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Betrug durch Doping
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Duckly
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Anmeldungsdatum: 19.11.2006
Beiträge: 79

BeitragVerfasst am: 12 Aug 2009 - 21:46:08    Titel: Betrug durch Doping

Ich habe eine Frage zu folgendem kleinen Sachverhalt:

A ist begeisterter Trainer von Rennpferden. Leider ist er in letzter Zeit nicht mehr so erfolgreich. Um wieder Rennen zu gewinnen, sein Ansehen zu steigern sowie das Preisgeld des anstehenden Früjahrsrennens zu gewinnen ( 20.000 € ) beschließt er seinem Pferd "Alte Reitstute" eine auf der nationalen Dopingliste stehende Substanz zu verabreichen.
Beim Früjahrsrennen - bei dem der Eintritt für die Zuschauer frei ist - wird A gefragt, ob er seinem Pferd eine verbotene Substanz verabreicht habe. Dies verneint er. Bei dem Rennen läuft sein Pferd mit knappen Vorsprung auf den ersten Platz. Zweitplatziert ist das Pferd von C "Alter Hengst". C fühlt sich um den Sieg betrogen und behauptet gegenüber der Rennleitung, dass A sein Pferd mit Dopingmitteln zum Erfolg getrieben habe. Daraufhin lässt die Rennleitung eine Dopingprobe entnehmen. Dennoch zahlt sie zunächst das Preisgeld an A aus.

Hat A sich wegen Betrugs gemäß § 263 I StGB strafbar gemacht ?

<=

A. Strafbarkeit des A wegen Betrugs gegenüber der Rennleitung und zulasten der Rennleitung

1. Täuschung ( + )
2. Irrtum ( + )
3. Vermögensverfügung ( + )
4. Vermögensschaden ( - )
=> Die Rennleitung hätte das Geld auf jeden Fall an den Gewinner auszahlen müssen; sie hätte also keine gleichwertige Gegenleistung erhalten; dies wäre also auch dann der Fall gewesen, wenn das Pferd des A nicht gedopt gewesen wäre
Darüber hinaus könnte hier der Streit eine Rolle spielen, ob die Rennleitung sich bewusst selbst geschädigt hat und ob der Betrug eine unbewusste Selbstschädigung voraussetzt; für eine bewusste Selbstschädigung könnte hier zunächst sprechen, dass die Rennleitung bereits Zweifel an der Einhaltung der Wettkampfregeln durch A hatte, weswegen sie die Dopingprobe entnommen hat; Sie hat den Ausführungen des C also Glauben geschenkt; demnach bestand schon ein gewisses Risiko, dass das Geld nicht an den tatsächlichen Gewinner ausgezahlt wird; auf der anderen Seite können Zweifel alleine nicht schon für eine bewusste Selbstschädigung ausreichen, solange noch die Möglichkeit besteht, dass in Wahrheit nicht gedopt wurde; schließlich liegt letztendlich nur eine Meinungskundgabe des C vor; konkrete Beweise führt er nicht

B. Strafbarkeit des A wegen Betrugs gegenüber der Rennleitung und zulasten des C

1. Täuschung ( + )
2. Irrtum ( + )
3. Vermögensverfügung ( - )
=> Die Rennleitung hat nur über das eigene Vermögen verfügt, nicht aber über das Vermögen des C; gegen eine Verfügung über das Vermögen des C spricht schon, dass das Geld erst mit Auszahlung ( Übereignung durch Übergabe gemäß § 929 S. 1 BGB ) in das Vermögen des C übergegangen wäre; dies ist jedoch infolge der Auszahlung des Geldes an A nicht erfolgt; damit hat C kein Eigentum an dem Geld erworben; sein Vermögen hat sich also auch insbesondere nicht vermindert, sondern ist gleich geblieben; damit läge auch kein Vermögensschaden vor, insofern man eine Vermögensverfügung bejahen würde; wenn unter Vermögen alle materiellen Güter einer Person zu verstehen sind, dann setzt dies gerade voraus, dass die betreffende Person daran Eigentum erworben hat; nur die zum Eigentum gehörenden Gegenstände sind daher auch Vermögen

C. Strafbarkeit des A wegen Betrugs gegenüber der Rennleitung und zulasten der Zuschauer ?
( - ) => Dafür spricht schon, dass die Zuschauer normalerweise ein Pferderennen anschauen, um den Wettkampf zu sehen; zudem ist das Thema Doping in der Öffentlichtkeit weit verbreitet, so dass niemand davon ausgehen kann, dass die jeweilige Sportart komplett dopingfrei ist; weiter anzuführen ist auch, dass die Zuschauer freien Eintritt hatten; sie haben also in keinem Fall einen Vermögensschaden erlitten; es wurde auch schon nicht über ihr Vermögen verfügt

<=

Dies ist jetzt nur eine Kurzlösung. Für viele meiner Argumente habe ich im Internet Fachberichte gefunden, die im Prinzip genau denselben Ansatz verfolgen; Damit müsste die Richtung der Lösung in Ordnung sein. Wichtig wären mir aber noch ein paar weitere Meinungen. Das Thema Doping und eine daraus resultierende Strafbarkeit wegen Betrugs ist ja sogar in der Rechtspraxis äußerst umstritten und beschäftigt nach wie vor die Sportgerichte und nicht die Strafgerichte. Daher vermute ich, dass bei dem Fall eher eine eigene Argumentation mit nachvollziehbarem Ansatz wichtig ist, als eine korrekte Lösung. Die gibt es ja noch nicht einmal von den Experten.

Oder kennt vielleicht jemand von euch eine Rechtsquelle oder eine Zeitschrift in der sich mehr zu dem Thema finden lässt ?
Naaf
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Anmeldungsdatum: 09.09.2009
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 09 Sep 2009 - 17:52:43    Titel:

Hey, ich arbeite an einem ähnlichen Fall, bist du denn inzwischen schon fertig geworden?
Die Sache ist jedoch die, ich finde absolut keine Literatur dazu!!! und es kann ja nicht sein, dass er absolut straffrei davon ommt, oder?
Könntest du mir da weiterhelfen?
Thanks
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