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Unterschiede zw. Master of Law und Jura?
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Elijah
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Anmeldungsdatum: 25.03.2005
Beiträge: 752

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2010 - 16:28:19    Titel:

John1985 hat folgendes geschrieben:
und was würde der master mir eröffnen, und zwar im gegensatz zum bachelor?


So gut wie nichts(in der freien Wirtschaft)... außer:

- der Master(LLM) berechtigt zum Einstieg in den höheren Dienst(wenn akkreditiert)
- der Master(LLM) wird dir zusätzliches Wissen bringen und eventuell deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen
- die Promotion steht dir dann offen...
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2010 - 18:28:08    Titel:

LLM Programme in Deutschland sind in erster Linie auf Leute mit Staatsexamen zugeschnitten. FH-Absolventen erfüllen die Zugangsvoraussetzungen grds. auch, oftmals gibt es aber eine Mindestnote (obere 10 % der FH Jahrgangs). Für die Leute mit Staatsexamen ist das nicht viel anders (entweder vb oder b als Zugangsvoraussetzung). Von daher muss man einfach die Gefahr sehen, dass man nach dem LLB unter Umständen zu keinem guten LLM zugelassen wird. Die LLM ohne Zugangsvoraussetzungen (Hagen) ermöglichen keine echte Spezialisierung. Speziell in Hagen wird, soweit das für mich aus der Studienbeschreibung hervorgeht, in erster Linie versucht eine Einführung in die praktische Rechtsanwendung zu geben (Prozessrecht). Man ist dann aber immer noch nicht Volljurist.

Der LLM berechtigt nicht zum Einstieg in den höheren Dienst. Voraussetzung für den höheren Dienst ist der Abschluss eines 2-jährigen Vorbereitungsdienstes. Der juristische Vorbereitungsdient (Referendariat) steht LLB/LLM Absolventen ohne 1. Staatsexamen nicht offen. In Betracht kommt daher nur der allg. höhere Verwaltungsdienst. Den Zugang dafür hat man mit unterschiedlichen Studienabschlüssen aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften etc. Ein rechtswissenschaftliches Studium reicht nicht aus. Von daher stellt sich die Frage, ob der LLB im Einzelfall die Voraussetzungen erfüllt, also einen entsprechenden wirtschaftwissenschaftlichen oder sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt hat. In aller Regel dürfte das nicht der Fall sein. Der LLM ändert daran dann nichts. Das ergibt sich so aus meinen Recherchen für den höheren Dienst in NRW. Ob das in anderen Ländern und im Bund gleich ist, vermag ich nicht zu sagen, nehme es aber an.

Dass der LLM zur Promotion berechtigt, ist mir neu. Es kommt auf die Promotionsordnung der einzelnen Fakultät an. Grds. sollte auch der LLB zur Promotion berechtigen (auch an einer Uni). Voraussetzung wiederum ist, dass man zu den besten 10 oder 20 % seines Jahrganges gehört.

Wenn man die Berufsaussichten mit einem LLB Abschluss beurteilen will, so muss man einfach realistisch sein:

Großkanzleien stellen nur vereinzelt LLB Absolventen ein, Aufstiegschancen im juristischen Bereich nicht vorhanden.

Unternehmen: Rechtsabteilung nur als Sachbearbeiter, allg. Management auch eher Volljuristen

Verwaltung: keine großen Aufstiegschancen

Als richtig gut kann man die Aussichten bei WP- und Steuerberatungsgesellschaften bezeichnen. Da werden dann aber wiederum nur überdurchschnittliche Absolventen eingestellt.

Der LLB hat sicherlich seine Daseinsberechtigung und kann eine sehr gute Qualifikation darstellen. Man verbaut sich nur sehr frühzeitig viele Alternative, die einem bei einem Jurastudium offen stehen. Von daher kann der Rat eigentlich nur sein, Jura zu studieren, wenn man irgendwie nachher als Jurist arbeiten will. Ansonsten sollte man es bei einem klassischen wirtschaftswissenschaftlichen Studium belassen. Dort werden dann auch grundlegende Rechtskenntnisse vermittelt. Die reichen dann nachher zumindest aus um zu erkennen, wo Beratungsbedarf besteht.

Generell kann man sagen, dass die Berufsaussichten sowohl für LLB als auch für Jura-Absolventen schlecht sind, wenn man nicht zu dem oberen Drittel gehört. Und fast keiner kann sich sicher sein nachher wirklich zu den Glücklichen zu gehören.
Elijah
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Anmeldungsdatum: 25.03.2005
Beiträge: 752

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2010 - 19:40:33    Titel:

pe hat folgendes geschrieben:


Generell kann man sagen, dass die Berufsaussichten sowohl für LLB als auch für Jura-Absolventen schlecht sind, wenn man nicht zu dem oberen Drittel gehört. Und fast keiner kann sich sicher sein nachher wirklich zu den Glücklichen zu gehören.


LLM

Unabhängig vom Jurastudium (Rechtswissenschaften) gibt es an Fachhochschulen und Universitäten, z. B. der HWR Berlin oder der Fernuniversität Hagen den Studiengang Recht; Abschluss: Master of Laws (LL. M.))[3][4], sowie den Studiengang Öffentliches Management an der Universität Kassel[5] (Online-Studium) und seit Sommersemester 2008 an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin[6] (Online-Studium mit Präsenzanteilen); Abschluss: Master of Public Administration (MPA). Sie führen zum Erwerb der Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst (nichttechnischer allgemeiner Verwaltungsdienst, der den größten Teil des höheren Dienstes beinhaltet)...

- Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst!

Wie geschrieben, wer juristisch tätig sein möchte sollte Jura auf Staatsexamen studieren.

Ich bin auch der Meinung das man sich mit einem LLB/LLM viel verschließt... dennoch ist er meines Wissens nach bei

- Unternehmensberatungen
- Verwaltungen
- Versicherungen
- Vereinen und Verbänden

gern gesehen. Auch kann die Ausrichtung ein Vorteil sein(wenn richtige Abteilung) wenn man z. B. in eine Personalabteilung(Arbeitsrecht etc.) oder in den Verkauf(Vertragsgestaltung etc.) möchte...

Ich denke weiterhin das man keine generelle Aussage über ein LLB/LLM Studium machen kann ohne den Inhalt zu betrachten(anders als bei einem Studium auf Staatsexamen).
Die Studiengänge unterscheiden sich je nach Hochschule sehr stark...
Der LLM meines Mitbewohners hat ein ganz anderen Profil als der meines Bekannten. Während der eine Studiengang nur rechtswissenschaftliche Themen beinhaltet, ist der andere mehr auf betriebswirtschaftliche Gebiete fokussiert.

Es kommt auf die Inhalte an!

Ich bin auch nicht der Meinung das man Wirtschaftsrecht(nur rechtlich ausgelegt) studieren sollte... aber ein Mix aus Wirtschaft/Recht ist unter Umständen brauchbar(gerade an Schnittstellen). Der Wirtschaftsingenieur wird ja auch benötigt(siehe Nachfrage)...
AnwaltInSpe
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Anmeldungsdatum: 24.01.2010
Beiträge: 275

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2010 - 20:14:17    Titel:

pe hat folgendes geschrieben:


Dass der LLM zur Promotion berechtigt, ist mir neu. Es kommt auf die Promotionsordnung der einzelnen Fakultät an. Grds. sollte auch der LLB zur Promotion berechtigen (auch an einer Uni). Voraussetzung wiederum ist, dass man zu den besten 10 oder 20 % seines Jahrganges gehört.


Das kann ich bestaetigen; zumindest fuer das Land Baden-Wuerttemberg. Die Zugangsvoraussetzungen um an einer juristischen Fakultaet promovieren zu koennen, sind unter anderem Latinum, mindestens zwei Semester an der respektiven Universitaet und ein Vollbefriedigend (vll vereinzelt auch weniger) im 1. oder 2. Staatsexamen. Es heisst manchmal, dass Ausnahmen fuer vergleichbare Leistungen gemacht werden koennen, aber ich bezweifle, dass das fuer das StEx., sondern eher das Latinum gilt.
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2010 - 20:30:44    Titel:

Gem. § 5 Abs. 1 Prüfungsordnung für den Masterstudiengang Öffentliches Management/Public Administration des
Fachbereiches Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel vom 10. Januar 2007 dürfte ein LLB Absolvent die Zulassungsvoraussetzungen in der Regel nicht erfüllen. Die LLB haben in der Regel keinen verwaltungswissenschaftlichen Schwerpunkt.

Aber auch nach Erwerb des MPA hast du noch nicht die Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst (nichttechnischer allgemeiner Verwaltungsdienst) erworben. Du kannst dann nur in einen zweijährifen Vorbereitungsdienst eintreten. Wenn du da die Abschlussprüfung bestehst, hast du die Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst erworben, vgl. Bspw. § 10 LBG NRW.

Ich glaube nicht, dass du mit einem LLM Abschluss grds. die Voraussetzungen für den höheren nichttechnischen allgemeinen Verwaltungsdienst erfüllst. Gem. § 36 LVO NRW erfüllt ein Master grds. die Voraussetzungen für den Eintritt in den Vorbereitungsdienst wenn es sich um ein geeignetes Studium handelt. Beim MPA ist das der Fall, beim LLM wohl eher nicht, weil es keinen verwaltungswissenschaftlichen Schwerpunkt hat. Nur wenn der LLM das Verwaltungsrecht zum Gegenstand hat, würde ich eine Geeignetheit bejahen. Die Voraussetzungen für den juristischen Vorbereitungsdienst erfült der LLM nicht, § 30 JAG NRW.

Nach meiner Vorstellung betreffen die von dir beschriebenen Stellen in erster Linie Sachbearbeitertätigkeiten die sonst größtenteils von Nichtakademikern besetzt werden. Muss nichts schlechtes sein, sollte man sich nur bewusst sein
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2010 - 20:35:59    Titel:

AnwaltInSpe hat folgendes geschrieben:

Das kann ich bestaetigen; zumindest fuer das Land Baden-Wuerttemberg. Die Zugangsvoraussetzungen um an einer juristischen Fakultaet promovieren zu koennen, sind unter anderem Latinum, mindestens zwei Semester an der respektiven Universitaet und ein Vollbefriedigend (vll vereinzelt auch weniger) im 1. oder 2. Staatsexamen


Die Promotionsvoraussetzungen können wohl nicht durch Landesrecht geregelt werden. Es dürfte wahrscheinlich eher in den Promotionsordnungen der Fakultäten stehen Wink

Latinum als Promotionsvoraussetzung dürfte die absolute Ausnahme sein. Bei den aller meisten Fakultäten braucht man es nicht für die Annahme zur Promotion. Eigentlich schade,.......... ich hab es nämlich...... und nicht nur das kleine für arme Very Happy
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2010 - 20:44:38    Titel:

vgl. §§ 14. 21 BLV : Danach dürfte ein LLM die Voraussetzungen für den höheren Dienst beim Bund erfüllen
Nacktscanner
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Anmeldungsdatum: 14.01.2010
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BeitragVerfasst am: 25 Feb 2010 - 21:39:57    Titel:

Angesichts dessen, dass viele Universitäten und Fachhochschulen mitlerweile LL.B.-Studiengänge anbieten ist auch anzunehmen, dass das Angebot an konsekutiven LL.M.-Studiengängen wachsen wird (die dann nicht zwangsläufig ein Graduiertenstudium für Juristen sein müssen). Aber gerade im Bereich Jura gibt es bisher nur sehr wenige Bachelorangebote und noch kaum Absolventen, sodass der Bedarf an LL.M-Studiengängen ebenfalls noch gering ist. Ich hoffe, die Unis und Fachhochschulen arbeiten gerade an den entsprechenden Studiengängen, damit dem Bedarf auch Rechnung getragen wird.
Elijah
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Anmeldungsdatum: 25.03.2005
Beiträge: 752

BeitragVerfasst am: 25 Feb 2010 - 22:05:44    Titel:

pe hat folgendes geschrieben:
vgl. §§ 14. 21 BLV : Danach dürfte ein LLM die Voraussetzungen für den höheren Dienst beim Bund erfüllen


Sicherlich, das denke ich auch bzw. so hat man es mir auch erzählt. Das es "nur" ein Sachbearbeiterjob sein wird wie bereits erwähnt, sehe ich auch so.
Aber angesichts des zu erwartenden Gehaltes kann einem mMn. das auch egal sein...

Der LLB wird mittlerweile von zig Hochschulen vergeben. Es wird bestimmt in Zukunft einige LLM Programme geben...
pe
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 525

BeitragVerfasst am: 26 Feb 2010 - 00:07:33    Titel:

Elijah hat folgendes geschrieben:
Aber angesichts des zu erwartenden Gehaltes kann einem mMn. das auch egal sein...


Als Sachbearbeiter sind die Gehaltsperspektiven halt begrenzt.

Zitat:

Der LLB wird mittlerweile von zig Hochschulen vergeben. Es wird bestimmt in Zukunft einige LLM Programme geben...

Es bieten bereits sehr viele Universitäten LLM-Studiengänge an. Es ist halt nur so, dass gerade im LLM-Bereich Zugangsvoraussetzungen bestehen und damit nicht jedem Absolventen, egal ob LLB oder Staatsexamen, offen stehen
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