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Anspruch auf Herausgabe?!
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Konny6488
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Anmeldungsdatum: 13.11.2009
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 18 Nov 2009 - 13:53:07    Titel: Anspruch auf Herausgabe?!

Hallo zusammen , ich studiere Soziale Arbeit und hab null Ahnung von Recht, jetzt müssen wir allerdings für die Vorlesung BGB diesen Fall lösen.
Kann mir vielleicht jemand helfen, da ich nicht weiß wie ich jetzt anfangen soll und was man überhaupt alles prüfen muss?
Danke

Karlsson ist ein kleiner und gescheiter Zeitgenosse. Obwohl sich K als „Mann in seinen besten Jahren“ bezeichnet und auch durchaus erwachsen aussieht, ist er gerade einmal 15 Jahre alt.
Sein geringes Alter hindert K jedoch nicht daran, den privaten Vermögensaufbau
voranzutreiben. Zu diesem Zwecke begibt er sich auf einen Flohmarkt, um seine nagelneuen Turnschuhe, die ihm seine Eltern für den Sportunterricht im nächsten Schuljahr geschenkt haben, zu „versilbern“.
Auf dem Flohmarkt trifft er den 20-jährigen Soziale Arbeit-Studenten Lillebror (L), der eine Spielzeugdampfmaschine zum Verkauf anbietet.
K ist von der Dampfmaschine fasziniert und bietet L den Tausch seiner
Turnschuhe gegen die Dampfmaschine an. L ist einverstanden und
übergibt K die Dampfmaschine. K händigt L daraufhin die Turnschuhe
aus und zieht vergnügt weiter über den Flohmarkt.
Der Marktwert der Dampfmaschine liegt bei 100,– €, der Wert der Turnschuhe hingegen bei 70,– €.
Wie K richtig geahnt hat, lässt sich die dekorativ aussehende Dampfmaschine
viel leichter zu Geld machen als ein Paar Turnschuhe. Schon eine
halbe Stunde später gelingt es ihm, die Dampfmaschine für 200,– € an die
Haushälterin Bock (B) zu veräußern, die dringend noch ein Prunkstück
für den Kaminsims in ihrem Wohnzimmer sucht.
Als die Eltern des K von den Transaktionen ihres geschäftstüchtigen
Sohnes erfahren, hält sich ihre Begeisterung in Grenzen. Den Tausch der Turnschuhe missbilligen sie zutiefst, da sie die Schuhe gekauft
hatten, damit K mehr Spaß am Sport entwickelt. Daher fordern sie L im Namen des K auf, die Schuhe zurückzugeben.
Mit dem Verkauf der Dampfmaschine sind sie hingegen
durchaus einverstanden und erklären K und B, dass es dabei bleiben
solle.
Als L mit der Herausgabeforderung konfrontiert wird, sucht er in seinen Freunden Rat. Nach seiner Recherche holt er zu einem juristischen Rundumschlag aus und erklärt sowohl den Eltern des K als auch der B, dass er die Turnschuhe nicht herausgeben müsse, weil K bei dem Geschäft kein Schaden entstanden sei. Falls er dennoch die Schuhe an K herausgeben müsse, verlange er von der B die Dampfmaschine zurück; schließlich habe ihn K arglistig getäuscht, weil er ihn nicht über seine Minderjährigkeit aufgeklärt habe. Wenn er die Dampfmaschine
nicht zurückerhalte, müsse K damit rechnen, dass er – der L – von
ihm den erzielten Weiterverkaufserlös von 200,– € gem. § 816 Abs. 1 S. 1 BGB herausverlange. In jedem Falle werde er sich den Wert der Dampfmaschine von K zurückholen.

1. Hat K, vertreten durch seine Eltern, gegen L einen Anspruch auf
Herausgabe der Turnschuhe?
2. Kann L von B die Dampfmaschine herausverlangen?
3. Welche Ansprüche hat L gegen K?
Shafirion
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 18 Nov 2009 - 19:05:42    Titel:

Versuche es doch erst einmal mit einem eigenen Lösungsansatz und poste diesen dann hier. Wir helfen dir dann gerne.
Konny6488
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Anmeldungsdatum: 13.11.2009
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 19 Nov 2009 - 15:06:22    Titel:

also ich würde sagen das zwischen K und L nach § 480 ein Tausch vorliegt, als ein gegenseitiger Vertrag bei dem Leistung und Gegenleistung in der Übereinigung von Turnschuhen und Dampfmaschine liegt.
Somit hat gemäß § 929 eine Übertragung des Eigentum stattgefunden. K ist nun Eigentümer der Dampfmaschine und L der Turnschuhe, da sie sich im Zeitpunkt der Übrgabe einig waren.

Da K allerdings nach §106 beschränkt geschäftsfähig ist, und nach §110 über die Schuhe die ein Geschenk waren nicht frei verfügen durfte, da keine Zustimmung § 182 vorlag. K benötigt also nach §107 die Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters damit sein Vetrag (Tausch) mit L wirksam wird.

Da die Eltern dieses Rechtsgeschäft missbilligen, ist der Tausch zwischen K und L nichtig.

Oder ist der Tausch doch wirksam weil K nach §107 lediglich rechtliche Vorteile davon hatte ????

Wäre lieb wenn mir jemand sagen könnte ob der Ansatz bisher einigermaßen richtig ist oder ob ich voll falsch lieg.
Und bei der Sache mit den Ansprüchen auf Herausgabe oder §816 blick ich nicht wirklich durch!
Shafirion
Moderator
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Anmeldungsdatum: 01.04.2005
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 19 Nov 2009 - 18:23:25    Titel:

Der Ansatz ist schon einmal brauchbar. Du musst aber das Abstraktionsprinzip beachten, d.h. es ist erforderlich zwischen dem Verpflichtungsgeschäft (Tauschvertrag) und den Verfügungsgeschäften (Übereignung von Schuhen und Übereignung von Dampfmaschine) trennen. Dann musst du jedes dieser Rechtsgeschäfte eigenständig auf seine Wirksamkeit hin prüfen.
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