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Wer sollte in Deutschland die Lehrpläne festlegen?
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Ich 3.0
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Anmeldungsdatum: 16.06.2009
Beiträge: 673
Wohnort: Sowjet-Europa

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2009 - 15:56:30    Titel: Wer sollte in Deutschland die Lehrpläne festlegen?

Der Lehrer, die Schule, eine Lehrer-Eltern-Versammlung, eine Landesbehörde oder eine Bundesbehörde?

Was wären jetzt die Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten?

Wieso wird es nicht dem Lehrer überlassen, die Schule könnte von mir aus Empfehlungen geben. Aber was gelehrt wird sollte der Lehrer selbst bestimmen. Wenn es der Lehrer macht, würde seine Motivation steigen, da er selbstbestimmend lehrt. Würde der Lehrplan von Fremden gemacht, wäre das eine Entmündigung des Lehrer.

Oder sollte es eine Bundesbehörde machen, der dann für jede Schule in BRD gilt. Aber was bringt diese Gleichmacherei, durch Pluralismus entstehen neue Innovationen nicht durch Gleichmacherei. Zwar könnte dieser Lehrplan theoretisch von Experten erstellt werden, aber "Experten" in der Regierung gibt es wenige.
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2009 - 17:22:09    Titel:

Ach du heilige ...

Die Threads werden von Tag zu Tag absurder.
Brand-Ing
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Anmeldungsdatum: 07.11.2008
Beiträge: 3086

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2009 - 18:53:42    Titel:

Und was bitte hat eine theoretische Bundesbehörde für Bildung (und deren Experten) mit der Regierung zu tun ... außer, dass wohl ein Minister dieser Behörder vorstehen würde ?

Hat die Bundeswehr keine Ahnung von militärischen Dingen weil der Verteidigungsminister nie gedient hat ?
Ist der BND unfähig ordentliche geheimdienstliche Arbeit zu leisten, weil der Bundeskanzler nie Spion war ?
HigherConsciousness
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Anmeldungsdatum: 18.09.2008
Beiträge: 2986

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2009 - 19:44:42    Titel:

Wikipedia hat folgendes geschrieben:
Ein Lehrplan enthält die Lehrziele; eine Zusammenfassung der Lehrinhalte; Art und Anzahl der Lernerfolgskontrollen (z. B. mündliche oder schriftliche Prüfungen), wobei diese häufig auch in so genannten Prüfungsordnungen gesondert behandelt werden; gegebenenfalls auch eine Liste der Grundlagenliteratur (Lehrbuchliste); neuerdings auch Kompetenzen, wie z. B. die Methoden-, Sach- und Fachkompetenz, die die Schüler erreichen sollen (Lehrplan Baden-Württemberg 2004)

Das Curriculum umfasst darüber hinaus das Konzept der Lehr- und Erziehungsmethoden und -zielsetzungen einer Bildungseinrichtung.

Anhand des Lehrplans können sich Lernende über Umfang und Ablauf des Unterrichts orientieren. Der Lehrplan bietet auf der anderen Seite den Lehrenden eine Grundlage für die Organisation ihrer Unterrichtstätigkeit. In der Regel sind Lehrpläne so offen formuliert, dass Lehrende und Lernende innerhalb des thematischen Rahmens ihre eigenen Interessen und Methodenvorlieben einbringen können. Für das Schulbuch und seine Verlage wirken sich Lehrpläne bestimmender aus.


Was genau spricht gegen zentrale ZIELVORGABEN?

Was für ein sinnfreies Durcheinander soll Einzug in deutsche Schulen halten, wenn jeder Lehrer selbst entscheiden könnte, was er lehrt? In Geschichte könnte das dann z.B. so ausschauen: Herr Müller behandelt den WK II bis zum Erbrechen und Frau Kunz drangsaliert die Schüler mit der hellenistische Epoche, weil sie diese so mag (der Rest wird vernachlässigt). Die beamtete, kurz vor der Pensionierung stehende Frau Müller legt ihre Beine hoch und lässt die Schüler täglich Video-Dokus gucken, der kommunikative Herr Fritz verbringt 90 % des Unterrichts mit privaten Plaudereien und der ehrgeizige Junglehrer Meinl erschlägt seine Klasse mit nicht erwähneswerten Details.

Das wäre ein "Bilungs"wesen à la Dritte-Welt-Land.
Lilienkult
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Anmeldungsdatum: 14.08.2009
Beiträge: 383

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2009 - 22:51:42    Titel: Re: Wer sollte in Deutschland die Lehrpläne festlegen?

Ich 3.0 hat folgendes geschrieben:
Wieso wird es nicht dem [b]Lehrer überlassen,...


Na auf das Zentralabitur freu ich mich aber. Oder sollen die Abiturprüfungen auch den Lehrern überlassen bleiben? Der Fairness und Gerechtigkeit wegen?
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 7571

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2009 - 23:36:52    Titel:

Andere Sichtweise:

Jahrzehntelange war es im Diplomsystem vollkommen normal, dass der Dozent fast völlig frei entscheiden konnte, was er seinen Studenten wann und wie vermittelte. Dass diese Freiheiten jetzt teilweise entfallen sind, wird beim Bachelor/Master massiv bemängelt und gilt als einer der entscheidenden Umsetzungsfehler dieses neuartigen Systems...

Ich finde es interessant, dass das nun bei der Schule plötzlich überhaupt nicht gilt und hier nach "Gleichmacherei" und Standardisierung gerufen wird...

Ich traue Pädagogen durchaus zu, dass sie die Lehrinhalte je nach Leistungsfähigkeit, Interesse der Klasse und aktuellen Gegebenheiten in der Lage sind, den (nur sehr grob vorgegebenen) Rahmenlehrplan individuell anzupassen...

Denn es ist nunmal sinnvoller, wenn eine besonders schwache Klasse vernünftig bruchrechnen lernt und dafür die Trigonometrie etwas kürzer tritt, als wenn 90% der Klasse keins der beiden Themen versteht und mit ner 4 durch die Klassenarbeit taucht...

Daher halte ich zentralisierte Prüfungen nicht für sinnvoll. Pädagogik muss stets zu einem großen Teil individuell erfolgen, sonst ist sie ineffizient. Sieht man ja am deutschen Schulsystem...
Pauker
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Anmeldungsdatum: 26.05.2005
Beiträge: 7831
Wohnort: Schwäbisch Hall

BeitragVerfasst am: 15 Sep 2009 - 20:00:18    Titel:

Wobei meine Lehrplanvorgaben z.T. schon für meinen Geschmack zu vage sind. Genug Spielräume bleiben da.

Gruß
pauker
Lilienkult
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Anmeldungsdatum: 14.08.2009
Beiträge: 383

BeitragVerfasst am: 15 Sep 2009 - 22:24:57    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Andere Sichtweise:

Jahrzehntelange war es im Diplomsystem vollkommen normal, dass der Dozent fast völlig frei entscheiden konnte, was er seinen Studenten wann und wie vermittelte. Dass diese Freiheiten jetzt teilweise entfallen sind, wird beim Bachelor/Master massiv bemängelt und gilt als einer der entscheidenden Umsetzungsfehler dieses neuartigen Systems...

Ich finde es interessant, dass das nun bei der Schule plötzlich überhaupt nicht gilt und hier nach "Gleichmacherei" und Standardisierung gerufen wird...

Daher halte ich zentralisierte Prüfungen nicht für sinnvoll. Pädagogik muss stets zu einem großen Teil individuell erfolgen, sonst ist sie ineffizient. Sieht man ja am deutschen Schulsystem...


Du verkennst zwei zentrale Punkte:

Erstens:

Nach dem Studium steht der Arbeitgeber - der ist nicht an einer Note interessiert, sondern an Leistung. Wenn er, wie beim Diplom, weiß, dass da die Note nicht sonderlich aussagekräftig ist, dann entscheidet er eben auch nicht danach - bei anderen Studiengängen aber sehr wohl, extremstes Beispiel Jura.

Nach der Schule aber steht die Hochschule - und zwar mit begrenzten Plätzen.
Und alles andere als eine zentrale Prüfung ist da schlicht ungerecht, weil hier eben nicht nach Auftreten, sondern nur nach der Note entschieden wird. Und dieses System zu ändern, ist kaum finanzierbar - und davon abgesehen auch eigentlich nicht möglich.

Zweitens:

Lehrpläne schreiben keine Pädagogik vor. Ein Lehrer - wenn denn je einer wollte - könnte sehr wohl viel stärker auf seine Schüler eingehen.

Vorgeschrieben ist allein, was der Schüler am Ende in etwa gehört haben muss. Und da lässt sich viel mehr draus machen, auch ohne Kuschelpädagogik und Urlaub in Skandinavien.
hbr
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 1858

BeitragVerfasst am: 16 Sep 2009 - 12:24:02    Titel:

Ich wäre für einen bundesweit gleichen Bildungsplan. Gleichzeitig sollte aber auch ein freier Raum bleiben für die Schulen, auf dass sie eine gewisse Profilbildung betreiben können. Für die wichtigen Fächer jedoch halte ich einen bundeseinheitlichen Lehrplan für das beste. Natürlich bin ich dann auch für bundesweit zentral gestellte Prüfungen für Hauptschulabschluss, Mittlere Reife und Abi.

Das wäre wesentlich besser, als die jetzt herrschende Kleinstaaterei
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