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Darf der Anwalt eine Lüge bewusst zu Gericht tragen? (ZivilR
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Darf der Anwalt eine Lüge bewusst zu Gericht tragen? (ZivilR
 
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mf1988
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Anmeldungsdatum: 29.07.2008
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 02 Jul 2009 - 07:30:43    Titel: Darf der Anwalt eine Lüge bewusst zu Gericht tragen? (ZivilR

Guten Morgen allerseits,

ich würde mal gerne wissen, ob der Anwalt eigentlich bewusst für jemanden lügen darf. Im Berufsrecht kenne ich mich absolut gar nicht aus.
Im Zivilprozess gilt ja die Wahrheitspflicht, § 138 I ZPO.
Angenommen, Mandant X möchte eine günstige Beweislastverteilung im Zivilprozess bzgl. eines bestimmten Schadensersatzanspruchs ausnutzen, möchte dahingehend wider besseres Wissen falsche Tatsachen vor Gericht bringen, die die Gegenpartei seiner Kalkulation nach nicht widerlegen kann. Er braucht aber einen Anwalt, da es ein Verfahren mit Streitwert 5000,00 € und aufwärts (und kein Mietstreit etc.) ist und daher vor dem LG prozessiert werden muss.
Darf der Mandant jetzt zum Anwalt die Wahrheit sagen und der Anwalt vertritt dann, ebenfalls in die Lüge eingeweiht, die getürkte Geschichte vor Gericht, oder müsste der Mandant auch dem Anwalt schon die Lüge auftischen, sodass der Anwalt "gutgläubig" in den Prozess geht?

Gibt es dazu vielleicht Fundstellen in der BRAO etc.?

Vielen Dank schonmal!

M.F.
Maria1984
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Anmeldungsdatum: 10.02.2007
Beiträge: 112
Wohnort: Münster

BeitragVerfasst am: 02 Jul 2009 - 08:11:55    Titel:

§ 43a Grundpflichten des Rechtsanwalts
(1) Der Rechtsanwalt darf keine Bindungen eingehen, die seine berufliche Unabhängigkeit gefährden.
(2) Der Rechtsanwalt ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Diese Pflicht bezieht sich auf alles, was ihm in Ausübung seines Berufes bekanntgeworden ist. Dies gilt nicht für Tatsachen, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen.
(3) Der Rechtsanwalt darf sich bei seiner Berufsausübung nicht unsachlich verhalten. Unsachlich ist insbesondere ein Verhalten, bei dem es sich um die bewußte Verbreitung von Unwahrheiten oder solche herabsetzenden Äußerungen handelt, zu denen andere Beteiligte oder der Verfahrensverlauf keinen Anlaß gegeben haben.
(4) Der Rechtsanwalt darf keine widerstreitenden Interessen vertreten.
(5) Der Rechtsanwalt ist bei der Behandlung der ihm anvertrauten Vermögenswerte zu der erforderlichen Sorgfalt verpflichtet. Fremde Gelder sind unverzüglich an den Empfangsberechtigten weiterzuleiten oder auf ein Anderkonto einzuzahlen.
(6) Der Rechtsanwalt ist verpflichtet, sich fortzubilden.
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 03 Jul 2009 - 14:18:18    Titel:

Erklärungen wider besseren Wissens sind unzulässig. Der Anwalt würde sich strafbar machen, ebenso auch der Mandant

T/P § 138 Rn. 3
Lukeos
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Anmeldungsdatum: 17.04.2008
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 05 Jul 2009 - 17:58:54    Titel:

Natürlich darf es es nicht. Ich denke aber, dass das, leider, immer wieder vorkommt. Der Anwalt würde sich darauf berufen, dass der Mandant ihm nicht die Wahrheit gesagt. Naja, so ist das leider Mad
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