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"vorprogrammiert" als Pleonasmus im Duden?
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<3chen
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 239

BeitragVerfasst am: 28 Aug 2009 - 17:06:49    Titel: "vorprogrammiert" als Pleonasmus im Duden?

Hallo!


Zuletzt bearbeitet von <3chen am 01 Sep 2009 - 22:02:50, insgesamt einmal bearbeitet
just_phil
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Anmeldungsdatum: 23.08.2008
Beiträge: 1006

BeitragVerfasst am: 28 Aug 2009 - 18:04:59    Titel:

laut wikipedia gehört "vorprogrammieren" zu den feststehenden ausdrücken. vielleicht hilft dir das ja irgendwie.

LINK
sonnenglück
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Anmeldungsdatum: 26.08.2009
Beiträge: 392

BeitragVerfasst am: 28 Aug 2009 - 18:10:13    Titel:

Natürlich handelt es sich um einen Pleonasmus, aber, du wirst im Duden noch viele weitere finden als Bsp. Volksdemokratie( Demokratie= Volksherrschaft), Baumallee (ja, was ist denn eine Allee....) etc. Dennoch existieren diese Wort, sie weden gebaucht und deshalb stehen sie auch im Duden...





edit: Tastatur spinnt Sad
<3chen
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 239

BeitragVerfasst am: 29 Aug 2009 - 10:06:58    Titel:

Ja, danke!

LG <3chen
Generaltoni
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Anmeldungsdatum: 30.12.2005
Beiträge: 1729
Wohnort: Im Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 31 Aug 2009 - 13:53:51    Titel:

Pleonasmen - sind nicht einfach Sprachfehler, sondern viel häufiger stilistisch-rhetorische Sprachmittel!


Bei den hier behandelten pauschalen Begriffen sollte man differenzieren und sorgfältiger nachschlagen:

„Baumallee“

Für „Baumallee“ habe ich sprachistorisch zuerst diesen poetisch aufgemotzten Beleg gefunden, von einem Autor, der nicht zu den klassisch stilistischen Vorbildern, sondern zu den volkstümlichen Trivialautoren gehört:
In Gustav Freytags Roman „Soll und Haben“ (1855) findet sich folgender Satz: „Bei vielen Dörfern konnte man an der stattlichen Baumallee und dem Dach eines großen Gebäudes den Rittersitz erkennen, welcher neben den Dorfhäusern lag, wie der Schäferhund neben der wolligen Herde.“ - Der semantische Gebrauch ist hier effektvoll!

Gutenberg.spiegel.de gibt noch 16 Treffer aus deutscher oder Weltliteratur an, bei denen zumeist poetische Differenzierungen ausmachen kann.

http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=11


Volksdemokratie

Volksdemokratie weist der Duden sachlich sinnvoll nach, nicht als Idealwort, sondern als Worbestand, das vielleicht bald verschwindet aus dem Alltagsdeutsch und dann nur noch in historischen, z. B. politischen Wörterbüchern stehen wird:

Duden-Eintrag: „Volksdemo|kra|tie, die [nach russ. narodnaja demokratija]: 1. sozialistisches, an die Herrschaft der kommunistischen Partei gebundenes Regierungssystem mit einer von der Partei bestimmten Volksvertretung. 2. Staat mit volksdemokratischem Regierungssysem“.

- Der Duden ist kein Zwangs-Normierungs-Wörterbuch, sondern ein Nachschlagwerk hinsichtlich Rechtschreibung und Bedeutung bei möglichen Unsicherheiten oder Abweichungen oder Missverständnissen.

„... vorprogrammiert“

„Vorprogrammiert“ als PPP und im adverbialen Gebrauch hat es schon lange gegeben, bevor der Home-PC den heimischen Schreibtisch eroberte und „programmieren“ ein Alltagsverb wurde.
Das Verb „vorprogrammieren“ ist äußerst selten; auch nach dem Urteil im Duden..

Vgl. diese zwei Beispiele bei wortschatz.de:

„Aber an der Spitze der Republik muß man deshalb noch lange nicht von 'vorprogrammieren' reden, wo es, wenngleich unschön, programmieren auch täte. (welt.de vom 03.03.2005)

“Wie bei einem großen Videorecorder auch lassen sich Aufnahmen vorprogrammieren.“ (spiegel.de vom 06.09.2006)

http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&Wort_id=59294228

Dort in der größten Wortschatzsammlung im web ist das PPP „vorprogrammiert“ als Prädikatsnomen oder Adverb - in keinem Fall als Adjektiv (das als Attribut einem Nomen zugeordnet wäre ) - 197 x erfasst:

http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&Wort_id=2418179

Beliebte, wiederkehrende, redensartliche, nicht argumentative Wendungen sind dort vorgängig:

Das Chaos, ... der Ärger, ... die Katastrophe, Armut, Fehlentwicklung… ist vorprogrammiert. (...)

Das ist akzeptabel, erklärbar und sinnvoll als rhetorisch-emphatischer Gebrauch.

Auch Bastian Sick hat seine Bemerkung wg. „Pleonasmus“ auf den ungebräuchlichen Infinitiv „vorprogrammieren“ bezogen; was natürlich mit „programmieren“ identisch und sprachlogisch und kritisch sinnvoll ist, das Grundverb verwendet aber niemand so.

Vgl. die Neuausgabe seiner drei Bände: B.S.: „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“. Folge 1-3. Kiwi 1072. 2009. S. 615.
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