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Konkurrenz Mord / Totschlag Spezialität?
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Konkurrenz Mord / Totschlag Spezialität?
 
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Mesut 36
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Anmeldungsdatum: 14.08.2009
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2009 - 18:12:05    Titel: Konkurrenz Mord / Totschlag Spezialität?

Wie soll ich in den Konkurrenzen und folgend im Gesamtergebnis das Verhältnis zwischen Mord und Totschlag darstellen? Ich sehe dabei Mord als Qualifikation an.

Muss ich schreiben Totschlag tritt wegen Spezialität hinter Mord zurück?
Im Gesamtergebnis dann nur: A hat sich wegen § 211 II Var. X strafbar gemacht?
Oder müssen das beide tatbestände stehen §§ 212 I , 211 II Var X... ? Aber wieso dann die Konkurrenzen?
Oder lässt man Konkurrenzen zwischen Mord und Totschlag weg wenn man das als Qualfikation und Grundtatbestand sieht?

Und wie ist es wenn nebenbei noch Körperverltzung 223 I , 224 I Nr . X verwirklicht wurde? Muss man dann dann unter den jeweiligen Körperverltzungen auch Konkurrenzen darstellen oder ist dass neben Tötungsdelikte irrelevant und man schreibt einfach dass die Tötungsdelikte die Körperverletzungsdelikte wegen Konsumtion zurücktreten lassen?

Viele Fragen, wäre fürne Antwort sehr dankbar Smile
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1203
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 03 Sep 2009 - 18:44:57    Titel:

Zitat:
Oder lässt man Konkurrenzen zwischen Mord und Totschlag weg wenn man das als Qualfikation und Grundtatbestand sieht


Ja genau. Versteht man den Mord als Qualifikation des Totschlages, konkurrieren diese beiden Tatbestände ja nicht miteinander, sondern ergänzen sich. Dementsprechend liegt auch keine Konkurrenz vor. Es handelt sich sozusagen um eine qualifizierte Form des Totschlages.
(Das heißt aber nicht, dass de einfach ... hat sich nach §211 strafbar gemacht hinschreiben könntest, er hat sich eben nach §§ 212 I, 211 .. strafbar gemacht; nur ist dies eben keine Frage der Konkurrenz und daher auch nicht bei den Konkurrenzen zu behandeln.)


Anders, wenn man darin zwei selbständige Tatbestände mit eigenen Unrechtsgehalt erblickt. Dann kämpfen Mord und Totschlag miteinander, indes ist die Gesetzeskonkurrenz insofern eine unechte Konkurrenz als dass der Verlierer, der Totschlag, regelmäßig feststeht und in der Bedeutungslosigkeit, d.h. dass er im Urteilstenor nicht mehr erscheint, verschwindet.

Zitat:
Und wie ist es wenn nebenbei noch Körperverletzung 223 I , 224 I Nr . X verwirklicht wurde?


Wenn dies durch diesselbe Handlung im konkurrenzrechtlichen Sinne geschehen ist, wird die Körperverletzung vom Mord/Totschlag verdrängt.
Würd' das dann als einen Fall der Komsumtion verstehen wollen, also das schwerere Delikt (hier Totschlag) beinhaltet sozusagen den Unrechtsgehalt des anderen (hier Körperverletzung). Vielleicht ist's aber auch ein Fall (systematischer) Subsidiarität, wer weiß Wink
Mesut 36
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Anmeldungsdatum: 14.08.2009
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 02:48:47    Titel:

Also reicht es quasi wenn ich in diesem Fall folgendes schreibe: ... ?

Die §§ 223 I 224 I Nr. X treten hinter 212 I, 211 II Var. X im Wege der Konsumtion zurück.

Damit hat sich A gemäß §§ 212 I, 211 II Var. X strafbar gemacht.

?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 07:09:49    Titel:

hani125 hat folgendes geschrieben:

Ja genau. Versteht man den Mord als Qualifikation des Totschlages, konkurrieren diese beiden Tatbestände ja nicht miteinander, sondern ergänzen sich. Dementsprechend liegt auch keine Konkurrenz vor. Es handelt sich sozusagen um eine qualifizierte Form des Totschlages.
(Das heißt aber nicht, dass de einfach ... hat sich nach §211 strafbar gemacht hinschreiben könntest, er hat sich eben nach §§ 212 I, 211 .. strafbar gemacht; nur ist dies eben keine Frage der Konkurrenz und daher auch nicht bei den Konkurrenzen zu behandeln.)


Warum denn das? § 224 ist auch eine Qualifikation von § 223 und § 223 tritt im Wege der Spezialität hinter § 224 zurück.
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1203
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BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 12:53:06    Titel:

Da ist was dran, und in Lehrbüchern wird das auch so angeführt, dass der §224 gegenüber §223 spezieller ist.

Ich frag mich aber, ob man das unbedingt als Verdrängung bezeichnen muss. Zum einen bezieht sich der §224 eindeutig auf die Körperverletzung ("Wer durch die Körperverletzung"), baut also sozusagen auf dieser auf, und zum anderen heißt es am Ende doch nicht schlicht: X hat sich nach §224 I strafbar gemacht, sondern man schreibt regelmäßig X hat sich nach §§ 223 I, 224 I strafbar gemacht. Wieso sollte man einen Tatbestand (wie §223) am Ende erwähnen, wenn es auf ihn, weil er verdrängt wird, ohnehin nicht ankommt. Der §224 wird ja nicht umsonst als unselbständige Qualifikation bezeichnet. Zugegeben, man kann von Verdrängung sprechen, was aber verdrängt wird ist doch nicht der §223 als Tatbestand, sondern dessen Rechtsfolge.

Ich würde jedenfalls darauf wetten, wenn man zu erkennen gegeben hat, dass man den §211 als Qualifikation zu §212 versteht, und schreiben würde ... §211 verdrängt im Wege der Spezialität den §212, man einen Bemerkung bekommen würde.
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1203
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BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 13:30:21    Titel:

Zitat:
Die §§ 223 I 224 I Nr. X treten hinter 212 I, 211 II Var. X im Wege der Konsumtion zurück.


Da bin ich mir (dann doch entgegen meiner obigen Ausführung) nicht ganz so sicher. Also zwar geht regelmäßig die Körperverletzung den Tod voraus, ich frag mich aber, ob ein Tötungsdelikt notwendig den Unwertgehalt einer Körperverletzung aufzerrt.
Nimmt man mal an, jemand töten einen anderen auf Verlangen (§§212, 216 - 6Monate bis 5 Jahre Freiheitsstrafe), es dauert aber eine Weile zwischen Handlung und Tötungserfolg (3 Monate oder so), und der betroffene verfällt dabei in Siechtum un Lähmung (§§ 223, 226 - Freiheitsstrafe von 1-10 Jahren), dann erscheint Komsumtion eher abwegig.

Da erscheint mir die Annahme einer Handlung im konkurrenzrechtlichen Sinne, die mehrere Strafgesetze verwirklicht, was zu Idealkonkurrenz (= Tateinheit - §52) führt, sympathischer.
Mesut 36
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Anmeldungsdatum: 14.08.2009
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 15:41:00    Titel:

Ja das ist ja gerade die Thematik.... ich weiß nicht wieso ich Grundtatbestand und Qualifikation in den Konkurrenzen anspreche..evtl zurücktreten lassen, aber im Gesamtergebnis diese §§ ja enthalten sein sollen.

Wie soll ich das denn nur machen ??

Fakt ist §§ 212 I, 211 II var. X.... steht da halt drin... wieso soll man den vorher Spezialität ansprechen wenn er notwendig als Grundtatbestand im Gesamtergebnis erhalten bleibt?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 16:09:51    Titel:

hani125 hat folgendes geschrieben:

Ich würde jedenfalls darauf wetten, wenn man zu erkennen gegeben hat, dass man den §211 als Qualifikation zu §212 versteht, und schreiben würde ... §211 verdrängt im Wege der Spezialität den §212, man einen Bemerkung bekommen würde.


Von "Verdrängen" war nie die Rede. Jedenfalls muss in einer HA z.B. immer angesprochen werden, dass 223 hinter 224 im Wege der Spezialität zurücktritt (nichts von "verdrängen"), undzwar genau deshalb, weil 223 denknotwendig in 224 enthalten ist - das ist ja gerade der Sinn der Spezialität!
Genauso ist es bei 211, 212. 212 ist denknotwendig in 211 enthalten, also Spezialität (wenn man der Lit. folgt, aber das ist ja auch ein Arg. für die Lit.).
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
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BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 16:15:19    Titel:

hani125 hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Die §§ 223 I 224 I Nr. X treten hinter 212 I, 211 II Var. X im Wege der Konsumtion zurück.


Da bin ich mir (dann doch entgegen meiner obigen Ausführung) nicht ganz so sicher. Also zwar geht regelmäßig die Körperverletzung den Tod voraus, ich frag mich aber, ob ein Tötungsdelikt notwendig den Unwertgehalt einer Körperverletzung aufzerrt.
Nimmt man mal an, jemand töten einen anderen auf Verlangen (§§212, 216 - 6Monate bis 5 Jahre Freiheitsstrafe), es dauert aber eine Weile zwischen Handlung und Tötungserfolg (3 Monate oder so), und der betroffene verfällt dabei in Siechtum un Lähmung (§§ 223, 226 - Freiheitsstrafe von 1-10 Jahren), dann erscheint Komsumtion eher abwegig.

Da erscheint mir die Annahme einer Handlung im konkurrenzrechtlichen Sinne, die mehrere Strafgesetze verwirklicht, was zu Idealkonkurrenz (= Tateinheit - §52) führt, sympathischer.


Also, das sehe ich anders. Konsumtion liegt immer dann vor, wenn ein Delikt regelmäßig (wie du ja bereits sagtest) im anderen enthalten ist. Auch wenn der Unrechtgehalt in bestimmten Fällen verschieden ist, so liegt trotzdem Konsumtion vor, da es ja gerade darum geht, was regelmäßig der Fall ist.

Das ist bei 223, 224 / 211, 212 der Fall. Ich würde es so machen: 223 tritt im Wege der Spezialität hinter 224 zurück. 212 tritt im Wege der Spezialität hinter 211 zurück. 224 tritt im Wege der Konsumtion hinter 211 zurück; somit: Strafbarkeit i.E. nach 211.


Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 04 Sep 2009 - 16:21:00, insgesamt einmal bearbeitet
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 04 Sep 2009 - 16:16:22    Titel:

Mesut 36 hat folgendes geschrieben:
Ja das ist ja gerade die Thematik.... ich weiß nicht wieso ich Grundtatbestand und Qualifikation in den Konkurrenzen anspreche..evtl zurücktreten lassen, aber im Gesamtergebnis diese §§ ja enthalten sein sollen.

Wie soll ich das denn nur machen ??

Fakt ist §§ 212 I, 211 II var. X.... steht da halt drin... wieso soll man den vorher Spezialität ansprechen wenn er notwendig als Grundtatbestand im Gesamtergebnis erhalten bleibt?


Was steht denn in Kommentaren und Lehrbüchern dazu? Mal geguckt? Der GTB bleibt nicht notwendig erhalten, er tritt immer im Wege der Spezialität zurück, das kannst du in jedem Lehrbuch nachlesen. Und im Ergebnis schreibst du dann eben nicht 223, 224, sondern nur 224.


Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 04 Sep 2009 - 16:22:36, insgesamt einmal bearbeitet
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