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Kommt der Mindestlohn?
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Brauchen wir einen gesetzlichen Mindestlohn?
Nein
47%
 47%  [ 29 ]
Ja (~4€)
9%
 9%  [ 6 ]
Ja (~7€)
21%
 21%  [ 13 ]
Ja (~10€)
21%
 21%  [ 13 ]
Stimmen insgesamt : 61

Autor Nachricht
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2009 - 17:37:54    Titel:

Die Pfändungsgrenze liegt bei 985 Euro und ein paar zerquetschten. Man muss also ein Brutto von etwa 1300 Euro verdienen, um nach Auffassung des Staates in der Lage zu sein von seinem Geld vernünftig zu leben und Überschüsse zu haben, die man zum Abbau von Schulden verwenden kann...

Ein Brutto von 1300 Euro entspricht bei 168 Stunden pro Monat einem Stundenlohn von etwa 7,75 Euro. Dort muss ein Mindestlohn liegen, wenn ein Arbeitnehmer von einem Vollzeitjob vernünftig (nach Definition des Gesetzgebers) leben können soll...
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2009 - 17:42:31    Titel:

Warum ein Mindestlohn. Warum zwingen wir nicht z.B. den Bäcker sein Brot an Bedürftige kostenlos abzugeben? Wäre der selbe Gedanke, bloß von der anderen Seite angepackt. Unternehmen dazu zu zwingen, Löhne zu zahlen, die sie nicht zahlen können/wollen führt in vielen Fällen schlichtweg dazu, dass nicht eingestellt wird. In anderen Fällen (standortgebunden) mag es gehen, führt aber zu höheren Preisen für den Kunden. Dann haben wir Mindestlöhne und man kann sich nichts mehr von kaufen.

In vielen Fällen dürften Mindestlöhne kontraproduktiv sein.

Gruß
Pauker
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2009 - 17:47:08    Titel:

Interessant wäre, um wieviel teurer das Brot letztlich werden würde, wenn der Bäcker seiner Mitarbeiterin einen Mindestlohn zahlen muss. Es ist nämlich ziemlich unrealistisch, dass ein Brot dann für den Endkunden unbezahlbar würde...
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2009 - 17:55:40    Titel:

Nö, aber es werden ja viele Dinge ein paar Cent teurer. Man nennt es Inflation.

Gruß
Pauker
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2009 - 18:03:18    Titel:

Ich halte es allerdings für ziemlich entwürdigend, wenn man sich nach einer 8h-Schicht in die Schlange stellen und zusätzlich Almosen abholen muss, um von seiner Vollzeitstelle leben zu können. Sowas Ähnliches schlägst du ja vor, wenn du den Bäcker zwingen möchtest, einen Teil seiner Produktion kostenlos abzugeben, anstatt seine Verkäuferin ordentlich zu bezahlen. Wobei sich mir der Gewinn des Bäckers bei dieser Praxis nicht erschließt, schließlich muss er die Brötchen, die er dann kostenlos abgibt, ja auch irgendwie bezahlen...
Lilienkult
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Anmeldungsdatum: 14.08.2009
Beiträge: 383

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2009 - 18:12:16    Titel:

Ich hab dazu eine Frage, vielleicht kann mir weitergeholfen werden:

Angenommen, man erhält besagte 1300 Euro im Monat brutto. Alleinstehend, keine Kinder.

Was geht davon noch alles ab?

Gleiches, wenn man ALGII bekommt.

Miete, Strom, Wasser, Möbel, Steuern, Versicherungen...

Mir fällt es schwer, diese Kosten in das "Mindesteinkommen" einzurechnen. Wenn man mit ALGII noch für 200€ im Monat rauchen kann, muss doch einiges übrig bleiben?
hbr
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 1858

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2009 - 18:29:04    Titel:

Es muss ein Mindestlohn her. 7,50 Euro finde ich angemessen. Wenn jemand schon 8 Stunden seiner Lebenszeit pro Tag arbeitet muss dies auch so honoriert werden dass man davon leben kann, ohne sich zu sehr einschränken zu müssen.

Alternativen wie Kombilohnmodelle lehne ich ab, weil hier wiederum Steuergelder an Private fliessen. Das Ergebnis wären massive Mitnahmeerffekte. Außerdem wird durch einen Mindestlohn verdeutlicht, dass Arbeitnehmer einen Wert darstellen
Lilienkult
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Anmeldungsdatum: 14.08.2009
Beiträge: 383

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2009 - 18:34:38    Titel:

Mh - und wenn ich jetzt von Beruf Künstler bin - setzt du dann durch, dass meine Bilder für mindestens 250€ das Stück gekauft werden müssen?

Da habe ich schließlich auch mehrere Stunden dran gearbeitet!
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2009 - 18:45:29    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Ich halte es allerdings für ziemlich entwürdigend, wenn man sich nach einer 8h-Schicht in die Schlange stellen und zusätzlich Almosen abholen muss, um von seiner Vollzeitstelle leben zu können. Sowas Ähnliches schlägst du ja vor, wenn du den Bäcker zwingen möchtest, einen Teil seiner Produktion kostenlos abzugeben, anstatt seine Verkäuferin ordentlich zu bezahlen. Wobei sich mir der Gewinn des Bäckers bei dieser Praxis nicht erschließt, schließlich muss er die Brötchen, die er dann kostenlos abgibt, ja auch irgendwie bezahlen...


Du hast mich missverstanden. Ich habe gerade überlegt: wenn wir schon bei Zwangsmaßnahmen gegen Unternehmen sind und sie zwingen wollen Geld zu verschenken. Warum sollen sie dann nicht gleich ihre Produkte für Geringverdiener verschenken? Warum den Umweg über den Lohn machen?

Gruß
Pauker
Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 10 Sep 2009 - 18:49:00    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:
Es ist übrigens klar gesetzlich geregelt, was "vernünftig Leben", ohne Luxus, in Deutschland bedeutet: Es gibt einen Pfändungsfreibetrag. Mindestens das muss man dir lassen, auch wenn du sonst aufgrund von Überschuldung alles andere a deine Gläubiger abtreten musst.

Der bewegt sich bei etwa 1000€/Monat

1000 EUR? Pfft! Davon können viele Studenten nur träumen. Haben die etwa kein Recht, "vernünftig" zu leben?

Bei so einer Höhe gehe ich wieder nach Deutschland zurück, nehme mir den relaxesten Job der Welt und fordere gefälligst meine 1000 EUR / Monat um vernünftig zu leben. Nachtwächter oder so fände ich nicht schlecht, irgendwas, wo primär meine bereitschaftliche Anwesenheit gefordert wird. In der Zeit kann ich mich dann weiterbilden, wenn mein Arbeitgeber damit einverstanden ist, und der Job passt.

Aber zurück zu dem Job:
Vielleicht würde ich den Job als Nachtwächter auch für 4 EUR pro Stunde machen.
Und möglicherweise ist das auch das, was mein potentieller Arbeitgeber gerade noch zahlen würde.

Mit welcher Arroganz nehmen sich Mindestlohnbefürworter wie du eigentlich heraus, meinem potentiellen Arbeitgeber zu verbieten, mich zu diesem Lohn anzustellen?


Zuletzt bearbeitet von Julius_Dolby am 10 Sep 2009 - 18:55:53, insgesamt 2-mal bearbeitet
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