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UCL vs. Uni Heidelberg
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> UCL vs. Uni Heidelberg
 
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Gregsen
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Anmeldungsdatum: 30.01.2006
Beiträge: 523

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 19:17:26    Titel:

respect, da haste aufjedenfall ne sehr gute wahl getroffen. Ich bereue selber dass ich kein FSJ im ausland abgeleistet habe, werd aber versuchen im rahmen meines refendariats später eine solche station einzulegen!

Ich würde mich da auch ggf. gerne mit paar Fragen an dich wenden. Kannst mir deine email per pn zukommen lassen? Danke!
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 20:33:55    Titel:

wie du schon sagst, Ronnan, das kommt ganz drauf an. ist ein vorteil an beiden standorten zu studieren, da man noch tiefer in die materie eindringen moechte bzw. mehr mit diesen rechtssystemen zu ueben.
allerdings ist das gb-system nochmal anders als das us-system, logischerweise. da ich ja nicht in dland praktizieren will, wuerde mir eine jur. ausbildung rein inhaltlich wenig weiterhelfen.

ich tendiere u.a. aber stark zur ucl, weil die career tutors sicherlich weiterhelfen koennen und ich mir auch mehr betreuung erhoffe als in Hd.

@gregsen. vielen dank und klar lass ich dir meine email zukommen.
acido
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Anmeldungsdatum: 14.07.2009
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 25 Jan 2010 - 22:48:04    Titel:

Am UCL hast du die Möglichkeit am LLB/JD Programm teilzunehmen. Natürlich ist es sehr schwer einen Platz zu bekommen (es werden nur 2 Stundenten pro Jahr zugelassen), aber die Chance besteht.

Die Columbia hat, soweit ich weiß, auch einen ausgezeichneten Ruf und du musst nur die UCL tuition fees bezahlen.

http://www.ucl.ac.uk/laws/prospective/undergraduate/llb_jd.shtml
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 26 Jan 2010 - 03:06:33    Titel:

hey acido! dein erster eintrag und dann auch noch fuer mein topic! das ehrt mich! Smile

also, davon hab ich schon gehoert. ich baue aber nicht darauf, da es wie du schon sagst, laecherlich selektiv ist. werds aber natuerlich versuchen. Columbia als ne ivy league ist auch eine hervorragende uni, gar keine frage. und waehrend ucl das auslandsstudium bei den studiengaengen in europa bezahlt, bildet das Joint Degree programm mit Col. leider eine Ausnahme. sie sprechen von "major financial implications". im klartext heisst das $56,000 pro jahr. aber die werde ich sowieso frueher oder spaeter hinblaettern muessen, wenn ich in die usa gehe. waer natuerlich super diesen JD abzuraeumen. wir werden sehen.
ManuelD
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Anmeldungsdatum: 22.04.2007
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 30 Jan 2010 - 13:17:20    Titel:

Wenn du später nicht in Deutschland praktizieren willst, darfst du auch auf keinen Fall Jura in Deutschland studieren:

1) Die Ausbildungszeiten sind zu lang. Gute US Absolventen machen mit 18-22 Jahren College, dann 3 Jahre JD und fangen mit 25-26 an in der Kanzlei zu arbeiten.
Du fängst hier wahrscheinlich mit 20 Jahren an und hast vielleicht mit 27 das 2. Staatsexamen.

2) Wegen kultureller Unterschiede ist UCL die deutlich bessere Uni als Heidelberg. Top20% Heidelberg ist in D schlechter als Top10% in Marburg/Hessen. USA/UK hingegen legen sehr viel Wert auf den ,,Prestige" einer Uni, etwas das wir in D kaum kennen.

3) Du bewegst dich auf einem viel breiteren Pfad. Es gibt bestimmt 20mal mehr Leute, die den Weg UK/USA gegangen sind, als Jura in Deutschland --> USA. Als Deutscher mit deutscher Ausbildung bist du für die Recruiter viel zu schwierig einzuschätzen.

Ich würde dir allerdings allgemein raten, nochmal genau über deine Prioritäten nachzudenken. In meinen Augen verfolgst du in deinem Leben momentan zwei Ziele:
a) Jura studieren und Anwalt werden
b) Später in den USA arbeiten.

Diese beiden Ziel lassen sich sehr schwer miteinander vereinbaren. Ich würde schätzen, die Chance, dass alles so läuft wie du es dir vorstellst, ist wahrscheinlich <1%. (Vorausgesetzt, du hast dort Verwandte/Greencard. Ohne das sind die Unwägbarkeiten viel schlimmer)

Die Lebensplanung darauf auszurichten halte ich für unsinnig - es ist ein schöner Traum, den man als Bonus in seine Planungen einbeziehen will.

Ich würde dir raten:
1) Willst du möglichst große Chancen in eine Großkanzlei zu kommen --> Studier in Deutschland an der Bucerius Law School

2) Willst du aus Deutschland auswandern + unbedingt Jura studieren (auch wenn du dein ganzes Leben in UK oder Asien praktizierst) --> UCL

3) Willst du später in den USA arbeiten --> Mach irgendeinen interessanten Bachelor, am besten natürlich direkt Ivy-League oder Oxbridge,LSE etc... Das langfristige Ziel sollte aber eher ein toller MBA und kein JD sein.

Übrigens kannst du mit einem UK-Bachelor von einer guten Uni in einem beliebigen Fach problemlos in UK (oder Asien) Anwalt werden. Vielen Kanzleien ist es sogar lieber, wenn man noch aus einem anderen Bereich Kenntnisse mitbringt. (Kannst nach "Solicitor" und "non-law degree" googlen)

Falls du es noch nicht kennst, kannst du mal die Websiten von DAJV (Deutsch-Amerikanische Juristenvereinigung) anschauen und Leute kontaktieren. Auch die Seiten der deutschen Botschaften bieten Listen mit deutschen Rechtsanwälten.
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 04 Feb 2010 - 17:51:26    Titel:

ManuelD,

zunaechst vielen Dank fuer deine ausfuehrliche Hilfestellung. Am besten ich gehe einzeln und chronologisch auf deine Beitraege ein.

Eine Sache moechte ich dich aber bitten: Bitte benutze keine absoluten Aussagen wie, dass man auf keinen Fall in Deutschland Jura studieren duerfe, wenn man im Ausland praktizieren wolle. Behauptungen wie diese sind nicht nur aeusserst subjektiv, sondern koennen juengere und orientierungslosere Mitglieder ernsthaft auf die falsche Faehrte bringen.
Ich kenne genug Karrieren, die sich so wie ich sie plane, mitunter sehr erfolgreich, entwickelt haben.

1) Ist offensichtlich und auch kein Problem, wenn man nicht ungeduldig ist. So oder so werde ich an die 30 sein bis ich praktiziere, ueber 40 bis ich Partner sein kann. Das ist ein Teil des Prozesses. Ich habe zwei Auslandsjahre gemacht, die mich zwar zeitlich zurueckwerfen, mir aber Kenntnisse, Qualifikationen, Kontakte und Faehigkeiten geben, die ich mir sonst nie haette traeumen lassen.

2) Insgesamt, denke ich auch, dass UCL mehr zu bieten hat als Hd. Woerter wie "besser" und "schlechter" sollten allerdings sehr vorsichtig verwendet werden. Wenn ueberhaupt koennte man sagen, dass UCL in meinem Fall eventuell geeigneter sein koennte.
Wenn du solche Behauptungen wie die mit HD und Marburg aufstellst, kannst du das vielleicht auch irgendwie belegen? Und was meinst du hier mit "schlechter"? Etwa, dass die Top 10% in Mb alle vergleichsweise hoehere Punktzahlen haben als ihre respektiven Konkurrenten von HD? Selbst, wenn dies der Wirklichkeit entspraeche, liegt HD bei den Arbeitgebern weit vorne. Persoenlich habe ich in keiner Studie bisher von den besonderen Leistungen der Marburger gehoert. Mir war nicht mal bewusst, dass es dort ueberhaupt eine Jurafakultaet gibt.

3) Jenes Kommentar kann ich nur auf dich zurueckwerfen. Die Recruiter koennten mich dann nicht einschaetzen? Es gibt nicht ohne Grund obligatorische Pre-Requisites wie den LSAT, Evaluationen, Personal Statements und oft auch Interviews, die dafuer sorgen, dass jeder Kanditat und seine Faehigkeiten genauestens analysiert und von allen moeglichen Seiten beleuchtet werden. Jaehrlich bewerben sich etliche Studenten aus aller Welt fuer Graduate und Postgraduate Degrees. Das ist Standard Procedure. Wenn ueberhaupt, dann gibt mir ein ungewoehnlicherer Ansatz mehr Chancen, da ich aus tausenden von Bewerbern heraussteche.

Deine restliche Argumentation gefaellt mir allerdings. Ich weiss nicht, ob du Jurist, Jurastudent oder einfach interessiert bist, aber wie du alles in moegliche Situationen aufteilst, hat etwas sehr Methodisches. Smile Gerade deshalb zieht mich die Rechtswissenschaft auch so an.
Allerdings machst du dabei auch viele Fehler, was ich dir aber nicht veruebeln kannst, da du mich ja nicht kennst.

Ich habe nicht entweder-oder vor. Ich habe genau beides vor. Und die Tatsache, dass du auf eine Wahrscheinlichkeit von <1% kommst, ist, bei allem Respekt, einfach nur willkuerlich.

Es stimmt, dass es sehr schwer ist, ein US-Arbeitsvisum zu bekommen. Allerdings weiss ich auch, dass der Arbeitgeber das alles fuer einen regelt, wenn man denn vielversprechend scheint und auch eine der Top Schools besucht und dort performt. Genau das habe ich auch vor. Sollte ich bei keiner guten Uni fuer einen JD angenommen werde, bleibe ich in Europa und mach hier meinen Weg. Ausserdem hab ich dort auch Verwandte.

Meine Frage ist jetzt aber: Kann man, wenn bei einer US-Kanzlei in Europa angenommen wird, dann spaeter in eines ihrer US-Bueros wechseln? Davon habe ich mal in einem britischen Forum gelesen. Meinungen?

So jetzt zu deinen Ratschlaegen (nochmal Danke fuers vorschlagen):

1) Halte ich fuer sehr einseitig und auch falsch. Es gibt genug andere, mindestens ebenso oder auch besser qualifizierende Institute, die den Weg in eine Grosskanzlei oeffnen. Gerade in Deutschland kommt es auch mehr auf die individuelle Leistung an als auf die Alma Mater. BLS hat momentan zwar den hoechsten Notendurchschnitt fuers 2 StEx, aber das heisst nicht, dass die anderen Schulen (etwa Freiburg, HD, Muenster, LMU etc.) keine Top-Leute hervorbringen. Und ich bin mir sicher, dass alle britischen G5's ausser Imperial (Oxford, UCL, Cambridge, LSE) mehr Tueren oeffnen als BLS. Wer nicht mal in den intl. Rankings auftaucht und auch erst seit knapp 10 Jahren besteht, ist nicht wirklich das Mass aller Dinge.

2) Viele UCl Law Graduates praktizieren welltweit, aber nicht unbedingt in Asien. Ausserdem hat Asien wieder ein ganz anderes Rechtssystem, dass ich dann auh wieder studieren muesste: von der Sprache ganz zu schweigen. Des Weiteren erinnere ich mich, erwaehnt zu haben, dass ich vorhabe in die USA zu gehen.

3) Erstens haette ich keine Zeit mehr mich fuer Studiengaenge ausserhalb Deutschlands zu bewerben. Zweitens lehne ich einen MBA auch nicht ab, aber mein Ziel heisst Jurist.

Es stimmt, dass man nach einem Bachelor Anwalt werden kann, aber problemlos und vor allem billig ist das sicherlich nicht. Des Weiteren haben Juristen, die diesen Weg waehlen kaum eine Chance bei den grossen Kanzleien, die "richtige" Jurastudenten von den G5s und mit einigen Jahren mehr Erfahrung bevorzugen.

Vielen Dank fuer den Tipp mit der DAJV. Ich nehme an, ich muesste erstmal Mitglied werden, um Infos von denen zu bekommen, aber ich werde mich mal bei einigen deutschen Rechtsanwaelten im englischsprachigen Ausland erkundigen! Smile
ManuelD
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Anmeldungsdatum: 22.04.2007
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2010 - 01:44:09    Titel:

Aus Zeitmangel will ich die Diskussion etwas vereinfachen: (Wir sind uns ohnehin in den entscheidungserheblichen Punkten einig)

Wenn du tatsächlich einen guten JD an einer guten Uni machst, hast du tolle Chancen in den USA als Anwalt zu praktizieren. Was und wo du vorher studiert hast, ist dann kaum relevant.

Allerdings bleibe ich dabei, dass die Chance geringer als 1% ist. Für Ivy-League muss man sogar als Amerikaner im LSAT unter den besten 1-2% landen und dann fangen bei dir erst die Visaprobleme, Finanzierung, komischer ausländischer Abschluss, Empfehlungsschreiben von unbekannten Profs etc... an.
Ich zumindest habe bisher noch keinen einzigen deutschen Lebenslauf mit JD in amerikanischer Großkanzlei gesehen. Die meisten Deutschen in den USA machen eher komplettes Jurastudium in D + LLM + Bar Exam und betreuen dann in kleineren Kanzlein deutsche Klienten oder machen sich selbständig.

Deine Überlegungen zielen darauf ab, die minimale JD-Chance zu maximieren. Dafür ist UCL wohl deutlich überlegen: kürzeres Studium, renommierter, gleiche Sprache + Rechtssystem.

Aber was passiert, wenn es mit dem JD nicht klappt? Du musst davon ausgehen, dass du mit einem UK-Abschluss in Deutschland nicht Anwalt werden wirst. Dann hast du die Wahl entweder in UK oder Asien (Hongkong = britisches Recht + banking hub) zu praktizieren, oder mit 3 Jahren Verzögerung ein deutsches Jurastudium zu beginnen.

Wenn das für dich kein großes Problem ist würde ich sagen: Go for it!
rOYAL.
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Anmeldungsdatum: 19.06.2008
Beiträge: 2093
Wohnort: Heidelberg

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2010 - 03:14:14    Titel:

ManuelD hat folgendes geschrieben:
Du musst davon ausgehen, dass du mit einem UK-Abschluss in Deutschland nicht Anwalt werden wirst.

Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde im Moment nur in ein Einwand:
Auf EU-Ebende ist heutzutage gerade in solchen Dingen extrem viel möglich. Alles was du brauchst ist ein Abschluss, der vergleichbar ist mit dem 2. StEx, plus eine Eignungsprüfung.
ManuelD
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Anmeldungsdatum: 22.04.2007
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 05 Feb 2010 - 09:57:27    Titel:

rOYAL. hat folgendes geschrieben:
ManuelD hat folgendes geschrieben:
Du musst davon ausgehen, dass du mit einem UK-Abschluss in Deutschland nicht Anwalt werden wirst.

Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde im Moment nur in ein Einwand:
Auf EU-Ebende ist heutzutage gerade in solchen Dingen extrem viel möglich. Alles was du brauchst ist ein Abschluss, der vergleichbar ist mit dem 2. StEx, plus eine Eignungsprüfung.


Ja, deswegen habe ich geschrieben "wirst" statt "kannst" Wink Im Moment gibt es 536 ausländische Rechtsanwälte bei 151.057 insgesamt, der Anteil ist also noch relativ gering. Außerdem will der Threadersteller nicht irgendwie Anwalt werden, sondern eine Großkanzlei-Karriere. Das kann ich mir derzeit in Deutschland ohne Staatsexamen etc. noch nicht besonders gut vorstellen.
NoName22
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Anmeldungsdatum: 29.09.2007
Beiträge: 69

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 20:47:56    Titel:

Ich möchte gerne einen Beitrag in die Diskussion einwerfen:

Als Jurist ist man grundsätzlich an seine Heimatrechtsordnung gebunden. Das muss man zwingend beachten. Überspitzt formuliert ist das Ziel "Jurist" zu werden im globalen Kontext nicht möglich. Man ist stets, dem Grundsatz nach, an eine Nation gebunden, also z. B. "deutscher Jurist". Das schließt nicht eine Tätigkeit, auch eine dauerhafte, im Ausland aus, dann auch dort kann man unter Umständen in seiner Heimatrechtsordnung arbeiten. Das Problem liegt in der Tatsache, dass sich sämtliche Rechtsordnungen auf der Welt unterscheiden. Die Unterschiede zwischen englischem und amerikanischem Recht sind teilweise immens. Der bloße Informationsvorsprung, sich bereits in einem vermeintlich ähnlichen Common-Law-System auszukennen darf nicht überschätzt werden. In den USA gibt es 50 eigenständige Rechtsordnungen! Der Teufel steckt im Detail:

Das deutsche Jurastudium dauert bis zum zweiten Staatsexamen, wenn man alles sehr zügig durchzieht mindestens sechs Jahre. In dieser Zeit wächst man in das Studium und die deutsche Rechtsordnung hinein. Es verfestigen sich Denkstrukturen und juristische Dogmatik. Recht ist auch Sprache. Recht lebt nur in einer, in "seiner" Sprache. Die Erfahrung in einem anderen Rechtssystem kann helfen, das eigene Recht aus einer neuen Perspektive zu betrachten, es zu hinterfragen, es sinnvoll zu ergänzen. Doch kann es auch vor Augen führen, wie sehr das eigene Denken bereits in der Heimatrechtsordnung fixiert ist. Verständnisprobleme sind allgegenwärtig. Konflikte vorprogrammiert. Die Ausbildung in der ausländischen Rechtsordnung selbst kann das Verständnis zwar verbessern. Die Konsequenz aber bleibt: Man ist stets einem „eingeborenen“ Juristen unterlegen. Dieses Problem darf man nicht unterschätzen.

Dass die berufliche Mobilität – auch von Anwälten – zugenommen hat, stimmt. Diese Tatsache ändert aber nichts an dem gefundenen Ergebnis. Im Ausland tätige Juristen praktizieren dort aus privaten Gründen, aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit oder geschäftlicher Beziehungen; nie aber aufgrund ihrer besonderen Expertise im ausländischen Recht. Rechtsvergleichend sei hier die Forschungstätigkeit, beispielsweise als Professor ausgenommen. Rechtsvergleichung hat aber nur eine geringe Bedeutung für Rechtsanwendung.

Aus diesen Überlegungen möchte ich folgenden Ratschlag ableiten, solltest Du in der High-End-Rechtsberatung Fuß fassen wollen: Entscheide Dich, in welchem Land Du später praktizieren möchtest und studiere dort – vom Grundstudium bis zur Anwaltszulassung, und zwar möglichst generell und den bestmöglichsten Noten. Internationale Einblicke (Auslandsaufenthalte, -praktika, -stationen, -semester, -abschlüsse) sind in diesem Rahmen gefordert. Zuletzt – und das gilt gleich wo auf der Welt Du studierst: lerne Englisch perfekt.
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