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Vorteile VWL quali gegenüber quanti
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Maxel6669
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Anmeldungsdatum: 10.05.2006
Beiträge: 616

BeitragVerfasst am: 11 Okt 2009 - 13:18:33    Titel:

iLLumination hat folgendes geschrieben:
Maxel6669 hat folgendes geschrieben:

Nein, immer dieses große Vorurteil, die Angelsachsen seien so mathematisch. Du willst mir doch nicht erzählen, dass z.B. der Mankiw hochgradig formalisiert ist???


Allerdings rät Mankiw in seinem Blog dazu sich soviel quantitavies Wissen wie möglich anzueignen, auch wenn die eigene Uni das nicht fordert.

Die Angelsachsen nutzen in ihren Lehrbüchern einfach die Vorzüge ihrer Sprache. Vergleicht mal die Erklärung einer Theorie im Englischen und im Deutschen. Da liegen Welten zwischen Rolling Eyes


Unsere Sprache ist viel ausdrucksreicher, als die englische ^^ Die Sache ist eher so: Es traut sich niemand, ein "Lehrbuch" in einer relativ einfachen Sprachweise zu verfassen. Warum? Elitäres Gehabe Wink Das ist unser Problem. Jeder, der eine Mathematikvorlesung im Grundstudium besucht hat, weiß wovon ich rede. Im Prinzip kann man den ganzen Stoff sehr einfach vermitteln, aber wozu sich dann Hochschule nennen?

Und das ist das gleiche Problem bei der Diskussion quantitative VWL vs. qualitative. Man stellt das Quantitative über das Qualitative um sich abzugrenzen, genau so sind ja Ingeneure in üblicher Lesart mehr wert als Geisteswissenschaftler. Das ist auch eine deutsche Tugend, spinnt man sie weiter und dehnt sie auf internationales aus, nennt man es Herrenrasse Wink
sidi
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Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 1709

BeitragVerfasst am: 11 Okt 2009 - 13:47:28    Titel:

deserter hat folgendes geschrieben:
ist die vwl denn überhaupt so quantitativ?
also ich muss sagen, obwohl ich versucht habe mich im bachelor schon relativ quantitativ zu spezialisieren, weil ich das für eine grundvoraussetung halte, fand ich es selten wirklich (über-)fordernd oder mathematisch nicht machbar (so wie es hier viele darstellen wollen).


Beim Grundstudium/Bachelor beschränkt sich das meiste auf ableiten/integrieren, brüche lösen etc. Das dürfte fast jeder hinkriegen. Beleg aber mal ne Vorlesung auf Master/Phd Niveau in theoretischer VWL/Finance, da wirds richtig lustig. Da hab ich mich auch schon öfters nach der praktischen Relevanz gefragt, wenn man erst hunderte an Annahmen (explizit oder indirekt) treffen muss um auf ein Ergebnis zu kommen. Und wie gesagt - manche Papers in der VWL versteht man ohne tiefergehende Mathe Kenntnisse ( ausm Mathe Studium!) nicht.
Steve2525
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 1465

BeitragVerfasst am: 11 Okt 2009 - 13:53:04    Titel:

Ganz unrecht hast Du nicht. Natürlich ist die Notwendigkeit, die Sprache der Mathematik gründlich zu erlernen, eine Art Ausschlusskriterium für all jene die nicht willens oder nicht dazu in der Lage sind dies zu tun.
Steve2525
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 1465

BeitragVerfasst am: 11 Okt 2009 - 13:55:34    Titel:

sidi hat folgendes geschrieben:
deserter hat folgendes geschrieben:
ist die vwl denn überhaupt so quantitativ?
also ich muss sagen, obwohl ich versucht habe mich im bachelor schon relativ quantitativ zu spezialisieren, weil ich das für eine grundvoraussetung halte, fand ich es selten wirklich (über-)fordernd oder mathematisch nicht machbar (so wie es hier viele darstellen wollen).


Beim Grundstudium/Bachelor beschränkt sich das meiste auf ableiten/integrieren, brüche lösen etc. Das dürfte fast jeder hinkriegen. Beleg aber mal ne Vorlesung auf Master/Phd Niveau in theoretischer VWL/Finance, da wirds richtig lustig. Da hab ich mich auch schon öfters nach der praktischen Relevanz gefragt, wenn man erst hunderte an Annahmen (explizit oder indirekt) treffen muss um auf ein Ergebnis zu kommen. Und wie gesagt - manche Papers in der VWL versteht man ohne tiefergehende Mathe Kenntnisse ( ausm Mathe Studium!) nicht.


Was die Rechenoperationen anbelangt, so geht es aber dennoch kaum über Ableiten/Integrieren hinaus. Schwierig ist es die einzelnen Schritte der Beweisführung nachzuvollziehen.
sidi
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Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 1709

BeitragVerfasst am: 11 Okt 2009 - 14:21:29    Titel:

Steve2525 hat folgendes geschrieben:
sidi hat folgendes geschrieben:
deserter hat folgendes geschrieben:
ist die vwl denn überhaupt so quantitativ?
also ich muss sagen, obwohl ich versucht habe mich im bachelor schon relativ quantitativ zu spezialisieren, weil ich das für eine grundvoraussetung halte, fand ich es selten wirklich (über-)fordernd oder mathematisch nicht machbar (so wie es hier viele darstellen wollen).


Beim Grundstudium/Bachelor beschränkt sich das meiste auf ableiten/integrieren, brüche lösen etc. Das dürfte fast jeder hinkriegen. Beleg aber mal ne Vorlesung auf Master/Phd Niveau in theoretischer VWL/Finance, da wirds richtig lustig. Da hab ich mich auch schon öfters nach der praktischen Relevanz gefragt, wenn man erst hunderte an Annahmen (explizit oder indirekt) treffen muss um auf ein Ergebnis zu kommen. Und wie gesagt - manche Papers in der VWL versteht man ohne tiefergehende Mathe Kenntnisse ( ausm Mathe Studium!) nicht.


Was die Rechenoperationen anbelangt, so geht es aber dennoch kaum über Ableiten/Integrieren hinaus. Schwierig ist es die einzelnen Schritte der Beweisführung nachzuvollziehen.


Naja, speziell in Mikro gibt es noch lustige Spielereien mit der Vektoralgebra. Ich weiss noch als wir bei Finance die komplette Black-Scholes-Formel hergeleitet haben. So einfach ist das wirklich nicht. Ohne genügend statistische Kenntnisse wirds happig.
iLLumination
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Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 11 Okt 2009 - 19:38:04    Titel:

Maxel6669 hat folgendes geschrieben:

Unsere Sprache ist viel ausdrucksreicher, als die englische ^^ Die Sache ist eher so: Es traut sich niemand, ein "Lehrbuch" in einer relativ einfachen Sprachweise zu verfassen. Warum? Elitäres Gehabe Wink Das ist unser Problem. Jeder, der eine Mathematikvorlesung im Grundstudium besucht hat, weiß wovon ich rede. Im Prinzip kann man den ganzen Stoff sehr einfach vermitteln, aber wozu sich dann Hochschule nennen?


Deutsche Akademiker leiden an einem Sprachkomplex, das ist echt peinlich. Dient wohl als Penisverlängerung, wobei die weibl. das auch so handhaben (Tittenvergrößerung?^^). Ich meinte mit dem Vorzug der englischen Sprache halt einfacher Satzbau etc. Deutsch ist facettenreicher, aber das wird eher missbraucht als sinnvoll genutzt. Für Mikro habe ich in die Unterlagen meines Profs nur reingeschaut, um zu wissen was klausurrelevant ist und um Fachwörter zu übersetzen.
Maxel6669
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Anmeldungsdatum: 10.05.2006
Beiträge: 616

BeitragVerfasst am: 11 Okt 2009 - 19:45:48    Titel:

Das hat nix mit der Sprache zu tun, sondern damit, wie man sie einsetzt. An meinen Sätzen oben ist viel wahres dran. Niemand zwingt die Professoren dazu, ihren Stoff möglichst unverständlich zu verfassen.
Binomialkoeffizient
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Anmeldungsdatum: 30.07.2008
Beiträge: 589
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 11 Okt 2009 - 20:12:48    Titel:

Zitat:
Jeder, der eine Mathematikvorlesung im Grundstudium besucht hat, weiß wovon ich rede. Im Prinzip kann man den ganzen Stoff sehr einfach vermitteln, aber wozu sich dann Hochschule nennen?


Also ich für meinen Teil bin froh, dass die Mathevorlesungen, die ich hören darf, einen formalen und abstrakten Stil verfolgen. Ich finde, das ermöglicht erst, das Thema wirklich zu verstehen. Erinnert sich noch jemand an die "Pfeile im Raum" aus der Schule, auch als Vektoren bekannt?
Aber ich bin ja auch kein VWL Experte... Very Happy

Grüße, BK
coffeinjunky
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Anmeldungsdatum: 27.07.2005
Beiträge: 3784
Wohnort: Europa

BeitragVerfasst am: 12 Okt 2009 - 00:36:44    Titel:

alijan hat folgendes geschrieben:
Welche Vorteile bietet den einem ein quali VWl gegenüber ein quanti VWL? Und für welche Berufe/Bereiche ist ein quali VWL besser geeignet?


Deine Einteilung in qualitativ und quantitativ ist etwas klärungsbedürftig. Ich selber teile die Vwl eher in analytisch und quantitativ ein. Die ersten beschäftigen sich mit sachlogischen, d.h. substanziellen, Fragen und, falls möglich, bauen mathematische Modelle dafür. Die zweiten Beschäftigen sich entweder mit empirischen Methoden oder der Falsifikation von Modellen mittels empirischer Methoden. Wenn ich Dich richtig verstehe, ist dies aber nicht dein Ansatz, bzw. nicht von dir gemeint.

Dem Thread folgend wurde hier (aus welchem Grund auch immer) qualitativ mit "verbal" bzw. "weniger mathematiklastig" gleichgesetzt. Davon ausgehend, dass diese Definition deiner Intention entsprach, kann man sagen, dass es natürlich viele Vorteile gibt. Der Alltag an vielen mathematik-lastigen Universitäten besteht im Grunde genommen daraus, dass Studenten sehr häufig irgendwelche Übungsaufgaben lösen müssen. Dafür wird, z.B., irgend ein Lagrange-Ansatz verwendet. Nachdem man dies dann ein oder zwei Semester lang gemacht hat, lernt man dabei leider nicht mehr viel neues, wenn man die gleichen Optimierungsverfahren für die nächsten Semester immer wieder anwenden muss. Mit anderen Worten: obwohl man sich oft mit mathematischen Problemen beschäftigt, erweitert man seine mathematischen Fähigkeiten nach einiger Zeit nicht mehr (es sei denn, man besucht die beweisbasierten Vorlesungen, z.B. die mathematische Statistik oder ähnliches). Diese Zeit, die man für das Lösen von trivialen Gleichungen verwendet, könnte man beispielsweise darin investieren sich mit den echten Konzepten der Vwl auseinander zu setzen oder sich wirklich mathematisch weiterzubilden. Grundlegende Fragen wie: Warum beispielsweise verwenden wir den Optimierungsansatz? Ist dies sinnvoll? Gibt es Alternativen? Was genau steckt methodisch eigentlich dahinter? werden selten behandelt. Ich gehe davon aus, dass an "qualitativen" Universitäten mehr wert darauf gelegt wird. Mit anderen Worten: Der Vorteil liegt im "Verstehen" der Konzepte. Ich habe schon viele Vwl-Studenten gekannt, die eigentlich gar nicht wussten, was beispielsweise an der Cobb-Douglas Funktion so besonders ist und warum wir sie die ganze Zeit benutzen. Dafür kannten sie die funktionale Form und die Lösungen auswendig. Wink

Kurzum: ich denke, in einem "qualitativen" Studium wird mehr Wert auf die Basics gelegt, wobei diese leicht fehlen können in einem "quantitativen" Studium.

So, und nun muss der Ökonometriker zurück an seine Arbeit, da seine Monte Carlo Simulationen fertig sind. Very Happy
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