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Ist das Eingreifen des Staates in Wirtschaftskrisen falsch?
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> Ist das Eingreifen des Staates in Wirtschaftskrisen falsch?
 
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nAim
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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 2134

BeitragVerfasst am: 20 Sep 2009 - 10:48:19    Titel: Ist das Eingreifen des Staates in Wirtschaftskrisen falsch?

Unser Geld- und Wirtschaftssystem beruht auf Wachstum der nötig ist um die Zinsen auf das geliehene Geld zu bezhahlen, dass den Wachstum vorantreibt. Damit es keine Wirtschaftskrisen gibt, bzw. keine alzu großen muss es zwischen dem durch Wachstum erwirtschafteten Geld und dem zurückzuzahlenden Geld ein gesundes Verhältnis geben. Immer wenn dieses Verhältnis nicht stimmt haben wir eine Wirtschaftskrise.

Das war 1857 bei der ersten Weltwirtschaftkrise so, als auf Gewinne im Bahnsektor (Wachstum) sepkuliert wurde, das war 1927 so als eine viel höhere Nachfrage erwartet wurde als es tatsächlich der Fall war und es war auch bei dieser Krise so, als auf die Immobilien spekuliert wurde, bzw. auf Kreditrückzahlungen.

Jedes mal blieben die erwarteten Gewinne aus, Schulden konnten nicht bezahlt werden und die Banken bekamen Liqiditätsprobleme, wodurch die Wirtschaft ebenfalls Liqiditätsprobleme bekommt.

Was jetzt passiert ist, ist das man Banken und Unternehmen mit Staatsgeltern rettet, dies bassiert wiederum darauf, dass man wieder auf Wirtschaftswachstum spekuliert. Das Problem ist, der Bund einen sehr großen Schuldenberg hat und nächstes Jahr, zahlen wir 13 Milliarden mehr füt die Zinsen als dieses Jahr. Um das auszugleichen, brauchen wir bei der geltenden Faustregel, das 1% Wachstum gleichbedeutend mit 1% mehr Steuereinahmen ist, bei den Steuereinahmen des Bundes, bräuchten wird dann also fast 5% Wachstum, wenn nicht noch mehr, sonst wachsen unsere Schulden selbst dann, wenn wir keine neuen Schulden aufnehmen.

Mit der Rettung von Unternehmen wie Opel oder Neuverschuldungen durch Konjunkturpakete und de geplanten Neuverschuldung, versucht man Wachstum zu schaffen, bzw. zu erhalten, man spekuliert auf Wachstum. Generell ist dies auch nicht falsch, solange der Staat dabei richtig liegt und man damit rechnen kann, dass dieser Wachstum auch kommt. Im Moment werden dieses Investitionen in Deutschland allerdings mehr nach Politischen Gesichtspunkten getroffen, wie z.B. bei Opel. Es besteht also die realistische Gefahr, das wir kein so großes Wachstum erwirtschaften wodurch eine weitere Spekulationsblase platzt und wir die nächste Wirtschaftskrise haben.

Ist es unter diesem Gesichtspunkt sinnvoll, dass der Staat in Krisen eingreift, und der Markt sich nicht bereinigen kann, weil der Staat fehlerhafte Modelle unterstützt und die Risiken auf sich nimt und diese solange trägt, bis die nächste Blase platz und der Schuldenberg irgendwann schneller wächst als die Wirtschaft?
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 20 Sep 2009 - 11:10:41    Titel:

Man muss dabei aus ökonomischer Sicht (nicht aus politischer) differenzieren:

Eine Rettung des Bankensystems ist unabdingbar, da ein funktionierendes Finanzsystem incl. Kreditvergabe etc. notwendige Bedingung für eine funktionierende Realwirtschaft ist. Hätte man HRE& Konsorten pleite gehen lassen, wäre mittlerweile auch bei der Industrie die Lichter aus.
Eine "Bereinigung" des Bankensektors ist damit (leider) kaum möglich, ohne dass man die Existenz der Realwirtschaft gefährdet.

Die Rettung von Industrieunternehmen ist allerdings in der Tat grober ökonomischer Unsinn. Sie sind in keinem Fall systemrelevant (auch wenn das von linker Seite immer wieder behauptet wird) und bedürfen deshalb auch keiner Rettung durch den Steuerzahler.
Eine Marktbereinigung ist hier insbesondere bei der Autoindustrie bitter nötig, da gerade diese unter enormen Überkapazitäten leidet. Letztendlich gefährdet der Staat durch die Opelrettung Arbeitsplätze bei Volkswagen.

Und dass durch die Opelrettung eher gigantische Vermögenswerte vernichtet werden als "Wachstum generiert" bestreitet wohl auch kaum ein Politiker hinter vorgehaltener Hand. Betriebswirtschaftlich würde man sagen, dass der Kapitalwert der Opelinvestition negativ ist, da sich anderswo mit dem gleichen Geldbetrag viel mehr Arbeitsplätze retten lassen würden.

Man kann ja bereits jetzt schon das nächste Platzen der Abwrackprämienblase beobachten, die die Autoindustrie in eine tiefe Krise stürzen lassen wird. Die Abwrackprämie ist ein hervorragendes Beispiel für das dilettantische und aus ökonomischer Sicht eigentlich schon peinliche Auftreten unserer Politikergarde während der Krise.
nAim
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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 2134

BeitragVerfasst am: 20 Sep 2009 - 11:27:30    Titel:

Elzéard B. hat folgendes geschrieben:
Man muss dabei aus ökonomischer Sicht (nicht aus politischer) differenzieren:

Eine Rettung des Bankensystems ist unabdingbar, da ein funktionierendes Finanzsystem incl. Kreditvergabe etc. notwendige Bedingung für eine funktionierende Realwirtschaft ist. Hätte man HRE& Konsorten pleite gehen lassen, wäre mittlerweile auch bei der Industrie die Lichter aus.
Eine "Bereinigung" des Bankensektors ist damit (leider) kaum möglich, ohne dass man die Existenz der Realwirtschaft gefährdet.


Hätte man in dem Fall nicht einfach die Zentralbanken dazu verdonnern können, Unternehmen Kredite zu geben, die allein durch die Krise liquiditätsprobleme bekommen haben? Generell verstehe ich sowieso nicht, warum die Geldschöpfung rein über die Geschäftsbanken läuft, die kräftig daran verdient, dass sie niedrige Zinsen nichteinmal weitergeben.

Dann hätte man in den Unternehmen keine Liquiditätskrise und der Bankensektor könnte sich bereinigen, bzw. bleibt da bei mir noch die Frage ob sich der Staat das überhaupt leisten könnte. Das würde ja auch enorme Liquiditätsprobleme für den Haushalt bedeuten.

Zitat:
Die Rettung von Industrieunternehmen ist allerdings in der Tat grober ökonomischer Unsinn. Sie sind in keinem Fall systemrelevant (auch wenn das von linker Seite immer wieder behauptet wird) und bedürfen deshalb auch keiner Rettung durch den Steuerzahler.
Eine Marktbereinigung ist hier insbesondere bei der Autoindustrie bitter nötig, da gerade diese unter enormen Überkapazitäten leidet. Letztendlich gefährdet der Staat durch die Opelrettung Arbeitsplätze bei Volkswagen.


Opel wird unter der Führung einer Regierung gerettet in der die CDU die Mehrheit hat, die Schuld sollte man nicht nur den Linken in die Schuhe schieben Wink


Zitat:
Und dass durch die Opelrettung eher gigantische Vermögenswerte vernichtet werden als "Wachstum generiert" bestreitet wohl auch kaum ein Politiker hinter vorgehaltener Hand. Betriebswirtschaftlich würde man sagen, dass der Kapitalwert der Opelinvestition negativ ist, da sich anderswo mit dem gleichen Geldbetrag viel mehr Arbeitsplätze retten lassen würden.

Man kann ja bereits jetzt schon das nächste Platzen der Abwrackprämienblase beobachten, die die Autoindustrie in eine tiefe Krise stürzen lassen wird. Die Abwrackprämie ist ein hervorragendes Beispiel für das dilettantische und aus ökonomischer Sicht eigentlich schon peinliche Auftreten unserer Politikergarde während der Krise.


Ist nur die Frage ob sich der Staat dann noch weiter verschuldet und dadurch irgendwann die Staatsschuldenbalse platz oder ob er es doch irgendwann in den Griff bekommt.
Terrismus
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Anmeldungsdatum: 01.05.2006
Beiträge: 395

BeitragVerfasst am: 20 Sep 2009 - 12:36:09    Titel:

Elzéard B. hat folgendes geschrieben:
Man muss dabei aus ökonomischer Sicht (nicht aus politischer) differenzieren:
Eine Rettung des Bankensystems ist unabdingbar, da ein funktionierendes Finanzsystem incl. Kreditvergabe etc. notwendige Bedingung für eine funktionierende Realwirtschaft ist. Hätte man HRE& Konsorten pleite gehen lassen, wäre mittlerweile auch bei der Industrie die Lichter aus.
Eine "Bereinigung" des Bankensektors ist damit (leider) kaum möglich, ohne dass man die Existenz der Realwirtschaft gefährdet.


Oder man kann die Banken verstaatlichen, weil sie die das Funktionieren des Staates bedrohen.

Zitat:
Und dass durch die Opelrettung eher gigantische Vermögenswerte vernichtet werden als "Wachstum generiert" bestreitet wohl auch kaum ein Politiker hinter vorgehaltener Hand. Betriebswirtschaftlich würde man sagen, dass der Kapitalwert der Opelinvestition negativ ist, da sich anderswo mit dem gleichen Geldbetrag viel mehr Arbeitsplätze retten lassen würden.


nAim hat folgendes geschrieben:

Ist nur die Frage ob sich der Staat dann noch weiter verschuldet und dadurch irgendwann die Staatsschuldenbalse platz oder ob er es doch irgendwann in den Griff bekommt.


Der Staat kann sich weiterverschulden. Da geht es um keine Blase, denn die Bürger sind Garanten für die Zurückzahlung. Selbstverständlich bei minimieren der Sozialausgaben.
nAim
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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 2134

BeitragVerfasst am: 20 Sep 2009 - 12:42:26    Titel:

Terrismus hat folgendes geschrieben:


nAim hat folgendes geschrieben:

Ist nur die Frage ob sich der Staat dann noch weiter verschuldet und dadurch irgendwann die Staatsschuldenbalse platz oder ob er es doch irgendwann in den Griff bekommt.


Der Staat kann sich weiterverschulden. Da geht es um keine Blase, denn die Bürger sind Garanten für die Zurückzahlung. Selbstverständlich bei minimieren der Sozialausgaben.


Der Bürger kann aber auch kein Geld herzaubern und man kann nicht unendlich viel bei den Sozialausgaben einsparen. Die Steuereinnahmen reichen schon nächstes Jahr nicht um alle Ausgaben zu bezahlen und die Zinsen, also muss der Staat sich weiter über Kredite finanzieren.
Smutje
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BeitragVerfasst am: 20 Sep 2009 - 12:43:12    Titel:

Anders gesagt, handelt es sich bei den Banken also um die vielzitierten "Geister, die ich rief", denn da sie ja wie beschrieben systemrelevant sind und eine Bereinigung des Bankensektors nicht geschieht, sind die Banken nicht in der Gefahr, von der Bildfläche zu verschwinden -- da sie dann entweder mit Staatsmitteln gerettet oder von anderen Banken aufgekauft werden. Eine wahrhafte Bereinigung des Bankensektors würde also nur geschehen, wenn die Unternehmen ihr Wachstum mit eigenen Gewinnen finanzieren und nicht mehr auf Kredite angewiesen sind. Was im Umkehrschluss wieder heißt, dass die Unternehmen nicht mehr so schnell wachsen können, wie wir das gewöhnt sind.
Terrismus
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Anmeldungsdatum: 01.05.2006
Beiträge: 395

BeitragVerfasst am: 20 Sep 2009 - 13:11:37    Titel:

nAim hat folgendes geschrieben:
Der Bürger kann aber auch kein Geld herzaubern und man kann nicht unendlich viel bei den Sozialausgaben einsparen.


Es gibt keine unlösbaren Probleme. Es gibt nur untaugliche Systeme. Und diese wurden immer im passenden Augenblick durch bessere aussgetauscht.
nAim
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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 2134

BeitragVerfasst am: 20 Sep 2009 - 13:18:31    Titel:

Terrismus hat folgendes geschrieben:
nAim hat folgendes geschrieben:
Der Bürger kann aber auch kein Geld herzaubern und man kann nicht unendlich viel bei den Sozialausgaben einsparen.


Es gibt keine unlösbaren Probleme. Es gibt nur untaugliche Systeme. Und diese wurden immer im passenden Augenblick durch bessere aussgetauscht.


Naja der passenden Augenblick ist in der Regel aber irgendeine große Krise, wirklich passend wäre es, wenn man den Systemwechsel umsetzt, bevor es überhaupt zu so einer Krise kommt...
Bauchfett
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Anmeldungsdatum: 25.02.2009
Beiträge: 996

BeitragVerfasst am: 20 Sep 2009 - 13:34:08    Titel:

Elzéard B. hat folgendes geschrieben:

Eine Rettung des Bankensystems ist unabdingbar, da ein funktionierendes Finanzsystem incl. Kreditvergabe etc. notwendige Bedingung für eine funktionierende Realwirtschaft ist.


Kann schon sein, aber dieses Geldsystem funktioniert nicht und ist auch keine Voraussetzung für eine funktionierende Realwirtschaft.
Lilienkult
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Anmeldungsdatum: 14.08.2009
Beiträge: 383

BeitragVerfasst am: 20 Sep 2009 - 17:07:44    Titel:

Keine Sorge, die Linke ist ja auf dem besten Weg, bei SPD und Grünen hoffähig zu werden. Bis zur Tauschwirtschaft dauert es also nicht mehr lange.

Das Kreditsystem hat ja bekanntlich noch nie funktioniert und sowieso, mir ist Stabilität sicher, nicht ominöses "Wachstum".

Da versäumt es die Politik, 2, 3 wichtige Weichen zu stellen, Spekulanten oben und Kleinkreditnehmer unten bekommen den Hals nicht voll - und schon soll wieder jeder seine Kartoffeln selber pflanzen, am besten da, wo vorher die protzigen Villen standen!
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