grundlage des Vertrauensgrundsatzes kann man mE ernsthaft darauf vertrauen, dass das Fahrrad im Fundbüro abgegeben wird und der Besitzer es wiedererlangt. Gebe allerdings zu, dass man das anders sehen kann. Insofern war meine Bezeichnung deiner Ansicht als "Unfug" Unfug.
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 28 Jun 2009 - 23:52:33    Titel:

Das ist doch das absolute Standardbeispiel, das wenn das KFZ, Fahrrad etc. irgendwo abgestellt wird, Eventualvorsatz hinsichtlich der Enteignungskomponente vorliegt. Die Sache mit dem Fundbüro ist im Examen realistisch schlechtweg nicht vertretbar. Da müsste schon sehr viel argumentiert werden und idR wird es wohl als nicht vertretbar gewertet werden.
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 28 Jun 2009 - 23:56:25    Titel:

Selbst wenn man die Überführung an das Fundbüro als sicher unterstellen wollte, reicht das noch nicht aus. Es ist dann immer noch nicht sicher, das der Eigentümer das Fahrrad dort auch sucht, und darauf darf der Täter nicht vertrauen......
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