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"Verständnisfach" zum Studieren
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xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 12:58:56    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Ist mir übrigens auch passiert, die ganze Schulzeit durch sollte ich in Arbeiten irgendwelches Wirtschafts - oder Politikgeschehen anhand dessen, was ich gelernt hatte, selbstständig interpretieren und dann sollen meine Hausarbeiten auf einmal nur noch Zusammenfassungen von Forschungsergebnissen sein!


Ja... Aber was hast du denn bitteschön erwartet?

In der Schule sind die Themen noch recht einfach und es geht primär um die Bildung und Äußerung der eigenen Meinung. Die eigene Meinung ist in der Wissenschaft allerdings eher sekundär. Hier zählt nur, was du eindeutig und stichhaltig belegen kannst. Was du denkst, dir vorstellen kannst oder was eventuell sein könnte, interessiert nicht. Überspitzt gesagt...

Schon an einer relativ kurzen wissenschaftlichen Veröffentlichung wie einem Paper arbeiten mehrere Doktoren einige Monate bis Jahre. Da werden zig Paper als Quelle genannt, die dann ihrerseits wieder auf zig Publikationen verweisen. Und das musst du alles erstmal ansatzweise durchdrungen haben, um darauf aufzusetzen...

Es ist nunmal so, dass man sich in der (angewandten) Wissenschaft auf Forschungsergebnisse von Anderen stützt und nicht alles selbst nochmal aus dem Urschleim herleitet...
R1
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Anmeldungsdatum: 27.09.2009
Beiträge: 931

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 13:32:21    Titel:

He Felerlos,

Du belebst mein Herz; wirklich. Und das unabhängig davon, ob Du ein feake bist oder real. Nie hab ich hier in diesem Eselsstall was erfrischerendes, lebendigeres gelesen, als Deine Ausführungen.

Very Happy

Wenn ich Dir etwas raten darf:

1. Gehe nicht zu einem Psychologen (es sind Pseudowissenschaftler) und die Herrschaften haben so elendig hohl studiert, wie Du es bei BWL erlebst (was kannst Du von jemanden erwarten, dem der Abschluss, das Ansehen über seinen eigenen Willen geht?)

2. Warum nicht Philosophie? Deinen Beschreibungen nach ist es das was Dich inspiriert. Und im Gegensatz zur Psychologie (Anwendung nicht bewiesenen Wissens) versucht man der Wahrheit auf die Spur zu kommen (ich kann mir nichts sinnvolleres vorstellen).

Jedoch kann ich mir vorstellen, dass die Prof's dort ähnlich gestrickt sind wie andere und es auch nur zu gerne sehen, wenn Du etwas so schlussfolgerst, wie er es tun würde....
Dann wäre die Frage, wie gut Du in alten Sprachen bist und ob Dir das liegt. Insgesamt betrachtet, denke ich jedoch, dass ein Studium der Philosophie mehr eigenes Denken verlangt, als wohl ziemlich jedes andere.

Davon ab kannst Du Dich durch ein paar Jahre VWL quälen oder Informatik (sicher interessanter für Dich) um für die naive Welt gerüstet zu sein und die Philosophie zu Deiner Freizeitbeschäftigung machen.

Dein Problem jedenfalls ist nicht, dass Du sie nicht mehr alle hast, sondern das Du - im Gegensatz zu den Mehrheiten - nicht wie ein braves Schaf fressen willst, was andere Dir vorwerfen. Nicht weil Du ein krankes Schaf bist, sondern weil Du KEIN Schaf bist.
Und davon gibt es nicht so viele. Und von den wenigen, die es gibt, geht alle Entwicklung aus. Die anderen ahmen nach, was sie sehen und hören. Wenn man ihnen ein Gesetz zeigt und sagt das ist Gesetz, dann fragen sie nicht nach dem Sinn; wenn man ihnen sagt tue dies, dann tun sie das - mal mehr mal weniger widerborstig. In ihnen ist nicht die Frage nach dem Zweck oder der Logik des Systems, sondern wie sie in dem System glücklich werden können. Jemand wie Du sucht sein Glück im Finden von (neuen) Systemen. Gehe davon aus, dass Du kaum einen Prof finden wirst, der der nicht so vor sich hin gebüffelt hat, wie heute seine Studenten und gefressen hat, was man ihm vorsetzte. Von 1000 Büchern, steht nur in einem was, von dem der Autor den Inhalt selbst ergründet hat.

Twisted Evil


Und wenn Du ein Troll bist, so rate ich Dir Schriftsteller zu werden.


Cool
Honorardozent
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Anmeldungsdatum: 06.03.2010
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:09:21    Titel:

Das Niveau hat an Universitäten tatsächlich stark abgenommen, woran das liegt kann ich Ihnen leider nicht sagen. Dennoch war ich ein wenig erschrocken, als ich mir mal ein paar aktuelle Mathematik-Klausuren angesehen habe.
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1995: Fachgymnasium Wirtschaft
1999: Diplom-Mathematiker (FH)
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Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:18:10    Titel:

Ich bin ehrlich gesagt erstaun, wie "leistungsbereit" hier die neuen Studis sind. Aber ich glaub ich sprech das mal bei meinen Kollegen an, dass man nicht erst in der Reihenfolge gehen soll Mathematik->Thermodynamik->Mehrstoffsysteme, sondern gleich im ersten Semester eine Seminararbeit in Mehrstoffsysteme ... wenn alle so "arbeitswillig" sind, sollte das ja kein Problem sein. Bischel Mathematik, Chemie und Thermodynamik, kann man doch alles prima allein aufarbeiten und wie gesagt, schön Transferarbeit über mindestens 3 Gebiete. Da lecken sich doch bestimmt alle Erstis die Finger nach.


(Entschuldigt bitte, aber das Thema is grad perfekt um seine Phantasie spielen zu lassen ... hab noch ne ganze Menge mehr Ideen)
Honorardozent
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Anmeldungsdatum: 06.03.2010
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:28:10    Titel:

Klunki hat folgendes geschrieben:
Ich bin ehrlich gesagt erstaun, wie "leistungsbereit" hier die neuen Studis sind. Aber ich glaub ich sprech das mal bei meinen Kollegen an, dass man nicht erst in der Reihenfolge gehen soll Mathematik->Thermodynamik->Mehrstoffsysteme, sondern gleich im ersten Semester eine Seminararbeit in Mehrstoffsysteme ... wenn alle so "arbeitswillig" sind, sollte das ja kein Problem sein. Bischel Mathematik, Chemie und Thermodynamik, kann man doch alles prima allein aufarbeiten und wie gesagt, schön Transferarbeit über mindestens 3 Gebiete. Da lecken sich doch bestimmt alle Erstis die Finger nach.


So interessant das auch klingt. Ich habe allerdings den Eindruck, dass Sie nicht ganz verstanden haben, was Transferleistungen innerhalb einer Klausur bedeuten.
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xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:32:07    Titel:

Und ich habe den Eindruck, dass ab jetzt wieder mächtig in die alte "Früher war alles besser, anspruchsvoller, usw."-Kerbe geschlagen wird...
Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:36:57    Titel:

Honorardozent hat folgendes geschrieben:
Klunki hat folgendes geschrieben:
Ich bin ehrlich gesagt erstaun, wie "leistungsbereit" hier die neuen Studis sind. Aber ich glaub ich sprech das mal bei meinen Kollegen an, dass man nicht erst in der Reihenfolge gehen soll Mathematik->Thermodynamik->Mehrstoffsysteme, sondern gleich im ersten Semester eine Seminararbeit in Mehrstoffsysteme ... wenn alle so "arbeitswillig" sind, sollte das ja kein Problem sein. Bischel Mathematik, Chemie und Thermodynamik, kann man doch alles prima allein aufarbeiten und wie gesagt, schön Transferarbeit über mindestens 3 Gebiete. Da lecken sich doch bestimmt alle Erstis die Finger nach.


So interessant das auch klingt. Ich habe allerdings den Eindruck, dass Sie nicht ganz verstanden haben, was Transferleistungen innerhalb einer Klausur bedeuten.


Erlerntes Wissen auf andere,ähnliche Aufgaben übertragen.
Ich verweise eigentlich ungern auf Wikipedia, aber leider is es die einzige Möglichkeit, die ich im Moment habe, daher

http://de.wikipedia.org/wiki/Lerntransfer

Vielleicht noch bischel Interpretationsarbeit von meiner Seite, aber kurz
ebenso erlerntes Wissen in verschiedenen Bereich zu kombinieren gehört bei mir genauso dazu. Ich hab für mich den Begriff, zugegeben, noch etwas erweitert, von einem Gebiet auf Mehrere zusammen.
Honorardozent
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Anmeldungsdatum: 06.03.2010
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:43:08    Titel:

Das dürfte die meisten Studenten überfordern. Ich selbst habe vor einiger Zeit in meinem jugendlichen Motivationseifer eine Mathematik-Veranstaltung so gestaltet, dass die Studenten eigenständig Ausarbeitungen mit Beispielen zu vorher festegelegten Themen über das Semester erstellen sollten. Ich musste allerdings so oft einschreiten und nachbessern, dass ich dieses kühne Vorhaben wieder abgebrochen habe und zum dozentenorientiertem Lehren übergegangen bin.
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Zuletzt bearbeitet von Honorardozent am 06 März 2010 - 14:44:26, insgesamt einmal bearbeitet
Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:43:57    Titel:

Noch ein zusätzliches Beispiel, wenn man die Sachverhalte in der Mathematik verstanden hat, kann man ebenso dieses erlernte Wissen mit der Physik verbinden. Im Grunde macht man ja häufig in der Mathematik (Schule) Aufgaben aus der Physik, also können ebenso mathematische Grundlagen auf die beiden Fächer übertragen werden.

Ein Beispiel wäre die Rotationsformel (mathematisch), mit der man ebenso in die Hamilton Mechanik (physikalisch [edit: ich gebe zu, vielleicht etwas schlechtes Beispiel, da Übergang meistens fließend is, von Mathematik zu Physik] ) gehen kann. Ebenso verhalten sich mathematische Sachverhalte mit Thermodynamischen und chemischen. (Beispiel: Gradienten)


Zuletzt bearbeitet von Klunki am 06 März 2010 - 14:50:50, insgesamt 2-mal bearbeitet
Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:47:08    Titel:

Honorardozent hat folgendes geschrieben:
Das dürfte die meisten Studenten überfordern.


Das mag sein, aber das gilt, meiner Erfahrung nach, nur für die ersten Semester, da im Maschinenbau grundsätzlich solche überschneidenden Themengebiete besprochen werden. Wer also darin eine Überforderung sieht, wird spätestens bei ner Diplomarbeit arge Probleme bekommen.
Honorardozent
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Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:52:07    Titel:

Klunki hat folgendes geschrieben:

Das mag sein, aber das gilt, meiner Erfahrung nach, nur für die ersten Semester, da im Maschinenbau grundsätzlich solche überschneidenden Themengebiete besprochen werden. Wer also darin eine Überforderung sieht, wird spätestens bei ner Diplomarbeit arge Probleme bekommen.


Ich bezog mich natürlich auf Studienanfänger, wie von Ihnen vorgeschlagen. Dass solche Überschneidungen regelmäßig auftreten, ist natürlich richtig. Ich versuche in meinen Veranstaltungen auch immer wieder, bewusst solche Bezüge herzustellen. Unterrichte ich Mathematik für Infomatiker, lasse ich ein wenig Zahlentheorie, Graphentheorie, Kryptographie oder Aussagenlogik einfließen. Bei Wiwis beziehe ich dagegen stärker Ökonometrie, Zeitreihenanalyse oder neuronale Netze ein.
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HarryMorgan
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Anmeldungsdatum: 08.08.2009
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 14:56:44    Titel:

Ach komm, die paar BWL Fächer wirste ja wohl noch durchkriegen.

Und in VWL kannst du mathematisch schon sehr in die Tiefe gehen. Schau dir doch mal gehobene Bücher (z.B Microeconomic Theory von Mas- Collel, Whinston, Green) oder irgendwelche Paper an. Da wirst du wenig Text und viele Formeln finden. Und auch im Bachelor wirst du schon mathematische Vertiefungen wählen können, oder was hälst du denn von Ökonometrie? Darauf kannst du dich dann doch spezialisieren, auch mit Time Series etc.
Und danach kannst du einen quantitativen Master machen.
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"Our smartest students should go into engineering, not finance" (Paul Volcker)
Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:09:19    Titel:

Zitat:

Wo is das Problem 4 Semester nochma Grundlagen zu pauken was natürlich, wie soll es auch anders ablaufen, nur durch "Auswendiglernen" und anwenden der Kenntnisse, geschehen kann.

Das Problem ist, dass einem keiner sagt, dass der eigene Verstand auf einmal piepegal ist!
Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:11:09    Titel:

Zitat:

In der Schule sind die Themen noch recht einfach und es geht primär um die Bildung und Äußerung der eigenen Meinung.


Nur merkt das in der Schule keiner. Man denkt zu Schulzeiten, in der Wissenschaft ginge es genauso zu.
Ich bin irgendwann an einen Dozenten geraten, der darauf bestand, sich mit JEDEM Studenten in der Veranstaltung persönlich und einzeln zu treffen. Der hat mir dann tatsächlich mal erklärt, was er in einer Hausarbeit erwartet, worauf ich völlig überrascht reagiert habe mit: "Das kann ich doch so nicht abgeben, das ist doch dann gar keine Eigenleistung und in den Leitfäden steht doch immer drin es muss eine eigene wissenschaftliche Leistung drinsein!"
Daraufhin folgte dann eine Erklärung, dass eben genau DAS nicht erwartet wird sondern nur eine Zusammenfassung von dem was andere vorher gedacht haben.
Schön und gut, aber warum schreibt man das nicht wenigstens in die Leitfäden zur Erstellung einer Hausarbeit?
Ohne diesen Dozenten wüsste ich wahrscheinlich heute noch nicht, was ich die ganze Zeit falschgemacht habe.
Zitat:


Es ist nunmal so, dass man sich in der (angewandten) Wissenschaft auf Forschungsergebnisse von Anderen stützt und nicht alles selbst nochmal aus dem Urschleim herleitet...


Sieht dann je nach Fach teilweise so aus, dass überhaupt nix Neues mehr dabei ist, denn wenn man irgendetwas schreibt was noch kein anderer so gedacht hat muss es falsch sein.

Ok, DAS wird einem im ersten Semester tatsächlich eher weniger passieren.


Zuletzt bearbeitet von Viviane21 am 06 März 2010 - 15:16:25, insgesamt einmal bearbeitet
Julia*86
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Anmeldungsdatum: 25.03.2008
Beiträge: 318

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:11:18    Titel:

@Felerlos
Studiere Mathe, Informatik oder Physik...
Ich studiere Physik und kann dir versichern, dass bei uns auch geknobelt werden muss Wink. Besonders in Mathe...Verzweifle nicht, wechsle einfach zu einem dieser Fächer...ich habe Wirt.Ing übrigens aus ähnlichen Gründen, wie du sie beschreibst abgebrochen.
Die Ingenieursfächer waren gut, BWL habe ich gehasst, keine Transferleistungen nur Skripte durchpauken...Und jetzt bei Physik ist eigentlich immer nur Knobeln gefragt...Und die Fächer bauen aufeinander auf. Ohne die Mathematik Grundvorlesungen bekommt man arge Schwierigkeiten in theoretischer Physik etc. es gibt also einen Ausweg aus deiner Misere Wink.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:25:20    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Schön und gut, aber warum schreibt man das nicht wenigstens in die Leitfäden zur Erstellung einer Hausarbeit?


Keine Ahnung.

Wahrscheinlich ist den meisten Studenten dann doch irgendwie klar, dass sie in wenigen Wochen oder Monaten unmöglich neue wissenschaftliche Erkenntnisse produzieren, sondern allerhöchstens den aktuellen Forschungsstand zusammentragen und zusammenfassen können...

Wirklich neue wissenschaftliche Erkenntnisse wirst du in deiner Bachelorarbeit nicht produzieren. Auch da reicht die Zeit wahrscheinlich gerademal aus, um das Thema halbwegs zu durchdringen und auf eine konkrete Problemstellung anzuwenden bzw. anzupassen...
FH-Spacken
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Anmeldungsdatum: 20.04.2009
Beiträge: 918

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:32:22    Titel:

Da muss misterXD recht geben. Ich musste z.B. im Rahmen des Faches "Netzwerke" eine Arbeit darüber schreiben, wie das Netzwerk eines konkreten Unternehmens aufgebaut werden sollte. Keiner verlangt da, dass ich mir selber Netzwerkprotokolle-/Topologien oder neuartige Router ausdenken, sondern, dass ich die aktuellen Kentnisse und Best Practices einfließen lasse.

Höchstens in der Dissertation wird man wohl eigene wissenschaftliche Leistungen erbringen. (Ausnahme Medizin)
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Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:35:10    Titel:

Zitat:

Wahrscheinlich ist den meisten Studenten dann doch irgendwie klar, dass sie in wenigen Wochen oder Monaten unmöglich neue wissenschaftliche Erkenntnisse produzieren, sondern allerhöchstens den aktuellen Forschungsstand zusammentragen und zusammenfassen können...


Das geht damit weiter, dass man nichtmal weiß, was wissenschaftliche Erkenntnisse sind. Im ersten Semester war ich so naiv zu meinen meine Denkleistung wäre sowas, nicht unbedingt neu, aber schon eine wissenschaftliche Erkenntnis.
Und ich war nicht die Einzige die so auf die Nase gefallen ist,

Zitat:

Wirklich neue wissenschaftliche Erkenntnisse wirst du in deiner Bachelorarbeit nicht produzieren
.

Wieso sagt einem die Uni dann, man MÜSSE das?

FH-Spacken: Ok, Du hast Deine Kenntnisse, aber Du kopierst da nicht 1 zu 1 irgendein System oder?
Bei den Naturwissenschaften finde ich das auch irgendwie sinnvoller gehandhabt.
In Politik war es bei mir so, dass ich eine Fragestellung bekommen habe (Warum hat Staat x in der und der Situation das und das gemacht?), teilweise auch selbst gesucht, dann mir alle Artikel suchen dürfte, wo IRGENDJEMAND schonmal EXAKT das gleiche gemacht hat, also nicht was ähnliches, sondern wo jemand sich damit beschäftigt hatte, warum genau dieser Staat in genau dieser Situation genau das gemacht hat (also im Prinzip alle wissenschaftlichen Artikel zu GENAU meinem Hausarbeitsthema) und dürfte das dann zusammenfassen. Also 10 Artikel zum gleichen Thema auf 15 Seiten kürzen. Großartig.

Einzig in den Internationalen Beziehungen wurde es dann etwas besser, da dürfte man die erlernten Konzepte selbst auf einen neuen Konflikt anwenden, aber der Rest? 1 zu 1 Übertragung.


Zuletzt bearbeitet von Viviane21 am 06 März 2010 - 15:39:42, insgesamt einmal bearbeitet
FH-Spacken
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Anmeldungsdatum: 20.04.2009
Beiträge: 918

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:39:28    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Wieso sagt einem die Uni dann, man MÜSSE das?


Tun sie das? In den meisten Prüfungsordnungen steht, dass der Bachelor "lediglich" ein berufsqualifizierender Abschluss ist. Man soll also sein Handwerk verstehen bzw. damit arbeiten können.

Beim Master sieht das vielleicht anders aus, aber der soll auch nur auf die wissenschaftliche Arbeit vorbereiten.
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Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:40:48    Titel:

Zitat:

Tun sie das? In den meisten Prüfungsordnungen steht, dass der Bachelor "ledigliche" ein berufsqualifizierender Abschluss ist. Man soll also sein Handwerk verstehen.
Bei uns wurde immer wieder betont, wie wichtig die eigene wissenschaftliche Leistung denn sei.
Das wurde schon bei jeder kleinen Hausarbeit betont, aber wehe, man hat genau das versucht.
Ich bin wirklich froh dass ich aus dem PoWi-Studium raus bin.
FH-Spacken
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Anmeldungsdatum: 20.04.2009
Beiträge: 918

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:44:06    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

FH-Spacken: Ok, Du hast Deine Kenntnisse, aber Du kopierst da nicht 1 zu 1 irgendein System oder?
Bei den Naturwissenschaften finde ich das auch irgendwie sinnvoller gehandhabt.
In Politik war es bei mir so, dass ich eine Fragestellung bekommen habe (Warum hat Staat x in der und der Situation das und das gemacht?), teilweise auch selbst gesucht, dann mir alle Artikel suchen dürfte, wo IRGENDJEMAND schonmal EXAKT das gleiche gemacht hat, also nicht was ähnliches, sondern wo jemand sich damit beschäftigt hatte, warum genau dieser Staat in genau dieser Situation genau das gemacht hat (also im Prinzip alle wissenschaftlichen Artikel zu GENAU meinem Hausarbeitsthema) und dürfte das dann zusammenfassen. Also 10 Artikel zum gleichen Thema auf 15 Seiten kürzen. Großartig.


So groß unterscheidet sich das nicht. Ich hol mir ein paar Bücher, um die theoretischen Grundlagen zu verstehen. Schau mir an, wie sowas aktuell umgesetzt wird, schnapp mir ne Software und simuliere mein System und am Ende fasse ich meine Ergebnisse zusammen.

Zitat:
Bei uns wurde immer wieder betont, wie wichtig die eigene wissenschaftliche Leistung denn sei.
Das wurde schon bei jeder kleinen Hausarbeit betont, aber wehe, man hat genau das versucht.
Ich bin wirklich froh dass ich aus dem PoWi-Studium raus bin.


Na gut, ich studiere natürlich nicht an einer Uni, deswegen versucht mir auch keiner einzureden, ich müsse wissenschaftlich arbeiten - im Gegenteil. Einer der häufig gehörtesten Sprüche ist: "Sie müssen das Rad nicht neu erfinden.".
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Klunki
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Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 15:58:24    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Zitat:

Wo is das Problem 4 Semester nochma Grundlagen zu pauken was natürlich, wie soll es auch anders ablaufen, nur durch "Auswendiglernen" und anwenden der Kenntnisse, geschehen kann.

Das Problem ist, dass einem keiner sagt, dass der eigene Verstand auf einmal piepegal ist!


Was? Wo ist denn der eigene Verstand egal? Du sollst Informationen sammeln können und verarbeiten. Das ist wissenschaftliches Arbeiten.
Wie sollen denn sonst Grundlagen gelegt werden, außer durch anwenden von gelerntem Wissen.
Ich hab jetzt nun schon einige Beispiele genannt, also, möchtest du im Ernst, dass wir gleich die Veranstaltungen aus dem, sagen wir, 9. Semester ins 1. legen? Aber bitte komm mir nicht mit "selbst da muss man nicht wissenschaftlich arbeiten". Ich frage noch einmal, wie möchtest du wissenschaftlich arbeiten, ohne zu wissen, wie dein Fach/Stoffgebiet funktioniert? Ich versteh einfach nicht, was von den Studenten im ersten Semester erwartet werden soll. Ich lass doch keinen Abiturienten auf die Impulserhaltungsgleichung los, obwohl er noch nix von partiellen Differentialgleichungen gehört hat, oder auf die Simulation von Strömungen, wenn diese Leute noch nie was Turbulenzmodellen gehört haben ...

Also mal "Butter bei die Fische", was erwartest du, soll denn von Erstis verlangt werden, außer die Grundlagen nachzuvollziehen, so dass diese "ausgelastet" sind?

edit: Es kann mir doch kein Abturient erzählen, dass er denkt, dass er gleich in der ersten Woche seine eigenen "Papers" schreibt.
Wenn jemand, der aus der Schule kommt, das denken sollte, is er ebenso naiv wie die Leute, die denken, dass man mit einem Hochschuleabschluss, egal in welchem Fach, einen sicheren Job hat.

edit2:
Oder möchtest du jetzt auf der Homepage der Uni stehen haben "Vorsicht, liebe Studenten, sie werden in den ersten Semestern lediglich Grundlagen lernen und keine Eigenleistung bringen, also keine neuen Theorien entwickeln. Bitte haben sie dafür Verständnis." ... oder wie darf ich mir deinen Gegenvorschlag vorstellen?
Magister Ludi
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Anmeldungsdatum: 03.02.2010
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 16:23:00    Titel:

http://www.xkcd.com/610/
Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 18:03:10    Titel:

Zitat:

So groß unterscheidet sich das nicht.
Naja komm, Du überträgst wirklich eins zu eins? Wenn also ein System bei rauskommen soll, das x, y und z kann musst Du Dir wirklich eines suchen, das auch x, y und z kann, und wehe, Du erweiterst eines was nur x und y kann oder kürzt eines was außer x, y und z auch w kann?
Viviane21
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Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 18:14:01    Titel:

Zitat:

Was? Wo ist denn der eigene Verstand egal? Du sollst Informationen sammeln können und verarbeiten. Das ist wissenschaftliches Arbeiten.


Weiß ich mittlerweile auch. Für mich ist das immer noch Abschreiben (denn das Verarbeiten wird nicht wirklich verlangt), aber gegen Ende habe ich es halt dann gemacht, nachdem ich einmal begriffen habe, dass das verlangt wurde.
Zitat:
Wie sollen denn sonst Grundlagen gelegt werden, außer durch anwenden von gelerntem Wissen.

Es ist ja noch nichtmal ANWENDEN von erlerntem Wissen, es ist ABSCHREIBEN von erlerntem Wissen. Um das mal anhand einer Matheaufgabe (in Mathe war es nicht so) zu erklären, war es folgendermaßen: Du hast irgendwann mal die Kettenregel gelernt, Du kriegst eine Aufgabe zum Ableiten, und anstatt dass Du einfach die Kettenregel anwendest musst Du hingehen und Dir irgendeinen Wissenschaftler suchen, der GENAU DIESE Aufgabe schonmal gemacht hat und die Lösung von ihm abschreiben!

Zitat:
Ich hab jetzt nun schon einige Beispiele genannt, also, möchtest du im Ernst, dass wir gleich die Veranstaltungen aus dem, sagen wir, 9. Semester ins 1. legen?


Mir würde ja schon völlig reichen, wenn man den Leuten SAGT dass es ums Abschreiben geht. "Denken Sie selbstständig, gebrauchen Sie Ihren Verstand." - und wenn man dann mal eine Aussage macht, für die man keine Quelle hat weil selbst draufgekommen wird die nicht gewertet weil kein Beleg.
Zitat:

Ich frage noch einmal, wie möchtest du wissenschaftlich arbeiten, ohne zu wissen, wie dein Fach/Stoffgebiet funktioniert?


Für sowas wäre eine Erklärung, was wissenschaftliches Arbeiten ist halt ganz gut.
Übrigens dürften wir in Latein selbst denken. So extrem habe ich das nur in Politik erlebt.


Zitat:

Also mal "Butter bei die Fische", was erwartest du, soll denn von Erstis verlangt werden, außer die Grundlagen nachzuvollziehen, so dass diese "ausgelastet" sind?

WENN man schon nur die Ansichten anderer zusammenschreiben soll, dann wäre es sinnvoll, den Leuten, die von der Schule kommen und es nur so kennen, dass sie ihre EIGENEN Gedanken aufschreiben, zu sagen dass sie von nun an in erster Linie die Gedanken ANDERER Leute aufschreiben sollen.
Zitat:
edit: Es kann mir doch kein Abturient erzählen, dass er denkt, dass er gleich in der ersten Woche seine eigenen "Papers" schreibt.


Keine zum Veröffentlichen. Aber die Hausarbeiten schreibt man ja nun nach 3 Monaten. Da rechnet man schon irgendwie damit, dass eigenes Gedankengut dabeisein darf.
Zitat:
Wenn jemand, der aus der Schule kommt, das denken sollte, is er ebenso naiv wie die Leute, die denken, dass man mit einem Hochschuleabschluss, egal in welchem Fach, einen sicheren Job hat.

Diese Denkweise hat ein Lateindozent von mir mal kommentiert mit "die Arroganz dessen, der mehr weiß". Woher soll man denn als Anfänger wissen, was man an der Uni tun soll, insbesondere ohne Akademikerverwandtschaft?
Zitat:
... oder wie darf ich mir deinen Gegenvorschlag vorstellen?


Einfach etwas deutlichere Worte am Anfang. Ich studiere nun ein MINT-Fach, und was da läuft, finde ich in Ordnung. In Politik fand ich es schon arg unglücklich, dass einem ständig gesagt wurde, das wichtigste bei einer Arbeit sei die eigene wissenschaftliche Leistung, und wenn man dann mal einen eigenen Gedanken ohne Quellenangabe drinhatte wurde er rausgestrichen WEIL eigene Denkleistung.
Hätte man von Anfang an gesagt: "Es geht darum, den Krams den andere zu ihrem Thema geschrieben haben zusammenzufassen und in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen" hätte das ganz anders ausgesehen.
Jo84
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Anmeldungsdatum: 28.11.2007
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 18:16:01    Titel:

Man kann sich auch auf die einfachen Schema F-Klausuren freuen, wenig lernen, sehr gute Noten schreiben und sich in der so gesparten Zeit mit richtiger Wissenschaft beschäftigen. Wenn man so eigenständig denken und studieren möchte, ist das doch kein Problem. In der Bibiliothek steht ja alles, was man dazu braucht. Und die Professoren freuen sich auch, wenn jemand dadurch echtes Interesse am Fach zeigt.
Übrigens: Wer fähig ist, Transferaufgaben zu lösen, sollte mit Schema-F Aufgaben keine Probleme haben.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:00:50    Titel:

Jo84 hat folgendes geschrieben:

Übrigens: Wer fähig ist, Transferaufgaben zu lösen, sollte mit Schema-F Aufgaben keine Probleme haben.


Ja, genau dieser Punkt wundert auch mich...

Jemand der nach Transferaufgaben schreit, müsste doch so fit in der Materie sein, dass er bei Schema-F-Klausuren mit ner glatten 1,0 durchmarschiert?
cyrix42
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:11:39    Titel:

Nuja, ganz so einfach ist es nicht.

Es ist ja z.B. durchaus möglich, dass jemand bei schwerer werdenden Aufgaben deutlich lansamer abbaut als sein Umfeld, relativ zu diesem also besser wird.

Konkret: Vielleicht bin ich bei Schema-F-Aufgaben niht schnell genug um die alle in der vorgegebenen Zeit zu lösen (obwohl ich sie inhaltlich kann), während ich bei Transferaufgaben (für die auch wesentlich mehr Bearbeitungszeit vorgesehen sind) mit diesen besser zurecht komme (weil ich eben nicht so lang brauche, wie vorgesehen; eben nicht viel länger als für Schema-F-Aufgaben)?


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xmisterDx
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:20:06    Titel:

Nun, das halte ich nicht für besonders realistisch...

Letztlich bestehen Transferaufgaben auch zu einem Großteil aus Schema-F-Rechnerei. Nämlich genau ab dem Zeitpunkt, an dem man den Ansatz gefunden hat...

Nehmen wir ein, zugegeben recht triviales, Beispiel:

In der Vorlesung kam beispielsweise ein Transformater mit einem stinknormalen UI-Kern (zwei Schenkel) dran, also einem rechteckigen Kern. Den rechnet man stur herunter, weil man ihn zig mal geübt hat...

Nun gibts die Klausur... und siehe da... es ist ein Ringkern oder ein EI-Kern. Der Transfer würde nun darin bestehen, die Gesetzmäßigkeit vom rechteckigen Kern auf den Ringkern oder den EI-Kern (drei Schenkel) zu übertragen. Hat man diesen Ansatz erst einmal geschafft bzw. die Formel für den Ringkern aufgestellt, ist es wieder Schema-F...

Der Transfer liegt in aller Regel einzig und allein im Ansatz. Der Rest ist dann wieder Schema-F. Denn die bekannten Gesetzmäßigkeiten gelten natürlich auch für das neue System...
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:45:59    Titel:

Die Frage ist nur, wie viel Zeit in der Klausur für das Ansatz-Finden, und wie viel für die Rechnerei eingeplant ist...

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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:53:19    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Jo84 hat folgendes geschrieben:

Übrigens: Wer fähig ist, Transferaufgaben zu lösen, sollte mit Schema-F Aufgaben keine Probleme haben.


Ja, genau dieser Punkt wundert auch mich...

Jemand der nach Transferaufgaben schreit, müsste doch so fit in der Materie sein, dass er bei Schema-F-Klausuren mit ner glatten 1,0 durchmarschiert?


Nein, das verhindert der Zeitdruck. Uni Klausuren sind so auslegt, dass man während der Klausur NICHT nachdenken darf. Wenn man sich das Schema in der Klausur selbst erschließen möchte ist man also schon raus und wird nicht die ganze Klasur schaffen. Man wird es im Vorfeld auswendig lernen müssen, an statt es zu verstehen. Je nach persönlicher Veranlagung kann das erheblich länger dauern und ist meiner Meinung nach längst nicht so nachhaltig. Es ging mir auch nicht darum im ersten Semester neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu veröffentlichen. Das ist mir durchaus klar dass das nicht geht. Aber ich will den bisherigen Forschungsstand auf eine Weise vermittelt bekommen, dass ich ihn durchdringen und Verstehen muss, dass ich meinen eigenen Verstand einsetzen muss und nicht einfach nur alles was im Skript steht auswendig lernen muss. Wie soll ich denn später damit arbeiten? Ich muss doch spätestens im Beruf oder in der Forschung die Kenntnisse so verstanden haben, dass ich sie auch auf unbekannte Fälle anwenden kann. Das lehrt die Universität bisher nicht. In dieser Form sehe ich das erlangte Wissen nicht als sinnvoll an. Ansonsten fehlt mir auch völlig der Talentfaktor. Im Vorfeld habe ich so oft gehört, man solle sein Studienfach nach Eignung und Neigung auswählen. Jetzt sehe ich Eignung spielt keine Rolle. Über Studienerfolg entscheidet ausschließlich Motivation und Arbeitsbereitschaft, Dinge wie Intelligenz oder Talent für ein Fach scheinen keine Rolle zu spielen. Jeder kann jeden Abschluss machen wenn er bereit ist viel dafür zu arbeiten. Individualität wird durch das Prüfungssystem bestraft.[/b]
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:54:06    Titel:

Wie auch immer das vorgesehen sein mag, derjenige, der zu Transferleistungen in der Lage ist, befindet sich nie im Nachteil...

Wer den Ansatz nicht findet, der kann nämlich auch sein Schema-F-Können nicht unter Beweis stellen...

Derjenige, der auch aufs Verständnis setzt, findet den Ansatz und kann selbstverständlich auch die nachfolgende Rechnung durchführen...

Wer sich ausschließlich aufs Verständnis ODER aufs schnelle Schema-F-rechnen verlässt, der hat selbst schuld, wenn er in der Klausur keine Chance hat. Für eine Klausur ist BEIDES wichtig. Im Berufsalltag übrigens genauso. Der schönste Ansatz für ein hochkomplexes System bringt überhaupt nichts, wenn man danach nicht in der Lage ist, die Berechnung korrekt durchzuführen. Und zwar möglichst schnell und wirtschaftlich...
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:57:43    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Wie auch immer das vorgesehen sein mag, derjenige, der zu Transferleistungen in der Lage ist, befindet sich nie im Nachteil...


Falsch. Eigentlich habe ich das doch schon ausformuliert: Wenn ich - relativ zu anderen - langsam in Routine-Aufgaben bin, aber schneller in Transferaufgaben, so befinde ich mich klar im Vorteil, wenn zweitere komen und im Nachteil bei ersteren...

Zitat:

Wer den Ansatz nicht findet, der kann nämlich auch sein Schema-F-Können nicht unter Beweis stellen...

Derjenige, der auch aufs Verständnis setzt, findet den Ansatz und kann selbstverständlich auch die nachfolgende Rechnung durchführen...

Wer sich ausschließlich aufs Verständnis ODER aufs schnelle Schema-F-rechnen verlässt, der hat selbst schuld, wenn er in der Klausur keine Chance hat. Für eine Klausur ist BEIDES wichtig. Im Berufsalltag übrigens genauso. Der schönste Ansatz für ein hochkomplexes System bringt überhaupt nichts, wenn man danach nicht in der Lage ist, die Berechnung korrekt durchzuführen. Und zwar möglichst schnell und wirtschaftlich...


Hat das jemand bestritten? Ich habe mich nur gegen die Folgerung "Wer das eine kann, kann auch das andere" verwehrt, weil sie so einfach falsch ist.


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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 19:58:16    Titel:

Felerlos hat folgendes geschrieben:
Aber ich will den bisherigen Forschungsstand auf eine Weise vermittelt bekommen, dass ich ihn durchdringen und Verstehen muss, dass ich meinen eigenen Verstand einsetzen muss und nicht einfach nur alles was im Skript steht auswendig lernen muss. Wie soll ich denn später damit arbeiten? Ich muss doch spätestens im Beruf oder in der Forschung die Kenntnisse so verstanden haben, dass ich sie auch auf unbekannte Fälle anwenden kann. Das lehrt die Universität bisher nicht.


Das ist auch nicht unbedingt die Aufgabe der Universität, sondern die Deine...

Du bist jetzt Student und bist selbst dafür verantwortlich, wie, wann und ob du den in der Vorlesung vermittelten Stoff vertiefst, um ihn zu verstehen und später anwenden zu können... oder ob du das nicht tust...

Die Vorlesung soll dir bloss ne grobe Einführung geben und nen roten Faden durch die Thematik legen...
xmisterDx
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 20:00:43    Titel:

cyrix42 hat folgendes geschrieben:

Falsch. Eigentlich habe ich das doch schon ausformuliert: Wenn ich - relativ zu anderen - langsam in Routine-Aufgaben bin, aber schneller in Transferaufgaben, so befinde ich mich klar im Vorteil, wenn zweitere komen und im Nachteil bei ersteren...


Ja... So ist das Leben... Es besteht nunmal nicht nur aus Transfer und auch nicht nur aus Schema-F. Daher sollte eine Klausur auch Beides beinhalten und Beides bewerten...


Zitat:

Hat das jemand bestritten? Ich habe mich nur gegen die Folgerung "Wer das eine kann, kann auch das andere" verwehrt, weil sie so einfach falsch ist.


Wer Ansätze findet und sie danach nicht lösen kann, sollte sich ernsthafte Gedanken darüber machen, wie er sich im Berufsleben später mal behaupten will Wink
Tantus
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 20:05:59    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Übrigens durften wir in Latein selbst denken.


Wie sahen dann Hausarbeiten o.ä. darin aus?
Viviane21
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 20:10:55    Titel:

Ich habe mal für eine Hausarbeit eine 2 kassiert wo praktisch die einzigen Quellen Fachlexika waren, dadraus hatte ich dann so Sachen wie Jahreszahlen. Ansonsten halt der zu interpretierende Text, über den die HA ging, war etwas von Seneca.
Praktisch die komplette Interpretation ging auf MEIN Konto, war also eigene Denkleistung und nicht Zusammenfassung von alten Forschern.
wima
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 20:40:29    Titel:

Also, ohne die Diskussion zu verfolgen, möchte ich was anmerken. Habe halt die letzte Seite gelesen.

Natürlich muss man erstmal, wenn man etwas wissenschaftlich erreichen will, einen Überblick über die aktuelle Forschung haben. Das hat man frühestens nach dem Studium.

In der Mathematik muss man aber natürlich schon zu Beginn selbstständig denken, indem man Übungsblätter löst und Beweise für Annahmen herzuleiten versucht.
Für eine Lösung eines Problems gibt es oft viele verschiedene Arten an das Ziel zu kommen und meine Lösung ist nur selten die der Musterlösung. In anderen Fächern ist es doch genauso.

Ein Doktorand einer Übung sagte gangz klar zu Beginn im 3 Semester, das die Diplomarbeit nur aus abschreiben besteht und erst in der Promotion "versucht" wird wissenschaftliche Erkenntnis zu erlangen.

Mal im Ernst. Viele Paper, wissenschaftliche Artikel von Professor, sind auch nur abgeschrieben, bisschen verändert, einige marginale Erkenntnis hinzugefügt usw. So einfach ist es nicht, immer was neues zu produzieren.

Zu den Klausuren. 3 recht verschiedene Szenarien sind doch möglich:

1.Tranferaufgaben auf hohem Niveau.
Nachteil: Es muss sehr viel Zeit für wenige Aufgaben verwendet werden. Manchmal kommt jemand gutes einfach nicht auf den Ansatz, obwohl er den Stoff verstanden hat und jemand, der sehr wenig gelernt hat, aber genau die wenigen Aufgaben getroffen hat, kommt durch.

2."Schema -F" Aufgaben.
Nachteil: Die fleißigen Leute, die nur Übungsaufgaben rechnen, hoffen das ähnliche Aufgaben drankommen. Die Theorie in der Vorlesung wird nicht angeschaut, sondern nur Aufgaben gerechnet.
Vorteil: Man kann sehr viele Aufgaben stellen und eine große Bandbreite an Wissen abfragen.

3. Kombination.
Das ist für mich der beste Ansatz. Man kann relativ viel Wissen und Basics abfragen. In einer Klausur soll man die wichtigsten Grundlagen verstanden haben und das sind viele, somit viele verschiedene einfache Aufgben möglich. Zudem wird auf einigen Aufgaben aufgebaut durch schwierigere Aufgaben um zu sehen, wer neben den Grundlagen weiteres komplexes Wissen hat.

Zitat:
Über Studienerfolg entscheidet ausschließlich Motivation und Arbeitsbereitschaft, Dinge wie Intelligenz oder Talent für ein Fach scheinen keine Rolle zu spielen.

Auf unseren Matheklausuren stand oft:)
Excellenz besteht aus.
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BeitragVerfasst am: 06 März 2010 - 21:38:53    Titel:

Was ist bei der Klausur wichtig? Doch wohl Schein und gute Note.
Alles andere ist doch vollkommen egal.
Wenn ich meine gute Note mit Schema-F bekomme gut, wenn ich sie durch Transfer bekomme auch gut.
Übrigens habe ich nie einen Prof. getroffen, der von Klausuren überzeugt war.
Wenn ich eigenständig Denken will, dann nehme ich das Skript und arbeite es sorgfältig durch und lese die Literaturangaben des Professors.
Im höheren Semester hat sich der Klausurenterror eh erledigt. Wobei ich mir manchmal eine Klausur wünsche. Eigenständiges Denken mach nämlich nicht nur Freude (vor allem als Master mit großem Scheindruck).
Viviane21
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BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 01:04:41    Titel:

wima hat folgendes geschrieben:

Auf unseren Matheklausuren stand oft:)
Excellenz besteht aus.
50 Prozent Talent
50 Prozent Fleiß
50 Prozent Glück


Das stand SO ausgerechnet auf einer MATHEKLAUSUR?!?
Klunki
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BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 02:47:05    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Felerlos hat folgendes geschrieben:
Aber ich will den bisherigen Forschungsstand auf eine Weise vermittelt bekommen, dass ich ihn durchdringen und Verstehen muss, dass ich meinen eigenen Verstand einsetzen muss und nicht einfach nur alles was im Skript steht auswendig lernen muss. Wie soll ich denn später damit arbeiten? Ich muss doch spätestens im Beruf oder in der Forschung die Kenntnisse so verstanden haben, dass ich sie auch auf unbekannte Fälle anwenden kann. Das lehrt die Universität bisher nicht.


Das ist auch nicht unbedingt die Aufgabe der Universität, sondern die Deine...


Genauso ist es, normalerweise sollst du selber Nachforschungen durchführen, in den Themengebieten, in denen du dich vertiefst, was aber natürlich erst nach den Grundlagen kommt, nämlich ab ca dem Master/Diplom (Schätzungsweise 6-7. Semester). Dieses schon in den ersten Semestern zu fordern, darum geht es doch im Grunde hier, ist einfach absurd.
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BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 05:40:16    Titel:

Finde ich nicht. Wenn ich also im Endeffekt aus den Vorlesungen der ersten 4 Semester nichts mitnehme, warum starte ich dann nicht gleich im 5. Semester? Hat der Staat soviel Geld über meine Ausbildung 2 Jahre lang zu absolvieren, obwohl das Studium erst danach "anfängt".

Ich finde eher diese Vorstellung absurd, dass an die ersten Unisemester angeblich weder der Anspruch gestellt wird, mir verwertbares Wissen für zukünftige Veranstaltung zu vermitteln, noch mich auf eine berufliche Tätigkeit vorzubereiten, noch irgendeine Relevanz für eine wissenschaftliche Karriere haben. Dann frage ich mich aber wirklich: Wozu das ganze?
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BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 07:25:15    Titel:

Felerlos hat folgendes geschrieben:
Finde ich nicht. Wenn ich also im Endeffekt aus den Vorlesungen der ersten 4 Semester nichts mitnehme, warum starte ich dann nicht gleich im 5. Semester? Hat der Staat soviel Geld über meine Ausbildung 2 Jahre lang zu absolvieren, obwohl das Studium erst danach "anfängt".

Ich finde eher diese Vorstellung absurd, dass an die ersten Unisemester angeblich weder der Anspruch gestellt wird, mir verwertbares Wissen für zukünftige Veranstaltung zu vermitteln, noch mich auf eine berufliche Tätigkeit vorzubereiten, noch irgendeine Relevanz für eine wissenschaftliche Karriere haben. Dann frage ich mich aber wirklich: Wozu das ganze?


du bist für einen erstsemester ganz schön anmaßend und gebärst dich, als hättest du die weisheit mit löffeln gefressen...

ich kann natürlich nur für meinen studiengang - bio auf diplom - sprechen.. im grundstudium haben wir in bio, chemie und physik einen thematischen rundumschlag über alle allgemeinen themengebiete der fachbereiche bekommen - sowohl theoretisch als auch praktisch. ich musste unmengen (für mich uninteressantes) zeugs lernen - von hunderten blütenformeln und lateinischen namen von blümchen und viechern, bis hin zu einem fragenkatalog mit 350 fragen, den man nur auswendig lernen musste, da der prof in seiner klausur etwa 70 dieser fragen 1:1 so gestellt hat. btw, es lässt sich wesentlich besser und schneller auswendig lernen, wenn man das prinzip dahinter verstanden hat und sich nur noch einen haufen variablen merken muss...

bei mir waren allerdings in allen fächern - besonders bei den protokollen der praktikas (wenn man sie alleine geschrieben hat und sich nicht einfach einer vorlage der höheren semester bedient hat) durchaus transferleistungen gefragt - und wenn du mal bei ein paar absolventen nachfragst (mediziner ausgenommen), wirst du feststellen, dass es bei allen im grundstudium/bachelor ein mix aus auswendiglernen und anwenden ist und dass ALLE (ja, auch die mediziner Wink ) zeugs lernen müssen, was sie eigentlich nicht interessiert oder langweilt - das gehört im studium dazu und ist auch gut so, da es wenigstens eine wirkliche vorbereitung auf das arbeitsleben darstellt, weil es gerade im arbeitsleben oft genug vorkommt, dass du aufgaben auf den tisch bekommst, die dir nicht so spass machen oder dir liegen - selbst wenn dir der job an sich spass macht... so what, je früher du lernst, damit umzugehen und dich auch zügig und effektiv da durchzubeissen, desto einfacher fällt es dir später auch im job.

nochmal zum prinzip unseres bildungssystems (im optimalfall! bitte keine OT-diskussion über das bildungssystem und seine mängel): in der oberstufe hat man viele themenbereiche oberflächlich angekratzt - das schafft allgemeinbildung und hilft bei der orientierung und interessens- und persönlichkeitsfindung. hat man einen themenbereich für sich gefunden, bei dem man interesse daran hat, mehr darüber zu erfahren, sollte man es studieren. im studium angekommen, wird man erstmal von informationen überflutet und muss sich in kürzester zeit die grundlagen aller themengebiete reinprügeln. auch das schafft ein grundverständnis der prinzipien, denn selbst wenn ich dir heute keine einzige blütenformel mit konkreten zahlen mehr nennen könnte, weiß ich doch, wie ein botaniker an die bestimmung einer pflanze herangeht, was die blütenformel bedeutet und was der unterschied zwischen familie, gattung und art ist, usw... im grundstudium sind wir in allen themengebieten eine ebene tiefer in die materie eingestiegen als in der oberstufe, aber auch hier diente das grundstudium dazu, eine allgemeinbildung in einer bestimmten fachrichtung zu schaffen und auch zur persönlichen orientierung der interessen, was die spezialisierung im hauptstudium/master angeht - dabei geht es um die frage, wo möchte man sich weiter in die spezielle materie vertiefen und an die grenzen des aktuellen wissens stoßen, damit man eine ansatzstelle hat, um weiter zu boren... denn ganau das passiert in der wissenschaft: man schafft grundlagen, um möglichst viele prinzipien, methoden und herangehensweisen kennen zu lernen, verschafft sich einen überblick über den aktuellen wissensstand eines speziellen gebietes und überlegt sich, aufgrund dieser basis, herangehensweisen/modelle/(lösungs-)ansätze für offene fragen dieses gebietes.

es ist nunmal so im leben - es gibt keine abkürzung auf dem weg zum erfolg, sonst wäre es keiner!

ich persönlich habe die tatsächliche und alltägliche arbeit als wissenschaftler erst während meiner diplomarbeit kennengelernt und danach für mich entschieden, dass das forscherdasein nichts für mich ist. trotzdem bereue ich die wahl meines studiums nicht, da ich das studiert habe, was mich interessiert und mir spass gemacht hat und ich der meinung bin (und auch die erfahrung gemacht habe), dass man in fast jedem bereich die möglichkeit hat, sein wissen in anderen berufszweigen als dem klassischen wissenschaftler einzubringen und erfolgreich damit zu sein...
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BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 09:48:14    Titel:

Felerlos hat folgendes geschrieben:
Finde ich nicht. Wenn ich also im Endeffekt aus den Vorlesungen der ersten 4 Semester nichts mitnehme, warum starte ich dann nicht gleich im 5. Semester? Hat der Staat soviel Geld über meine Ausbildung 2 Jahre lang zu absolvieren, obwohl das Studium erst danach "anfängt".


Was heißt denn nichts mitnehmen? Du, als Ersti, kannst doch noch gar nicht beurteilen, was für die Vertiefungen relevant ist. Nochma die Frage, was soll ich einem Ersti die aktuellen Forschungsergebnisse in der Grenzschichtforschung nahe bringen, wenn dieser noch nix von partiellen Differentialgleichungen gehört hat?
Zudem ist es absolut sinnlos, einem Erstsemester, der in 3 Jahren frühestens in den Beruf geht, den AKTUELLEN Stand aufzuzeigen? Dir ist schon klar, dass innerhalb von 3 Jahren enorme Veränderungen stattfinden können. Mit den Grundlagen bist du später im Stande die aktuellen Forschungsergebnisse selber zu interpretieren und nun erzähl mir net, dass du aktuelle Papers zur Hand nimmst und diese als Nachtlektüre im ersten Semester liest.
xmisterDx
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Anmeldungsdatum: 11.11.2008
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BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 10:36:07    Titel:

Felerlos hat folgendes geschrieben:
Finde ich nicht. Wenn ich also im Endeffekt aus den Vorlesungen der ersten 4 Semester nichts mitnehme, warum starte ich dann nicht gleich im 5. Semester? Hat der Staat soviel Geld über meine Ausbildung 2 Jahre lang zu absolvieren, obwohl das Studium erst danach "anfängt".


Wenn du aus den ersten 4 Semestern nichts mitnimmst, dann wirst du im 5. Semester sehr wahrscheinlich ganz mächtig auf die Schnauze fallen...

Aber es hat keinen Sinn weiter mit dir zu diskutieren, da du offenbar ohnehin alles besser weisst...

Wechsle halt zu Mathematik oder Physik. Du wirst sehen, dass es auch dort Themengebiete gibt, die dich furchtbar langweilen, deren Sinn du nicht erkennst und die du später möglicherweise nicht brauchst...

Unsere Physikstudentin hier verschweigt nämlich, dass du in Physik in der Regel umfangreiche Laborpraktika zu absolvieren hat, deren tieferen Sinn man überhaupt nicht nachvollziehen kann, weil man die Theorie nicht hatte. Ich kann mich an entsprechende Beschwerdethreads von Physikstudenten hier im Forum erinnern...
R1
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BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 13:38:36    Titel:

Honorardozent hat folgendes geschrieben:
Das Niveau hat an Universitäten tatsächlich stark abgenommen, woran das liegt kann ich Ihnen leider nicht sagen. Dennoch war ich ein wenig erschrocken, als ich mir mal ein paar aktuelle Mathematik-Klausuren angesehen habe.




Hallo Herr Honorardozent Dr. Dipl. Math. (FH) Oberschüler,

hier wird sich geduzt.....verstehste?

Cool


Und wenn ich Dir sagen darf: Wenn einer sich dermaßen produziert, wie Du und dann damit kommt, wie sehr ihn das "Niveau von heute" erschrickt, wird den Göttern übel.

Twisted Evil
R1
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Anmeldungsdatum: 27.09.2009
Beiträge: 931

BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 13:46:36    Titel:

Dies hier - von Dipl. Bio_d.NW -

AUSHALTEN - MAUL HALTEN - DURCHHALTEN!
Das Leben ist kein Ponyhof!

ist, finde ich, sehr aussagekräftig.

Shocked
Justav
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BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 13:48:22    Titel:

Oft ist das Problem bei Transferaufgaben, was ich zumindest an meiner Uni und meinen Klausuren feststelle, dass die Lehrstühle zu faul oder zu unterbesetzt sind, um richtig aufwändige Klausuren zu korrigieren. Zu Abiturzeiten gab es noch 5-Stündige Klausuren, die jeden einzeln mit z.T. mehreren Stunden Aufwand korrigiert wurden, Rechenwege nachvollzogen wurden, usw. An der Uni dauern die Prüfungen nun meist nur 60, 90, oder in wenigen Fällen 120 Minuten und die Transferleistung kommt oft zu kurz, es werden vor allem Sachen abgefragt, die "in der Kürze der Zeit" prüfbar sind, und auch nach Schema korrigierbar sind, d.h. Multiple Choice oder Rechenaufgaben ohne besonders große Transferleistung. Das ist allerdings in Mathematik, Thermodynamik, Mechanik, Regelungstechnik usw. ausreichend, um sehr viele daran scheitern zu lassen.

Auf der anderen Seite muss man besonders in den ersten Semestern erstmal ein Grundlagenwissen aufbauen. Da braucht der Studi nicht groß Transfer bringen, sondern erstmal kapiert haben wie man ein mechanisches System freischneidet, wie man die Entropieproduktion einer Turbine bestimmt, wie man eine Laplacetransformation vornimmt. Damit sind die meisten schon sehr gut ausgelastet. Wenn die ganzen Basics mal da sind, was in einigen Studiengängen schon 6-8 Semester dauern kann, dann kann darauf aufbauend Transfer geleistet werden. Es ist ja schön wenn sich die Studis eher für den neuen Hybridmotor interessieren als für die einzelnen Zahnräder, die verwendeten Werkstoffe, die Strömungen im Turbolader oder Lagerbelastung, aber man muss ja immer schön aufeinander aufbauen.
sarc
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Anmeldungsdatum: 21.09.2006
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BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 14:33:10    Titel:

Erst mal ne Anmerkung zum Eingangsposst:

Zitat:
Ohne arrogant klingen zu wollen denke ich dass ich von den geistigen Vorraussetzungen für fast jedes (künstlerisches müsste man streichen Wink ) Studium geeignet bin.


Zitat:
Es klingt immer so als könnten nur Genies in einem Mathematik Studium bestehen und selbst diese nur wenn sie alle anderen Interessen und Hobbys für die Studienzeit hinten anstellen.


Irgendwas passt da nicht zusammen, mit deinen Voraussetzungen dürftest du ja keine Angst vor der Mathematik haben...


Von der Vorstellung, dass du nur mit Verständnis weiterkommst, wirst du dich aber im Studium lösen müssen. Ich kenn einige Leute, die zu Schulzeiten stinkfaul waren und damit durchgekommen sind, weil sie den Stoff kapiert haben und damit auch nen Großteil der Aufgaben lösen konnten.
Die sind aber alle später zu Leuten mutiert, die sich dann mal ne gehörige Zeit vor der Klausur eingeschlossen und gelernt haben wie die Blöden. Die, dies nicht gemacht haben, sind ziemlich bös auf den Hintern gefallen.
Egal welches Fach, ohne Lernen kommst du einfach nicht durch. Der einzige Unterschied besteht vielleicht noch darin, ob ich stumpf Skripte auswendig lerne (worauf ich persönlich auch keinen Bock hätte) oder ob ich in der Mathematik halt Beweisverfahren und Beispiele lerne, weil das in der Klausur gefragt wird.

Und nebenbei bemerkt: Dafür, dass ich zu Schulzeiten Vokabeln (und ähnliches) lernen gehasst hab, hab ich mir für diverse Vordiplom- und Diplomprüfungen ne erstaunliche Menge Formeln in den Kopf prügeln dürfen. Das hätt ich vorher auch nicht vermutet, dass das mal notwendig sein wird...
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Photonenkopf hat folgendes geschrieben:
Das klärt zwar die Frage nach dem warum nicht, aber es hört sich gut an Wink .


Was glauben Sie, was in Deutschland los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würden, was hier los ist? - Volker Pispers
HarryMorgan
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Anmeldungsdatum: 08.08.2009
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BeitragVerfasst am: 07 März 2010 - 15:02:22    Titel:

Nochmal an den Threadersteller: Hast du mal ein wenig in der Bib gestöbert, und dich in Bücher zu advanced Micro/Macro, Econometrics, Time Series, Quantitive Finance eingelesen? Und fühlst du dich dann immer noch so krass unterfordert? Es hält dich ja niemand davon ab, dich da schonmal selbstständig einzuarbeiten.
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