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kniffliger Fall
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escoil
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Anmeldungsdatum: 15.03.2009
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2009 - 01:33:50    Titel: kniffliger Fall

kniffliger Fall
hallo leute habe einige fragen hoffe mir kann jemdand helfen

also nehmen wir mal an: a beauftragt K gegen zahlung seine freundin b zu töten.
am nächsten tag lauert k vor dem haus der b im gebüsch um sie zu töten, er nimmt die waffe in die hand und will gerade auf b schiessen als er plötzlich selbst hinterrücks erschossen wird. der auftraggeber a befürchtete als eifersuchtstäter entarnt zu werden nach dem tod der b. deshalb wollte er den tod der b verhindern..a konnte k nicht fernmündlich erreichen und wollte k am tatort abfangen.aber zwischen ihm und dem gerade kurz vorm abdrückenden k stand eine baustelle und k konnte die rufe des a nicht hören. deshalb bestand die einzige chance f zu retten darin, auf k zu schiessen wobei er hoffte ihn nicht tödlich zu treffen. traf ihn aber tödlich am kopf

also hier gibts einige schwierigkeiten.
A. Strafbarkeit von A an K
was prüfe ich da ? Totschlag oder vllcht mord? oder gar fahrlässige tötung? oder Körperverletzungsdelikte?
..ich meine a hatte kein vorsatz den k zu töten. Er wollte lediglich ihn davon abhalten auf b zu schiessen. er hoffte ja ihn nicht tödlich zu treffen.

und das andere problem
anstiftung zum versuchten mord §§212, 211, 22, 23, 26?
a hat ja k ganz klar angestiftet die b zu töten. er hat in ihm den tatentschluss geweckt und ihn dazu bestimmt die b zu töten. nun aber wollte a doch nicht mehr das k die b tötet, weil er angst davor hatte als eifersuchtstäter im visier der polizei zu kommen nachdem tod der b. vllcht rücktritt? er hat ja zwar das leben der f gerettet aber dafür den k getötet!!?? hätte a den k nicht beauftragt die b zu töten wäre das ja alles nicht so gekommen und k wäre noch am leben!!?

und das andere problem wie mache ich eine inszidenzprüfung des hauptäters k ..er ist ja tod?

was meint ihr?
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Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2009 - 02:14:52    Titel:

aufgrund der fortgeschrittenen uhrzeit nur ein paar kleine anmerkungen
man prüft nicht die strafbarkeit von toten als solchen, gegen eine inzidentprüfung spricht nichts
und bezüglich der tötung dürfte wohl eventualvorsatz gegeben sein
er hat die tötung im rechtssinne gebilligt, sich mit dem wenn auch unerwünschten erfolg abgefunden
er konnte nicht darauf vertrauen, dass er ihn nicht tötet, allenfalls hoffen
problematisch ist natürlich noch die nothilfe die er erst selbst erforderlich gemacht hat
escoil
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Anmeldungsdatum: 15.03.2009
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 05 Sep 2009 - 23:40:14    Titel:

danke für die rasche antwort:)

das heisst man müsste a wegen totschlags an k bejahen mit eventualvorsatz..

und beim rücktritt die freiwilligkeit prüfen und die freiwilligkeit verneinen, weil er nur so gehandelt hat, weil er befürchtete nach dem tod seiner freundin b als Eifersuchtstäter entarnt zu werden..also heteronome Gründe..oder?
DennisK.
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Anmeldungsdatum: 12.07.2008
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 06 Sep 2009 - 18:33:14    Titel:

Interessanter Fall...

bzgl. der Tötung des K würde ich erstmal Mord prüfen - nicht zu abwegig wäre eine Prüfung nach den Mordmerkmalen Heimtücke und Verdeckungsabsicht, wobei ich bezüglich der Verdeckungsabsicht an deiner Stelle auf die Anstiftung abstellen würde. Letztlich hat er den K nur erschossen, weil er Angst hatte, dass er sonst in's Visir der Ermittler gerät und seine Anstiftung zum Mord auffällt - dagegen spricht allerdings die allgemein restriktive Auslegung der Mordmerkmale. Bei der Mordprüfung würde ich dann auf die Differenzierung bezüglich "bewusster Fahrlässigkeit" und "bedingtem Vorsatz" abstellen, wobei ich hier unentschlossen bin und mE beides vertretbar wäre. Argumente für die Fahrlässigkeit wären u.a. die besondere Hemmschwelle, einen Menschen zu töten (Argumentation des BGH), die sich aber durch Erteilen des Mordauftrags evtl. widerlegen lässt, sowie die Tatsache, dass er hoffte, den K nicht zu töten. ("Es wird schon gutgehen" ---> bewusste Fahrlässigkeit). Dabei kommt es natürlich sehr auf den Wortlaut des Falles an - wenn wörtlich drin stünde, dass er "darauf vertraute", den K nur zu verletzen, wäre es noch etwas eindeutiger "nur" Fahrlässigkeit.

Wie gesagt, in dem Punkt kannst du wohl beides vertreten. Die Frage der Rechtfertigungs- und Schuldausschließungsgründen ist auch interessant. Notwehr/Nothilfe scheitert mE daran, dass er die Gefahr nicht nur provoziert, sondern ganz klar selbst verursacht hat. Der rechtfertigende Notstand ist nicht anwendbar, da das Leben nicht zur Abwägung bzgl. der widerstreitenden Interessen zulässig ist (hM: "Tötung kann durch §34 StGB niemals gerechtfertigt werden!"). Bleibt der entschuldigende Notstand, der letztlich an der Schutzwürdigkeit des A scheitert. Zwar kann man hier argumentieren, dass er letztlich damit eine Dritte rettete (in diesem Fall könnte man es tatsächlich mit §35 StGB entschuldigen), aber es kann nicht unberücksichtigt bleiben, dass er den K eben nicht getötet hat, um die Dritte zu retten, sondern, um seine eigene Tat zu verdecken, was weit außerhalb des Schutzzweckes des §35 StGB steht.

Ich würde daher nach kurzer Betrachtung des Falles den A nicht rechtfertigen oder entschuldigen und *zumindest* wegen fahrlässiger Tötung, eventuell aber auch Totschlag oder Mord verknacken. Vertretbar ist meiner Einschätzung nach alles drei.
escoil
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Anmeldungsdatum: 15.03.2009
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2009 - 04:52:56    Titel:

danke dennis:)

habe noch eine allgemeine frage.
wenn ich den a wegen mord an k prüfe und ich ihn auch wegen mord verknacken will. hab jetzt eventualvorsatz bejaht..kann ich dann auf notwehr, notstand prüfen? ich meine das widerspricht sich doch..wenn ich mord im objektiven als auch subjektiven tatbestand bejahe kann ich doch nicht notwehr, notstand prüfen oder?
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2009 - 15:59:01    Titel:

der verteidigungswille muss meines wissens nicht das einziege motiv sein
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