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UCL vs. Uni Heidelberg
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AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 03 März 2010 - 06:03:28    Titel:

@ noname22:

zunaechst mal danke fuer diesen ueberaus interessanten beitrag. diesen dogmatik-standpunkt hatte ich bisher noch nie in erwaegung gezogen, ist mir aber aufgrund von unerfahrenheit sowieso verschlossen gewesen, denke ich.

kurz zu deinem abschliessenden ratschlag.
du sagst ich solle in dem land mein studium beginnen, in dem ich spaeter praktizieren moechte. du weisst sicher, dass der JD ein terminal degree ist und ich daher zuvor zwingend etwas anderes studieren muesste. ein undergrad in den usa habe ich einerseits aus kostengruenden und andererseits aus interesse an einer europaeischen teilausbildung abgelehnt. nun muss ich ja zwingend in einem nicht-us land zuerst studieren.
du sagst, das system englands sei dennoch anders als das der usa. gehe ich also recht in der annahme, dass du ein nicht-recht degree vorschlaegst, da ich so kein anderes rechtssystem vor dem amerikanischen habe? oder kann ich aus deinem ratschlag "lern englisch perfekt" schliessen, dass du mir ucl empfehlen wuerdest?
ManuelD
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Anmeldungsdatum: 22.04.2007
Beiträge: 120

BeitragVerfasst am: 03 März 2010 - 12:12:34    Titel:

noname22 sagt viele richtige Dinge, aber diesem "Man ist stets einem „eingeborenen“ Juristen unterlegen." würde ich nicht zustimmen. Besonders brilliante Leute sind stets besser als durchschnittliche, völlig egal, was sie gelernt haben.

Meine Uni hat zB ein deutsch-französisches Doppeldiplom, bei dem man nach dem 4. Semester nach Paris geht, dann nach 3 Semestern das französische Examen schreibt. Vor ein paar Jahren gab es einen Studenten, der zu Beginn seines Jurastudiums noch kein Französisch sprach, trotzdem nach dem 3. Semester fürs Programm ausgewählt wurde und dann letztlich im französischen Examen sogar besser als alle Franzosen war... Der hatte dann aber auch im bayrischen Examen eine einstellige Platzziffer.

Es gibt ja auch viele Deutsche, die z.B. einen Steuerrechts-LLM machen und dann trotzdem das NY Bar Exam bestehen und es nicht als besonders schwierig empfinden.

Für die Pläne, die der Threadersteller hegt, muss er in Deutschland auf dem Niveau eines Landesbesten punkten. Für solche Leute ist die Ausbildung in einer fremden Rechtskultur ein völlig vernachlässigbarer Nachteil. Darauf seine Zukunft auszurichten, halte ich aber immer noch für Unsinn. Smile
NoName22
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Anmeldungsdatum: 29.09.2007
Beiträge: 69

BeitragVerfasst am: 03 März 2010 - 12:31:51    Titel:

Wenn Du Dir hinsichtlich der Zielsetzung, später in den USA zu arbeiten ganz sicher bist, würde ich Dir wohl in der Tat zu der UCL raten, anstatt in Heidelberg zu studieren. Und: "Ja", dies auch wegen der englischen Sprache.

Die Frage, ob Du aufgrund der Unterschiede in den Rechtssystemen vorher nicht lieber ein non-law subject für Deinen undergraduate Abschluss in England machst, ist schwer zu beantworten. Auf der einen Seite birgt gerade ein "ähnliches" Rechtssystem die Gefahr, bei bestimmten Fragen, z. B. aufgrund ähnlicher Begrifflichkeiten den Fehlschluss zu ziehen, es funktioniere hier genauso wie dort. Auf der anderen Seite könnte es für Dich eine Möglichkeit sein, noch einmal Deinen Entschluss zu überprüfen und gegebenenfalls zu verfestigen, überhaupt Jura zu studieren. Das Studium unterscheidet sich doch stark von der praktischen Tätigkeit!

Letztlich würde ich Dir persönlich, soweit ich Deine Situation beurteilen kann, im Hinblick auf interdisziplinäre Vorteile raten, ein non-law subject zu wählen. Recht braucht auch immer eine Materie in der es zum Tragen kommt. Verstehst Du diese Materie besser, hast Du einen anderen Zugang auch zum Recht. Solltest Du also später in einer Großkanzlei arbeiten wollen, die sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Wirtschafts- und Unternehmensrecht beschäftigt, würde ich fast soweit gehen, Dir zu raten, einen business undergraduate zu absolvieren. Aber auch economics oder international relations sind sicherlich nicht gänzlich fernliegend. Gegebenenfalls kannst Du ja auch die Möglichkeit, mehrere Fächer zu wählen.
NoName22
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Anmeldungsdatum: 29.09.2007
Beiträge: 69

BeitragVerfasst am: 03 März 2010 - 13:04:06    Titel:

@ ManuelD

Danke für Deine Kritik. Lass' mich Dir ein paar Bemerkungen entgegen werfen:

Insgesamt gilt es zu bedenken, dass man sich durch das Studium "brilliante" Kenntnisse über das Rechtssystem aneignen kann. Dennoch ist für eine erfolgreiche praktische Tätigkeit auch eine langjährige Erfahrung nötig. Allein aufgrund seiner Erfahrungen als praktizierender Anwalt ist auch ein durchschnittlicher Anwalt in einem Rechtsstreit einem brillianten Absolventen überlegen. Am Rande: Früher gab es insbesondere in den USA ausschließlich eine praktische Rechtsanwalts"ausbildung" ohne ein Studium! Denke Dir einmal das Referendariat weg, und versuche Dich nach dem 1. Staatsexamen gegenüber eine Anwaltskanzlei in einem Rechtsstreit zu behaupten...

Soweit ich weiß, besteht auch das französische Jurastudium aus mehreren Examina, sodass es nach drei Semestern Studium sicherlich noch das ein oder andere Ausbildungsprogramm gibt, bevor man als französischer Anwalt tätig sein darf. Und selbst danach ist man noch ein Unerfahrener Anfänger. Absolviert der ursprünglich deutsche Student diese auch noch und wird in Frankfreich Anwalt, ist ja französisches Recht seine Heimatrechtsordnung, denn vier Semester deutsches Recht werden ihn nicht allzu sehr geprägt haben. Und trotzdem wird er als französischer "Wunsch-"Jurist in manchen Fragestellungen einem eingeborenen französischen Juristen sprachlich, argumentativ oder vom Verständnis speziell französischer Hintergründe unterlegen sein.

Gerade das Bar Exam in den USA ist ein Multiple Choice Test, der in der Tat "nicht besonders schwierig" sein mag. Ebenso gering ist allerdings seine Aussagekraft über die juristischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Das Problem ist, dass ohne die amerikanische Anwaltszulassung ein deutscher Anwalt in den USA auch keine Rechtsberatung über deutsches Recht leisten darf (umgekehrt ist es genau so!). Deswegen gibt es die Möglichkeit für ausländische Absolventen, durch einen LL.M. dort die Anwaltszulassung zu erlangen.

Leider habe ich keine Zeit mehr, mich weiterhin an der auch für mich persönlich interessanten Diskussion zu beteiligen. Ich denke, ich habe meine Sichtweise, die auch aus meinen bisher gewonnenen Erfahrungen erlangt habe, kommuniziert. Für den Threadsteller alles Gute!
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 03 März 2010 - 19:31:27    Titel:

@ Manuel:

ich denke, dass ich immer noch nicht verstanden habe, warum du einen berufsweg in den usa fuer so unwahrscheinlich haelst. etwa, weil es so schwer sein soll in eine gute schule dort zu kommen? denn das ist neben den entsprechenden leistungen die wichtigste voraussetzung fuer einen guten job dort.
JuraHD2010
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Anmeldungsdatum: 10.03.2010
Beiträge: 500

BeitragVerfasst am: 10 März 2010 - 19:48:17    Titel:

Es ist ja grundsätzlich schon mal lobenswert, sich Gedanken zu machen, was man später erreichen möchte.

Nur warne ich davor, es in der Hinsicht zu übertreiben. Insbesondere kann es mMn gefährlich sein, sich auf einen "Weg" zu versteifen. Es gibt einfach Sachen im Leben, die man nicht einkalkulieren kann. Grade die Wege, die schon als reine Blaupause steinig, schwer und - bei aller Liebe - kaum zu realisieren sind, werden bei auftretenden anderen Schwierigkeiten zum Vabanque-Spiel gegen sich selbst. Auf wenn jemand mal gesagt hat "Ich habe mein ganzes Leben lang Vabanque gespielt" (anyone?^^), würde ich es keinem raten.

Und außerdem: Egal, was man bisher an der Schule geleistet hat. Egal, was man für ein Überflieger in seinen Leistungskursen war. Egal, wie niedrig die Zahl nach dem "1," war. Rechne damit, dass von deiner Sorte an jeder Uni, die du erwähnt hast, Dutzende im eigenen Semester rumschwirren.

Wenn du dann im Gegenzug von Ivy-league-colleges, JD-Programmen in den Staaten, etc. sprichst, klingt das für mich erstmal - sit venia verbo - utopisch. Ich kenne dich nicht, nehme aber mal an, dass du ein ganz guter Schüler warst, bzw. zumindest was auf dem Kasten hast. Sonst würdest du dir nicht einen solchen "Großkanzleien"-Weg zurechtlegen. Nun wie gesagt, solche Leute gibt es wie Sand am Meer. Schon an den ganz piefigen deutschen Staatsexamina-Unis. Vielleicht rückt das ein bisschen die Dimensionen zurecht.

Auch in der Gefahr, dass ich total falsch liege, nehme ich nach allgemeinen Wahrscheinlichkeitsgrundsätzen einfach mal an, dass du nicht der totale Überflieger bist, der alle Juristen der letzten 5 Jahre in die Tasche steckt. Deshalb wäre es vielleicht ganz gut, wenn du erstmal an einer deutschen Uni anfängst. Komm doch nach Heidelberg, hier ist es wirklich angenehm und auch ganz nett fordernd:)
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 11 März 2010 - 02:08:09    Titel:

hey, danke fuer deinen beitrag.
seit wann bist du in Hd? oder faengste dieses semester an?

ich finde, mein "weg" wird generell als zu steif ausgelegt. ich persoenlich habe keine grossen zweifel, dass ich in den usa taetig werden kann. die einzige kunst wird darin bestehen einen job meines gustos zu finden, was hervorragende leistungen voraussetzen wird. warum sollte es ein problem sein einen JD zu erlangen. nur wenn ich mich auf ein paar wenige unis festlege, kann es schwer werden, aber sollte ich daran scheitern gibt es noch genug alternativen.

ich denke, du hast recht, dass es immer ein paar mit sehr guten noten in den meisten deutschen unis gibt. aber das allein setzt ja noch nicht unbedingt juistisches talent voraus. dieses argument kann natuerlich jetzt auch gegen mich benutzt werden, allerdings bin ich der ansicht, dass ich mich durchaus hervortun kann, auch wenn es sicher immer bessere geben kann und wird.

ferner ist ja auch bekannt, dass der markt in deutschland mehr als gesaettigt ist und man nicht eine karriere in den usa heranziehen muss, um von problemen bei der jobsuche sprechen.
JuraHD2010
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Anmeldungsdatum: 10.03.2010
Beiträge: 500

BeitragVerfasst am: 11 März 2010 - 02:28:45    Titel:

Ich bin im dritten Semester, also auch grade erst angefangen;) So kommt es mir zumindest vor.

Dein Selbstbewusstsein in allen Ehren, aber solange du noch keine juristischen Klausuren, Hausarbeiten etc. geschrieben hast, ist das alles Schall und Rauch. Ich möchte damit nicht sagen, dass du ein Jurastudium nicht schaffen wirst. Aber genug sehr gute Leute haben in den ersten Semestern erst einmal gut damit zu tun, sich in die juristische Denkweise einzufinden. Nicht viele frühere Überflieger finden sich auf mittelmäßigem Niveau wieder (natürlich gibt es auch die umgekehrten Fälle).

Will sagen: Es wird so schon kompliziert genug. Wenn man diszipliniert am Ball bleibt ist es zwar gut schaffbar. Sich neben dem eigenen Anspruch, in allen Rechtsgebieten gute Leistungen zu bringen, noch die zusätzliche Hürde einer fremden Rechtsordnung, eines fremden Landes und einer fremden Kultur - mit allen Komplikationen, die das mit sich zieht - zuzumuten, wäre mir zu Beginn des Jurastudiums zu viel gewesen.
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 11 März 2010 - 02:41:49    Titel:

Vieles, was du sagst hat sicherlich Hand und Fuss.

Der letzte Teil ist aber insofern nicht ganz stimmig, da mir ja anfangs JEDE Rechtsordnung fremd ist, die amerikanische Kultur, Sprache und Land aber hingegen nicht.

Da ich ja dann auch moeglicherweise in England beginnen wuerde, das ja auch Common Law verwendet, waere der Wechsel zu den USA dann nicht mehr allzu gross.
JuraHD2010
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Anmeldungsdatum: 10.03.2010
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BeitragVerfasst am: 11 März 2010 - 02:49:04    Titel:

Jura hat seine eigene Sprache. Ein beträchtlicher Teil der ersten Monate im Jurastudium wird wohl oder übel auch damit verbracht, sich an einen ganz eigenen Duktus zu gewöhnen - in der eigenen Muttersprache wohlgemerkt.

Daher ist es ganz gleich, wie gut du Englisch sprechen magst. Wenn selbst Muttersprachler vor neue sprachliche Barrieren gestellt werden, gilt dies für einen non-native speaker doppelt und dreifach.
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