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Fragen zu Strafrecht
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Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 11 Aug 2009 - 08:03:39    Titel:

summisummi hat folgendes geschrieben:

Zum ersten Tatkomplex hab ich noch eine Frage: Was genau muss ich dann prüfen? Muss ich den K komplett durchprüfen, dann die Anstiftung des A zum Töten des X und dann den Mord des A an K? Kann man dem A eig. zu Gute schreiben, dass er den X rettet? Er macht das ja nur, damit er nicht als Eifersuchtstäter erkannt wird. Vor allem sind die Rechtsgüter ja gleichwertig, das Leben des Einen gegen das Leben des Anderen.


Der K ist tot, d.h. du prüfst ihn nur, wenn im SV danach gefragt ist! SEHR WICHTIG! Für eine Haupttat musst du ihn nicht prüfen, das kannst und musst du dann inszident in der Prüfung der Anstiftung des A machen.

A. Strafbarkeit des A gem. §§ 211, 212 I, 22, 23 I, 26 StGB (Anstiftung zur versuchten Tötung an X)
--> Haupttat (inszidente Haupttäter-Prüfung): Hat K schon unmittelbar zur Tötung angesetzt?
--> Hat K ein Mordmerkmal?
--> Mögliche Mordmerkmale des A: Niedrige Beweggründe (Eifersucht)
--> Darauf achten, inwiefern hier § 28 relevant wird

B. Strafbarkeit des A gem. §§ 211, 212 I, 30 I StGB (Versuchte Anstiftung zur Tötung an X)
--> Nur prüfen, wenn unmittelbares Ansetzen des K oben nicht vorliegt!!! (Ich glaube aber, dass der SV darauf hinauswill, was man an den Infos bzgl. der Rettungsmotive des A bzgl. X erkennt.)
--> Rücktrittsprüfung (§ 31 I Nr. 1 StGB), da K aus Gründen der Rettung des X die Tat verhindert – hier wäre dann das Merkmal „Freiwilligkeit“ zu problematisieren (autonome oder heteronome Motive? Eher heteronom, somit Rücktritt (-))

C. Strafbarkeit des X gem. §§ 211, 212 I StGB (Tötung des K)
--> Probleme: Verdeckungsabsicht
1. Kann Verdeckungsabsicht vorliegen, wenn bzgl. der Tötung nur dolus eventualis vorliegt? (i.E. nach h.M. (+))
- Das wird nur problematisch, wenn dolus eventualis vorliegt; wenn dies nicht vorliegt, muss im Anschluss noch § 222 StGB geprüft werden.

2. Muss eine Straftat verdeckt werden oder genügt Verdeckungsabsicht hinsichtlich der Täterschaft als solcher?


Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 11 Aug 2009 - 08:34:55, insgesamt 4-mal bearbeitet
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 11 Aug 2009 - 08:17:57    Titel:

P.S. Es sei angemerkt, das hani alle wichtigen Dinge oben schon genannt hat, wie ich gerade feststelle Smile .

hani125 hat folgendes geschrieben:

Recht witzig find ich, müßte mich allerdings erst hineindenken, bei beiden Prüfungen die Rechtswidrigkeitsebene. Der Sachverhalt sagt ja ausdrücklich, dass A handelt, um das Leben des X zu retten.


Was meinst du, wie man das in die RWK-Ebene einbauen könnte?

Ach ja, dass Körperverletzungsdelikte noch angesprochen werden müssen, hab ich jetzt nicht erwähnt, aber denke, das ist klar. Ausführlichkeit je nachdem, ob du Tötungsvorsatz bejahst oder nicht.
summisummi
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Anmeldungsdatum: 07.08.2009
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 11 Aug 2009 - 15:21:42    Titel:

Danke für eure Hilfe.
summisummi
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Anmeldungsdatum: 07.08.2009
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2009 - 16:11:45    Titel:

Hallo

Habe nochmal eine Frage.
Es geht um den Vorsatz des A den K zu töten.


Zitat:
Wenn de den Vorsatz hinsichtlich der Tötung nicht bejahen kannst, wird Körperverletzung mit ihren Varianten geprüft.


Zitat:
Ach ja, dass Körperverletzungsdelikte noch angesprochen werden müssen, hab ich jetzt nicht erwähnt, aber denke, das ist klar. Ausführlichkeit je nachdem, ob du Tötungsvorsatz bejahst oder nicht.


Heißt das, ich muss KV nur prüfen, wenn ich dolus eventualis bei A ausschließe und von bewusster Fahrlässigkeit ausgehe? Also würde ich im Vorsatz feststellen, dass A fahrlässig gehandelt hat. Dann prüfe ich Fahrlässigkeit und dann die KV? Oder muss ich KV auch prüfen, wenn ich dolus eventualis bejahe?

Wäre sehr dankbar, wenn ihr mir darauf antworten könntet. Dann wäre ich auch so gut wie durch. Danke.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 02 Sep 2009 - 16:46:22    Titel:

Ansprechen solltest du in einem juristischen Gutachten alle Delikte, die vorliegen, also logischerweise auch die KV. Allerdings, sofern ein vorsätzliches vollendetes Tötungsdelikt vorliegt, genügt - im Falle des Vorliegens von § 223 I StGB - in der Regel entweder ein Satz oder die Erwähnung in den Konkurrenzen.
Wenn noch Var. des § 224 I BGB vorliegen, würde ich die normal prüfen, Ausführlichkeit je nachdem, ob problematisch oder nicht.

Sofern nur Tötungsversuch vorliegt, muss die KV jedenfalls geprüft werden, da sie nach h.M. dann nicht zurücktritt! Dazu sollten (sofern dieser Fall einschlägig ist) in den Konkurrenzen dann auch noch ein paar Worte gesagt werden.

Da können wir dir jetzt leider auch kein Patentrezept geben, ist immer fallabhängig, wie ausführlich zurücktretende Delikte angesprochen werden müssen und außerdem Geschmackssache. Es gibt nicht immer DEN EINEN Königsweg...
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1204
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2009 - 21:12:10    Titel:

Zitat:
hani125 hat folgendes geschrieben:

Recht witzig find ich, müßte mich allerdings erst hineindenken, bei beiden Prüfungen die Rechtswidrigkeitsebene. Der Sachverhalt sagt ja ausdrücklich, dass A handelt, um das Leben des X zu retten.


Was meinst du, wie man das in die RWK-Ebene einbauen könnte?


Ich weiß jetzt nicht wie der Sachverhalt konkret gestrickt ist. Man könnte aber daran denken, wenn sich das Geschehen so zuspitzt, dass der Schuss erforderlich ist, die Rechtswidrigkeit der Tötungshandlung zu problematisieren. Inbesondere fragt sich, ob man das subjektive Rechtfertigungselement zu bejahen ist, wenn es heißt "Um nun dsa Leben des X zu retten" oder ob das von seiner eigenen Intention, nicht als Eifersuchtstäter erkannt zu werden, überlagert wird.
summisummi
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Anmeldungsdatum: 07.08.2009
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 13:29:33    Titel:

Danke Marina.

Ich hab das jetzt so gedeutet, dass er unbedingt verhindern will, als Eifersuchtstäter erkannt zu werden. Ich habe die Freiwilligkeit des Rücktritts aufgrund heteronomer Gründe abgelehnt, da er 1) nicht entdeckt werden will, 2) er schon vorbestraft ist und jetzt nicht noch mehr Ärger will und 3) ihm am Leben des X eig. nichts liegt. Er handelt eben nur eigennützig und zeigt keine Anzeichen von Reue.
summisummi
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Anmeldungsdatum: 07.08.2009
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2009 - 11:58:25    Titel:

Hey

Hab nochmal eine Frage, die sich mir grad aufdrängt.

Ich habe den getöteten K inszident geprüft. Die Prüfung ist jedoch recht lang geraten, da ich dann auch Sachen wie Heimtücke und gemeingefährliche Mittel da schon ausführlich aufgeführt hab. Ich brauch diese nämlich auch im weiteren Gutachten und könnte dann eben stets nach oben verweisen. Ist das denn nun ok, dass ich das bei K schon so ausführlich gemacht habe? Sind 3 Seiten nur inszidente Prüfung für den Toten. Ist das nun nachvollziehbar oder sollte ich die Definitionen dann erst später bringen?
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