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Kampf der Kulturen? Gibt es sie
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Foren-Übersicht -> Geschichte-Forum -> Kampf der Kulturen? Gibt es sie
 
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Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 23 Jan 2010 - 15:15:19    Titel:

borek90 hat folgendes geschrieben:
dass Menschen sehr persönlich beleidigt werden, wenn man sich über ihre Religion lustig macht.

Andere Menschen sind sehr persönlich beleidigt, wenn ihre Nationalflagge verbrannt wird.
borek90 hat folgendes geschrieben:
Drittens, Verbrennung der Fahnen ist eine Sache, die uns garnicht persönlich treffen kann, außer vllt Nationalisten

Mohammed-Karikaturen sind eine Sache, die gar nicht persönlich treffen kann, ausser vielleicht religiöse Fundamentalisten.
borek90 hat folgendes geschrieben:
Manche Menschen glauben nun sehr gerne an Gott und für manche ist es eine heilige Sache.

Manche Menschen identifizieren sich nun sehr gerne mit ihrer Nation, und für manche ist das eine Sache der persönlichen Ehre.

borek90 hat folgendes geschrieben:
wäre es dir lieb, wenn ein ganzes Land Karikaturen über Menschen macht die dir sehr nah stehen, denk darüber nach... Denn Europa macht sich über den Menschen lustig, der für Muslimen sehr nah steht

"Ein ganzes Land" macht Karikaturen und ein ganzer Kontinent sich über Mohammed lustig?

Soviel zum Thema:

borek90 hat folgendes geschrieben:
Also wir müssen da unterscheiden und nicht einfach alles in ein Topf werfen...


Zuletzt bearbeitet von Julius_Dolby am 23 Jan 2010 - 15:33:46, insgesamt einmal bearbeitet
Arborius
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Anmeldungsdatum: 07.03.2009
Beiträge: 383
Wohnort: Bin nicht mehr hier,

BeitragVerfasst am: 23 Jan 2010 - 15:28:21    Titel:

Es wundert mich nicht, dass Du ein Problem siehst. Denn es gibt ein Problem.

Dass sich jemand persönlich beleidigt fühlt, ist das Problem. Die meisten Menschen sprechen über Dinge, hören aber unfaire Kritik. (Schulz-von-Thun)

Karikaturen beleidigen nicht persönlich, egal was sie darstellen. Fahnen verbrennen beleidigt nicht persönlich. Du sagst aber, dass in beiden Fällen sich jemand persönlich beleidigt fühlt. Das ist das Problem.
Du sagst: "Verbrennung der Fahnen ist eine Sache, die uns garnicht persönlich treffen kann", ich sage: "Karikaturen können uns gar nicht persönlich treffen."

Karikaturen können als Propaganda benutzt werden. Müssen sie aber nicht. Ich gebe Dir drei Links, in denen einmal die Weihnachtsgeschichte für einen Witz genutzt wird, einmal die Homöopathie ins Lächerliche gezogen wird und einmal der Tierschutz Zielscheibe ist. Meine persönliche Überzeugung spielt keine Rolle, aber ich werde auch von Karikaturen über Deutsche nicht persönlich betroffen. Und ich habe einige gesehen, als ich in England war. Nicht nur in Büchern, Filmen, Zeitungen, auch von Schülern.

Natürlich musste der Karikaturist nicht mit solchen Konsequenzen rechnen, weil in der Gesellschaft des Abendlandes die Folgen auf Karikaturen empörte Leserbriefe sind. Das ist unsere Kultur. Wir bedrohen wegen einer Karikatur niemanden, wir töten deswegen niemanden, wir verbrennen niemandes Fahne.

Als ich neulich bei der Arbeit persönlich beleidigt wurde, habe ich gedacht: "Arschloch!" Ich habe es nicht gesagt, weil Kinder dabei waren. Aber ich habe, obwohl es persönlich gemeint war, weder gedroht noch zugeschlagen. In Mitteleuropa macht man so etwas nicht, weil es Scheiße ist und nichts bringt. Das ist der Konsens in Mitteleuropa, das sind die Konsequenzen, mit denen ein Mitteleuropäer rechnen muss, das sind die Konsequenzen, mit denen ein Mitteleuropäer rechnet.
(Bei allem nehme ich bestimmte Nationalisten natürlich aus, die das abendländische Denken nicht verstanden haben.)

Ich empfehle Dir noch diesen Artikel aus der Süddeutschen. Er zeigt zwei Dinge sehr deutlich: 1. das abendländische Denken über Religionskritik und Religionsfreiheit, 2. die abendländische Meinung zur Schweiz und dem Minarettverbot. Achtung, lieber borek90: Das ist eine abendländische Meinung!
http://www.sueddeutsche.de/kultur/688/500950/text/4/

Die erste Karikatur ist aus der Süddeutschen Zeitung von 24.(!) bis 27.12.: (entschuldige den schiefen Scan)
http://www.bilder-hochladen.net/files/blic-3-jpg.html
Homöopathie:
http://magazine.web.de/de/themen/unterhaltung/comic/perscheid/2701984.html
Tierschutz:
http://magazine.web.de/de/themen/unterhaltung/comic/perscheid/2701984,page=4.html

Und weil ich ein verdammter Humanist bin, guck mal, ob Du die Ringparabel von Lessing aus dem Theaterstück "Nathan der Weise" findest. Die ist echt gut!

MfG
Julius_Dolby
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Anmeldungsdatum: 22.06.2008
Beiträge: 3856

BeitragVerfasst am: 23 Jan 2010 - 15:37:30    Titel:

borek90 hat folgendes geschrieben:
wäre es dir lieb, wenn ein ganzes Land Karikaturen über Menschen macht die dir sehr nah stehen, denk darüber nach... Denn Europa macht sich über den Menschen lustig, der für Muslimen sehr nah steht.

Wäre es dir lieb, wenn eine ganze Religion (der Islam) Menschen umbringt, die du selbst sein könnten?
hosenscheisser
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Anmeldungsdatum: 23.01.2006
Beiträge: 259

BeitragVerfasst am: 24 Jan 2010 - 02:04:08    Titel:

Pressefreiheit ist ein "heiliges" Gut. Wenn dem so ist, dann frage ich mich allerdings, warum sie nicht ein ständiges Thema ist. Denn Gefahr droht ihr ja nicht erst jetzt aus islamischer Richtung, sondern schon lange in Gestalt der Political Correctness. Es ist doch bemerkenswert, daß in unserer Öffentlichkeit über das Vorhandensein einer solchen Political Correctness Konsens besteht, wir gleichzeitig aber völlig unbefangen von Pressefreiheit sprechen.

Wir sollten uns nicht der Utopie einer totalen Pressefreiheit hingeben, denn natürlich greift jeder, der seine Meinung äußert - besonders wenn er dies entgegen dem Zeitgeist tut -, in eine politische und gesellschaftliche Realität ein. Und dies wird immer Folgen haben. Die Frage ist aber, wie gehen wir damit um? Und da, so muß man feststellen, werden unsere Journalisten ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht... Was die Etablierten, ob in Politik oder Presse, offenbar nicht verstehen, ist, daß Freiheit ohne Risiko nicht zu haben ist. Das heißt, wirkliche Meinungsfreiheit und das völlige Fehlen "skandalöser" Meinungen "geht nicht zusammen". Solche Meinungen sind im Gegenteil immer ein Zeichen für echte Meinungsfreiheit.
...
Denn sowohl drückt sich in den Forderungen der Muslime - über das berechtigte Gefühl der Verletzung ihres religiösen Empfindens hinaus - ein gefährlicher Anspruch auf kulturelle Hegemonie des Islam in Europa aus als auch in dem Beharren des etablierten Milieus auf "Pressefreiheit" der Wille, sich die kulturelle Hegemonie von dieser neuen Macht nicht streitig machen zu lassen.

Äquidistanz! Also gleicher Abstand zu beiden Lagern! Sich ebensowenig in die Logik des Machterhalts der etablierten Eliten drängen zu lassen wie in eine unreflektierte Solidarität mit den beleidigten Moslems. Denn der abendländische Europäer steht hier zwischen einer europäischen Gesellschaft, der im Grunde nichts mehr heilig ist, und einer, der zwar etwas heilig, die aber nicht europäisch ist.
...
Die Frage ist, gibt es eine Verbindung zwischen Islam und Moderne, zwischen Aufklärung und Tradition? Der Islam verteidigt seine Tradition gegen die Moderne, wir verteidigen die Moderne gegen die Tradition. Damit ist die eine Position in sich genauso problematisch wie die andere. ...
http://www.jf-archiv.de/archiv06/200608021709.htm
Arborius
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Anmeldungsdatum: 07.03.2009
Beiträge: 383
Wohnort: Bin nicht mehr hier,

BeitragVerfasst am: 24 Jan 2010 - 11:02:18    Titel:

Das ist doch gequirlte Kacke, hosenscheisser!

Pressefreiheit wäre nicht ständiges Thema der Öffentlichkeit? Political Correctness ginge gegen die Pressefreiheit? Totale Pressefreiheit?

Es ist mir zu doof, Dir einen Artikel über die Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland, ihre Gründe und Geschichte zu schreiben. Das kannst Du selber nachlesen, die wirkliche Problematik kannst Du Dir selber verdeutlichen, wenn Du das kannst.

Vielleicht greife ich jetzt zu sehr in die politische Realität ein (so einen Schwachsinn habe ich noch nie gehört!), aber ich kann mich nicht zurückhalten zu sagen, dass jeder, der durch seine vermeintliche Freiheit, andere zusammenzuschlagen, zu töten oder zu diffamieren, der durch seine vermeintliche Freiheit die Grundlagen desjenigen Staates, der ihn schützt, zu zerstören, genau diese Freiheit nicht haben sollte. Deswegen werden Verbrecher bestraft, deswegen werden Terroristen bestraft, deswegen darf der ganze verfassungsfeindliche Dreck nicht unter die Pressefreiheit fallen.
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2015 - 01:39:16    Titel: Re: Kampf der Kulturen?

bennyhill hat folgendes geschrieben:


Der Anschlag auf ein dänische Karikaturisten sollen uns alle Sorgen machen. Es war ein politische Angriff auf das Abendland.

Ich glaube, dass es sich Lohnt, darüber zu reden ....



Nun ja - inzw. hat das ja neue Dimensionen erreicht: Paris, Kopenhagen etc.

ICH denek, dass es nuetzlich erscheint, mal auch darueebr zu diskutieren, ob es sich beim "Culture Clash" nicht in erster Linie um Missverstaendnisse handelt.

Philosoph Wittgenstein meinte ja schon, dass man nicht uber Dinge reden sollte, wenn man nicht uber sie reden KANN.

Er meinte auch, dass die meisten Probleme deshalb entstehen, weil Missverstaendnsise vorherrschten - oder kurz: Verschiedene "Sprachen" gesprochen wuerden.

Es wird geredet (diskutiert) und jeder meint was anderes, als es die Sachlage eigentlich erfordert.

Vielleicht hilft das hier weiter?

Interkulturelle Verständigung ist schwierig.
Kommunikationsunfälle, gescheiterte Gesprächsversuche, Missverstehen und oberflächliches Halbverstehen sind an der Tagesordnung…

Ein Vortrag der Teleakademie:

https://www.youtube.com/watch?v=vu11TqBf14E
Max Musterman
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Anmeldungsdatum: 09.02.2011
Beiträge: 145

BeitragVerfasst am: 28 Jun 2015 - 03:30:53    Titel: Humorlosigkkeit = Geisteskrankheit, lachen ist Gesund

In einer kranken Kultur ist das sicherste Anzeichen für gewaltbereiten religiösen Extremismus die Humorlosigkeit.

Wer lachen und tanzen verurteilt sollte sich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen ツ

Ein allmächtiger Schöpfer der es nötig hat, sich von gewaltbereiten Idioten schützen zu lassen ist es nicht Wert Gott genannt zu werden ツ und das gilt für alle Religionen. Sie befreien nicht den Geist sondern führen in die Knechtschaft geradezu in die Höllen des finsteren Mittelalters ツ
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