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"Verständnisfach" zum Studieren
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Felerlos
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Anmeldungsdatum: 12.04.2008
Beiträge: 164

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2010 - 12:40:46    Titel: "Verständnisfach" zum Studieren

Hi,

ich studiere zur Zeit VWL im ersten Semester und habe extreme Schwierigkeiten mit einigen BWL Pflichtveranstaltungen in der Prüfungsordnung in denen es scheinbar lediglich darum geht dutzende von Definitionen möglichst 1:1 vom Lehrbuch über den Umweg Gedächtnis auf den Prüfungsbogen übertragen zu können. Dementsprechend langweilig und demotivierend sind auch die Veranstaltungen. Mein erster Gedanke war das einfach durchzustehen, schließlich gibt es ja von Semester zu Semester mehr VWL und weniger BWL Veranstaltungen aber das ist gar nicht so einfach. Zur Zeit habe ich eine Mathe und eine VWL-Veranstaltung, die mir Spaß machen und 5 BWL Veranstaltungen in denen ich nur darüber nachdenke, wo ich mich am besten aufhängen kann.

Deshalb suche ich jetzt nach einem Plan B, damit ich eventuell (auch ein bisschen abhängig von den Prüfungsergebnissen) den Studiengang wechseln kann und diesmal eine bessere Wahl treffe. Meine große Stärke ist einfach das logische Denken, sowohl auf sprachlicher als auch auf mathematischer Ebene. Meine stärksten Schulfächer waren dementsprechend Deutsch, Philosophie, Mathematik und Informatik.
Ohne arrogant klingen zu wollen denke ich dass ich von den geistigen Vorraussetzungen für fast jedes (künstlerisches müsste man streichen Wink ) Studium geeignet bin. Was mir ein Strich durch die Rechnung machen kann sind die Soft Skills wie Motivationsfähigkeit (wenn ich an etwas nicht interessiert bin), Fleiß (ja leider faul Wink ) , Empathie und Teamfähigkeit (wenn etwas wichtig ist mach ich es lieber alleine. Dann kann ich mich wenigstens darauf verlassen, dass es so wird wie ich möchte), wo meine Schwächen liegen.

Ich suche also einen Studiengang der möglichst logisch aufgebaut ist, den man mit Verständnis durchdringt statt mit ewigem Auswendiglernen, der seine Tücken in geistigen Herausforderungen setzt statt in der puren Menge des Stoffes. Sicher wird man überall ein paar Grundlagen auswendiglernen müssen, aber dann will ich es auch unmittelbar in Berechnungen oder Analysen anwenden können und müssen und nicht nur deshalb im Kopf haben, weil es in der Klausur gebraucht wird und man sowas als *Berufsbezeichnung hier* eben wissen muss. Am liebsten wäre es mir wenn die Elemente Sprach- bzw. Textverständnis und Mathematik darin irgendwie vereint werden könnten. Aber da gibt es leider nicht wirklich viel zu finden, also ist das kein Muss. Ich dachte das wäre am ehesten in der VWL der Fall, deshalb habe ich mich ja für das Studium entschieden.

Ein paar Fächer zu den ich mir schon Gedanken gemacht habe. Vielleicht kann das ja jemand aus den Fachrichtungen widerlegen/bestätigen und mir zu- oder abraten:

Philosophie: Mein "Traumfach". Logisch, sprachlich anspruchsvoll und durch die nicht-empirische Ausrichtung gibt es keine Inhalte, auf die ich mich schon festlegen müsste und für die ich mich motivieren muss. Ich lerne eine Methode und diese Methode IST die Wissenschaft, die sich auf alles mögliche anwenden lässt. Ausserdem das einzige Studienfach, das mir einfällt, welches auch ein privates Hobby von mir darstellt. Leider möchte ich mit meinem Studium schon irgendwann in der Lage sein eine Familie zu ernähren, so dass die Philosophie wohl ein Hobby bleiben muss. Vielleicht mal als Nebenfach.

Mathematik: Das war für ich im letzten Jahr eine Alternative zur VWL bis zum letzten Tag. Was sich über Empirie und Logik in der Philosophie sagen lässt, lässt sich auch direkt auf die Mathematik anwenden. Was mich abgeschreckt hat sind die ganzen Horrorgeschichten, die man so in Internetforen liest. Keine Freizeit und trotzdem viele Abbrecher und Durchfaller. Es klingt immer so als könnten nur Genies in einem Mathematik Studium bestehen und selbst diese nur wenn sie alle anderen Interessen und Hobbys für die Studienzeit hinten anstellen. Im Endeffekt möchte ich schon noch ein Leben neben dem Studium haben. Das hat mich dann schließlich doch in die Arme der Volkswirtschaftslehre getrieben.

Informatik: Habe ich gerade erst vor ein paar Tagen durch diesen Selbsttest entdeckt: http://www.tu-chemnitz.de/fsrif/selbsttest01/ Immerhin von einer Uni Homepage, aber ist der wirklich repräsentativ? Die Knobeleien in dem Test haben mir großen Spaß gemacht. Scheinbar läuft ein Informatik Studium doch ganz anders ab als ich mir das vorgestellt habe. Ich habe mich nie wirklich intensiv damit beschäftigt, vor allem weil ich dachte ich könnte ohne Vorkenntnisse im Programmieren dort ohnehin nicht bestehen. Dazu werde ich noch Informationen sammeln müssen, es fällt von außen sehr schwer einzuschätzen wie das Studium wirklich aussieht. Ist es von der Arbeitsbelastung ähnlich heftig wie Mathematik?

Ansonsten würde ich mich auch über weitere Vorschläge von Fächern freuen, bei denen ihr denkt, das könnte zzu mir passen.

Danke im Vorraus
Jonsy
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Anmeldungsdatum: 11.02.2007
Beiträge: 3099

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2010 - 16:15:57    Titel:

Zitat:
Mathematik: Das war für ich im letzten Jahr eine Alternative zur VWL bis zum letzten Tag. Was sich über Empirie und Logik in der Philosophie sagen lässt, lässt sich auch direkt auf die Mathematik anwenden. Was mich abgeschreckt hat sind die ganzen Horrorgeschichten, die man so in Internetforen liest. Keine Freizeit und trotzdem viele Abbrecher und Durchfaller. Es klingt immer so als könnten nur Genies in einem Mathematik Studium bestehen und selbst diese nur wenn sie alle anderen Interessen und Hobbys für die Studienzeit hinten anstellen. Im Endeffekt möchte ich schon noch ein Leben neben dem Studium haben. Das hat mich dann schließlich doch in die Arme der Volkswirtschaftslehre getrieben

Naja. Es gibt zwei Gruende, warum beim Mathestudium am Anfang so viele abbrechen:
Uni-Mathe unterscheidet sich massiv von Schulmathematik. Viele Menschen scheinen darueber nicht nachzudenken und studieren Mathematik, weil sie in der Schule gut darin waren... Diese erkennen innerhalb des ersten Semesters ihren Fehler.
Weiter zu beachten: Auch andere Faecher haben nicht geringe Schwundquoten. Nur durch manche versucht man eben laenger, sich irgendwie durchzuhangeln. Im Mathestudium merkt man das wohl etwas schneller.
Also: Wenn nach den ersten beiden Semestern auf einmal 70% weg sind, heisst das nicht, dass 70% zu doof waren, sondern dass diese 70% einfach recht schnell gemerkt haben, dass das Studium nichts fuer sie ist.

Ansonsten laesst sich sagen: Zumindest auf Diplom hat man genuegend Freizeit. Die Uebungszettel sind knackig, aber dafuer hat man auch relativ wenig Veranstaltungen.

Jonsy
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someDay
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Anmeldungsdatum: 04.09.2005
Beiträge: 3889

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2010 - 20:14:48    Titel:

WiMa?

Ansonsten: An Universitäten kann man auch Vorlesungen in anderen Fachbereichen besuchen. Setz dich doch mal in die üblichen Einführungsvorlesungen in Mathe und Philosophie und versuche den Stoff zu verstehen.

Mathematik bei Fleiss/Motivationsproblemen zu studieren ist ziemlich riskant, wenn du nicht gerade genial bist wirst du ziemlich schnell massive Probleme bekommen...

sD.
Kons
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Anmeldungsdatum: 02.09.2005
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 13 Jan 2010 - 22:05:18    Titel:

Du bist ein arrogantes Wesen!
Felerlos
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Anmeldungsdatum: 12.04.2008
Beiträge: 164

BeitragVerfasst am: 05 März 2010 - 17:49:50    Titel:

Hi nochmal,

bin durch mit den Klausuren und habe inzwischen eine schwere Sinnkrise. Mein Leben lang habe ich praktisch als Fernziel von der Universität geträumt. Ich hatte einen Ort vor Augen an dem freies Denken, Eigenständigkeit und Individualität belohnt und gefördert werden und nicht abgetötet.
Gerade der Aufbau der Klausuren hat mir noch mal einen harten Schlag versetzt. Z.B. die Matheklausur: Keinerlei Transferaufgaben, nichts was man sich selbst erschließen könnte, jede Aufgabe in der Klausur war unter den Aufgaben zu finden, welche zuvor in der Übung besprochen wurden, höchstens die Zahlen waren ausgetauscht. Dafür war der Zeitdruck enorm, was denn einzigen Schwierigkeitsgrad der Klausur darstellte. Danach gab es von den Kommiltonen Zitate: "Es reicht eben nicht die Mathematik dahinter zu verstehen, man muss alle Übungsaufgaben durchrechnen um auch die Geschwindigkeit zu bekommen" oder "Man darf nicht nachdenken, sondern einfach nur noch nach dem Schema hinschreiben, dann schafft man das zeitlich".
Inhaltlich kann ich zustimmen, aber ein Verbot nachzudenken? Wo bin ich hier gelandet? Ist das die neue "praxisnahe" Ausrichtung der Bachelorstudiengänge? Sklavenhaft sinnlose Skripte pauken, damit man sie am Prüfungstermin in Zombie-manier zu Papier bringen kann und durch das antrainierte Power-Learning schon eine Woche später wieder vergessen hat? Was bringt einem das? Sollen die wohl überdurchschnittlich intelligenten Studenten ihre Kritikfähigkeit abtrainiert bekommen, bevor sie auf die Wirtschaft losgelassen werden, indem sie eingetrichtert bekommen eine Aufgabe ohne Nachdenken und Hinterfragen zu erfüllen? Das scheint der einzige Sinn des Studiums zu sein.
Ich beginne das Studium zu hassen und alles was dazu gehört, die Stadt, die Uni, selbst mit meinen Kommiltonen, die eigentlich nette Menschen sind, fällt es mir inzwischen schwer Zeit zu verbringen. Ich denke inzwischen nicht mehr dass ich mich einfach in der Fächerwahl vertan habe. Das System Uni scheint einfach so zu sein. Wissenschaft bedeutet wiederzugeben was andere erdacht haben. Ich habe mit einem VWL Studenten aus dem Masterprogramm gesprochen, der das bestätigt hat. Das einzige mal dass er bisher in einem gewissen Rahmen frei und selbstständig arbeiten konnte war bei der Bachelorarbeit.
So bin ich schließlich mit fast 22 Jahren im Leben völlig perspektivlos, ich weiss nicht ob ich diese Arbeitsweise noch 2,5 Jahre durchhalte, ich habe das Gefühl es zerfrisst mich. Ein Fachwechsel sehe ich auch nicht mehr als Ei des Kolumbus an, das scheint überall so zu sein. Was ich sonst machen kann weiss ich auch nicht. Mein ganzes Leben steuerte auf die Hochschule hin. Nachträglich betrachtet war das Abitur zu machen wahrscheinlich der bisher größte Fehler in meinem Leben.
Langer Text, kurze Frage: Ich überlege psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hat jemandd Erfahrung damit sowas wegen dem Studium zu machen? Ich habe vorallem das Problem das mir inzwwischen völlig das Vertrauen in meine eigenen Entscheidungen fehlt. Meine Letzten haben mich auf direktem Weg in dieses Fegefeuer geführt. Deshalb tendiere ich dazu in den sehr sauren Apfel zu beißen und weiterzustudieren. 2,5 Jahre gehen auch irgendwann vorbei, Master kommt nach meinen bisherigen Erfahrungen auf keinen Fall in Frage. Ich hätte nur nicht erwartet auf meine Studienzeit als die Schlimmste in meinem Leben blicken zu müssen.
Ansonsten besteht die Ausgangsfrage trotzdem weiterhin. Wie sieht es aus in Fächern wie Informatik oder Mathematik. Gibt es dort Aufgabenstellungen die über die Übungen hinausgehen, wo man etwas knobelnn kann? Auch so ein extremer Zeitdruck?
KamiKami
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Anmeldungsdatum: 17.08.2007
Beiträge: 1792
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 05 März 2010 - 17:59:56    Titel:

Kann ich als VWL-Student, der kurz vor seinem Abschluss ist, nicht bestätigen. Sicher, Du musst schon Aufgaben nach Schema F rechnen können und den ganzen BWL-Rotz (ich mochte ihn genauso wenig, bis auf Marketing was wirklich interessant war) lernen. Schließlich geht es darum, ein Fundament aufzubauen bzw. erstmal einen gewissen Anwendungsstrang zu finden und diesen auszubauen.

Das erste und zweite Semester, sind die m. E. n. schwierigsten Hürden, die Du im Studium nehmen musst. Danach läuft eigentlich alles besser und man darf selbstständiger arbeiten. Glaube bitte nicht, das Du später im Beruf nicht nach Schema F arbeiten musst. Und ja, es kotzt mich manchmal auch an, wenn ich sehe wie sehr sich die Sachen auf dem Schreibtisch stapeln - ob es die Arbeit ist, oder die gefühlten 10.000 Seiten Buch und Skripte für die Hochschule.

Sinn- und Lebenskristen durchlaufen wir alle, daraus zu lernen, das ist Deine Aufgabe.

Gruß
_________________
Geist über Materie.
Brand-Ing
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Anmeldungsdatum: 07.11.2008
Beiträge: 3091

BeitragVerfasst am: 05 März 2010 - 19:55:03    Titel:

Du musst eben erstmal die Grundlagen lernen, bevor du langsam anfängst wissenschaftlich zu arbeiten. Wenn man das von einem Erstsemester schon verlangen könnte (und würde) wär das Studium ja sinnlos.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 05 März 2010 - 20:11:22    Titel:

Und der nächste Ersti, der schon Romane schreiben will, bevor er überhaupt das Alphabet kennt und einfachste Grammatik beherrscht Rolling Eyes
darwinhd
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Anmeldungsdatum: 26.02.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 05 März 2010 - 20:23:05    Titel:

Hi Fehlerlos, hört sich ja traurig an deine gegenwärtige Lage. Im VWL Studium ist das mit der BWL so eine Sache.. wohl oder übel wird dir das Sinnlose reingeprügelt.. außer in Bonn nicht, ansonsten kann man es mit Finance substituieren.. das ist dann mathematischer. Insgesamt, kanns du nicht davon ausgehen immer nur das machen zu können, was zu 100% zu deinen Gefühlen passt. Alter Spruch, aber für die BWL Scheine brauchte man ja auch höchstens 2-3 Tage und die 1, steht. Daher würde ich mir die Kreativität für die Promotion und die Seminararbeiten aufheben. Mathematik oder Physik ist eine Alternative, allerdings würde ich da lieber nebenher probeweise in diesem SS010 reinhören und zu kommendem WS eine Entscheidung treffen.. auch dort wird es Dröges geben.

Daher, lernen, lesen, und die BWL mit mini Aufwand auf Notentauglichkeit polieren, und ganz wichtig: schnell wieder vergessen! (falls du anfängst dir den Schwachsinn über ein paar Tage nach der Klausur zu merken, kommst du in tiefe, tiefe Sinnkrisen bezüglich dessen was du da eigentlich tust [wie eben]).

Aber ansonsten, VWL ist schon ein super Fach.. vll nimmst du ein Doppelstudium auf oder ähnliches, das dich auslastet.

Viele Grüße!
Eirz
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Anmeldungsdatum: 12.02.2010
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 05 März 2010 - 21:51:38    Titel:

Nun, der TE beschreibt genau die Gefühle, die ich auch habe - und das noch im vierten Semester. Besser wird es also kaum werden, auch wenn der Umfang des Studiums nachdem zweiten Semester abnimmt und es endlich etwas individueller wird.

Dennoch muss ich sagen, dass die Prüfungen nicht unbedingt abprüfen, ob man den Stoff verstanden hat.. lauter Detailfragen, die man nur durch das auswendig lernen "lösen" kann. Wenn Auswendig lernen = können bedeuten soll, na dann, gute Nacht.

Habe darüber auch vor kurzem mit meinen Kommilitonen gesprochen.. keiner konnte mir explizit sagen, um was es so wirklich in den Modulen des Grundstudiums ging.. lauter Antworten wie "Ähh.. war das nicht dies..jenes..?!".

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Und der nächste Ersti, der schon Romane schreiben will, bevor er überhaupt das Alphabet kennt und einfachste Grammatik beherrscht Rolling Eyes


Sicher? Ich habe das so erlebt, dass ich in keinem Aufbaumodul zwingend den Stoff aus dem Grundmodul können musste. Alles ist für sich alleine machbar.. wenn man die Folien paukt.

Einzige Ausnahme war Mathe. Da sollte man die elementaren Grundlagen dann im Aufbaumodul tatsächlich beherrschen können.
Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 01:07:01    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Und der nächste Ersti, der schon Romane schreiben will, bevor er überhaupt das Alphabet kennt und einfachste Grammatik beherrscht Rolling Eyes


Und woran liegt das wohl?

Wer kennt das denn nicht aus der Schule? Man kriegt STÄNDIG gesagt man soll selbstständig denken, Quellen benutzt man praktisch nie, alles was man macht ist mehr oder weniger Eigenleistung oder in Sprachen Eigeninterpretation - und im ersten Unisemester fallen dann alle auf die Nase, weil auf einmal nur noch Nachplappern gefordert wird. Ist doch immer dasselbe.

Felerlos: Also meine Matheklausur hatte ein paar Schema-F-Aufgaben aber nicht mal annähernd so krass wie bei Dir.

Bioinformatik war das Fach.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 01:43:15    Titel:

Ja... Keine Ahnung woher das kommt. Möglicherweise haben Viele tatsächlich ein komplett falsches Bild von einer Hochschule...

Ein Studium besteht auf jeden Fall in aller Regel in den ersten Semestern nicht daraus, dass man großartige neue wissenschaftliche Entdeckungen macht, neue Dinge erfindet oder in irgendeiner Art und Weise kreativ tätig wird. Das kann überhaupt nicht funktionieren, weil man die Grundlagen noch nicht hat...

Ich kanns nur auf mein Fach beziehen:

Wie will ich eine elektrische Maschine berechnen, wenn ich noch nichtmal Ahnung vom magnetischen Kreis habe?

Wie will ein Volkswirt über irgendwelche Modelle diskutieren, wenn er noch nichtmal die grundlegendsten Grundlagen, Definitionen, Theoreme und die gängige Lehrmeinung kennt?

Manche Dinge muss bzw. sollte man als Fachmann in seinem Gebiet einfach wissen...
Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 11:45:17    Titel:

Da hast Du sachlich recht. Ich frage mich halt nur wieso einem in der Schule dann immer vermittelt wird, dass man nur ja selbstständig arbeiten und auf gar keinen Fall Hilfsmittel zu Rate ziehen soll.

Da ist es doch kein Wunder, wenn die Leute ein falsches Bild von der Hochschule kriegen!


Ist mir übrigens auch passiert, die ganze Schulzeit durch sollte ich in Arbeiten irgendwelches Wirtschafts - oder Politikgeschehen anhand dessen, was ich gelernt hatte, selbstständig interpretieren und dann sollen meine Hausarbeiten auf einmal nur noch Zusammenfassungen von Forschungsergebnissen sein!

Ich habe 4 (!) Semester gebraucht bis ich überhaupt kapiert habe was ich falsch mache bzw. an einen Dozenten geraten bin, der DEUTLICH gesagt hat, dass selbstständiges Arbeiten eben gerade NICHT gewünscht ist.
FH-Spacken
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Anmeldungsdatum: 20.04.2009
Beiträge: 917

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 11:51:54    Titel:

Grundlagen zu lernen, heißt ja nicht, dass Klausuren nach Schema-F ablaufen müssen.

Ich hatte z.B. einen sehr guten Professor in Mathe, der gesagt hat, dass das, was an FHn in Mathe abläuft, Grundschulniveau ist, da es darauf ankommt, Zahlen in Formeln einzusetzen. Also hat er eine Kofferklausur gestellt, wo man die Skripten benutzen durfte. Die Aufgaben hatten es also in sich, d.h. reine Transferleistungen. Die Durchfallqoute war natürlich extrem hoch.

Dann gibt es aber auch Klausren, wo es heißt: "Berechnen Sie den Korrelationskoeffizienten." Das sind Aufgaben, die eigentlich überflüssig sind. Das sind zwar Grundlagen, aber ein Grundschüler, dem man die Formeln und die Zahlen gibt, kann das auch.
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B.Sc. Wirtschaftsinformatik (7 Semester)
Software-Ingenieur/IT-Consultant

Forum Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V.
Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 12:11:36    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Da hast Du sachlich recht. Ich frage mich halt nur wieso einem in der Schule dann immer vermittelt wird, dass man nur ja selbstständig arbeiten und auf gar keinen Fall Hilfsmittel zu Rate ziehen soll.

Da ist es doch kein Wunder, wenn die Leute ein falsches Bild von der Hochschule kriegen!


Weil man es nach dem Aufarbeiten der Grundlagen benötigt, nämlich im Hauptstudium, wenn die Projektarbeiten und Studienarbeiten geschrieben werden oder man als HiWi arbeitet etc.

Wo is das Problem 4 Semester nochma Grundlagen zu pauken was natürlich, wie soll es auch anders ablaufen, nur durch "Auswendiglernen" und anwenden der Kenntnisse, geschehen kann.

Aber gerne, wenn das natürlich von den Studenten gewollt wird kann man sie auch gleich mit der Numerik vertraut machen ... ich hät kein Problem als Tutor im ersten Semester die Finite-Volumen-Methode zu besprechen, dann dürfen sie mal bischel "Transferarbeit" leisten und sich hoffentlich nicht mehr beschweren, dass alles so "easy" is und keiner nachdenken muss. Ich würd mich freun ... immer her mit den "Opfern" ^^
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 12:58:56    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Ist mir übrigens auch passiert, die ganze Schulzeit durch sollte ich in Arbeiten irgendwelches Wirtschafts - oder Politikgeschehen anhand dessen, was ich gelernt hatte, selbstständig interpretieren und dann sollen meine Hausarbeiten auf einmal nur noch Zusammenfassungen von Forschungsergebnissen sein!


Ja... Aber was hast du denn bitteschön erwartet?

In der Schule sind die Themen noch recht einfach und es geht primär um die Bildung und Äußerung der eigenen Meinung. Die eigene Meinung ist in der Wissenschaft allerdings eher sekundär. Hier zählt nur, was du eindeutig und stichhaltig belegen kannst. Was du denkst, dir vorstellen kannst oder was eventuell sein könnte, interessiert nicht. Überspitzt gesagt...

Schon an einer relativ kurzen wissenschaftlichen Veröffentlichung wie einem Paper arbeiten mehrere Doktoren einige Monate bis Jahre. Da werden zig Paper als Quelle genannt, die dann ihrerseits wieder auf zig Publikationen verweisen. Und das musst du alles erstmal ansatzweise durchdrungen haben, um darauf aufzusetzen...

Es ist nunmal so, dass man sich in der (angewandten) Wissenschaft auf Forschungsergebnisse von Anderen stützt und nicht alles selbst nochmal aus dem Urschleim herleitet...
R1
Gesperrter User
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Anmeldungsdatum: 27.09.2009
Beiträge: 931

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 13:32:21    Titel:

He Felerlos,

Du belebst mein Herz; wirklich. Und das unabhängig davon, ob Du ein feake bist oder real. Nie hab ich hier in diesem Eselsstall was erfrischerendes, lebendigeres gelesen, als Deine Ausführungen.

Very Happy

Wenn ich Dir etwas raten darf:

1. Gehe nicht zu einem Psychologen (es sind Pseudowissenschaftler) und die Herrschaften haben so elendig hohl studiert, wie Du es bei BWL erlebst (was kannst Du von jemanden erwarten, dem der Abschluss, das Ansehen über seinen eigenen Willen geht?)

2. Warum nicht Philosophie? Deinen Beschreibungen nach ist es das was Dich inspiriert. Und im Gegensatz zur Psychologie (Anwendung nicht bewiesenen Wissens) versucht man der Wahrheit auf die Spur zu kommen (ich kann mir nichts sinnvolleres vorstellen).

Jedoch kann ich mir vorstellen, dass die Prof's dort ähnlich gestrickt sind wie andere und es auch nur zu gerne sehen, wenn Du etwas so schlussfolgerst, wie er es tun würde....
Dann wäre die Frage, wie gut Du in alten Sprachen bist und ob Dir das liegt. Insgesamt betrachtet, denke ich jedoch, dass ein Studium der Philosophie mehr eigenes Denken verlangt, als wohl ziemlich jedes andere.

Davon ab kannst Du Dich durch ein paar Jahre VWL quälen oder Informatik (sicher interessanter für Dich) um für die naive Welt gerüstet zu sein und die Philosophie zu Deiner Freizeitbeschäftigung machen.

Dein Problem jedenfalls ist nicht, dass Du sie nicht mehr alle hast, sondern das Du - im Gegensatz zu den Mehrheiten - nicht wie ein braves Schaf fressen willst, was andere Dir vorwerfen. Nicht weil Du ein krankes Schaf bist, sondern weil Du KEIN Schaf bist.
Und davon gibt es nicht so viele. Und von den wenigen, die es gibt, geht alle Entwicklung aus. Die anderen ahmen nach, was sie sehen und hören. Wenn man ihnen ein Gesetz zeigt und sagt das ist Gesetz, dann fragen sie nicht nach dem Sinn; wenn man ihnen sagt tue dies, dann tun sie das - mal mehr mal weniger widerborstig. In ihnen ist nicht die Frage nach dem Zweck oder der Logik des Systems, sondern wie sie in dem System glücklich werden können. Jemand wie Du sucht sein Glück im Finden von (neuen) Systemen. Gehe davon aus, dass Du kaum einen Prof finden wirst, der der nicht so vor sich hin gebüffelt hat, wie heute seine Studenten und gefressen hat, was man ihm vorsetzte. Von 1000 Büchern, steht nur in einem was, von dem der Autor den Inhalt selbst ergründet hat.

Twisted Evil


Und wenn Du ein Troll bist, so rate ich Dir Schriftsteller zu werden.


Cool
Honorardozent
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Anmeldungsdatum: 06.03.2010
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:09:21    Titel:

Das Niveau hat an Universitäten tatsächlich stark abgenommen, woran das liegt kann ich Ihnen leider nicht sagen. Dennoch war ich ein wenig erschrocken, als ich mir mal ein paar aktuelle Mathematik-Klausuren angesehen habe.
_________________
1995: Fachgymnasium Wirtschaft
1999: Diplom-Mathematiker (FH)
2004: Promotion an der Uni Bonn (Doktor der Mathematik)
Seit 2008: Honorardozent an Fachhochschulen
Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:18:10    Titel:

Ich bin ehrlich gesagt erstaun, wie "leistungsbereit" hier die neuen Studis sind. Aber ich glaub ich sprech das mal bei meinen Kollegen an, dass man nicht erst in der Reihenfolge gehen soll Mathematik->Thermodynamik->Mehrstoffsysteme, sondern gleich im ersten Semester eine Seminararbeit in Mehrstoffsysteme ... wenn alle so "arbeitswillig" sind, sollte das ja kein Problem sein. Bischel Mathematik, Chemie und Thermodynamik, kann man doch alles prima allein aufarbeiten und wie gesagt, schön Transferarbeit über mindestens 3 Gebiete. Da lecken sich doch bestimmt alle Erstis die Finger nach.


(Entschuldigt bitte, aber das Thema is grad perfekt um seine Phantasie spielen zu lassen ... hab noch ne ganze Menge mehr Ideen)
Honorardozent
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Anmeldungsdatum: 06.03.2010
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:28:10    Titel:

Klunki hat folgendes geschrieben:
Ich bin ehrlich gesagt erstaun, wie "leistungsbereit" hier die neuen Studis sind. Aber ich glaub ich sprech das mal bei meinen Kollegen an, dass man nicht erst in der Reihenfolge gehen soll Mathematik->Thermodynamik->Mehrstoffsysteme, sondern gleich im ersten Semester eine Seminararbeit in Mehrstoffsysteme ... wenn alle so "arbeitswillig" sind, sollte das ja kein Problem sein. Bischel Mathematik, Chemie und Thermodynamik, kann man doch alles prima allein aufarbeiten und wie gesagt, schön Transferarbeit über mindestens 3 Gebiete. Da lecken sich doch bestimmt alle Erstis die Finger nach.


So interessant das auch klingt. Ich habe allerdings den Eindruck, dass Sie nicht ganz verstanden haben, was Transferleistungen innerhalb einer Klausur bedeuten.
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xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:32:07    Titel:

Und ich habe den Eindruck, dass ab jetzt wieder mächtig in die alte "Früher war alles besser, anspruchsvoller, usw."-Kerbe geschlagen wird...
Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:36:57    Titel:

Honorardozent hat folgendes geschrieben:
Klunki hat folgendes geschrieben:
Ich bin ehrlich gesagt erstaun, wie "leistungsbereit" hier die neuen Studis sind. Aber ich glaub ich sprech das mal bei meinen Kollegen an, dass man nicht erst in der Reihenfolge gehen soll Mathematik->Thermodynamik->Mehrstoffsysteme, sondern gleich im ersten Semester eine Seminararbeit in Mehrstoffsysteme ... wenn alle so "arbeitswillig" sind, sollte das ja kein Problem sein. Bischel Mathematik, Chemie und Thermodynamik, kann man doch alles prima allein aufarbeiten und wie gesagt, schön Transferarbeit über mindestens 3 Gebiete. Da lecken sich doch bestimmt alle Erstis die Finger nach.


So interessant das auch klingt. Ich habe allerdings den Eindruck, dass Sie nicht ganz verstanden haben, was Transferleistungen innerhalb einer Klausur bedeuten.


Erlerntes Wissen auf andere,ähnliche Aufgaben übertragen.
Ich verweise eigentlich ungern auf Wikipedia, aber leider is es die einzige Möglichkeit, die ich im Moment habe, daher

http://de.wikipedia.org/wiki/Lerntransfer

Vielleicht noch bischel Interpretationsarbeit von meiner Seite, aber kurz
ebenso erlerntes Wissen in verschiedenen Bereich zu kombinieren gehört bei mir genauso dazu. Ich hab für mich den Begriff, zugegeben, noch etwas erweitert, von einem Gebiet auf Mehrere zusammen.
Honorardozent
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Anmeldungsdatum: 06.03.2010
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:43:08    Titel:

Das dürfte die meisten Studenten überfordern. Ich selbst habe vor einiger Zeit in meinem jugendlichen Motivationseifer eine Mathematik-Veranstaltung so gestaltet, dass die Studenten eigenständig Ausarbeitungen mit Beispielen zu vorher festegelegten Themen über das Semester erstellen sollten. Ich musste allerdings so oft einschreiten und nachbessern, dass ich dieses kühne Vorhaben wieder abgebrochen habe und zum dozentenorientiertem Lehren übergegangen bin.
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2004: Promotion an der Uni Bonn (Doktor der Mathematik)
Seit 2008: Honorardozent an Fachhochschulen


Zuletzt bearbeitet von Honorardozent am 06 März 2010 - 14:44:26, insgesamt einmal bearbeitet
Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:43:57    Titel:

Noch ein zusätzliches Beispiel, wenn man die Sachverhalte in der Mathematik verstanden hat, kann man ebenso dieses erlernte Wissen mit der Physik verbinden. Im Grunde macht man ja häufig in der Mathematik (Schule) Aufgaben aus der Physik, also können ebenso mathematische Grundlagen auf die beiden Fächer übertragen werden.

Ein Beispiel wäre die Rotationsformel (mathematisch), mit der man ebenso in die Hamilton Mechanik (physikalisch [edit: ich gebe zu, vielleicht etwas schlechtes Beispiel, da Übergang meistens fließend is, von Mathematik zu Physik] ) gehen kann. Ebenso verhalten sich mathematische Sachverhalte mit Thermodynamischen und chemischen. (Beispiel: Gradienten)


Zuletzt bearbeitet von Klunki am 06 März 2010 - 14:50:50, insgesamt 2-mal bearbeitet
Klunki
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:47:08    Titel:

Honorardozent hat folgendes geschrieben:
Das dürfte die meisten Studenten überfordern.


Das mag sein, aber das gilt, meiner Erfahrung nach, nur für die ersten Semester, da im Maschinenbau grundsätzlich solche überschneidenden Themengebiete besprochen werden. Wer also darin eine Überforderung sieht, wird spätestens bei ner Diplomarbeit arge Probleme bekommen.
Honorardozent
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:52:07    Titel:

Klunki hat folgendes geschrieben:

Das mag sein, aber das gilt, meiner Erfahrung nach, nur für die ersten Semester, da im Maschinenbau grundsätzlich solche überschneidenden Themengebiete besprochen werden. Wer also darin eine Überforderung sieht, wird spätestens bei ner Diplomarbeit arge Probleme bekommen.


Ich bezog mich natürlich auf Studienanfänger, wie von Ihnen vorgeschlagen. Dass solche Überschneidungen regelmäßig auftreten, ist natürlich richtig. Ich versuche in meinen Veranstaltungen auch immer wieder, bewusst solche Bezüge herzustellen. Unterrichte ich Mathematik für Infomatiker, lasse ich ein wenig Zahlentheorie, Graphentheorie, Kryptographie oder Aussagenlogik einfließen. Bei Wiwis beziehe ich dagegen stärker Ökonometrie, Zeitreihenanalyse oder neuronale Netze ein.
_________________
1995: Fachgymnasium Wirtschaft
1999: Diplom-Mathematiker (FH)
2004: Promotion an der Uni Bonn (Doktor der Mathematik)
Seit 2008: Honorardozent an Fachhochschulen
HarryMorgan
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:56:44    Titel:

Ach komm, die paar BWL Fächer wirste ja wohl noch durchkriegen.

Und in VWL kannst du mathematisch schon sehr in die Tiefe gehen. Schau dir doch mal gehobene Bücher (z.B Microeconomic Theory von Mas- Collel, Whinston, Green) oder irgendwelche Paper an. Da wirst du wenig Text und viele Formeln finden. Und auch im Bachelor wirst du schon mathematische Vertiefungen wählen können, oder was hälst du denn von Ökonometrie? Darauf kannst du dich dann doch spezialisieren, auch mit Time Series etc.
Und danach kannst du einen quantitativen Master machen.
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Viviane21
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:09:19    Titel:

Zitat:

Wo is das Problem 4 Semester nochma Grundlagen zu pauken was natürlich, wie soll es auch anders ablaufen, nur durch "Auswendiglernen" und anwenden der Kenntnisse, geschehen kann.

Das Problem ist, dass einem keiner sagt, dass der eigene Verstand auf einmal piepegal ist!
Viviane21
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:11:09    Titel:

Zitat:

In der Schule sind die Themen noch recht einfach und es geht primär um die Bildung und Äußerung der eigenen Meinung.


Nur merkt das in der Schule keiner. Man denkt zu Schulzeiten, in der Wissenschaft ginge es genauso zu.
Ich bin irgendwann an einen Dozenten geraten, der darauf bestand, sich mit JEDEM Studenten in der Veranstaltung persönlich und einzeln zu treffen. Der hat mir dann tatsächlich mal erklärt, was er in einer Hausarbeit erwartet, worauf ich völlig überrascht reagiert habe mit: "Das kann ich doch so nicht abgeben, das ist doch dann gar keine Eigenleistung und in den Leitfäden steht doch immer drin es muss eine eigene wissenschaftliche Leistung drinsein!"
Daraufhin folgte dann eine Erklärung, dass eben genau DAS nicht erwartet wird sondern nur eine Zusammenfassung von dem was andere vorher gedacht haben.
Schön und gut, aber warum schreibt man das nicht wenigstens in die Leitfäden zur Erstellung einer Hausarbeit?
Ohne diesen Dozenten wüsste ich wahrscheinlich heute noch nicht, was ich die ganze Zeit falschgemacht habe.
Zitat:


Es ist nunmal so, dass man sich in der (angewandten) Wissenschaft auf Forschungsergebnisse von Anderen stützt und nicht alles selbst nochmal aus dem Urschleim herleitet...


Sieht dann je nach Fach teilweise so aus, dass überhaupt nix Neues mehr dabei ist, denn wenn man irgendetwas schreibt was noch kein anderer so gedacht hat muss es falsch sein.

Ok, DAS wird einem im ersten Semester tatsächlich eher weniger passieren.


Zuletzt bearbeitet von Viviane21 am 06 März 2010 - 15:16:25, insgesamt einmal bearbeitet
Julia*86
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:11:18    Titel:

@Felerlos
Studiere Mathe, Informatik oder Physik...
Ich studiere Physik und kann dir versichern, dass bei uns auch geknobelt werden muss Wink. Besonders in Mathe...Verzweifle nicht, wechsle einfach zu einem dieser Fächer...ich habe Wirt.Ing übrigens aus ähnlichen Gründen, wie du sie beschreibst abgebrochen.
Die Ingenieursfächer waren gut, BWL habe ich gehasst, keine Transferleistungen nur Skripte durchpauken...Und jetzt bei Physik ist eigentlich immer nur Knobeln gefragt...Und die Fächer bauen aufeinander auf. Ohne die Mathematik Grundvorlesungen bekommt man arge Schwierigkeiten in theoretischer Physik etc. es gibt also einen Ausweg aus deiner Misere Wink.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:25:20    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Schön und gut, aber warum schreibt man das nicht wenigstens in die Leitfäden zur Erstellung einer Hausarbeit?


Keine Ahnung.

Wahrscheinlich ist den meisten Studenten dann doch irgendwie klar, dass sie in wenigen Wochen oder Monaten unmöglich neue wissenschaftliche Erkenntnisse produzieren, sondern allerhöchstens den aktuellen Forschungsstand zusammentragen und zusammenfassen können...

Wirklich neue wissenschaftliche Erkenntnisse wirst du in deiner Bachelorarbeit nicht produzieren. Auch da reicht die Zeit wahrscheinlich gerademal aus, um das Thema halbwegs zu durchdringen und auf eine konkrete Problemstellung anzuwenden bzw. anzupassen...
FH-Spacken
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:32:22    Titel:

Da muss misterXD recht geben. Ich musste z.B. im Rahmen des Faches "Netzwerke" eine Arbeit darüber schreiben, wie das Netzwerk eines konkreten Unternehmens aufgebaut werden sollte. Keiner verlangt da, dass ich mir selber Netzwerkprotokolle-/Topologien oder neuartige Router ausdenken, sondern, dass ich die aktuellen Kentnisse und Best Practices einfließen lasse.

Höchstens in der Dissertation wird man wohl eigene wissenschaftliche Leistungen erbringen. (Ausnahme Medizin)
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Viviane21
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:35:10    Titel:

Zitat:

Wahrscheinlich ist den meisten Studenten dann doch irgendwie klar, dass sie in wenigen Wochen oder Monaten unmöglich neue wissenschaftliche Erkenntnisse produzieren, sondern allerhöchstens den aktuellen Forschungsstand zusammentragen und zusammenfassen können...


Das geht damit weiter, dass man nichtmal weiß, was wissenschaftliche Erkenntnisse sind. Im ersten Semester war ich so naiv zu meinen meine Denkleistung wäre sowas, nicht unbedingt neu, aber schon eine wissenschaftliche Erkenntnis.
Und ich war nicht die Einzige die so auf die Nase gefallen ist,

Zitat:

Wirklich neue wissenschaftliche Erkenntnisse wirst du in deiner Bachelorarbeit nicht produzieren
.

Wieso sagt einem die Uni dann, man MÜSSE das?

FH-Spacken: Ok, Du hast Deine Kenntnisse, aber Du kopierst da nicht 1 zu 1 irgendein System oder?
Bei den Naturwissenschaften finde ich das auch irgendwie sinnvoller gehandhabt.
In Politik war es bei mir so, dass ich eine Fragestellung bekommen habe (Warum hat Staat x in der und der Situation das und das gemacht?), teilweise auch selbst gesucht, dann mir alle Artikel suchen dürfte, wo IRGENDJEMAND schonmal EXAKT das gleiche gemacht hat, also nicht was ähnliches, sondern wo jemand sich damit beschäftigt hatte, warum genau dieser Staat in genau dieser Situation genau das gemacht hat (also im Prinzip alle wissenschaftlichen Artikel zu GENAU meinem Hausarbeitsthema) und dürfte das dann zusammenfassen. Also 10 Artikel zum gleichen Thema auf 15 Seiten kürzen. Großartig.

Einzig in den Internationalen Beziehungen wurde es dann etwas besser, da dürfte man die erlernten Konzepte selbst auf einen neuen Konflikt anwenden, aber der Rest? 1 zu 1 Übertragung.


Zuletzt bearbeitet von Viviane21 am 06 März 2010 - 15:39:42, insgesamt einmal bearbeitet
FH-Spacken
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:39:28    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Wieso sagt einem die Uni dann, man MÜSSE das?


Tun sie das? In den meisten Prüfungsordnungen steht, dass der Bachelor "lediglich" ein berufsqualifizierender Abschluss ist. Man soll also sein Handwerk verstehen bzw. damit arbeiten können.

Beim Master sieht das vielleicht anders aus, aber der soll auch nur auf die wissenschaftliche Arbeit vorbereiten.
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Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:40:48    Titel:

Zitat:

Tun sie das? In den meisten Prüfungsordnungen steht, dass der Bachelor "ledigliche" ein berufsqualifizierender Abschluss ist. Man soll also sein Handwerk verstehen.
Bei uns wurde immer wieder betont, wie wichtig die eigene wissenschaftliche Leistung denn sei.
Das wurde schon bei jeder kleinen Hausarbeit betont, aber wehe, man hat genau das versucht.
Ich bin wirklich froh dass ich aus dem PoWi-Studium raus bin.
FH-Spacken
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Anmeldungsdatum: 20.04.2009
Beiträge: 917

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:44:06    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

FH-Spacken: Ok, Du hast Deine Kenntnisse, aber Du kopierst da nicht 1 zu 1 irgendein System oder?
Bei den Naturwissenschaften finde ich das auch irgendwie sinnvoller gehandhabt.
In Politik war es bei mir so, dass ich eine Fragestellung bekommen habe (Warum hat Staat x in der und der Situation das und das gemacht?), teilweise auch selbst gesucht, dann mir alle Artikel suchen dürfte, wo IRGENDJEMAND schonmal EXAKT das gleiche gemacht hat, also nicht was ähnliches, sondern wo jemand sich damit beschäftigt hatte, warum genau dieser Staat in genau dieser Situation genau das gemacht hat (also im Prinzip alle wissenschaftlichen Artikel zu GENAU meinem Hausarbeitsthema) und dürfte das dann zusammenfassen. Also 10 Artikel zum gleichen Thema auf 15 Seiten kürzen. Großartig.


So groß unterscheidet sich das nicht. Ich hol mir ein paar Bücher, um die theoretischen Grundlagen zu verstehen. Schau mir an, wie sowas aktuell umgesetzt wird, schnapp mir ne Software und simuliere mein System und am Ende fasse ich meine Ergebnisse zusammen.

Zitat:
Bei uns wurde immer wieder betont, wie wichtig die eigene wissenschaftliche Leistung denn sei.
Das wurde schon bei jeder kleinen Hausarbeit betont, aber wehe, man hat genau das versucht.
Ich bin wirklich froh dass ich aus dem PoWi-Studium raus bin.


Na gut, ich studiere natürlich nicht an einer Uni, deswegen versucht mir auch keiner einzureden, ich müsse wissenschaftlich arbeiten - im Gegenteil. Einer der häufig gehörtesten Sprüche ist: "Sie müssen das Rad nicht neu erfinden.".
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Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:58:24    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Zitat:

Wo is das Problem 4 Semester nochma Grundlagen zu pauken was natürlich, wie soll es auch anders ablaufen, nur durch "Auswendiglernen" und anwenden der Kenntnisse, geschehen kann.

Das Problem ist, dass einem keiner sagt, dass der eigene Verstand auf einmal piepegal ist!


Was? Wo ist denn der eigene Verstand egal? Du sollst Informationen sammeln können und verarbeiten. Das ist wissenschaftliches Arbeiten.
Wie sollen denn sonst Grundlagen gelegt werden, außer durch anwenden von gelerntem Wissen.
Ich hab jetzt nun schon einige Beispiele genannt, also, möchtest du im Ernst, dass wir gleich die Veranstaltungen aus dem, sagen wir, 9. Semester ins 1. legen? Aber bitte komm mir nicht mit "selbst da muss man nicht wissenschaftlich arbeiten". Ich frage noch einmal, wie möchtest du wissenschaftlich arbeiten, ohne zu wissen, wie dein Fach/Stoffgebiet funktioniert? Ich versteh einfach nicht, was von den Studenten im ersten Semester erwartet werden soll. Ich lass doch keinen Abiturienten auf die Impulserhaltungsgleichung los, obwohl er noch nix von partiellen Differentialgleichungen gehört hat, oder auf die Simulation von Strömungen, wenn diese Leute noch nie was Turbulenzmodellen gehört haben ...

Also mal "Butter bei die Fische", was erwartest du, soll denn von Erstis verlangt werden, außer die Grundlagen nachzuvollziehen, so dass diese "ausgelastet" sind?

edit: Es kann mir doch kein Abturient erzählen, dass er denkt, dass er gleich in der ersten Woche seine eigenen "Papers" schreibt.
Wenn jemand, der aus der Schule kommt, das denken sollte, is er ebenso naiv wie die Leute, die denken, dass man mit einem Hochschuleabschluss, egal in welchem Fach, einen sicheren Job hat.

edit2:
Oder möchtest du jetzt auf der Homepage der Uni stehen haben "Vorsicht, liebe Studenten, sie werden in den ersten Semestern lediglich Grundlagen lernen und keine Eigenleistung bringen, also keine neuen Theorien entwickeln. Bitte haben sie dafür Verständnis." ... oder wie darf ich mir deinen Gegenvorschlag vorstellen?
Magister Ludi
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 16:23:00    Titel:

http://www.xkcd.com/610/
Viviane21
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 18:03:10    Titel:

Zitat:

So groß unterscheidet sich das nicht.
Naja komm, Du überträgst wirklich eins zu eins? Wenn also ein System bei rauskommen soll, das x, y und z kann musst Du Dir wirklich eines suchen, das auch x, y und z kann, und wehe, Du erweiterst eines was nur x und y kann oder kürzt eines was außer x, y und z auch w kann?
Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 18:14:01    Titel:

Zitat:

Was? Wo ist denn der eigene Verstand egal? Du sollst Informationen sammeln können und verarbeiten. Das ist wissenschaftliches Arbeiten.


Weiß ich mittlerweile auch. Für mich ist das immer noch Abschreiben (denn das Verarbeiten wird nicht wirklich verlangt), aber gegen Ende habe ich es halt dann gemacht, nachdem ich einmal begriffen habe, dass das verlangt wurde.
Zitat:
Wie sollen denn sonst Grundlagen gelegt werden, außer durch anwenden von gelerntem Wissen.

Es ist ja noch nichtmal ANWENDEN von erlerntem Wissen, es ist ABSCHREIBEN von erlerntem Wissen. Um das mal anhand einer Matheaufgabe (in Mathe war es nicht so) zu erklären, war es folgendermaßen: Du hast irgendwann mal die Kettenregel gelernt, Du kriegst eine Aufgabe zum Ableiten, und anstatt dass Du einfach die Kettenregel anwendest musst Du hingehen und Dir irgendeinen Wissenschaftler suchen, der GENAU DIESE Aufgabe schonmal gemacht hat und die Lösung von ihm abschreiben!

Zitat:
Ich hab jetzt nun schon einige Beispiele genannt, also, möchtest du im Ernst, dass wir gleich die Veranstaltungen aus dem, sagen wir, 9. Semester ins 1. legen?


Mir würde ja schon völlig reichen, wenn man den Leuten SAGT dass es ums Abschreiben geht. "Denken Sie selbstständig, gebrauchen Sie Ihren Verstand." - und wenn man dann mal eine Aussage macht, für die man keine Quelle hat weil selbst draufgekommen wird die nicht gewertet weil kein Beleg.
Zitat:

Ich frage noch einmal, wie möchtest du wissenschaftlich arbeiten, ohne zu wissen, wie dein Fach/Stoffgebiet funktioniert?


Für sowas wäre eine Erklärung, was wissenschaftliches Arbeiten ist halt ganz gut.
Übrigens dürften wir in Latein selbst denken. So extrem habe ich das nur in Politik erlebt.


Zitat:

Also mal "Butter bei die Fische", was erwartest du, soll denn von Erstis verlangt werden, außer die Grundlagen nachzuvollziehen, so dass diese "ausgelastet" sind?

WENN man schon nur die Ansichten anderer zusammenschreiben soll, dann wäre es sinnvoll, den Leuten, die von der Schule kommen und es nur so kennen, dass sie ihre EIGENEN Gedanken aufschreiben, zu sagen dass sie von nun an in erster Linie die Gedanken ANDERER Leute aufschreiben sollen.
Zitat:
edit: Es kann mir doch kein Abturient erzählen, dass er denkt, dass er gleich in der ersten Woche seine eigenen "Papers" schreibt.


Keine zum Veröffentlichen. Aber die Hausarbeiten schreibt man ja nun nach 3 Monaten. Da rechnet man schon irgendwie damit, dass eigenes Gedankengut dabeisein darf.
Zitat:
Wenn jemand, der aus der Schule kommt, das denken sollte, is er ebenso naiv wie die Leute, die denken, dass man mit einem Hochschuleabschluss, egal in welchem Fach, einen sicheren Job hat.

Diese Denkweise hat ein Lateindozent von mir mal kommentiert mit "die Arroganz dessen, der mehr weiß". Woher soll man denn als Anfänger wissen, was man an der Uni tun soll, insbesondere ohne Akademikerverwandtschaft?
Zitat:
... oder wie darf ich mir deinen Gegenvorschlag vorstellen?


Einfach etwas deutlichere Worte am Anfang. Ich studiere nun ein MINT-Fach, und was da läuft, finde ich in Ordnung. In Politik fand ich es schon arg unglücklich, dass einem ständig gesagt wurde, das wichtigste bei einer Arbeit sei die eigene wissenschaftliche Leistung, und wenn man dann mal einen eigenen Gedanken ohne Quellenangabe drinhatte wurde er rausgestrichen WEIL eigene Denkleistung.
Hätte man von Anfang an gesagt: "Es geht darum, den Krams den andere zu ihrem Thema geschrieben haben zusammenzufassen und in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen" hätte das ganz anders ausgesehen.
Jo84
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 18:16:01    Titel:

Man kann sich auch auf die einfachen Schema F-Klausuren freuen, wenig lernen, sehr gute Noten schreiben und sich in der so gesparten Zeit mit richtiger Wissenschaft beschäftigen. Wenn man so eigenständig denken und studieren möchte, ist das doch kein Problem. In der Bibiliothek steht ja alles, was man dazu braucht. Und die Professoren freuen sich auch, wenn jemand dadurch echtes Interesse am Fach zeigt.
Übrigens: Wer fähig ist, Transferaufgaben zu lösen, sollte mit Schema-F Aufgaben keine Probleme haben.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:00:50    Titel:

Jo84 hat folgendes geschrieben:

Übrigens: Wer fähig ist, Transferaufgaben zu lösen, sollte mit Schema-F Aufgaben keine Probleme haben.


Ja, genau dieser Punkt wundert auch mich...

Jemand der nach Transferaufgaben schreit, müsste doch so fit in der Materie sein, dass er bei Schema-F-Klausuren mit ner glatten 1,0 durchmarschiert?
cyrix42
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:11:39    Titel:

Nuja, ganz so einfach ist es nicht.

Es ist ja z.B. durchaus möglich, dass jemand bei schwerer werdenden Aufgaben deutlich lansamer abbaut als sein Umfeld, relativ zu diesem also besser wird.

Konkret: Vielleicht bin ich bei Schema-F-Aufgaben niht schnell genug um die alle in der vorgegebenen Zeit zu lösen (obwohl ich sie inhaltlich kann), während ich bei Transferaufgaben (für die auch wesentlich mehr Bearbeitungszeit vorgesehen sind) mit diesen besser zurecht komme (weil ich eben nicht so lang brauche, wie vorgesehen; eben nicht viel länger als für Schema-F-Aufgaben)?


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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:20:06    Titel:

Nun, das halte ich nicht für besonders realistisch...

Letztlich bestehen Transferaufgaben auch zu einem Großteil aus Schema-F-Rechnerei. Nämlich genau ab dem Zeitpunkt, an dem man den Ansatz gefunden hat...

Nehmen wir ein, zugegeben recht triviales, Beispiel:

In der Vorlesung kam beispielsweise ein Transformater mit einem stinknormalen UI-Kern (zwei Schenkel) dran, also einem rechteckigen Kern. Den rechnet man stur herunter, weil man ihn zig mal geübt hat...

Nun gibts die Klausur... und siehe da... es ist ein Ringkern oder ein EI-Kern. Der Transfer würde nun darin bestehen, die Gesetzmäßigkeit vom rechteckigen Kern auf den Ringkern oder den EI-Kern (drei Schenkel) zu übertragen. Hat man diesen Ansatz erst einmal geschafft bzw. die Formel für den Ringkern aufgestellt, ist es wieder Schema-F...

Der Transfer liegt in aller Regel einzig und allein im Ansatz. Der Rest ist dann wieder Schema-F. Denn die bekannten Gesetzmäßigkeiten gelten natürlich auch für das neue System...
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:45:59    Titel:

Die Frage ist nur, wie viel Zeit in der Klausur für das Ansatz-Finden, und wie viel für die Rechnerei eingeplant ist...

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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:53:19    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Jo84 hat folgendes geschrieben:

Übrigens: Wer fähig ist, Transferaufgaben zu lösen, sollte mit Schema-F Aufgaben keine Probleme haben.


Ja, genau dieser Punkt wundert auch mich...

Jemand der nach Transferaufgaben schreit, müsste doch so fit in der Materie sein, dass er bei Schema-F-Klausuren mit ner glatten 1,0 durchmarschiert?


Nein, das verhindert der Zeitdruck. Uni Klausuren sind so auslegt, dass man während der Klausur NICHT nachdenken darf. Wenn man sich das Schema in der Klausur selbst erschließen möchte ist man also schon raus und wird nicht die ganze Klasur schaffen. Man wird es im Vorfeld auswendig lernen müssen, an statt es zu verstehen. Je nach persönlicher Veranlagung kann das erheblich länger dauern und ist meiner Meinung nach längst nicht so nachhaltig. Es ging mir auch nicht darum im ersten Semester neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu veröffentlichen. Das ist mir durchaus klar dass das nicht geht. Aber ich will den bisherigen Forschungsstand auf eine Weise vermittelt bekommen, dass ich ihn durchdringen und Verstehen muss, dass ich meinen eigenen Verstand einsetzen muss und nicht einfach nur alles was im Skript steht auswendig lernen muss. Wie soll ich denn später damit arbeiten? Ich muss doch spätestens im Beruf oder in der Forschung die Kenntnisse so verstanden haben, dass ich sie auch auf unbekannte Fälle anwenden kann. Das lehrt die Universität bisher nicht. In dieser Form sehe ich das erlangte Wissen nicht als sinnvoll an. Ansonsten fehlt mir auch völlig der Talentfaktor. Im Vorfeld habe ich so oft gehört, man solle sein Studienfach nach Eignung und Neigung auswählen. Jetzt sehe ich Eignung spielt keine Rolle. Über Studienerfolg entscheidet ausschließlich Motivation und Arbeitsbereitschaft, Dinge wie Intelligenz oder Talent für ein Fach scheinen keine Rolle zu spielen. Jeder kann jeden Abschluss machen wenn er bereit ist viel dafür zu arbeiten. Individualität wird durch das Prüfungssystem bestraft.[/b]
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:54:06    Titel:

Wie auch immer das vorgesehen sein mag, derjenige, der zu Transferleistungen in der Lage ist, befindet sich nie im Nachteil...

Wer den Ansatz nicht findet, der kann nämlich auch sein Schema-F-Können nicht unter Beweis stellen...

Derjenige, der auch aufs Verständnis setzt, findet den Ansatz und kann selbstverständlich auch die nachfolgende Rechnung durchführen...

Wer sich ausschließlich aufs Verständnis ODER aufs schnelle Schema-F-rechnen verlässt, der hat selbst schuld, wenn er in der Klausur keine Chance hat. Für eine Klausur ist BEIDES wichtig. Im Berufsalltag übrigens genauso. Der schönste Ansatz für ein hochkomplexes System bringt überhaupt nichts, wenn man danach nicht in der Lage ist, die Berechnung korrekt durchzuführen. Und zwar möglichst schnell und wirtschaftlich...
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:57:43    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Wie auch immer das vorgesehen sein mag, derjenige, der zu Transferleistungen in der Lage ist, befindet sich nie im Nachteil...


Falsch. Eigentlich habe ich das doch schon ausformuliert: Wenn ich - relativ zu anderen - langsam in Routine-Aufgaben bin, aber schneller in Transferaufgaben, so befinde ich mich klar im Vorteil, wenn zweitere komen und im Nachteil bei ersteren...

Zitat:

Wer den Ansatz nicht findet, der kann nämlich auch sein Schema-F-Können nicht unter Beweis stellen...

Derjenige, der auch aufs Verständnis setzt, findet den Ansatz und kann selbstverständlich auch die nachfolgende Rechnung durchführen...

Wer sich ausschließlich aufs Verständnis ODER aufs schnelle Schema-F-rechnen verlässt, der hat selbst schuld, wenn er in der Klausur keine Chance hat. Für eine Klausur ist BEIDES wichtig. Im Berufsalltag übrigens genauso. Der schönste Ansatz für ein hochkomplexes System bringt überhaupt nichts, wenn man danach nicht in der Lage ist, die Berechnung korrekt durchzuführen. Und zwar möglichst schnell und wirtschaftlich...


Hat das jemand bestritten? Ich habe mich nur gegen die Folgerung "Wer das eine kann, kann auch das andere" verwehrt, weil sie so einfach falsch ist.


Cyrix
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:58:16    Titel:

Felerlos hat folgendes geschrieben:
Aber ich will den bisherigen Forschungsstand auf eine Weise vermittelt bekommen, dass ich ihn durchdringen und Verstehen muss, dass ich meinen eigenen Verstand einsetzen muss und nicht einfach nur alles was im Skript steht auswendig lernen muss. Wie soll ich denn später damit arbeiten? Ich muss doch spätestens im Beruf oder in der Forschung die Kenntnisse so verstanden haben, dass ich sie auch auf unbekannte Fälle anwenden kann. Das lehrt die Universität bisher nicht.


Das ist auch nicht unbedingt die Aufgabe der Universität, sondern die Deine...

Du bist jetzt Student und bist selbst dafür verantwortlich, wie, wann und ob du den in der Vorlesung vermittelten Stoff vertiefst, um ihn zu verstehen und später anwenden zu können... oder ob du das nicht tust...

Die Vorlesung soll dir bloss ne grobe Einführung geben und nen roten Faden durch die Thematik legen...
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 20:00:43    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:

Falsch. Eigentlich habe ich das doch schon ausformuliert: Wenn ich - relativ zu anderen - langsam in Routine-Aufgaben bin, aber schneller in Transferaufgaben, so befinde ich mich klar im Vorteil, wenn zweitere komen und im Nachteil bei ersteren...


Ja... So ist das Leben... Es besteht nunmal nicht nur aus Transfer und auch nicht nur aus Schema-F. Daher sollte eine Klausur auch Beides beinhalten und Beides bewerten...


Zitat:

Hat das jemand bestritten? Ich habe mich nur gegen die Folgerung "Wer das eine kann, kann auch das andere" verwehrt, weil sie so einfach falsch ist.


Wer Ansätze findet und sie danach nicht lösen kann, sollte sich ernsthafte Gedanken darüber machen, wie er sich im Berufsleben später mal behaupten will Wink
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