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vermeintlich absichtslos handelndes "werkzeug"
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hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1205
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 16 Nov 2009 - 20:05:10    Titel:

könnt' mit höchstens vorstellen, dass in der Wendung "zu dessen vorsätzlich begangenen Tat" anklingt, dass, da der (Tatbestand-)Vorsatz des Täters sich allein auf die Verwirklichung der objektiven Elemente bezieht (Wissen und Wollen der objektiven Tatumstände) und eben nicht die überschießenden Innentendenzen erfaßt, es ausreicht, dass sicht der Anstiftervorsatz auf die Verwirklichung eben nur dieser Elemente (objektive Merkmale und den dahingehenden Vorsatz) durch den Täter bezieht unter Aussparung der besonderen subjektiven Absichten.
(Das Gesetz verlangt zwar eine vorsätzliche Tat inlusive aller subjektiven Merkmale, will Anstiftervorsatz jedoch nur auf bestimmte Merkmale erstrecken wissen ... obwohl so richtig überzeugt bin ich davon selbst nicht)


.. ach, was weiß denn ich ... aber, aber ... Smile
NFYB
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Anmeldungsdatum: 22.08.2009
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 16 Nov 2009 - 20:26:17    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
Ah, ok, das werde ich mir doch gleich mal notieren Wink .

Naja, wie auch mein Vorredner schon sagte, kann man ja § 26 entnehmen, dass nur Vorsatz + RWK gegeben sein muss, von Absicht ist nirgends die Rede. Mal lernt ja auch immer: "Vorsätzliche, rechtswidrige Haupttat" muss als Vortat vorliegen. Also muss sich der Vollendungsvorsatz des Anstifters auch nur darauf beziehen.


Ich habe gerade gegooglet und überall gefunden, dass sich "vorsätzliche rw Haupttat" auch auf das Vorliegen der weiteren subj. Vorauss. (also z.B. Zueignungsabsicht) bezieht. Fehlt Zueignungsabsicht, liegt keine vorsätzliche rw Haupttat vor. Demnach müsste sich der Vorsatz ebenfalls auch auf die Zueignungsabsicht des haupttäters beziehen!
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 16 Nov 2009 - 21:06:17    Titel:

mein dozent meinte heute, man hätte diese normative tatherrschaft überhaupt erst erfunden, weil anstiftung nicht ginge
Der Digge
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Anmeldungsdatum: 20.08.2008
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 16 Nov 2009 - 23:10:05    Titel:

Zitat:
--> eine mittelbare Täterschaft im Fall des dolosen Werkzeugs kommt also nur dann in Betracht wenn nach der ex ante Betrachtung dem Vordermann tats. ein subjektives Element fehlt.


Diesen Satz versteh ich nicht. Wieso ex ante-Betrachtung? Ex-ante-Betrachtung und "tatsächlich fehlt" schließt sich doch aus, oder? Man braucht ex post/ex ante hier gar nicht. Und wie gesagt, es käme doch versuchte mittelbare Täterschaft in Betracht (s.o.).


Hey, kann man ja auch nicht verstehen weil ich nicht ex ante sondern Vorsatz zum Zeitpunkt der Tat meinte...Sry

Zitat:
der hintermann geht irrig davon aus, der vordermann handle ohne zueignugsabsicht


Ok nochmal...der hintermann (H) stiftet also den Vordermann (V) zu einer Tat an.
I. Die Frage ist: Zu welcher Tat stiftet der Hintermann den Vordermann an. Würde mich mal interessieren, um welche es sich dabei handelt.
II. Prüfung:
A. Strafbarkeit des Haupttäters (+)
B. Strafbarkeit des Beteiligten als Anstifter
I. Tbm:
1. Obj. Tb.:
a) Vors. rechtswidrige Haupttat des anderen (+)
b) Anstiftungshdlg: Also Hervorrufen des Tatentschlusses beim Haupttäter aufgrund geistigen Kontakts --> soweit V nicht omnimodo facturus (vereinfacht)
2. Subj. Tb.:
DOPPELTER ANSTIFTERVORSATZ
a) Vorsatz in Bezug auf die Vollendung der vorsätzlichen rechtswidrigen Haupttat
Fälle des Exzesses des Haupttäters: Der Anstifter haftet nur insoweit, als die begangene Haupttat mit seinem Vorsatz übereinstimmt. Ein Exzess des Täters wird ihm nicht zugerechnet, unwesentliche Abweichungen zwischen Haupttat und Anstiftervorsatz sind allerdings bedeutungslos.
Das könnte doch hier in Frage kommen. Der Hintermann irrte dann über die Zueignungsabsicht. Daher Exzess. Allerdings bleibt ja die Anstiftung zu dem Delikt das vom Anstiftervorsatz gedeckt ist.
b) Vorsatz in Bezug auf die eigene Tathdlg.
3. ggf. § 28 II
II. RW+Schuld
III. Ergebnis: Es liegt eine vollendete Anstiftung vor nur eben nicht zu dem Delikt das der Hintermann aufgrund seines Exzesses begangen hat, sondern zu dem der Anstifter den Hintermann auch betimen wollte.

Also so würde ich das lösen...


Zitat:
mein dozent meinte heute, man hätte diese normative tatherrschaft überhaupt erst erfunden, weil anstiftung nicht ginge


?? Das verstehe ich nicht ?? Kannst du das mal erklären.
P.S.: Übrigens gute Frage.
Der Digge
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Anmeldungsdatum: 20.08.2008
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 19 Nov 2009 - 08:47:56    Titel:

@Ronnan
hey ich mache mir die Mühe deine Fragen zu beantworten und daher wäre es nett wenn du es ebenso halten würdest.
Danke
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 19 Nov 2009 - 23:20:08    Titel:

sry, hab ich übersehn Embarassed

anstiftung ist nicht möglich, weil der anstifter keinen vorsatz hat, dass der vordermann eine tat = erfüllen eines tatbestandes (zb 242) hat

um diese strafbarkeitslücke zu schließen, wird teilweise vertreten, dass der hintermann den diebstahl dann in mittelbarer täterschaft begehe
seine tatherrschaft sei eine normative, weil ohne seine besondere absicht der tatbestand nicht verwirklicht werden könne
das wird aber von der hm wohl nicht anerkannt, weil der tatmittler ja völlig frei entscheiden kann, ob er handelt doer nicht, weswegen der hintermann keine tatherrschaft hat
außerdem ist die frage, ob es durch sein mitwirken zur strafbarkeit kommen kann ja gerade die frage und kann daher nicht als prämisse dienen
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