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Jurastudium mit Vorstrafen? - Diskussion
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Jurastudium mit Vorstrafen? - Diskussion
 
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Sharillon
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Anmeldungsdatum: 29.02.2008
Beiträge: 183

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2009 - 07:38:42    Titel:

Mir geht es ja nicht um die Leute, die mal nen Kaugummi im Plus oder was weiß ich wo geklaut haben.

Sondern das, was ich da im 123recht.net forum gelesen hab, fand ich schon erschreckend. Leute, die wegen schwerer Körperverletzung vorbestraft sind wollen nun Jura studieren.

Leute, die mehrmals wegen §316 StGB bestraft worden sind, wollen nun Jura studieren. Es geht ja nicht um eine einmalige Trunkenheitsfahrt.

Oder gewerbliches Handeln mit Betäubungsmitteln...


Für mich sahen die meisten Sachverhalte, die da gepostet worden sind, einfach nicht nach nem dummen Jugendstreich aus, sondern eher nach uneinsichtigem Handeln. Es schien mir sogar so, dass die Threadersteller dort kaum Einsicht zeigten, was ich aber natürlich aus einem einfachen Post aus einem Forum nicht unterstellen sollte.


@Daphney

Zwischen Mist bauen und schwere Körperverletzung oder Drogenhandel gibts imo nen gewaltigen Unterschied... Wink

Wobei ich dir in einigen Punkten zustimme. Ich glaube auch nicht, dass alles, was in Gesetzen steht "richtig" ist.
Will nicht wissen, was die 99% der Jurastudenten auf ihrem MP3-Player an Musik haben...

Nur gehts mir, wie gesagt, nicht um so Pipifax wie mal ne Ohrfeige oder der Diebstahl geringwertiger Sachen.
Ich zitere einmal

Zitat:
Hallo,
ich wurde vor dreieinhalb Jahren wegen Einfuhr von Hasch in nicht geringer Menge zu 6 Monaten Freiheitsstrafe ausgesetzt zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt


oder hier

Zitat:
Urkundenfälschung, 40 TS a 10,00 Euro, rechtskräftig seit August diesen Jahres
Vortäuschen einer Straftat, noch kein Termin
Steuerhinterziehung, Summe ca. 7.000,00 Euro, noch kein Termin
Betrug, 80.000,00 Euro
Betrug, 44.000,00 Euro
Betrug, 1.000,00 Euro


Ich persönlich frage mich einfach dann, warum man Jura studieren will. Eigentlich sollte man doch, wenn man ins Alter des Studiums kommt, eigentlich erwachsen genug sein so nen Scheiß bleiben zu lassen.

Ich bin beileibe kein Mensch, der sagt: "Einmal Mist gebaut, immer Mist bauen!"
Daphney
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2009 - 13:59:07    Titel:

Ich habe schon verstanden, dass du einen Unterschied zwischen Mistbauen (bei dir: Kaugummi klauen) und Drogeneinfuhr oder Körperverletzung siehst, für mich fällt letzteres aber unter Mist bauen. Wie du siehst kann man darüber unterschiedlicher Ansicht sein - wie auch übrigens über die Sinnhaftigkeit von Marihuanaverbot (wie schnell eine Sache legal wird, wenn man das entsprechende Gesetz ändert...). Es ist ja immer auch eine Frage wie behütet jemand aufwächst, eine Frage unterschiedlicher Lebensrealitäten. Vorbestraften ein Jurastudium abzusprechen finde ich wahnsinnig anmaßend.
Zeitgeist1983
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Anmeldungsdatum: 29.07.2009
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2009 - 23:50:59    Titel:

wer vorbestraft ist wird doch eh nicht zum staatsexamen zugelassen, oder täusche ich mich da ?

von daher erledigt sich das problem doch ziemlich zeitnah von allein...
Daphney
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Anmeldungsdatum: 03.05.2009
Beiträge: 214

BeitragVerfasst am: 03 Aug 2009 - 23:58:05    Titel:

Kommt scheinbar auf das Bundesland an, bei den meisten wirst du jedoch nicht zum Referendariat zugelassen, allerdings kann man die als Beispiele genannten Delikte (ich hoffe, das Wort stimmt juristisch überhaupt) auch begehen und haarscharf an einer Vorstrafe vorbeischrammen. Oder sie verschwindet im Laufe des Studiums vielleicht oder man klagt... (siehe hierzu: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/102480,0.html). Außerdem ging es darum, wie so jemand überhaupt auf die Idee kommen kann Jura zu studieren.
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Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 1988
Wohnort: Am Tor zum Allgäu

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2009 - 00:06:20    Titel:

figwam01 hat folgendes geschrieben:
Aus demselben Grund, wieso so viele Verrückte Psychologie studieren? Razz

und sry wegen Vorurteil...Wink


Weil nur Verrückte ihresgleiche erkennen!
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Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 1988
Wohnort: Am Tor zum Allgäu

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2009 - 00:12:56    Titel:

Zeitgeist1983 hat folgendes geschrieben:
wer vorbestraft ist wird doch eh nicht zum staatsexamen zugelassen, oder täusche ich mich da ?

von daher erledigt sich das problem doch ziemlich zeitnah von allein...


Vielleicht wird die Vorstrafe als Praktikum gewertet?

Ein guter Bekannter von mir hat mit 16 Mist gebaut, war vorbestraft und Jahre später in der JVA Aufseher. Brachte es bis zum Direx-Stellvertreter und ging mit 60 in Pension!
Zeitgeist1983
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Anmeldungsdatum: 29.07.2009
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2009 - 00:13:34    Titel:

hm, wäre mir neu, dass man mit vorstrafen durchs (allerspätestens) zweite examen kommt.

aber gut, die frage, warum "so jemand" jura studiert.

allgemein: eine vorstrafe kann sich jeder von uns im handumdrehen einhandeln. das geht manchmal schneller, als einem lieb ist (und nein, ich hab keine *G*)

andererseits gibt es auch in meinem semester genug leute, die jura studieren und trotzdem prügeln oder betrügen oder mit drogen handeln. mein persönlicher favorit hatte sogar schon seinen eigenen auftritt bei akte 09 wegen betrug im größeren stil.

ein kurzer exkurs:
wenn ich nicht gerad jura studiere bin ich selbstständig.
und ich sage euch: auf legalem wege kannst du kaum noch geld machen.

glücklicherweise braucht man keinen moralischen freifahrtschein fürs staatsexamen. denn dann würde es keine juristen mehr geben. und mal im ernst, wenn du später deine mandanten vertrittst biegst du das recht, so wie du es gerade brauchst und versuchst, damit durchzukommen. das ist dann dein job, dafür wirst du bezahlt. früh übt sich...
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2009 - 01:41:59    Titel:

Die Antwort ist doch im Grunde ganz einfach und dass du sie nicht erkennst liegt an deiner doch etwas naiven weltsicht. Es gibt viele Gründe Jura zu studieren, aber für die wenigsten wird der ausschalöggebende Grund gewesen sein ein wichtiges Organ der Rechtspflege zu werden um unser Rechtssystem zu unterstützen.
Die meisten sind motiviert durch Geld, Geltungsdrang, Wissensdurst und vieles mehr. Und hier stehen vorstrafen absolut nicht im widerspruch zu diesen Motivationen.
Wenn man deinen Gedankengang weiterspinnt müsste dagegen jeder Anwalt ein Mandat ablehnen bei der er dem Täter bewußt hilft um dessen wohlverdiente Strafe herumzukommen.

Um andere beispiele zu nennen: Es gibt polizisten die Kiffen und zu schnell Fahren, Onkologen die Rauchen und Psychologen mit Depressionen.


P.S.: Imho ist es so dass ne Vorstrafe dem ersten Staatsexamen nicht schadet (Man erinnere sich an Markus Gäfgen der nach der Verurteilung wegen Mordes noch im Knast sein erstes Staatsexamen ablegen konnte). Dagegen wird man aber mit einer vorstrafe meist keine Referendarstelle kriegen und ohne die auch keine Zulassung zum 2. Staatsexamen.
Diplomierter
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Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 1988
Wohnort: Am Tor zum Allgäu

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2009 - 02:00:34    Titel:

Gregsen hat folgendes geschrieben:
Die Antwort ist doch im Grunde ganz einfach und dass du sie nicht erkennst liegt an deiner doch etwas naiven weltsicht. Es gibt viele Gründe Jura zu studieren, aber für die wenigsten wird der ausschalöggebende Grund gewesen sein ein wichtiges Organ der Rechtspflege zu werden um unser Rechtssystem zu unterstützen.
Die meisten sind motiviert durch Geld, Geltungsdrang, Wissensdurst und vieles mehr. Und hier stehen vorstrafen absolut nicht im widerspruch zu diesen Motivationen.
Wenn man deinen Gedankengang weiterspinnt müsste dagegen jeder Anwalt ein Mandat ablehnen bei der er dem Täter bewußt hilft um dessen wohlverdiente Strafe herumzukommen.

Um andere beispiele zu nennen: Es gibt polizisten die Kiffen und zu schnell Fahren, Onkologen die Rauchen und Psychologen mit Depressionen.


Apotheker und Ärzte waren es früher zu Beginn 1900 und sind es vielleicht heute noch die größten Cocaisten und Morphoisten, denn sie sitzen an der Quelle!

Sigmund Freud wollte seinen Freund Fleisner vom Morphium wegbringen indem er ihm Kokain gab. Die Substitution der einen Sucht durch die andere endete tragisch. Verfolgungswahn und Selbstmord!
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 04 Aug 2009 - 02:59:39    Titel:

Apotheker kenn ich keine, aber was ich von befreundeten Meidizinstudenten, die im klinischen sind, über Ärzte höre deckt sich sehr stark mit deinen Aussagen Smile
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