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Spinner: Lyrik der Gegenwart Nr. 1
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A3
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Anmeldungsdatum: 27.11.2008
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2009 - 11:38:30    Titel: Spinner: Lyrik der Gegenwart Nr. 1

Hallo,

in einem Aufsatz von Spinner schreibt er:

"Bei aller äußeren Realitätsbezogenheit reden die Gedichte nicht nur von Objekten, sondern ebenso vom wahrnehmenden Ich, den Bedingungen seiner Wahrnehmung und von der Sprache selbst."

Was ich nicht ganz verstehe, ist, was er mit der Sprache selbst meint und mit Objekten. Mir ist klar, dass es in solchen Gedichten um Individuen geht, die ihre Selbstwahrnehmung bzw. -darstellung beschreiben und sie aufgrund bestimmter erlebter Erfahrungen beschreibungen. Kann mit der Sprache gemeint sein, dass aufgrund verwendeter Alltagssprache diese ebenso thematisiert wird? Ich versteh das nicht? Und Objekte? Wird hier der Mensch an sich gemeint?

Kann mir jemand helfen?
Arborius
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Anmeldungsdatum: 07.03.2009
Beiträge: 383
Wohnort: Bin nicht mehr hier,

BeitragVerfasst am: 22 Nov 2009 - 16:58:48    Titel:

Hey.

Ein Gedicht spricht über:
Objekte
das wahrnehmende Ich
die Bedingungen der Wahrnehmung
Sprache

Wenn Rilke ein Gedicht über einen Panther schreibt, dann ist das Objekt ... ein Panther. Ein schwarzes Säugetier, Raubtier, das im Käfig auf und ab geht. Einfach ein Gegenstand, der Objekt der Wahrnehmung ist. Das ist der Realitätsbezug, das ist einfach.

Lyrik ist seit jeher die subjektivste Literaturgattung, die, merklich oder nicht, über das lyrische Ich redet, weil sie durch das lyrische Ich "hindurchgeht" - oder: weil das lyrische Ich sich mitteilt, ist es eine subjektiv gefärbte Mitteilung.
Rilkes Panther ist nicht einfach ein Panther, der auf und ab geht. Er wird als etwas anderes wahrgenommen, als "Tanz von Kraft", "betäubter Wille". Wahrgenommen vom lyrischen Ich.

Die Bedingungen der Wahrnehmung sind schwieriger, ebenso die Sprache. Bevor ich länger nachdenke, lass ich Dir ein bisschen Theorie zukommen.

Im Laufe der Moderne gab es eine Sprachkrise im Literaturbetrieb. Die Wörter schienen ihre feste Bedeutung verloren zu haben. Bei einigen Dichtern hat sich das zur regelrechten Krise entwickelt - Celan z.B. lässt immer wieder durchblicken, dass das größte Problem beim Verstehen eigentlich die Sprache selbst ist, auch das größte Problem dabei, sich auszudrücken. Viele seiner Gedichte befassen sich damit, wie denn das Gedicht als Sprache etwas sagen kann, bzw. worüber das Gedicht überhaupt sprechen kann. Sprache kann dann eigentlich nur noch über sich selbst sprechen. Ebenso das Gedicht.
Leider habe ich kein Gedicht zur Hand. Das könnte auch dauern.
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