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Atheismus
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knut hacker
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Anmeldungsdatum: 16.11.2009
Beiträge: 1037
Wohnort: Hölle auf Erden

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2010 - 17:29:06    Titel: Atheismus

Atheismus

Der Atheismus beruht auf folgenden naiven Annahmen:

1) Gott könne es nur geben oder nicht geben.

Diese Ansicht ist noch der aristotelischen Logik ( „ tertium non datur „ ) verhaftet. Die Quantenlogik dagegen ist mehrwertig. Ein Elementarteilchen wie zum Beispiel ein Elektron ist in seiner (unbeobachteten) Superposition zugleich überall und nirgends, also jenseits der - kontradiktorischen - Primärdimensionen Sein und Nichtsein.

Was für subatomare Elementarteilchen gilt, sollte doch erst recht für einen begriffsmäßig transzendenden, allmächtigen Gott gelten, nämlich dass er über Sein und Nichtsein erhaben ist.


2) Die Gottgläubigen glaubten an einen Gott, den es gibt.

Bonhoeffer hat es dagegen auf den Punkt gebracht: „Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht.“ Denn ein dem Sein angehöriger Gott wäre nicht allmächtig, sondern würde als ein bloßer Gegenstand des Seins von diesem transzendiert.
Demgemäß kommt Gott nach dem Alten Testament keine Identität zu ( 2. Mos.3.14: „Gott entgegnete dem Moses:Ich bin, der ich bin!´ “=“Jahwe“; 2.Mos.20,4: „ Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.“; 5.Mos.5,8: “Du sollst dir kein Bildnis machen, einigerlei Gleichnis, weder oben im Himmel, noch unten auf Erden, noch im Wasser unter der Erde.“ = „Zweites Gebot“; vgl. auch insbes. 2. Mos. 33,18 ff; Pred. 8,17;11,5; Jes.55,9;1.Kön.8,27 )


3) Die menschliche Wahrnehmung (die Sinne, der Verstand, das Gefühl, Wertungen) sei quantitativ und qualitativ allumfassend.Was von ihr nicht erfasst werden kann, das gebe es nicht.

Damit werden alle wissenschaftlichen Grunderkenntnisse ignoriert:

a) Nach dem Unbestimmtheitssatz des Mathematikers Gödel vermag kein System sich selbst zu erkennen.Zu einer solchen Erkenntnis bedarf es einer Metaebene als Erkenntnisstandpunkt. Der Mensch müsste sich sozusagen wie Münchhausen am eigenen Schopf (der Erkenntnisfähigkeit) über sich hinaus erheben können.

b) Nach der Evolutionslehre ist die Entwicklung des Menschen und damit auch seiner Wahrnehmungsorgane, insbesondere auch des Verstandes, nicht abgeschlossen.Überdies haben sich diese Organe lediglich als biologischer Überlebensvorteil zur Lebensbewältigung entwickelt, nicht für eine Funktion außerhalb dieses Lebensbereiches wie Letzterkenntnisse.

4) Die Kognitionswissenschaften haben all unsere sensitiven, rationalen, psychischen, ästhetischen, ethischen Wahrnehmungen als bloße geistige Konstrukte enttarnt.Insbesondere ist also auch der Verstand, der sich so gerne verabsolutiert, strukturdeterminiert: Er abstrahiert, selektiert, konstruiert. Das reduktionistische, fragmentierende Denken wird der holistischen Natur nicht gerecht (Quantenphysik, Chaosforschung).

5) Die beiden Relativitätstheorien und die Quantentheorie – alle experimentell bestens abgesichert und in der Technik bewährt – haben absolute Grenzen unserer Vorstellungskraft aufgezeigt (ihre Ergebnisse sind nur noch mathematisch ausdrückbar), die allenfalls durch eine weitere evolutionäre Entwicklung unseres Verstandes erweitert werden können.
Erzkind
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Anmeldungsdatum: 13.04.2007
Beiträge: 889
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2010 - 20:50:45    Titel:

Zitat:
Gott könne es nur geben oder nicht geben ...

Der Atheismus hat eine ganz einfache Grundannahme und er selbst bemüht sich auch keinerlei Beweisführung oder ähnlichem und diese zu belegen, es ist eine schlichte Prämisse: "Gott gibt es nicht." Damit lehnt er jede noch so logische Ableitung, die an irgendeiner Stelle einen Gott voraussetzt, ab.

Zitat:
Die menschliche Wahrnehmung sei quantitativ und qualitativ allumfassend.Was von ihr nicht erfasst werden kann, das gebe es nicht

Ähhm, nein. Das sagt der Atheismus nicht. Sorry, dass ich das nicht weiter begründen kann. Das ist einfach so, als würdest du sagen, dass es im Grundgesetz heißt, dass Sonntags keine Klospülungen betätigt werden dürfen. Es ist einfach nicht so.

Was du dir da wieder für ne lustige Geschichte zusammenstiefelst, man man man..
Deine Argumente in allen Ehren, auch wenn ich manchmal nicht weiß, wofür die nun argumentieren sollen. Den Punkten 3 - 5 würde ich so zustimmen, was soll daran eine naive Annahme sein?

Zitat:
Was für subatomare Elementarteilchen gilt, sollte doch erst recht für einen begriffsmäßig transzendenden, allmächtigen Gott gelten, nämlich dass er über Sein und Nichtsein erhaben ist.

Das heißt aber auch nur, dass es so sein müsste, wenn es einen Gott gäbe. Du sagst damit ja nur: "Wenn es einen Gott gibt, dann muss er allgegenwärtig sein, also gibt es einen Gott." - "Wenn es das Fliegende Spaghetti-Monster gibt, dann hat es die Welt erschaffen, also gibt es das Fliegende Spaghetti-Monster." Hää?? Das, was wir dem, woran wir glauben (oder in meinem Fall behaupten zu glauben *g*) als Eigenschaft zuschreiben sagt doch nichts über dessen tatsächliche Existenz aus.
wasp
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Anmeldungsdatum: 13.01.2007
Beiträge: 2707

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2010 - 21:56:37    Titel:

Also ich würde mich als Atheisten bezeichnen, auch wenn ich die strenge wissenschaftliche Definition jetzt nicht kenne.

Genauso wie Erzkind es geschrieben hat, lebe ich in der Annahme, dass es einfach keinen Gott gibt. Ich stelle mir also nicht die Frage, wieso es ihn nicht geben sollte geschweige denn welche Beweise es dafür gibt, dass es ihn nicht gibt.
Denn wenn ich das machen würde, würde ich mich ja wieder mit Gott beschäftigen und das will ich ja eben nicht, das machen ja die Gläubigen schon.
Jonsy
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Anmeldungsdatum: 11.02.2007
Beiträge: 3099

BeitragVerfasst am: 16 Jan 2010 - 22:02:34    Titel:

Zitat:
"Wenn es einen Gott gibt, dann muss er allgegenwärtig sein, also gibt es einen Gott."

In der Gott-Logik ist das aber KEIN Zirkelschluss... Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein!

Jonsy
jufru
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Anmeldungsdatum: 05.08.2006
Beiträge: 133

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2010 - 02:59:19    Titel:

ich versteh jetzt nicht ganz was du (knut knacker) mit damit sagen willst.

Soll ich jetzt nicht an einen gott glauben, weil es ihn gibt und gleichzeitig an ihn glauben, weil es ihn gleichzeitig auch doch gibt?
Was hat so eine gottesvorstellung dann für mich für eine relevanz?
Erzkind
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Anmeldungsdatum: 13.04.2007
Beiträge: 889
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2010 - 03:21:28    Titel:

Zitat:
In der Gott-Logik ist das aber KEIN Zirkelschluss... Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein

Sorry, aber ich verstehe es wirklich nicht...
Meiner Meinung nach ist das nicht mal ein Zirkelschluss, es ist gar kein Schluss, auch wenn es (meiner Auffassung nach) so behauptet wurde. Ein Zirkelschluss ist für mich etwas, das versucht sich selbst zu beweisen, wie das mit der unsichtbaren Katze.

Zitat:
Was für subatomare Elementarteilchen gilt, sollte doch erst recht für einen begriffsmäßig transzendenden, allmächtigen Gott gelten, nämlich dass er über Sein und Nichtsein erhaben ist

Er sagt ja, wenn es einen Gott gäbe, dann müsste das, was für diese Teilchen zutrifft auch für ihn zutreffen (wobei mir schleierhaft ist, wie man etwas über das Sein erhaben überhaupt mit etwas attributieren kann) sonst wäre er nicht allgegenwärtig. Wie man von da aber dazu kommt, dass Gott also existieren muss weiß ich auch nicht. Wie gesagt, für mich ist es weder ein Zirkelschluss, noch überhaupt irgendeine Form logischen Schließens weil hier mindestens ein, wahrscheinlich eine ganze Menge Schritte einfach ausgelassen wurden.
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3824

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2010 - 04:02:36    Titel:

Da unterhalten sich zwei Atheisten:
"Du", sagt der eine, "Es gibt keinen Gott". "Du hast recht", erwiderst darauf der Andere.

Ende des Dialogs.


Da unterhalten sich zwei Theisten:
"Du", sagt der eine, "Es gibt Gott". "Du hast recht", erwidert der Andere.

Und damit begann vor langer Zeit ein äußerst lebhafter und unendlich fortdauernder Disput zwischen den intelligenzbehafteten Lebensformen in diesem Universum.

Endlich hatten Menschen, Delphine und Mäuse eine Chance, ihre Intelligenz für mehr zu nutzen als nur für Fressen und Sex.
(Delphine und Mäuse nahm ich aus "Anhalter durch die Galaxis")



Gruß Dornbusch
Arborius
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Anmeldungsdatum: 07.03.2009
Beiträge: 383
Wohnort: Bin nicht mehr hier,

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2010 - 11:48:42    Titel:

Darf ich nur kurz den Link zu einem interessanten Artikel einwerfen, der die Frage nach der Religion behandelt?
http://www.sueddeutsche.de/wissen/283/498576/text/

Religion, so der Artikel, ist bis zu einem bestimmten Punkt im Menschen angelegt, und das hat seinen Grund, und das hat seine Folgen/Vorteile.
Wenn man auch bestimmte Dinge anders deuten kann, etwa die Vorstellungen der Kinder oder ihre teleologische Interpretation der Welt, ist der Artikel eine Bereicherung der Diskussion.

Was meint Ihr?
jufru
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Anmeldungsdatum: 05.08.2006
Beiträge: 133

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2010 - 12:28:38    Titel:

Zitat:
Und damit begann vor langer Zeit ein äußerst lebhafter und unendlich fortdauernder Disput zwischen den intelligenzbehafteten Lebensformen in diesem Universum.

Endlich hatten Menschen, Delphine und Mäuse eine Chance, ihre Intelligenz für mehr zu nutzen als nur für Fressen und Sex.
(Delphine und Mäuse nahm ich aus "Anhalter durch die Galaxis")


Ich kann mich auch herrlich über andere sachen austauschen und diskutieren, als über religion.

Darüber hinaus, kann man ja auch sagen, warum man nicht glaubt. viele werden ja ihre gründe dafür haben, aber das scheinst du ja auch völlig auszublenden.
dornbusch
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Anmeldungsdatum: 26.10.2007
Beiträge: 3824

BeitragVerfasst am: 17 Jan 2010 - 19:21:13    Titel:

Arborius, danke für den Link. Was meinst du? Waren die Menschen vor 70.000 Jahren identisch mit uns heutigen Menschen? Was ich meine: Würde einer von denen heute auffallen, wenn er in der U-Bahn mitfahren würde?

Ich habe immer große Bedenken, unsere Vorfahren als "primitiv" zu sehen. Ich neige eher dazu, ihnen dieselben intelektuellen Fähigkeiten zuzusprechen, wie wir sie für uns selbst behaupten. Ich bezweifle, daß Naturereignisse Religion begründen können. Daß sie Thema für Menschen sind, ist klar.

Gruß Dornbusch
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