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Clarice Senior Member


Anmeldungsdatum: 24.07.2007 Beiträge: 592
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Verfasst am: 01 Feb 2010 - 19:27:53 Titel: Unilaufbahn - wirklich so schwierig? |
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Immer wieder liest oder hört man es - Professor an der Uni zu werden (besonders in der Sozial- oder Geisteswissenschaft) sei fast unmöglich, nur jeder hundertste würde es schaffen.
Abgesehen davon scheint der Mittelbau von der Hand im Mund zu leben und die meisten Dozenten lehren eh für lau. Entspricht das der Wahrheit, dass es nur für Professoren rentabel ist an der Uni zu sein? Ich möchte ggf. noch promovieren, aber nicht unbedingt Professorin werden, da ich noch andere berufliche Interessen habe.
Falls es hier noch andere angehende Soziologen gibt, welche Pläne habt ihr nach dem Studium? |
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Hewp Full Member


Anmeldungsdatum: 29.07.2008 Beiträge: 450
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Verfasst am: 01 Feb 2010 - 21:39:57 Titel: Re: Unilaufbahn - wirklich so schwierig? |
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| Clarice hat folgendes geschrieben: |
Immer wieder liest oder hört man es - Professor an der Uni zu werden (besonders in der Sozial- oder Geisteswissenschaft) sei fast unmöglich, nur jeder hundertste würde es schaffen.
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Es sind mit Sicherheit sogar deutlich weniger. Aber da wird es doch sicherlich Statistiken geben?
| Zitat: |
| Abgesehen davon scheint der Mittelbau von der Hand im Mund zu leben und die meisten Dozenten lehren eh für lau. Entspricht das der Wahrheit, dass es nur für Professoren rentabel ist an der Uni zu sein? |
Das ist tatsächlich so, kann ich auch so sagen, weil ich ein paar Jahre als Hilfskraft gearbeitet und einige Einblicke bekommen habe.
Uni ist "rentabel" für Profs UND Beamte, sprich - wenn du Lehramt studiert hast, verbeamtet bist, und dann an der Uni lehrst, verdienst du auch ganz ordentlich. Sonst sieht es im geisteswissenschaftlichen(!) Bereich ziemlich ziemlich mau aus.
| Zitat: |
Ich möchte ggf. noch promovieren, aber nicht unbedingt Professorin werden, da ich noch andere berufliche Interessen habe. |
Eine Promotion ist doch nie verkehrt, wenn man das nötige Interesse und den nötigen Elan mitbringt, seine Gehalts- und allgemeinen Jobaussichten in der Wirtschaft verbessert man damit als GeWi allemal... |
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norbertino Full Member


Anmeldungsdatum: 14.04.2007 Beiträge: 113
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Verfasst am: 01 Feb 2010 - 21:57:06 Titel: |
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| Keine Ahnung wie es in den Geisteswissenschaften aussieht, aber an meiner Uni werden normale Wissenschaftliche Mitarbeiter (ohne Promotion) mit TvÖD 13 eingestellt - von der Hand in den Mund ist was GANZ anderes. Da würden einige Leute sich ein Bein für ausreißen. |
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Hewp Full Member


Anmeldungsdatum: 29.07.2008 Beiträge: 450
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Verfasst am: 01 Feb 2010 - 22:07:00 Titel: |
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| norbertino hat folgendes geschrieben: |
| Keine Ahnung wie es in den Geisteswissenschaften aussieht, aber an meiner Uni werden normale Wissenschaftliche Mitarbeiter (ohne Promotion) mit TvÖD 13 eingestellt - von der Hand in den Mund ist was GANZ anderes. Da würden einige Leute sich ein Bein für ausreißen. |
Im geisteswissenschaftlichen Bereich arbeiten manche Mitarbeiter sogar fast kostenlos (und ich spreche hier von einer der offiziellen Elite-Unis)...
Das das mit Sicherheit nicht auf jeden Lehrstuhl jeder Uni in ganz Deutschland zutrifft, ist mir klar.
Abgesehen davon glaube ich sehr wohl, dass Juristen, BWLer & Co. sicherlich besser bezahlt werden. In den geisteswissenschaftlichen Fächern allerdings werden Stellen gekürzt ohne Ende und die meisten Leute sind hier froh, wenn sie überhaupt an der Uni arbeiten können (was ich persönlich nicht nachvollziehen kann, aber jedem das Seine - vermutlich wirds daran liegen, dass GeWis da zumindest nicht fachfremd arbeiten müssen). |
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maîtresse_de_Louis XV Senior Member


Anmeldungsdatum: 01.07.2007 Beiträge: 801 Wohnort: Versailles
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Verfasst am: 01 Feb 2010 - 22:42:37 Titel: |
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Sicherlich wird nicht jeder Professor - aber die meisten, die ich kenne, wollen das gar nicht...sondern wollen so bald wie möglich Geld verdienen...
Ich denke mal...um Professor zu werden, muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein...aber bis zu einer Halbtagsstelle, die tariflich bezahlt wird, kann man es im geisteswissenschaftlichen Bereich schon bringen.
Und wieder mal zur Diskussion, dass nur die Geisteswissenschaftler für sehr wenig Geld sehr viel arbeiten...das ist Unsinn. Ein Biologe erklärte mir kürzlich, dass das in diesem Institut nicht anders sei...und was heißt für lau? Sicherlich verdient man in der Wirtschaft mehr, aber ein 1-Euro-Job ist Uni-Dozent auch nicht gerade... Zumal die Arbeit an der Uni ja letztlich auf eine Professur o.ä. hinführen soll, d.h. die Uni ist Sprungbrett, nicht Ziel...das sollte man immer bedenken und vielleicht mal ein paar Jahre für wenig Geld hart arbeiten. Zumal man ja nebenbei promoviert...wo will man das sonst machen? Da muss man ja wohl in den sauren Apfel beißen... _________________ Vive la France! |
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maîtresse_de_Louis XV Senior Member


Anmeldungsdatum: 01.07.2007 Beiträge: 801 Wohnort: Versailles
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Verfasst am: 01 Feb 2010 - 22:44:10 Titel: |
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| norbertino hat folgendes geschrieben: |
| Keine Ahnung wie es in den Geisteswissenschaften aussieht, aber an meiner Uni werden normale Wissenschaftliche Mitarbeiter (ohne Promotion) mit TvÖD 13 eingestellt - von der Hand in den Mund ist was GANZ anderes. Da würden einige Leute sich ein Bein für ausreißen. |
Das ist in den Geisteswissenschaften nicht anders. Die Uni kann dem einen nicht mehr oder weniger zahlen als dem anderen, der die gleiche Arbeit leistet nur in einem anderen Bereich...
Aber hier werden die Geisteswissenschaften gerne mal schlecht gemacht...ist ja nix Neues.  _________________ Vive la France! |
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cyrix42 Valued Contributor


 Anmeldungsdatum: 14.08.2006 Beiträge: 22669
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Verfasst am: 01 Feb 2010 - 23:00:42 Titel: |
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Wird auch erwähnt, dass man maximal 6 Jahre ohne Promotion und insgesamt maximal 12 Jahre lang befristet an den Hochschulen beschäftigt werden darf und es neben den Professuren kaum sonstige Festangestellte gibt?
Cyrix _________________ Die Wurzel
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Brand-Ing Senior Member


 Anmeldungsdatum: 07.11.2008 Beiträge: 3086
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Verfasst am: 01 Feb 2010 - 23:06:45 Titel: |
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| Und, dass man sich speziell als Doktorand eine solche TvÖD13-Stelle gerne mal mit bis zu 3 Anderen teilt ? |
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wasp Senior Member


Anmeldungsdatum: 13.01.2007 Beiträge: 2573
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Verfasst am: 01 Feb 2010 - 23:19:06 Titel: |
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Letzte Woch kam im DEutshclandfunk eine Reportage über das Thema. Da ging es spezieller um die TU Berlin, die wohl um die 160 Dozenten hat, die kaum was verdienen.
Dort wurde gesagt, dass diese Dozentenstellen eigentlich eingeführt wurden, damit LEute aus der Wirtschaft an den Hochschulen nebenbei lehren. Bei den Geisteswissenschaften sieht es aber wohl eher so aus, dass die Leute das überwiegend Hauptberuflich machen.
Genauer ging es um einen GeWi, der auch schon habilitiert hat und jetzt seit vielen Jahren darauf wartet, dass er mal als Professor arbeiten kann.
Aber diese schlecht bezahlten Dozenten wollen jetzt wohl dagegen angehen. Vielleicht gibt es auf der Seite des Deutschlandfunkes ja nen Mitschnitt oder Text dazu. |
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Hewp Full Member


Anmeldungsdatum: 29.07.2008 Beiträge: 450
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Verfasst am: 02 Feb 2010 - 22:55:38 Titel: |
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| cyrix42 hat folgendes geschrieben: |
Wird auch erwähnt, dass man maximal 6 Jahre ohne Promotion und insgesamt maximal 12 Jahre lang befristet an den Hochschulen beschäftigt werden darf und es neben den Professuren kaum sonstige Festangestellte gibt?
Cyrix |
Das is der Punkt, bei uns am Institut ist es genau so.
| Zitat: |
| Und, dass man sich speziell als Doktorand eine solche TvÖD13-Stelle gerne mal mit bis zu 3 Anderen teilt ? |
So siehts aus...
Klar, festangestellte Mitarbeiter verdienen in den Geisteswissenschaften schon "normal" - nur gibts eben immer weniger feste Stellen. |
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Lamasshu Moderator


Anmeldungsdatum: 23.12.2005 Beiträge: 3357
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Verfasst am: 02 Feb 2010 - 23:21:58 Titel: |
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Das Schöne am Hochschulbetrieb ist doch gerade das Egalitäre. Gleich ob Byzantinist, Ökonometriker oder Maschinenbauingenieur, der TVÖD (bzw. ehemals der BAT) führt zusammen, was der Arbeitsmarkt vor der Tür der Hochschule wieder trennt.
Die Entlohnung ist damit in Grenzen standardisiert, zumindest falls tatsächlich eine 100%-Stelle zur Disposition stehen sollte. Jedoch sind die Bewerberrelationen völlig andere. Selbst in (natur- und ingenieurswissenschaftlichen) Exzellenzclustern gibt es inzwischen Weisungen an die Drittmitteleinwerber, keine an Personal gebundene Mittel mehr zu akquirieren - es finden sich dafür mitunter schlicht keine geeigneten Bewerber, da die Privatwirtschaft monetär und manchmal sogar forschungsbezogen bessere Perspektiven bietet. Das ist in der Hochschullandschaft aber nun eben nicht die Regeln, gerade in den Geisteswissenschaften ist die Konkurrenz mangels beruflicher Alternativen (mit einem ähnlichen Einkommen) gewaltig.
Festanstellungen an der Universität sind, wie Cyrix42 ja auch gesagt hat, relativ spärlich. Unterhalb des Lehrstuhlinhabers ist hier insbesondere der Akademische Rat (zumeist TVÖD 13 bzw. A13) zu nennen. Aber auch (Nachwuchs-)Gruppenleiter oder Oberingenieure sind hier zu nennen, oft eben auch mit TVÖD 14, was für den promovierten Wissenschaftler "eigentlich" die Regel sein sollte.
"Dozenten" werden meines Wissens - Ausnahmen mag es geben - überwiegend sehr schlecht oder auch gar nicht bezahlt. Besonders die Privatdozenten (PD) als Anwärter auf Lehrstühle arbeiten an vielen Universitäten umsonst. Andere werden nach SWS bezahlt, wovon die wenigstens allerdings leben können, da an den meisten Hochschulen nicht beliebig viele SWS belegt werden können. Es gibt mitunter Landes(?)regelungen, die ab einer gewissen SWS nämlich eine sozialversicherungspflichtige Anstellung anstelle eines Werkvertrages vorschreiben.
Die Folge ist, dass wir besonders an geistes-, kultur- und (bedingt) sozialwissenschaftlichen Instituten gelegentlich eine recht große Anzahl an Mitarbeitern in sehr prekären Verhältnissen finden. Besonders schockiert haben mich immer Einzelfälle, in denen es sich um in ihrer Disziplin sehr reputationsstarke Persönlichkeiten handelte, die als Privatdozenten vollständig auf das Einkommen des Partners oder der Honorararbeiten angewiesen waren. |
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erdbeere_ Senior Member


Anmeldungsdatum: 01.07.2008 Beiträge: 1357
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Verfasst am: 02 Feb 2010 - 23:50:09 Titel: |
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eine Promotion ist nie verkehrt, allerdings sollte man gerade in den Geisteswissenschaften schon SEHR genau hinschauen worauf man sich da einlässt und speziell AUF WEN. es gibt lehrstühle, bei denen die doktoranden generell in 4 jahren durch die promotion kommen, dann gibts da aber auch doktorväter, die gerne mal 7-8 jahre pro doktoranden veranschlagen (und nicht immer kann man das als doktorand selbst vorantreiben, oft ist man dem doktorvater auf gedeih und verderb ausgeliefert).
grundsätzlich muss man dann auch noch die finanzen klären, gerade als geisteswissenschaftler wird man durchaus für 10stunden/woche bezahlt, "darf" aber vollzeit arbeiten ...
sicherlich kann man eine unistelle im blick haben, allerdings sollte plan B immer vorliegen, denn entweder ist man unglaublich gut (dann bekommt man oft auch im ausland eine professorenstelle) oder man hat viel glück. |
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