Charmaquest Full Member


Anmeldungsdatum: 08.09.2008 Beiträge: 132
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Verfasst am: 29 Jun 2009 - 22:25:17 Titel: |
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Null Plan ist leider immer schlecht, um jedweden Akkord zu bilden muss man immer Plan von Intervallen haben. Ich versuche mal eine Kurzanleitung:
Akkord: Das gleichzeitige Erklingen mindestens dreier verschiedener Töne.
Intervall: Der Abstand zwischen zwei Tönen.
Die üblichen Akkorde bestehen im Kern aus folgenden Intervallen: Prime, Terz, Quinte. Den "harmonischen Rahmen" bilden der Grundton (Prime) und die (reine) Quinte (7 Halbtonschritte).
Die Terz füllt quasi den Raum dazwischen und bestimmt das Tongeschlecht, ist die Terz groß (4 Halbtonschritte) ist es Dur, klein (3 HTS) ist es moll.
Rechnen wir beim Dur-Akkord bei der Quinte einen Halbton dazu (8 HTS), dann haben wir eine übermässige Quinte. In der Summe ergibt das also eine große Terz und eine übermässige Quinte: den übermässigen Akkord.
Analog dazu können wir beim Moll-Akkord der Quinte einen Halbton abziehen (6 Halbtonschritte). Eine kleine Terz und eine verminderte Quinte ergeben in der Summe dann den verminderten Akkord.
Herzlichen Glückwunsch, damit kennst Du schon mal vier Akkorde und weisst wie man sie bildet! Gleichzeitig hast Du gelernt, dass dem übermässigen Akkord durch die große Terz eine Dur-Verwandschaft zuzuordnen ist, der vermindert ist mir dem Moll-Akkord verwandt.
Nehmen wir nun an, wir bewegen uns musikalisch in C-Dur. Ist eine tolle Tonart, da wir am Klavier nur die weißen Tasten drücken brauchen, ist immer C-Dur. Wenn ich dann mal gucke, welche Akkorde ich alles mit den weißen Tasten nach dem Prinzip Grundton, Terz, Quinte bilden kann, dann bekomme ich drei Dur Akkorde:
C (C E G)
F (F A C)
G (G H D)
Drei Moll Akkorde:
a (a c e)
d (d f a)
e (e g h)
Damit habe ich auf jedem Ton der C-Dur Tonleiter einen Akkord aufgebaut, fehlt mir noch der Akkord vom Ton H. Benutze ich da wieder die Töne die mir C-Dur ( C D E F G A H (C)) vorgibt, bekomme ich eine kleine Terz und eine verminderte Quinte und lande damit bei H° (vermindert).
Nun haben findige Musikwissenschaftler rausgefunden, dass diese Akkorde innerhalb der Tonart eine bestimmte Aufgabe erfüllen, bzw. bestimmte Spannungen erzeugen. Da diese "Aufgaben" aber unabhängig von der Tonart existieren, es also die gleichen Spannungen in E-Dur gibt, hat man diese "Aufgaben" allgemein definiert.
Die drei Dur-Akkorde nennt man daher auch (in C-Dur):
C - Tonika
F - Subdominante
G - Dominante
a-Moll - Tonika-Parallele
d-Moll - Subdominant-Parallele
e-Moll - Dominant-Parallele
Dabei ist der Abstand zwischen den parallelen immer eine kleine Terz.
Damit sind wir nun fast beim Dominantseptakkord angelangt. Wie Du Dir nun hoffentlich denken kannst, hängt der Akkord mit der Dominante zusammen. Dominant deshalbt, weil der Akkord einen starken Drang hat, sich zu seinem Grundakkord, der Tonika, aufzulösen.
Diese Spannung kann man verstärken, indem man die Dominante mit einem weiteren Intervall, einem "Spannungston" ausstattet, der Septe (klein 10 HTS / groß 11 HBT).
Gucken wir nun welche Septe uns von G-Dur (der Dominante von C-Dur) zur Verfügung steht, wenn ich nur die weißen Tasten zur Verfügung habe, dann bleibt das F, die kleine Septe von G.
Warum die Septe? Wenn wir uns bewusst machen dass wir uns ja in C-Dur befinden, sehen wir, dass der Ton F nur einen einzigen Halbton von E entfernt ist.
Daher besitzt der Dominantseptakkord eine so große Spannung, da viele Töne eine starken Drang haben sich nach C-Dur aufzulösen:
G --> G
H --> C
D --> C / E
F --> E
Der Ton bleibt also sogar gleich! H und F brauchen sich nur einen Halbtonschritt bewegen um zum C-Dur zu wählen. Das D hat zwei Optionen sich aufzulösen.
Der Dominantseptakkord von C-Dur lautet demnach G7, bestehend aus den Tönen G, H, D und F.
Damit weisst Du nun woher der Begriff Dominantseptakkord her kommt und aus welchen Intervallen er besteht: Grundton (Prime), gr. Terz, reine Quinte und kleine Septe.
Nun darf man in der Popmusik einen Dominantseptakkord z.B. auch auf der Tonika aufbauen. Dann wird ihm zwar die eigentliche Ursprungsfunktion, sich eben zur Tonika aufzulösen, beraubt, dafür klingt der aber schön bluesy.
Gebildet wird der aber mit den gleichen Intervallen und wird daher auch Dominantseptakkord genannt:
Dominantseptakkord bedeutet, dass die kleine (!) Septe in den Akkord eingebaut wird!
Bei bestimmten Akkorde muss man allerdings die Septe mit einem Vorzeichen, b oder # zurecht stutzen, da im Tonvorrat der Tonart die kleine Septe so nicht vorkommt.
Beispiel C7:
Bilde ich erst C-Dur: C (Grundton) E (Terz) G (Quinte)
Brauche ich noch die Septe, lande ich beim Ton H, was aber eine große Septe ist. Also setze ich ein b vor das H (heisst dann B bzw. im Jazz: Bb -> B flat) und baue mir so die kleine Septe. C7 besteht also aus den Tönen C, E, G und B.
Ein verminderten Dominantseptakkord entfernt sich dann nochmal weiter vom Ursprung. Heißt aber nur, dass ich erst den verminderten Akkord auf den gefordert Grundton bilde, und als Sahnehäubchen die kleine Septe oben drauf setze. |
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