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UCL vs. Uni Heidelberg
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> UCL vs. Uni Heidelberg
 
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AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 02:48:00    Titel: UCL vs. Uni Heidelberg

Liebe Community,

derzeit hab ich ne wichtige Entscheidung zu treffen und wollte mich hier vorher mal ein wenig umhoeren.

Kurz: Ich habe eine Zusage fuer Jura in Heidelberg, aber auch eine fuer den LLB with advanced studies am University College London (UCL). Beides fuer WS 2010.

Beides sind so mit die Besten ihres jeweiligen Landes, daher faellt mir die Wahl schwer. Spaeter moechte ich den JD in den USA machen und auch dort praktizieren.

Welche Uni wuerdet ihr mir persoenlich empfehlen?

Vorab schon einmal danke! Smile

AIS
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 03:14:53    Titel:

Das Heidelberg die beste Jura Uni des Landes ist, bezweifele ich stark, generell hat das hier imho etwas von profillierungstopic denn die frage ist hauptsächlich eine persönliche: Willst du aus deutschland raus, in ne komplett neue umgebung? Kannst du dir Studieren in London leisten? Wenn beides ja, und du sowieso später in den USA arbeiten willst, go london. Besseres Sprachtraining wirst du nicht kriegen, und der ll.b. ist imho kürzer und schneller zu machen als das Juristische Staatsexamen in Deutschland.

Was ich aber nicht verstehe ist warum du nen JD in den USA machen willst? Du willst in den USA praktizieren, also reicht dir ein US Bar exam, und da gibt es einige europäische unis, die dir nach abschluß (ggf. mit master) ermöglichen z.B. das NY Bar Exam abzulegen.
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 03:53:56    Titel:

gregsen,

schon mal vielen dank fuer die schnelle antwort.

also, wenn man den rankings glauben schenken darf, dann hat hd schon einen respektablen ruf bei sowohl studenten als auch arbeitgebern.
des weiteren hab ich geschrieben "mit zu den besten" und nicht "die beste".
wieso bezweifelst du das also und was waere deiner meinung nach eine bessere jura uni?

ich denke, die kuerzere studienzeit ist definitiv ein guter punkt.

deine frage nach dem JD ist berechtigt. dazu folgendes: NY ist der einzige Staat, der das ermoeglicht und ich wuerde mir schon ganz gerne eine gewisse entscheidungsfreiheit vorbehalten, wo ich praktiziere. hab keine lust in einem Neu England Staat fuer den Rest meiner Tage festzustecken.
ausserdem glaube ich, dass man, um im us-rechtssystem erfolg zu haben, mit selbigem vertraut sein sollte. das lernt man dann erst dort. ein paar kurse dazu in europa sind vll nicht ganz ausreichend
dann hat das ganze noch persoenliche gruende. ich will auf jeden fall die erfahrung machen an einer US graduate school zu studieren und wenn moeglich an einem ivy league college. das erhoeht meiner ansicht nach noch einmal erheblich die chancen auf dem arbeitsmarkt und bringt auch unbezahlbare kontakte mit sich.

wenn du einen denkfehler findest, nur zu. bin ganz ohr.

AIS
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 04:58:34    Titel:

Stimmt, da hab ich mich verlesen. Zu den "besseren" unis gehört heidelberg sicherlich, wobei der Ruf sich imho hauptsächlich darauf stützt dass heidelberg als die älteste uni deutschlands einfach in allem einen top ruf hat.

Gute Anlaufstationen für Jura sind meiner Meinung nach Tübingen und Göttingen. Ich gebe aber auch verhältnismäßig wenig auf Rankings, sondern orientiere mich an Erfahrungsberichten von bekannten die dort studieren.


Zum J.D. / Bar exam: Deine überlegungen sind sicherlich berechtigt. Aber wenn du schon eine so genaue planung von deiner karriere hast, nehme ich an du strebst an später in eine große law firm zu gehen und dich nicht mit einer kleinen kanzlei irgendwo in den USA niederzulassen. In dem Fall ist aber das New York nach meinem kentnisstand (hier lasse ich mich aber gerne korrigieren) das einzig relevante, denn der überwiegende großteil aller großen Verfahren wird nach Ney York state law abgehalten, womit ein New York Bar exams ausreichend ist. Ich kenne einige Juristen in den USA aus größeren Law Firms, und der großteil von Ihnen hat nur ein NY Bar exam, obwohl sie in ganz anderen Staaten leben & arbeiten (z.B. Florida / Washington).

Aber für die persönliche Erfahrung ist ein Studium in den USA sicherlich ne schöne sache und wenn du aufn ivy league college kommst sicherlich auch gut fürn lebenslauf. Nur: Warum möchtest du zwingend einen JD? Du hast mitm ll.b. schon einen vollwertigen juristischen abschluß und kannst auch direkt in den USA nen master machen, was wohl dir genauso fürn lebenslauf & die persönliche erfahrung nutzt. Ich nehme auch an dass nach nem Master in den USA dir noch mehr bar möglichkeiten offenstehen (das ist allerdings reine mutmaßung).

Der J.D. ist im endefekt nicht umsonst ein postgraduate abschluß aufgebaut, der ein beliebiges anderes studium voraussetzt. Deswegen sehe ich es als vorteilhafter entweder vorher etwas anderes zu studieren, und dann mit einem J.D. abzuschließen, z.B. Wirtschaft oder international relations, je nachdem wo deine Interessen liegen, oder direkt einen Master in den USA zu machen. Im amerikanschen system Jura als under & post graduate zu studieren, macht daher imho weniger sinn.
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 06:00:33    Titel:

Von Tuebingen hab ich auch schon Positives gehoert. Nunja, ich denke, falls ich in Deutschland bleibe, werde ich trotzdem in Hd studiern. Hat auch viele Standortvorteile wie Naehe zu meinem Freundeskreis, schoene Stadt, motivierte Dozenten etc.

Du hast ganz richtig vermutet, dass ich vorhab, spaeter mal in eine Grosskanzlei einzusteigen.
Da ich mich auf diesem Feld nicht genuegend auskenne, kann ich dir zu NY als jur. Zentrum nicht widersprechen. Dennoch bin ich sicher, dass andere Staaten ebenso ihre eintraeglichen Faelle haben.

Das mit den Anwaelten, die das NY Exam abgelegt haben ist auch wieder begrenzt. Die Regelung scheint recht kompliziert zu sein. Was aber feststeht ist, dass man mit einem bestandenem Bar Exam keinesfalls ueberall praktizieren kann. Ich hab im Sommer '08 ein Praktikum bei ner Grosskanzlei in Dallas, Texas, gemacht und dort ist man bspw. staatsgebunden.
Dazu wikipedia:

Mandatory (integrated) bar

Thirty-four states require membership in the state's bar association to practice law there. This practice is called a having a Mandatory, Unified or Integrated Bar.

In Texas, for example, the "State Bar of Texas" is an agency of the judiciary and is under the administrative control of the Texas Supreme Court. See Tex. Gov't Code section 81.011. The State Bar of Texas is composed of those persons licensed to practice law in Texas, and each such person is required by law to join the State Bar by registering with the clerk of the Texas Supreme Court. See Tex. Gov’t Code section 81.051. See also State Bar of California.

Also mit einem LLB alleine, kann man in den USA leider wenig reissen. Ein LLM ist ebenfalls in der Mehrheit der Faelle nicht qualifizierend fuer den Eintritt in die Bar Association. Man braucht tatsaechlich in fast allen Staaten einen JD. LLMs sind eher fuer Jura-Professoren gedacht und Leute, die sich wirklich spezialisieren wollen. Die wenigsten Anwaelte in den USA besitzen einen LLM.

siehe wiki: General requirements for (bar) admission

In most situations, earn a Juris Doctor from a law school approved by that state (often, but not always, this means accredited by the American Bar Association); or, where permitted, participate in an approved Law Clerk program ("reading the law").

<-- dieses Law Clerk program gibts auch wieder nur in 4 Staaten.

und das ist nur eine von vielen Bedingungen. --> http://en.wikipedia.org/wiki/Admission_to_the_bar_in_the_United_States



Was deinen anderen Einwand angeht, der ist sehr hilfreich. Ich hab naemlich auch schon ueberlegt einfach irgendeinen interessanten Bachelor in Europa zu machen und dann einfach einen JD in den Staaten dranzuhaengen. Kann ich auch jedem empfehlen. Die Sache hat nur zwei Haken fuer mich:
1. Ein sehr erfolgreicher Anwalt in meinem Praktikumsplatz hat mir geraten zwei juristische Abschluesse zu machen, um sich vom Rest der Leute abzugrenzen.
Das scheint mir auch sehr einleuchtend, da ich von 3-4 Jahren zusaetzlichen Jura-Lernen sicher mehr mitnehmen kann als von einem nicht rechts-bezogenem Programm. Persoenlich wuerde ich aber sagen, dass man ruhig einen BWL oder IB Bachelor fuer den LLB substituieren koennte. Er hat selbst einen Bsc, JD und einen MBA.
2. Ich will einfach jetzt Jura studieren. Ich hab total Lust drauf und es ist genau das, was ich machen moechte. Sonst muesste ich drei Jahre warten und mit etwas anderem verbringen, was ich nicht so sehr will. Ich kann ja danach immer noch einen einjaehrigen LLM oder MBA oder was auch immer dranhaengen, wenn ich mich weiter profilieren will.

Aber das ist meine persoenliche, subjektive Meinung. Es gibt sicherlich viele Wege, die ans Ziel fuehren.
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 06:03:03    Titel:

was ich vergessen habe zu erwaehnen ist, dass ich bei UCL ja laws mit advanced studies belegen wuerde. ein kurs, der im 3. und 4. jahr noch das studium anderer faecher erlaubt. somit haette ich ein recht breites bildungsfeld.
Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 07:21:54    Titel:

Ne das mitm bar hab ich anders gemeint: Das NY Bar gilt natürlich auch nur für NY und keinen anderen staat.

Aber die amis haben grundsätzlich das Problem, dass kein Anwalt die zulassung in 51 staaten beantragt. Um dieses Dilemma zu lösen wird bei den meisten großen verfahren als gerichtsstandort New York gewählt. Erstens weil die New York Prozessordnung wohl mit einer der besten sein soll und zweitens eben weil die meisten juristen bei law firms in den USA eine NY bar admission haben.
Daher soll es für einen Juristen in ner großen law firm auch aus nur die NY Bar admission zu haben.

Ob es sich lohnt einen doppelten juristischen abschluß zu machen hängt natürlich auch stark von deiner späteren Jobvorstellung ab. Möchtest du z.B. verstärkt im internationalen recht oder rechtsvergleichung tätig werden, so ist sicherlich ein doppelstudium sinnvoll. Da allerdings das US Rechtssystem wie das von GB aufm angelsächsischen recht basiert sind die unterschiede nicht so gravierend dass sie imho ein doppelstudium rechtfertigen. Da würde sich imho dann doch ein Studium in Deutschland mehr lohnen weil du wirklich komplett unterschiedliche rechtssysteme erlernst und aus dem wissen aus beiden systemen später profitieren kannst.

Willst du dich dagegen auf wirtschaft spezialisieren, wirst du mittelfristig wohl nicht drumherumkommen eine wirtschaftliche zusatzausbildung zu machen, sei es als undergradiate, als llm oder MBA... denn hier sind wirklich tiefe kentnisse der wirtschaft gefragt die dir ohne einen wirtschaftsabschluß schlicht fehlen.

Egal wie du dich entscheidest, ich wünsch dir viel erfolg und halt mich aufm laufenden!


€: Hast mich neugierig gemacht, was hat es mit deiner entwicklungshelfer tätigkeit in südamerika auf sich? Was genau machst du da und wie bist du dazu gekommen?
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 18:38:49    Titel:

ah ok, das mit dem doppelten abschluss in angelsaechsischem recht macht natuerlich nur begrenzt sinn. werd mal sehen, was die profs dort dazu sagen.

klar, ich geb dir dann n update.

Smile also, ich mach einen Anderen Dienst im Ausland als zivildienstersatz in Paraguay. das ganze dauert ein jahr. ich persoenlich arbeite bei ner NGO in Asunción, die arme kinder mit instrumenten und musiklehrern versorgt, dass sie nicht die ganze zeit auf der strasse sind und auch ne sinnvolle beschaeftigung haben. wir gehen aber auch an schulen und organisieren viele projekte zum umweltschutz.
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 18:41:47    Titel:

ah sorry, hab die andere frage ueberlesen. also dazu gekommen bin ich, weil ich spanisch lernen wollte und ne komplett andere kultur kennen lernen wollte.

hab mich dann ueber weltwaerts bei verschiedenen organisationen beworben und hab dann ein angebot fuer paraguay angenommen.

und danke fuers erfolg wuenschen!
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 20:00:33    Titel:

ohne dass ich mich da jetzt wirklich genauer auskenne:
ist es nicht so, dass das englische und das us rechtssystem als common law rechtsordnungen sehr viel ähnlicher sind?

dann wäre es ja doch insofern praktischer in london zu studieren
(natürlich könnte man auch genau andersrum argumentieren)
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