Studium, Ausbildung und Beruf
 StudiumHome   FAQFAQ   RegelnRegeln   SuchenSuchen    RegistrierenRegistrieren   LoginLogin

Spicken
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen
Foren-Übersicht -> Studium allgemein -> Spicken
 
Autor Nachricht
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2010 - 22:03:15    Titel:

Zitat:


Das habe ich auch nicht behauptet, ich sage nur dass Fairness kein Argument gegen Spicken ist.

Kein rationales (habe ja selbst geschrieben mir fällt kein rationales Argument gegen Spicken ein), wohl aber ein moralisches.
Zitat:

Hm naja, ein paar andere mögliche Gründe gibt es schon noch.


Was, irgendein schwerer Schicksalsschlag, der mal eben die Vorbereitung unmöglich machte? Mag in Einzelfällen vorkommen, aber der Regelfall ist das wohl eher nicht.
Nacktscanner
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 14.01.2010
Beiträge: 349

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2010 - 22:43:59    Titel:

Deniz hat folgendes geschrieben:
Der spickt permanent und schreibt seine 1er.
Das Problem: In dem Fach hat er GARKEINE Ahnung.

Mal abgesehen davon, dass dieses Konzept spätestens in der Oberstufe ziemlich in die Hose geht:
Wenn er es für richtig hält, ist es sein Bier.

Zitat:
Die Schule bildet aus für Unternehmen (die "bestellen" einen Bedarf an Schülern)

So, jetzt kriegt der Chef mit, dass er garkeine Ahnung hat.

Dieser wird sich in naher Zukunft von der Koorperation der Schule trennen. Ganz einfach.

Amüsante These. Nur leider völliger Blödsinn.
1. Eine Schule bildet nicht für ein Unternehmen aus, sondern vermittelt Allgemeinbildung.

2. Kein Unternehmen "bestellt" Schüler bei den Schulen. Gelegentlich mögen Unternehmen Stellenanzeigen an Schulen veröffentlichen, aber es gibt keine Handelsabkommen zwischen Schulen und Unternehmen.

3. Ich verstehe nicht genau, wieso ein Unternehmen, selbst wenn es diese "Handelsabkommen" gäbe, plötzlich die Partnerschaft kündigen sollte, nur weil ein Schüler schlechter war als erwartet.


Zitat:
Nenn mir einen Grund, warum ich neidisch sein sollte auf 1a Spicker Schüler.

Er hat bessere Noten mit (vermeintlich) weniger Arbeit.

Zitat:
Ich weiß, was ich kann. Er weiß nicht einmal, dass er nichts kann.

Zumindest kann er Spicken. Entscheidend ist doch, was hinten raus kommt - wenn man damit erfolgreich ist, dann ist das doch in Ordnung.

Zitat:
Mit der 1 dann noch herum zu prallen ist ja dann wohl das Letze.
Ich kann auf meine 1 oder 2 stolz sein. (ohne spicken, versteht sich)

Also doch Neid. Sonst würde es dich ja nicht stören.

Zitat:
Wenn die Spickerei aber dann im Abschreiben endet hört es einfach auf.

Allerdings, denn dann gefährdet der Spicker seine eigene und deine Arbeit, da möglicherweise beide des Betrugs verdächtigt werden (vgl. Spickerethik).

Natürlich kannst du durch eigenen Fleiß die Früchte der eigenen Arbeit ernten und dann zu Recht darauf stolz sein. Und du kannst auch versuchen, andere davon zu überzeugen, dass man auf "erspickte" Leistungen nicht stolz zu sein braucht. Aber ich finde, du solltest nicht mit aller Mühe versuchen, anderen Mitschüler oder Kommilitonen wegen vermeintlich moralischer Fehlleistungen zu verurteilen.

Irgendwann kommt der Tag, an dem man selbst auf Unterstützung oder Solidarität der Mitschüler oder Kommilitonen angewiesen ist und dann möchte man schließlich auch nicht bei der erstbesten Gelegenheit hintergangen werden. Das kann eine Kleinigkeit sein, etwa weil dir in einer Klausur ein zentraler Begriff oder ein Lösungsansatz fehlt, es kann aber auch eine existenzielle Notsituation auftreten, in der du auf Hilfe angewiesen bist.
Richi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 647

BeitragVerfasst am: 28 Feb 2010 - 23:25:49    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Zitat:


Das habe ich auch nicht behauptet, ich sage nur dass Fairness kein Argument gegen Spicken ist.


Kein rationales (habe ja selbst geschrieben mir fällt kein rationales Argument gegen Spicken ein), wohl aber ein moralisches.


Weder noch eigentlich, jeder schaut wo er bleibt und wie er am besten mit dem ihm zur verfügung stehenden Mittel weiterkommt. Nicht jeder kann sich Nachhilfe leisten, das ist nicht Fair, ist aber so und keiner der sie sich leisten kann wird darauf verzichten wenn er denkte daraus einen Vorteil ziehen zu können, nur weil es nicht fair gegenüber denjenigen ist die sich keine Nachhilfe leisten können. Findest du das auch unmoralisch?


Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Hm naja, ein paar andere mögliche Gründe gibt es schon noch.


Was, irgendein schwerer Schicksalsschlag, der mal eben die Vorbereitung unmöglich machte? Mag in Einzelfällen vorkommen, aber der Regelfall ist das wohl eher nicht.


Naja, wenn ich z.B.
a) der Meinung bin, eine Klausur ist inhaltlich für mich nicht wichtig
b) ich kann sie sehr gut durch spicken bestehen
dann ist weder faulheit noch desorganisation der Grund fürs spicken (sofern ich mich dafür entscheide).
Oder ist für dich jeder Faul, der einfach den kürzesten Weg zúm Ziel bevorzugt?
Brand-Ing
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 07.11.2008
Beiträge: 3091

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 08:04:18    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Zitat:
! Das ist doch nichts Anderes als eine Pseudorechtfertigung der Nichtspicker.

Ähm. Habe ich gerade richtig gehört? Ich muss mich dafür rechtfertigen, dass ich NICHT spicke?


Nein, ich meinte als Rechtfertigung um Spicken zu verurteilen. Das pseudo-rationale Totschlagargument schlechthin ... aber eben völlig an der Realität vorbei.
-stopfkind-
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 27.02.2010
Beiträge: 1690

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 09:25:41    Titel:

am ende sollte der wirkungsgrad so hoch wie möglich sein.
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 09:53:34    Titel:

Zitat:
Entscheidend ist doch, was hinten raus kommt - wenn man damit erfolgreich ist, dann ist das doch in Ordnung.


Vollkommen unabhängig vom Thema spicken - dieser Satz hier scheint sich zumindest in diesem Forum allgemein durchzusetzen. Ist eigentlich das einzige, womit ich wirklich ein Problem habe.

Zitat:


Aber ich finde, du solltest nicht mit aller Mühe versuchen, anderen Mitschüler oder Kommilitonen wegen vermeintlich moralischer Fehlleistungen zu verurteilen.


Wieso vermeintlich? Ist jemand hier, der Spicken MORALISCH richtig findet? Mal völlig unabhängig davon, ob er es selbst tut.
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 10:00:35    Titel:

Zitat:

Weder noch eigentlich, jeder schaut wo er bleibt und wie er am besten mit dem ihm zur verfügung stehenden Mittel weiterkommt.


Naja, gerade diese Haltung ist ja, ohne Wertung, nun eigentlich völlig unmoralisch, soll heißen, da ist einfach GAR KEINE Moral dahinter.
Wer das so macht, bitte schön, aber dann soll er es doch bitte schön nicht moralisch integer nennen.

Zitat:

Nicht jeder kann sich Nachhilfe leisten, das ist nicht Fair


Aus dem Grund hatte ich nie welche, zu Schulzeiten haben meine Eltern mir klargemacht, wenn ich das Gymnasium ohne Nachhilfe nicht schaffe würde ich wohl auf die Realschule gehören. Fand ich richtig so.

(obwohl, ich hatte mal ein paar Stunden um ein Auslandsjahr aufzuholen, was musste ich das Fach auch unbedingt wählen.)

Zitat:

ist aber so und keiner der sie sich leisten kann wird darauf verzichten wenn er denkte daraus einen Vorteil ziehen zu können, nur weil es nicht fair gegenüber denjenigen ist die sich keine Nachhilfe leisten können.


Mein Chemieabi ist RICHTIG schlecht. Nachhilfe hatte ich keine.


Zitat:
Findest du das auch unmoralisch?
Ja, wenn auch nicht so sehr wie das Abschreiben. Wenn ich mich mit einem Abschreiber gleichstellen will, muss ich gegen die Regeln verstoßen. Ich kann nur dann die gleichen Chancen haben wenn ich gegen meine Grundsätze handle. Das Problem gibt's bei der Nachhilfe nicht.

Zitat:


Naja, wenn ich z.B.
a) der Meinung bin, eine Klausur ist inhaltlich für mich nicht wichtig


und deswegen nicht lernst, bist Du zu faul dazu. Oder was würde es schaden, auch den unwichtigen Kram zu lernen? Wissen wird Dir nie schaden, Du hättest keinen Nachteil vom Lernen oder doch? Faulheit-
Zitat:

b) ich kann sie sehr gut durch spicken bestehen
Du könntest aber vermutlich auch ohne Spicken?
Zitat:
dann ist weder faulheit noch desorganisation der Grund fürs spicken (sofern ich mich dafür entscheide).
Oder ist für dich jeder Faul, der einfach den kürzesten Weg zúm Ziel bevorzugt?
Wenn der kürzeste Weg gegen die Regeln geht, NATÜRLICH! Ich meine, was würdest Du denn sagen ist der Grund, dass Du nicht die maximal 2 Seiten die auf einen großen Spicker gehen gerade noch lernst? Aus welchem Grund lernt man die 2 Seiten nicht, wenn nicht, weil man die Zeit anderweitig nutzen möchte?
teeri
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 29.07.2009
Beiträge: 138
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 13:06:34    Titel:

Nacktscanner hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Mit der 1 dann noch herum zu prallen ist ja dann wohl das Letze.
Ich kann auf meine 1 oder 2 stolz sein. (ohne spicken, versteht sich)

Also doch Neid. Sonst würde es dich ja nicht stören.

Das ist nicht Neid. Das ist Wut, weil man ungerecht behandelt wurde.

Was ist eigentlich so schwer daran zu verstehen, dass nicht jeder für seine eigenen Noten verantwortlich ist, sondern dass einer IMMER im Vergleich zu den anderen Bewertet wird?
Brand-Ing
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 07.11.2008
Beiträge: 3091

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 13:24:17    Titel:

Und was können die Anderen dafür, dass du nicht alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausnutzt um das Ziel zu erreichen ?
aranka.falter
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 107
Wohnort: Vechta

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 13:25:31    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Wenn der kürzeste Weg gegen die Regeln geht, NATÜRLICH!


Regeln?
Du hälst dich an alle Regeln, die irgendwann mal von irgendwem gemacht wurden?
Puh, dann hast du kein leichtes Leben!
Ich dachte, dass Menschen, die es bis zum Studium geschafft haben, Regeln reflektieren und entscheiden, ob sie sinnig sind oder nicht.
Also ich mache das, und komme zu Meinung, dass eine Regel gegen Spicken unsinn ist und deswegen finde ich es moralisch auch nicht verwerflich. Du schadest damit doch niemandem!

Außerdem kann ich später im Beruf auch nachgucken, wies nochmal war.

Regeln zu unterstützen ohne drüber nachzudenken, finde ich moralisch verwerflicher, als Regeln zu abzulehnen!
E-Engineering-Student
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.07.2006
Beiträge: 1608
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 13:39:51    Titel:

aranka.falter hat folgendes geschrieben:
Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Wenn der kürzeste Weg gegen die Regeln geht, NATÜRLICH!


Regeln?
Du hälst dich an alle Regeln, die irgendwann mal von irgendwem gemacht wurden?
Puh, dann hast du kein leichtes Leben!
Ich dachte, dass Menschen, die es bis zum Studium geschafft haben, Regeln reflektieren und entscheiden, ob sie sinnig sind oder nicht.
Also ich mache das, und komme zu Meinung, dass eine Regel gegen Spicken unsinn ist und deswegen finde ich es moralisch auch nicht verwerflich. Du schadest damit doch niemandem!

Außerdem kann ich später im Beruf auch nachgucken, wies nochmal war.

Regeln zu unterstützen ohne drüber nachzudenken, finde ich moralisch verwerflicher, als Regeln zu abzulehnen!


Dass so eine Lehramtsstudentin denkt ist schon komisch. Erlaubst Du dann später Deinen Schülern auch, dass diese spicken und beim Nachbarn abschreiben dürfen?
_________________
"Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.”

Albert Einstein
aranka.falter
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 107
Wohnort: Vechta

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 13:46:51    Titel:

E-Engineering-Student hat folgendes geschrieben:


Dass so eine Lehramtsstudentin denkt ist schon komisch. Erlaubst Du dann später Deinen Schülern auch, dass diese spicken und beim Nachbarn abschreiben dürfen?


Okay, gut!
Persönlich werden find ich persönlich sehr gut! Das macht die Diskussion um einiges spannender!
Vorurteile gegen Lehramtstudenten? ihr dachte, die haben nur Schüler! Was ist dein Problem mit uns?

Ich bin garnicht dazu in der Lage, dass zu erlauben! Denn das ist für mich wieder eine sinnige Regel. Kinder müssen lernen Regeln zu reflektiern, oder denkst du das nicht?
Und wenn meine Schüler spicken, wie ich es auch tue, dann kann ich mir wohl denken, dass sie nachgedacht haben! Leider muss man die ganze Geschichte ziemlich clever angehen, denn nachdenken rechtfertigt die Handlung leider selten vor der Gesellschaft!
Brand-Ing
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 07.11.2008
Beiträge: 3091

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 13:51:35    Titel:

Also ich bin kein Lehramtler ... aber ich würde mir sicher nicht einbilden, irgendwelche Leute vom Spicken abhalten zu können. Wers tut verschafft sich einen Vorteil, geht dabei aber ein Risiko ein. Wir man erwischt, gibts ne 6 ... ansich ne ziemlich faire Sache.
AbZurSee
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 1249

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 13:59:57    Titel:

[quote="aranka.falter"]Also ich mache das, und komme zu Meinung, dass eine Regel gegen Spicken unsinn ist und deswegen finde ich es moralisch auch nicht verwerflich. Du schadest damit doch niemandem![/qoute]

Das sind dann so die Ausreden derjenigen, die einfach die Realität schon völlig aus den Augen verloren haben:

Wer ständig spickt hat keine Eier. Punkt. Menschen die Spicken, und vll. ist das nicht duetlich genug aus meinem ersten Post in dem Thread geworden, handeln nicht nur unmoralisch indem sie sich wie die größten fühlen mit ihren leistungen, nein, sie schaden auch anderen weil sie sie die anderen um Ihre Leistungen bringen. Bestes Beispiel Schule:

Da es ja eine Normalverteilung der Noten gibt und die Schriftlichen Noten in der Regel 50 % zählen, verschafft sich derjenige in der Normalverteilung einen vorderen Platz, indem er durch Spicken 1er oder 2er schreibt. Der Leherer bekommt eein gutes Bild des Schülers und wird ihm dementsprechend auch Mündlich mit einer 1 oder 2 beglücken. Da nun aber nicht jeder eine 1 oder 2 haben darf, nimmt der Spicker den ehrlichen Schülern die Möglichkeit, diese Leistung zu bekommen. Derjenige, der durch Spicken in der Oberstufe durchgekommen ist, schadet also allen anderen, fairen Menschen.

aranka.falter hat folgendes geschrieben:
Außerdem kann ich später im Beruf auch nachgucken, wies nochmal war.


Sprach derjenige, der noch nie richtig gearbeitet hat - Das Pseudoargument jener, die Lernfaul sind. Sicher kann man kleine Details immer nachlesen. Ich unterstell jetzt aber mal, dass man durch Dauerspicken mit der Zeit viel zu große Wissenslücken bekommt (neben den Bulimie-Lern-Verhalten), dass es eben nicht mehr nur um Detail-Fragen geht.

aranka.falter hat folgendes geschrieben:
Regeln zu unterstützen ohne drüber nachzudenken, finde ich moralisch verwerflicher, als Regeln zu abzulehnen!


Tja, es gibt aber eine Regel gegen das Spicken, die heißt Betrugsversuch und kommt in der Studienordnung irgendwo mal vor. Spicken ist und bleibt Betrug. An dir selbst, an deinen mitstudenten, an deinem zukünftigen Arbeitgeber. Ich finde, damit habe ich genug über diese Regel nachgedacht, um sie zu Akzeptieren. Insofern ist dein geblubbere nur ein Pseudo-Argument, um deine Spickerei zu Rechtfertigen. Mehr nicht.

Du gehst ja noch einen Schritt weiter: Du lehnst eine Regel ab, ohne über die Regel vernünftig nachzudenken. Logische Schlussfolgerung: Du bist moralisch verwerflich mal zwei.
_________________
Es gibt WEDER ein VollABI, noch ein richtiges Abi, noch nen reguläres Abi. ES IST und BLEIBT das Abitur.
"In 10 Jahren sind Computer doppelt so schnell, 10k mal größer und so teuer, dass nur die 5. reichsten Männer der Welt sich einen leisten können"
AbZurSee
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 1249

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 14:01:43    Titel:

Brand-Ing hat folgendes geschrieben:
Also ich bin kein Lehramtler ... aber ich würde mir sicher nicht einbilden, irgendwelche Leute vom Spicken abhalten zu können. Wers tut verschafft sich einen Vorteil, geht dabei aber ein Risiko ein. Wir man erwischt, gibts ne 6 ... ansich ne ziemlich faire Sache.


Wer nicht erwischt wird, kassiert die Gute Note und lässt alle anderen schlecht aussehen - faire Sache?

Dieser Ego-Trip einiger stört doch schon gewaltig ...
_________________
Es gibt WEDER ein VollABI, noch ein richtiges Abi, noch nen reguläres Abi. ES IST und BLEIBT das Abitur.
"In 10 Jahren sind Computer doppelt so schnell, 10k mal größer und so teuer, dass nur die 5. reichsten Männer der Welt sich einen leisten können"
Brand-Ing
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 07.11.2008
Beiträge: 3091

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 14:18:38    Titel:

Natürlich ist das fair ... man ist ja das Risiko eingegangen.

Die Anti-Spicker hier werden sich ja auch nicht einig. Mal heißt es Spicken bringt sowieso nix und man könnte das Zeug doch genauso lernen. Dann hat man als Spicker plötzlich den riesen Vorteil, weil man immens bessere Noten schreibt als die, die lernen.
Was denn nun ?!


Mit Moral und Fairness kommt man im Leben auch nicht weiter. Im Berufsleben gewinnt, wer das beste Ergebnis vorweisen kann ... den Weg interessiert keine Sau. Es wird doch überall nur beschissen.
just_phil
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 23.08.2008
Beiträge: 762

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 14:44:39    Titel:

AbZurSee hat folgendes geschrieben:
Der Leherer bekommt eein gutes Bild des Schülers und wird ihm dementsprechend auch Mündlich mit einer 1 oder 2 beglücken. Da nun aber nicht jeder eine 1 oder 2 haben darf, nimmt der Spicker den ehrlichen Schülern die Möglichkeit, diese Leistung zu bekommen. Derjenige, der durch Spicken in der Oberstufe durchgekommen ist, schadet also allen anderen, fairen Menschen.


Das ist nun aber wirklich schon ein sehr weit hergeholtes Beispiel, finde ich. Woher weißt Du denn, was Lehrer denken, bzw. woher nimmst Du das Wissen, um diese Annahme zu verallgemeinern? Ich war zum Beispiel in der Schule oft ein Kandidat, der manchen Lehrern zu ruhig in der mündlichen Mitarbeit war. Gerade in Deutsch war ich schriftlich stets im sehr guten Bereich, meine damalige Lehrerin hätte aber nicht im Traum daran gedacht, mir mündlich etwas Besseres als 6-8 Punkte zu geben. Unschön für mich, aber was soll's.
Damit möchte ich natürlich auch nicht pauschalisieren, weil jeder Lehrer eben anders tickt, aber anzudeuten, dass eine durch Spicker möglicherweise erschlichene gute schriftliche Leistung auch die mündliche Note gleich einschließt, halte ich schlichtweg für falsch.

Egal, jeder hat dazu seine Haltung und wird wohl auch nicht davon abweichen, ist ja auch in Ordnung so. Ich habe in einer Klausur andere Dinge zu tun, als mich um die Lern- oder Betrugsstrategien von Kommilitonen zu sorgen. Möge spicken, wer es für richtig hält oder es eben bleiben lassen. Moral hin oder her.
Richi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 647

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 14:48:24    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Zitat:

Weder noch eigentlich, jeder schaut wo er bleibt und wie er am besten mit dem ihm zur verfügung stehenden Mittel weiterkommt.


Naja, gerade diese Haltung ist ja, ohne Wertung, nun eigentlich völlig unmoralisch, soll heißen, da ist einfach GAR KEINE Moral dahinter.
Wer das so macht, bitte schön, aber dann soll er es doch bitte schön nicht moralisch integer nennen.


Jeder hat eine andere ansicht von Moral, die einen finden Raubkopieren unmoralisch, die anderen nicht, so ist es auch mit dem Spicken. Solange man niemandem schadet, was beim Spicken meines erachtens nicht der Fall ist, bleibt es für mich grundsätzlich erstmal moralisch vertretbar.

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Nicht jeder kann sich Nachhilfe leisten, das ist nicht Fair


Aus dem Grund hatte ich nie welche, zu Schulzeiten haben meine Eltern mir klargemacht, wenn ich das Gymnasium ohne Nachhilfe nicht schaffe würde ich wohl auf die Realschule gehören. Fand ich richtig so.

(obwohl, ich hatte mal ein paar Stunden um ein Auslandsjahr aufzuholen, was musste ich das Fach auch unbedingt wählen.)


Ob es wirklich so moralisch ist, wenn Eltern ihrem Kind bewusst nicht die bestmöglichen Chancen bieten lass ich mal dahingestellt.
Abgesehn davon, ein Auslandsjahr kann sich auch nicht jeder Leisten und macht sich auf dem lebenslauf in aller Regel sehr gut, unfairer Vorteil für dich?

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:

ist aber so und keiner der sie sich leisten kann wird darauf verzichten wenn er denkte daraus einen Vorteil ziehen zu können, nur weil es nicht fair gegenüber denjenigen ist die sich keine Nachhilfe leisten können.


Mein Chemieabi ist RICHTIG schlecht. Nachhilfe hatte ich keine.


Die Frage hier wäre ja:
1) Wie wichtig war denn die note für dich? Wenn du nicht unbedingt Chemie, Bio oder ähnliches studieren willst, kann man durchaus auch ganz gut damit leben.
2) Wie freiwillig war der Verzicht auf nachhilfe, wenn deine Eltern (und nicht du) das von vorneherein ausgeschloßen haben...


Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Findest du das auch unmoralisch?
Ja, wenn auch nicht so sehr wie das Abschreiben. Wenn ich mich mit einem Abschreiber gleichstellen will, muss ich gegen die Regeln verstoßen. Ich kann nur dann die gleichen Chancen haben wenn ich gegen meine Grundsätze handle. Das Problem gibt's bei der Nachhilfe nicht.


Wie immer, jeder Entscheidet welche Regeln er befolgt. Kopierst du Filme/Musik/Spiele? zahlst du GEZ? Zahlst du all deine Steuern? Nie mal ne günstige Stange zigaretten am Zoll vorbei geschmuggelt? Trennst du immer sorgfältig den Müll? Alles kleinigkeiten, wo m.E. viele sicht nicht "Regelkonform" verhalten. Und m.E. hätten nur die, ein Recht bei dieser Diskussion mit der Moralkeule zu kommen, wenn sie sich auch sonst in all diesen kleinen Sachen entsprechend verhalten. Dürften allerdings die aller aller aller wenigsten sein...


Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Naja, wenn ich z.B.
a) der Meinung bin, eine Klausur ist inhaltlich für mich nicht wichtig


und deswegen nicht lernst, bist Du zu faul dazu. Oder was würde es schaden, auch den unwichtigen Kram zu lernen? Wissen wird Dir nie schaden, Du hättest keinen Nachteil vom Lernen oder doch? Faulheit-

Zitat:

b) ich kann sie sehr gut durch spicken bestehen
Du könntest aber vermutlich auch ohne Spicken?
Zitat:
dann ist weder faulheit noch desorganisation der Grund fürs spicken (sofern ich mich dafür entscheide).
Oder ist für dich jeder Faul, der einfach den kürzesten Weg zúm Ziel bevorzugt?
Wenn der kürzeste Weg gegen die Regeln geht, NATÜRLICH! Ich meine, was würdest Du denn sagen ist der Grund, dass Du nicht die maximal 2 Seiten die auf einen großen Spicker gehen gerade noch lernst? Aus welchem Grund lernt man die 2 Seiten nicht, wenn nicht, weil man die Zeit anderweitig nutzen möchte?
[/quote]

Faul ist für mich derjenige, der nicht bereit ist die Notwendige Arbeit für die erreichung eines Ziels zu leisten. Wenn es sein Ziel ist, eine gewisse Note durch Spicken zu erreichen, dann besteht die Arbeit halt darin nen Spicker zu erstellen. Was sonst wäre denn jemand, der in für Ihn wichtigen Klausuren ganz normal lernt und in für ihn weniger wichtigen klausuren spickt...Faul oder doch nicht?
Darüber müssen wir aber nicht unbedingt weiter diskutieren, Faulheit definiert eh jeder anderst für sich.
KamiKami
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 17.08.2007
Beiträge: 1792
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 14:50:20    Titel:

Diese ganze Moral- und Fairness Argumentation für oder gegen das Spricken ist doch hahnebüchen, da sehr beliebig und einem nicht vorhandenen Maßstab.

"Nicht jeder kann gleich gut lernen" - hoppla, schon geht der Grundsatz "gleiche Vorgaben und Chancen für alle" flöten.

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Durchaus gibt es den ein oder anderen Fall wo jemand im Studium scheitert weil er in der Schule zuviel gespickt hat und dachte das geht so weiter.


Falls jmd. auf Grund dessen kurz davor ist im Studium zu scheitern, weil seine niedlichen Spicker aus der Oberstufe nicht im Studium helfen, sollte die Einsicht kommen, falls nicht, steckt dahinter noch eine ganz große Portion Faulheit. Das aber auf den späteren Beruf auszuweiten, halte ich für sehr weit hergeholt.

Gruß
_________________
Geist über Materie.
CarlosII
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 21.11.2008
Beiträge: 493

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 15:06:46    Titel:

Brand-Ing hat folgendes geschrieben:
Mit Moral und Fairness kommt man im Leben auch nicht weiter. Im Berufsleben gewinnt, wer das beste Ergebnis vorweisen kann ... den Weg interessiert keine Sau. Es wird doch überall nur beschissen.


Der Beobachtung stimme ich auf jeden Fall zu! Dann soll man sich aber nicht beschweren, wenn mal Sachen schief gehen.
Einige verkaufen/handeln mit Wertpapieren von denen sie wissen, dass sie wertloser Müll sind, andere verticken ein paar Stahlträger die eigentlich in der U-Bahn verbaut werden sollen, andere sich zocken im Bus ein Handy und schlagen dem Besitzer noch eine drauf, ...
Man darf sich halt nur nicht wundern, wenn man selber mal der Dumme/ das Opfer ist.
Nick321
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 27.07.2008
Beiträge: 160

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 15:23:30    Titel:

Also man muss Schule oder Studium doch klar von Arbeit trennen.

Ich war während meiner Ausbildung alles andere als faul, aber im Studium mach ich nur soviel, dass es zu einer guten Note reicht und dazu helfen Spicker immer sehr gut.
Richi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 647

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 15:58:54    Titel:

AbZurSee hat folgendes geschrieben:


Wer ständig spickt hat keine Eier. Punkt. Menschen die Spicken, und vll. ist das nicht duetlich genug aus meinem ersten Post in dem Thread geworden, handeln nicht nur unmoralisch indem sie sich wie die größten fühlen mit ihren leistungen, nein, sie schaden auch anderen weil sie sie die anderen um Ihre Leistungen bringen. Bestes Beispiel Schule:

Da es ja eine Normalverteilung der Noten gibt und die Schriftlichen Noten in der Regel 50 % zählen, verschafft sich derjenige in der Normalverteilung einen vorderen Platz, indem er durch Spicken 1er oder 2er schreibt.


Wie ich schonmal sagten, dann wäre auch Nachhilfe oder änhliches unmoralisch...
Und abgesehn davon, wer 1er schreibt, der hat sie in der Regel auch verdient, denn mir ist in meiner ganzen Schulzeit/Studium kaum eine Klausur untergekommen, die man wirklich nur durch Spicken mit einer 1 hätte bestehen könnnen. Es ist doch meistens so, will man eine gute Note dann muss man doch etwas lernen, ein Spicker kann dann helfen gewisse Lücken zu füllen und in der Kombination kann dann ne 1 bei rauskommen...aber nur mit spicken, keine Chance, es sei denn die Klausur war wirklich saudumm gestellt (wobei solche Klausuren dann eh jeglichen Aussagewert verlieren, sodass Noten da eh sinnlos sind).

AbZurSee hat folgendes geschrieben:

Sprach derjenige, der noch nie richtig gearbeitet hat - Das Pseudoargument jener, die Lernfaul sind. Sicher kann man kleine Details immer nachlesen. Ich unterstell jetzt aber mal, dass man durch Dauerspicken mit der Zeit viel zu große Wissenslücken bekommt (neben den Bulimie-Lern-Verhalten), dass es eben nicht mehr nur um Detail-Fragen geht.


Kleine Details...wo arbeitest du denn, dass du bisher nur kleine Details nachschauen musstest wenn ich fragen darf?

AbZurSee hat folgendes geschrieben:

Tja, es gibt aber eine Regel gegen das Spicken, die heißt Betrugsversuch und kommt in der Studienordnung irgendwo mal vor. Spicken ist und bleibt Betrug. An dir selbst, an deinen mitstudenten, an deinem zukünftigen Arbeitgeber. Ich finde, damit habe ich genug über diese Regel nachgedacht, um sie zu Akzeptieren. Insofern ist dein geblubbere nur ein Pseudo-Argument, um deine Spickerei zu Rechtfertigen. Mehr nicht.


Sich selbst betrügt man schomal sicher nicht, denn man selbst weiß in der Regel was man kann und was nicht.
Und seinen Arbeitgeber würde man nur dann vielleicht betrügen, wenn er aus den Noten sicher ableiten könnte, was jemand wirklich kann und was nicht. Das Noten dafür aber nicht wirklich taugen ist denke ich klar, die geben allenfalls einen kleine Anhaltspunkt, mehr nicht.
Und die Mitstudenten, wenn du damit wieder meinst es geht um die Normalverteilung und so, da verweise ich dann wieder aufs Beispiel Nachhilfe und co.
aranka.falter
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2010
Beiträge: 107
Wohnort: Vechta

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 18:24:11    Titel:

moralisch verwerflich mal 2? wow. das scheint ziemlich viel zu sein.

okay, und wenn wir dann noch sagen, dass die normalverteilung ne tolle benoitungsform ist dann stimmt, ja dann bin cih vielleicht sogar moralisch verwerflich mal 3. denn ne schule die mich einstellt und mir vorschreibt mit normalverteilung zu beurteilen, der würd ich gleich nen vogel zeigen!

du lebst nicht in der realität.
lernfaul. ja bin ich. habe trotzdem abi ohne spicken geschafft!
und dauerhaftes erfolgreiches spicken hinterlässt sicher keine wissenslücken, denn verstehen muss ich ja trotz allem
E-Engineering-Student
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 28.07.2006
Beiträge: 1608
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 18:49:37    Titel:

aranka.falter hat folgendes geschrieben:
3. denn ne schule die mich einstellt und mir vorschreibt mit normalverteilung zu beurteilen, der würd ich gleich nen vogel zeigen!


Wenn Du eine mündliche Prüfung mit einer hinreichenden Anzahl von Schülern durchführst, kommt eine gaußsche Normalverteilung ganz ohne Beeinflussung heraus.


Wenn ich das Thema verstanden habe brauche ich nicht spicken, denn dann kann ich mir die Antworten auf die Fragen selber herleiten.
_________________
"Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.”

Albert Einstein
Klunki
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 19:15:10    Titel:

aranka.falter hat folgendes geschrieben:

Außerdem kann ich später im Beruf auch nachgucken, wies nochmal war.

In sehr begrenzten Maße. Mag dich vielleicht nicht betreffen, aber wenn du ne Schulung/Vortrag vor, sagen wir ma, 50 Leuten in deinem Fachgebiet hälst und jemand eine Frage stellt, kannst du auch net sagen "ich guck ma schnell nach". Bei Lehrern, die nur mit "Kindern" zu tun haben mag das vielleicht noch ok sein, doch bei Leuten die "vom Fach" sind kann es sehr fix ma peinlich werden.
Schließlich hängen da manchmal große Projekte dran. Wie gesagt, bei Lehramt vielleicht weniger wichtig, doch in der Industrie is das doch etwas bedeutender, auch Fakten im Kopf zu haben und nich nur aufm Papier.
xmisterDx
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 19:21:15    Titel:

Selbstverständlich kannst du bei einer Schulung, einem Vortrag und erst Recht bei einer Projektbesprechung sagen, dass du die Antwort auf die Frage zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht weisst? Niemand kann ernsthaft erwarten, dass du alles weisst. Zumindest wenn es sich um kompliziertere Fragestellungen handelt...

Aber dass man von den trivialen Dingen seines Fachs keinerlei Ahnung hat, wenn man darüber Vorträge und Schulungen hält, ist ohnehin nicht besonders realistisch Wink

Eins stimmt allerdings durchaus:

Die Prüfungssituation an einer Hochschule hat mit dem späteren Berufsleben absolut nichts zu tun. Da rechnet man lieber richtig, als schnell und dann falsch...

Ich hab auch schonmal nen Dr. erlebt, der bei seinem Probevortrag in der Hochschule ins Straucheln geriet, als er erklären sollte warum der Strom an der Induktivität nicht springen kann... Trivial eigentlich Wink
Klunki
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 19:28:20    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Selbstverständlich kannst du bei einer Schulung, einem Vortrag und erst Recht bei einer Projektbesprechung sagen, dass du die Antwort auf die Frage zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht weisst? Niemand kann ernsthaft erwarten, dass du alles weisst. Zumindest wenn es sich um kompliziertere Fragestellungen handelt...


Yo, und bei "kompliziert" liegt der Knackpunkt. Wo hört "trivial" auf und fängt "kompliziert" an. Mal das "Panelverfahren" zu programmieren mag für mich vielleicht "trivial" sein, für jemanden anderes is das der "Mount Everest".

PS:
Und wie gesagt, in meiner Firma hängen schonma Projekte von mehreren 10.000 Euro am Faden. Da möcht ich persönlich mich nicht zum Deppen machen. Daher lieber zu viel im Kopf als zu wenig.
xmisterDx
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 19:34:16    Titel:

Es ist allerdings nicht unbedingt wirtschaftlich, wenn du stets zuviel machst. Es sei denn du machst das in deiner Freizeit oder in Form von unbezahlten Überstunden...
Klunki
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 19:37:51    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
Es ist allerdings nicht unbedingt wirtschaftlich, wenn du stets zuviel machst. Es sei denn du machst das in deiner Freizeit oder in Form von unbezahlten Überstunden...


Bitte erlaube mir die Frage, was das mit "zu viel machen" zu tun hat. Ich hab nur gesagt "lieber zu viel im Kopf, anstatt zu wenig". Wie ich zu dem Wissen komme is im ersten Schritt irrelevant.
Ich wollte damit nur betonen die Einstellung "man muss nur wissen wo es steht" kann auch mal "kontraproduktiv" sein.
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 19:39:54    Titel:

Brand-Ing hat folgendes geschrieben:
Und was können die Anderen dafür, dass du nicht alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausnutzt um das Ziel zu erreichen ?


Du meinst man SOLLTE einen Nachteil daraus haben, dass man sich an die Regeln hält?
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 19:43:25    Titel:

Zitat:

Regeln?
Du hälst dich an alle Regeln, die irgendwann mal von irgendwem gemacht wurden?


Ich versuche (niemand ist perfekt, ich auch nicht) mich an sämtliche Regeln zu halten von deren Nichteinhaltung irgendjemand sonst, der sich an die Regeln hält, Nachteile hätte, ja.
Zitat:
Puh, dann hast du kein leichtes Leben!
Habe ich das verlangt?

Zitat:

Also ich mache das, und komme zu Meinung, dass eine Regel gegen Spicken unsinn ist und deswegen finde ich es moralisch auch nicht verwerflich. Du schadest damit doch niemandem!
DOCH! JEDER, der nicht spickt, wird ab einer gewissen Quote von Spickenden SCHLECHTER gestellt weil fast alle Noten VERGLEICHSNOTEN sind!
Zitat:


Regeln zu unterstützen ohne drüber nachzudenken, finde ich moralisch verwerflicher, als Regeln zu abzulehnen!


Ich HABE darüber nachgedacht, deswegen unterstütze ich sie ja.

Und mal angenommen, die Klausuraufsicht könnte Hellsehen und am Ende der Klausur herausfinden, wer gespickt hat: Ich fände es richtig, wenn der Schlechteste ohne Spicker noch eine bessere Note bekommt als der Beste mit.
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 19:44:29    Titel:

Brand-Ing hat folgendes geschrieben:
Also ich bin kein Lehramtler ... aber ich würde mir sicher nicht einbilden, irgendwelche Leute vom Spicken abhalten zu können. Wers tut verschafft sich einen Vorteil, geht dabei aber ein Risiko ein. Wir man erwischt, gibts ne 6 ... ansich ne ziemlich faire Sache.


Prinzipiell schon, es sei denn man gerät an einen Lehramtsstudenten, der aus dem Spicker schließt, der Schüler habe nachgedacht.
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 19:47:47    Titel:

Zitat:
Die Anti-Spicker hier werden sich ja auch nicht einig. Mal heißt es Spicken bringt sowieso nix und man könnte das Zeug doch genauso lernen. Dann hat man als Spicker plötzlich den riesen Vorteil, weil man immens bessere Noten schreibt als die, die lernen.
Was denn nun ?!


Beides. Man hat die gute Note, konnte die Zeit zum Lernen aber für was anderes nutzen. Der Banknachbar ohne Spicker, der genausoviel gelernt hat wie Du (also zwar keinen Spickzettel dabei hat, aber dessen Inhalt auch nicht auswendig kann) bekommt eine schlechtere Note, obwohl beide gleich gut vorbereitet sind.
Zitat:

Mit Moral und Fairness kommt man im Leben auch nicht weiter. Im Berufsleben gewinnt, wer das beste Ergebnis vorweisen kann ...


Ist hier nicht die Fragestellung.

Und ganz ehrlich: Diesen Satz kann ich nicht mehr hören. Nochmal: Ich halte mich doch nicht an Moral und Fairness, weil ich mir VORTEILE daraus erhoffe!
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 19:57:47    Titel:

Zitat:

Jeder hat eine andere ansicht von Moral, die einen finden Raubkopieren unmoralisch, die anderen nicht, so ist es auch mit dem Spicken. Solange man niemandem schadet, was beim Spicken meines erachtens nicht der Fall ist, bleibt es für mich grundsätzlich erstmal moralisch vertretbar.

Wenn man niemandem schaden würde, würde ich Dir Recht geben. Ich gehe aber eben davon aus, DASS man jemandem schadet.
Zitat:


Ob es wirklich so moralisch ist, wenn Eltern ihrem Kind bewusst nicht die bestmöglichen Chancen bieten lass ich mal dahingestellt.


Ich glaube ich würde bei meinen Kindern mehr Wert darauf legen, dass sie gute Menschen sind (Definitionssache und einen eigenen Thread wert, was genau das ist) als darauf, dass sie irgendwelche Chancen verwirklichen.

Zitat:
Abgesehn davon, ein Auslandsjahr kann sich auch nicht jeder Leisten und macht sich auf dem lebenslauf in aller Regel sehr gut, unfairer Vorteil für dich?


Jain. Im Nachhinein vielleicht. Andererseits waren da soviele mit Stipendium, teilweise Vollstipendium. Von daher...


Zitat:

Die Frage hier wäre ja:
1) Wie wichtig war denn die note für dich? Wenn du nicht unbedingt Chemie, Bio oder ähnliches studieren willst, kann man durchaus auch ganz gut damit leben.
Naja ich studiere was Ähnliches. Und Chemie war immerhin Prüfungsfach.
Zitat:
2) Wie freiwillig war der Verzicht auf nachhilfe, wenn deine Eltern (und nicht du) das von vorneherein ausgeschloßen haben...


Naja, der Ausschluss erfolgte in der Grundschule, da konnte ich noch nicht gut selbst entscheiden. Würde es aber heute genauso machen.


Zitat:

Wie immer, jeder Entscheidet welche Regeln er befolgt. Kopierst du Filme/Musik/Spiele?

Nein.

Zitat:

zahlst du GEZ?

Wenn ich ein Gerät nutzen würde? Der PC hier steht bei meinen Eltern, die sind angemeldet.
Zitat:

Zahlst du all deine Steuern?


Wenn ich müsste, ja.
Zitat:


Nie mal ne günstige Stange zigaretten am Zoll vorbei geschmuggelt?
Nein.
Zitat:

Trennst du immer sorgfältig den Müll?

Ok, schuldig. Nur: DA sehe ich den Schaden nicht, da das ganze Gerümpel sowieso nochmal neu auseinandersortiert wird. Dadurch haben die Sortierer ihren Arbeitsplatz.


Zitat:
Alles kleinigkeiten, wo m.E. viele sicht nicht "Regelkonform" verhalten. Und m.E. hätten nur die, ein Recht bei dieser Diskussion mit der Moralkeule zu kommen, wenn sie sich auch sonst in all diesen kleinen Sachen entsprechend verhalten. Dürften allerdings die aller aller aller wenigsten sein...

Das dürfte ich dann also. Oder?



Zitat:

Faul ist für mich derjenige, der nicht bereit ist die Notwendige Arbeit für die erreichung eines Ziels zu leisten.


Seltsame Definition von Faul. Wenn also jemand nie irgendetwas tut, weder lernt noch spickt und ein Abi von 4,0 hinlegt war der nicht faul?

Zitat:

Wenn es sein Ziel ist, eine gewisse Note durch Spicken zu erreichen, dann besteht die Arbeit halt darin nen Spicker zu erstellen.


Naja nun gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder das Erstellen des Spickers ist genausoviel oder mehr Arbeit wie das Lernen. Dann erschließt sich mir der Sinn des Spickers nicht, denn man hat mehr oder genausoviel Arbeit UND ein erhöhtes Risiko.
Oder man spart Arbeit durch das Spicken, dann spickt man wohl auch, um Arbeit einzusparen und DAS nun wieder nennt man Faulheit.


Zitat:
Was sonst wäre denn jemand, der in für Ihn wichtigen Klausuren ganz normal lernt und in für ihn weniger wichtigen klausuren spickt...Faul oder doch nicht?

Faul bei den Spickerklausuren, ansonsten würde er wohl lernen.
Zitat:

Darüber müssen wir aber nicht unbedingt weiter diskutieren, Faulheit definiert eh jeder anderst für sich.
Schau ins Lexikon.
teeri
Full Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 29.07.2009
Beiträge: 138
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 21:27:03    Titel:

Brand-Ing hat folgendes geschrieben:
Und was können die Anderen dafür, dass du nicht alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausnutzt um das Ziel zu erreichen ?

Ah ja. Referate halte ich nur noch im Minirock und vor der Abschlussprüfung schlafe ich mit dem Professor. Meinen Doktortitel kaufe ich mir dann. Wo willst du die Grenze ziehen?

Wir haben alle andere Moralvorstellungen. Deshalb gibt es allgemeine Regeln. Das Problem ist (wie an so vielen Ecken), dass die Regeln nicht hinreichend durchgesetzt werden.
KamiKami
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 17.08.2007
Beiträge: 1792
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 21:27:57    Titel:

@Viviane21

Du hast Deine Moralvorstellungen- und Werte, wunderbar. Könntest Du es aber bitte unterlassen, uns Deinen Moralstempel aufzudrücken und jene die da anderer Meinung sind, unterschwellig zu beleidigen ?

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Zitat:

Jeder hat eine andere ansicht von Moral, die einen finden Raubkopieren unmoralisch, die anderen nicht, so ist es auch mit dem Spicken. Solange man niemandem schadet, was beim Spicken meines erachtens nicht der Fall ist, bleibt es für mich grundsätzlich erstmal moralisch vertretbar.


Wenn man niemandem schaden würde, würde ich Dir Recht geben. Ich gehe aber eben davon aus, DASS man jemandem schadet.


Inwiefern schadet man "diesem" denn?

Gruß
_________________
Geist über Materie.
Richi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 647

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 21:59:47    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Zitat:

Jeder hat eine andere ansicht von Moral, die einen finden Raubkopieren unmoralisch, die anderen nicht, so ist es auch mit dem Spicken. Solange man niemandem schadet, was beim Spicken meines erachtens nicht der Fall ist, bleibt es für mich grundsätzlich erstmal moralisch vertretbar.

Wenn man niemandem schaden würde, würde ich Dir Recht geben. Ich gehe aber eben davon aus, DASS man jemandem schadet.


Ich gehe mal davon aus, du siehst den schaden darin dass jemand der nicht Spickt gegenüber jemandem der Spickt schlechter dasteht? Wenn man von der Annahme ausgeht, dann schadet aber auch derjenige der viel lernt allen anderen, die weniger lernen...

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Abgesehn davon, ein Auslandsjahr kann sich auch nicht jeder Leisten und macht sich auf dem lebenslauf in aller Regel sehr gut, unfairer Vorteil für dich?


Jain. Im Nachhinein vielleicht. Andererseits waren da soviele mit Stipendium, teilweise Vollstipendium. Von daher...


Naja, jeder kann es sich trotzdem nicht leisten, wär schön wenns genug Stipendien für alle gäbe...

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Die Frage hier wäre ja:
1) Wie wichtig war denn die note für dich? Wenn du nicht unbedingt Chemie, Bio oder ähnliches studieren willst, kann man durchaus auch ganz gut damit leben.
Naja ich studiere was Ähnliches. Und Chemie war immerhin Prüfungsfach.
Zitat:
2) Wie freiwillig war der Verzicht auf nachhilfe, wenn deine Eltern (und nicht du) das von vorneherein ausgeschloßen haben...


Naja, der Ausschluss erfolgte in der Grundschule, da konnte ich noch nicht gut selbst entscheiden. Würde es aber heute genauso machen.


Ich glaube dir gerne, dass du das heute auch so machen würdest...immerhin warst du trotzdem recht erfolgreich und studierst nun, daher stellt sich die Frage nicht wirklich. Aber ich frage mich wirklich, ob du deinem Kind Nachhilfe verwehren würdest, wenn du sehen würdest dass es Probleme in bestimmten Fächern hat, nur damit es gegenüber anderen keinen Vorteil hat? Ich persönlich kann mir das kaum Vorstellen.

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Wie immer, jeder Entscheidet welche Regeln er befolgt. Kopierst du Filme/Musik/Spiele?

Nein.

Zitat:

zahlst du GEZ?

Wenn ich ein Gerät nutzen würde? Der PC hier steht bei meinen Eltern, die sind angemeldet.
Zitat:

Zahlst du all deine Steuern?


Wenn ich müsste, ja.
Zitat:


Nie mal ne günstige Stange zigaretten am Zoll vorbei geschmuggelt?
Nein.
Zitat:

Trennst du immer sorgfältig den Müll?

Ok, schuldig. Nur: DA sehe ich den Schaden nicht, da das ganze Gerümpel sowieso nochmal neu auseinandersortiert wird. Dadurch haben die Sortierer ihren Arbeitsplatz.

Zitat:
Alles kleinigkeiten, wo m.E. viele sicht nicht "Regelkonform" verhalten. Und m.E. hätten nur die, ein Recht bei dieser Diskussion mit der Moralkeule zu kommen, wenn sie sich auch sonst in all diesen kleinen Sachen entsprechend verhalten. Dürften allerdings die aller aller aller wenigsten sein...

Das dürfte ich dann also. Oder?


Ehm, ich denke es versteht sich von selbst dass die Liste nicht vollständig ist...
Und was die Sache mit dem Müll betrifft:
Der schaden besteht darin, dass kosten durch die notwendige Trennung entstehen, die in aller Regel die Allgemeinheit tragen muss und die dann für andere Zwecke nicht zu Verfügung stehen. (zumindest erhöhte Kosten weil mehr sortiert werden muss).
Und naja, wenn der Arbeitsplatz das ganze entschuldigt, während dem Studium waren die Aufsichtspersonen in aller Regel nicht Dozenten, sondern externe Leute die extra dafür bezahlt wurden...


Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Faul ist für mich derjenige, der nicht bereit ist die Notwendige Arbeit für die erreichung eines Ziels zu leisten.


Seltsame Definition von Faul. Wenn also jemand nie irgendetwas tut, weder lernt noch spickt und ein Abi von 4,0 hinlegt war der nicht faul?


Wenn er kein anderes Ziel hatte als einfach nur irgendwie zu bestehen, warum hätte er dann mehr tun sollen? Wenn du 1 km Joggen gehen willst und das tust, sagst du dir am ende doch auch nicht "man bin ich faul weil ich keine 2 km gejoggt bin" oder?

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Wenn es sein Ziel ist, eine gewisse Note durch Spicken zu erreichen, dann besteht die Arbeit halt darin nen Spicker zu erstellen.


Naja nun gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder das Erstellen des Spickers ist genausoviel oder mehr Arbeit wie das Lernen. Dann erschließt sich mir der Sinn des Spickers nicht, denn man hat mehr oder genausoviel Arbeit UND ein erhöhtes Risiko.
Oder man spart Arbeit durch das Spicken, dann spickt man wohl auch, um Arbeit einzusparen und DAS nun wieder nennt man Faulheit.


Du scheinst davon auszugehen, dass der Grund fürs Spicken einfach darin liegt, dass man die Arbeit dafür scheut, liegt vielleicht aber auch einfach darin dass es keinerlei Vorteil gibt nicht zu spicken...
Wenn ich meinetwegen Holz kleinmachen will und dafür ne Motorsäge nehm statt ner Axt, dann nicht unbedingt weil ich faul bin. Du aber würdest dann sagen, entweder es macht genausoviel arbeit oder aber du bist zu Faul für die Axt....


Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Was sonst wäre denn jemand, der in für Ihn wichtigen Klausuren ganz normal lernt und in für ihn weniger wichtigen klausuren spickt...Faul oder doch nicht?

Faul bei den Spickerklausuren, ansonsten würde er wohl lernen.
Zitat:

Darüber müssen wir aber nicht unbedingt weiter diskutieren, Faulheit definiert eh jeder anderst für sich.
Schau ins Lexikon.


Noch besser, ich hab mal Wikipedia bemüht:

Im übertragenen Sinn bezeichnet er (Der Begriff Faulheit), was in Abwesenheit anderer Erklärungen den Menschen von innen heraus abhält zu arbeiten.

Kannst du jegliche andere Erklärung ausschließen?[/quote]
xmisterDx
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 6109

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 22:28:29    Titel:

Klunki hat folgendes geschrieben:

Bitte erlaube mir die Frage, was das mit "zu viel machen" zu tun hat. Ich hab nur gesagt "lieber zu viel im Kopf, anstatt zu wenig". Wie ich zu dem Wissen komme is im ersten Schritt irrelevant.
Ich wollte damit nur betonen die Einstellung "man muss nur wissen wo es steht" kann auch mal "kontraproduktiv" sein.


Naja schau:

Dein Arbeitgeber gibt dir beispielsweise die Aufgabe eine Strömungsberechnung zu machen. Dazu musst du dich ein bißchen in Thema x einlesen, damit du das hinkriegst...

Kein Problem gehört ja schließlich zur Arbeit und muss gemacht werden. Ich bezweifle jedoch, dass dein Arbeitgeber dir auch die Zeit bezahlt, die du aufwendest um dich in Thema y und z einzulesen, weils dich interessiert und du lieber zuviel weisst, als zu wenig...

Das musst du dann also in deiner Freizeit machen. Wers mag ok. Aber für deine Arbeit isses letztlich nicht relevant. Und ich bezweifle ehrlich gesagt auch, dass es das wirklich wert ist. Denn wer dich vorführen will, der schafft das auch. Und wer es nicht will, der wird auch akzeptieren wenn du sagst:

"Tut mir leid, die Frage kann ich im Moment leider nicht beantworten. Ich werde nachsehen und Sie dann schnellstmöglich kontaktieren."
Klunki
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 09.10.2007
Beiträge: 2781

BeitragVerfasst am: 01 März 2010 - 22:45:54    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:

Naja schau:

Dein Arbeitgeber gibt dir beispielsweise die Aufgabe eine Strömungsberechnung zu machen. Dazu musst du dich ein bißchen in Thema x einlesen, damit du das hinkriegst...

Kein Problem gehört ja schließlich zur Arbeit und muss gemacht werden. Ich bezweifle jedoch, dass dein Arbeitgeber dir auch die Zeit bezahlt, die du aufwendest um dich in Thema y und z einzulesen, weils dich interessiert und du lieber zuviel weisst, als zu wenig...


Entschuldigung, aber das is mir zu viel "binäres Denken".
Ich kenne nun wirklich kein Thema, zum Beispiel Strömungsmechanik, was man einfach so von anderen abgrenzen kann.
Um Berechnungen durchzuführen muss man sowohl über Turbulenz, Grenzschichten, Transportgleichungen und und und, Bescheid wissen. Es gibt kaum Themen die innerhalb dieses Themengebiets nicht dazu gehören. Im Gegenteil, zusätzlich müsste man ebenso sogar über FEM und Dynamik sich informieren. Stichwort Kopplung von Kräften im Fluid und Verformung von Körpern.
Kurz, ich kenne kein Thema "y" und "z" welches nicht essentiell für die Berechnungen sind. Zudem müssen Fehler abgeschätzt werden, welches man nur bewerkstelligen kann, wenn man alles was im Strömungsgebiet geschieht einschätzen kann. Man lernt halt sein Leben lang.

Zitat:

Das musst du dann also in deiner Freizeit machen. Wers mag ok. Aber für deine Arbeit isses letztlich nicht relevant.


Glaub mir, mein Arbeitgeber gibt mir genug bezahlte Stunden, um mich nur in bestimmte Themen einzuarbeiten, weil er weiß, was es wert is.
Und wie gesagt, von mir aus mag das in "kleinen Klitschen" egal sein und die Themengebiete eingeschränkter, nur sollte man sich die Frage stellen, warum man nur über besondere Leistungen in die großen Unternehmen reinkommt Wink

PS:
Im Endeffekt zielt deine Denkweise doch darauf aus, dass man eben dann Ingenieure vor den Berechnungsprogrammen sitzen hat, die nicht wissen, wie die Gleichungen in Berechnungsprogrammen diskretisiert werden (Stichwort: der andere THread im Ing-Bereich Wink). Jenes kostet wertvolle Zeit, weil, wie ich schon mehrmals angemerkt habe, solche Berechnungen manchmal Wochen laufen und DAS ist dann "unwirtschaftlich".

Im Grunde is es natürlich eine Philosophie-Frage, worauf jeder persönlich Wert legt, aber ich bin nun schon ne Weile im Betrieb um diese Einstellung getrost, ohne zögern, für mich untermauern zu können. Wenn du andere Erfahrungen gemacht hast mag das gut sein, aber zumindest für meinen Bereich kann man sich das schon zu Herzen nehmen.
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 15:54:56    Titel:

Zitat:


Du hast Deine Moralvorstellungen- und Werte, wunderbar. Könntest Du es aber bitte unterlassen, uns Deinen Moralstempel aufzudrücken und jene die da anderer Meinung sind, unterschwellig zu beleidigen ?


Nochmal: RATIONAL finde ich Spicken richtig. Wenn hier bitte irgendjemand irgendeine Moral erklären könnte, nach der Spicken ebenfalls richtig ist (muss nicht meine sein) ist es meinethalben auch moralisch in Ordnung. Nur bis jetzt hat jeder, der das versucht hat, lediglich die rationale Schiene erklärt.
Wenn jemand GAR KEINE Moral hat oder haben will (und deshalb natürlich überhaupt kein moralisches Problem mit Spicken hat), auch in Ordnung.
Aber wenn jemand sagt, es sei moralisch vollkommen ok, möge er doch bitte die Moral dazu erklären.


Zitat:


Inwiefern schadet man "diesem" denn?

Das habe ich innerhalb dieses Threads schon mindestens 2 Mal erklärt und einige andere auch, ich werde es hier nicht noch einmal mehr schreiben, Du kannst lesen.
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 15:56:17    Titel:

Doppelpost.
KamiKami
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 17.08.2007
Beiträge: 1792
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 16:05:15    Titel:

Ich kann keinerlei Schaden entdecken, außer eines moralischen Fauxpas, was - und das habe ich bereits angesprochen - unter dieser Prämisse einer völlig subjektiven Moral reinste Tautologie ist. Deine Moralverstöße müssen nicht unbedingt welche sein.

Die Begründung es sei nicht fair, ist doch lachhaft. Insofern bedarf es da keiner Erklärung, wieso Spicken moralische i. O. sei.

Gruß
_________________
Geist über Materie.
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 16:10:27    Titel:

Zitat:

Ich gehe mal davon aus, du siehst den schaden darin dass jemand der nicht Spickt gegenüber jemandem der Spickt schlechter dasteht? Wenn man von der Annahme ausgeht, dann schadet aber auch derjenige der viel lernt allen anderen, die weniger lernen...


Den weniger Lernenden steht es ohne Umgehung rechtlicher, uniinterner oder moralischer Regeln und ohne erhöhtes Risiko frei, mehr zu lernen. Für die Nichtspickenden trifft das Equivalent nicht zu.
Zitat:


Naja, jeder kann es sich trotzdem nicht leisten, wär schön wenns genug Stipendien für alle gäbe...

Wäre es, ja.
Zitat:

Aber ich frage mich wirklich, ob du deinem Kind Nachhilfe verwehren würdest, wenn du sehen würdest dass es Probleme in bestimmten Fächern hat, nur damit es gegenüber anderen keinen Vorteil hat?


Neinnein. Würde ich, aber eher aus dem Grund, dass ich denke, jemand der (ohne äußere Gründe, gerade Scheidung der Eltern, lange Krankheit oder etwas in der Art) das Gymnasium nicht alleine packt gehört nicht dahin.
Es führt das ganze Schulsystem ad absurdum wenn der Abschluss nicht von einer Mischung aus Talent und Fleiß sondern von der Anzahl der Nachhilfestunden abhängt.
Persönlich würde ich mir mindestens ein Kind wünschen, dass kein Abi macht, ich will nicht, dass meine ganze Familie bei den Akademikern versackt. Wenn allerdings alle problemlos bis zum Abi durchkommen, lasse ich sie natürlich.






Zitat:
Und naja, wenn der Arbeitsplatz das ganze entschuldigt, während dem Studium waren die Aufsichtspersonen in aller Regel nicht Dozenten, sondern externe Leute die extra dafür bezahlt wurden...

Waren sie das bei euch? Bei uns sind es meistens die Tutoren, gehört zum Tutorenjob.

Zitat:

Wenn er kein anderes Ziel hatte als einfach nur irgendwie zu bestehen, warum hätte er dann mehr tun sollen?


Hätte er nicht. Was sein Ziel angeht, handelt er ökonomisch. Faul ist er deswegen, weil er deutlich weniger tut als er problemlos könnte.

Zitat:

Wenn du 1 km Joggen gehen willst und das tust, sagst du dir am ende doch auch nicht "man bin ich faul weil ich keine 2 km gejoggt bin" oder?
Jetzt bin ich kein Jogger. Würde ich aber 2 Mal im Jahr Marathon laufen und dann auf einmal auf einen Km runterfahren würde ich mich schon als faul bezeichnen.
Habe ich nie gejoggt, jogge nun aber häufig und laufe nach Monaten und Jahren IMMER NOCH nur einen Km obwohl ich von der Kondition her längst mehr schaffen würde und auch die Zeit dazu hätte, würde ich mich schon als faul bezeichnen, ja, auch dann, wenn ich nie vorhatte mehr als einen KMmzu laufen.


Zitat:

Du scheinst davon auszugehen, dass der Grund fürs Spicken einfach darin liegt, dass man die Arbeit dafür scheut, liegt vielleicht aber auch einfach darin dass es keinerlei Vorteil gibt nicht zu spicken...


Der VORTEIL vom Nichtspicken ist auf alle Fälle der, dass man nicht beim Spicken erwischt werden kann also nicht die Möglichkeit besteht, einen Sechser fürs Spicken zu kassieren. Es muss also irgendein Vorteil im Spicken liegen, der den Vorteil vom Nichtspicken mindestens kompensiert. Welcher, wenn nicht die Arbeitsersparnis, ist das denn dann?
Zitat:

Wenn ich meinetwegen Holz kleinmachen will und dafür ne Motorsäge nehm statt ner Axt, dann nicht unbedingt weil ich faul bin.


Naja doch. Nicht zwingend negativ faul. Aber Du nimmst doch die Motorsäge zur Arbeitsersparnis, oder nicht? Das ist doch Faulheit, irgendwelche Mittel zur Arbeitsersparnis benutzen? Ich bin auch faul wenn ich zum Einkaufen mit dem Auto fahre anstatt zu laufen.
Zitat:

Du aber würdest dann sagen, entweder es macht genausoviel arbeit oder aber du bist zu Faul für die Axt....


Joa. Nur negativ wird die Faulheit erst dann (die steht ja prinzipiell jedem frei), wenn Du das in einem Wald machst wo wegen lärmempfindlicher Tierarten die Motorsäge verboten ist.
Zitat:


Noch besser, ich hab mal Wikipedia bemüht:
*Hust*. Ok, bei sowas mag es stimmen, aber Wiki BESSER als ein Lexikon?
Zitat:

Im übertragenen Sinn bezeichnet er (Der Begriff Faulheit), was in Abwesenheit anderer Erklärungen den Menschen von innen heraus abhält zu arbeiten.
Passt doch.
Zitat:

Kannst du jegliche andere Erklärung ausschließen?
Nenn mal eine?
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 16:19:54    Titel:

Zitat:
Ich kann keinerlei Schaden entdecken, außer eines moralischen Fauxpas, was - und das habe ich bereits angesprochen - unter dieser Prämisse einer völlig subjektiven Moral reinste Tautologie ist. Deine Moralverstöße müssen nicht unbedingt welche sein.


Nach dieser Logik gibt es nun keinen Moralverstoß, richtig? Und zwar nirgends. Denn: Allein der Gedanke, es ist dann nicht in Ordnung, wenn es jemandem schadet, ist doch schon subjektiv.
Angenommen, jeder Spickzettel würde 2 Leute umbringen (völliger Schwachsinn) und jemand sagt, es ist nicht ok zu spicken wegen der Toten könnte ja nun auch wieder jemand sagen: Subjektiv, natürlich ist es ok, ich habe moralisch kein Problem mit den Toten.
Ist die gleiche Argumentation, nur, weil arg überspitzt, ein wenig drastischer.

Aber nochmal für Dich: 30 Leute schreiben eine Klausur. 3 haben eine 1, diese 3 hatten einen Spicker und haben ihn benutzt. Die Viertbeste Klausur ist eine 3 (ohne Spicker). Ist es nicht möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass Nummer 4 ohne die Spicker von 1-3 eine 2 oder 1 gehabt hätte? Da ist der Schaden.
Ich habe so etwas übrigens tatsächlich schon erlebt, eine Klausur in der sehr viele gespickt haben, eben auch einige von denen mit sehr guten Noten. Das war in der Klasse mehr oder weniger bekannt, fiel aber anscheinend der Lehrkraft nicht auf.
Die gab die korrigierte Klausur zurück mit ein paar deutlichen Worten zur ach so faulen Klasse und dem Kommentar, wenigstens die paar mit den Einsern seien ja fleißig gewesen.
Einer in der Klasse ging das dann doch gegen den Strich, die sagte dann ohne Namensnennung laut das sei ja kein Wunder, die Leute mit den Einsern hätten ja auch großteils gespickt.
Die Nachgeschichte kannst Du Dir vorstellen. Nun ist der Schaden nicht allzu groß, aber ich sehe es schon als Schaden an, mir vorwerfen lassen zu müssen, ich sei deutlich fauler als x,y und z und diese drei seien so fleißig, wenn die Einschätzung lediglich darauf beruht, dass x, y und z sich einen Vorteil verschafft haben der mit Fleiß nichts zu tun hat.
Zitat:

Die Begründung es sei nicht fair, ist doch lachhaft.


Weil?

Zitat:
Insofern bedarf es da keiner Erklärung, wieso Spicken moralische i. O. sei.
Eine Antwort, die geschickt die Frage umgeht.
INNERHALB einer Moral sollte man ALLES, was man für moralisch in Ordnung hält (was das jeweils ist, kann sehr stark variieren) auch begründen können.
Brand-Ing
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 07.11.2008
Beiträge: 3091

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 16:30:06    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Ich habe so etwas übrigens tatsächlich schon erlebt, eine Klausur in der sehr viele gespickt haben, eben auch einige von denen mit sehr guten Noten. Das war in der Klasse mehr oder weniger bekannt, fiel aber anscheinend der Lehrkraft nicht auf.
Die gab die korrigierte Klausur zurück mit ein paar deutlichen Worten zur ach so faulen Klasse und dem Kommentar, wenigstens die paar mit den Einsern seien ja fleißig gewesen.
Einer in der Klasse ging das dann doch gegen den Strich, die sagte dann ohne Namensnennung laut das sei ja kein Wunder, die Leute mit den Einsern hätten ja auch großteils gespickt.
Die Nachgeschichte kannst Du Dir vorstellen. Nun ist der Schaden nicht allzu groß, aber ich sehe es schon als Schaden an, mir vorwerfen lassen zu müssen, ich sei deutlich fauler als x,y und z und diese drei seien so fleißig, wenn die Einschätzung lediglich darauf beruht, dass x, y und z sich einen Vorteil verschafft haben der mit Fleiß nichts zu tun hat.


Meiner Ansicht nach kein Problem des Spickers sondern ein Problem des weltfremden Profs, der denkt in seiner Klausur spickt niemand (und dazu noch die Möglichkeit geschaffen hat denn offensichtlich wurde nicht ausreichend kontrolliert).
just_phil
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 23.08.2008
Beiträge: 762

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 16:47:26    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
30 Leute schreiben eine Klausur. 3 haben eine 1, diese 3 hatten einen Spicker und haben ihn benutzt. Die Viertbeste Klausur ist eine 3 (ohne Spicker). Ist es nicht möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass Nummer 4 ohne die Spicker von 1-3 eine 2 oder 1 gehabt hätte? Da ist der Schaden.


Wieso sollte Nummer 4 denn eine 2 oder gar 1 haben, wenn seine eigene Leistung nicht mehr hergibt als die 3? Ist ja schön und gut für die Spicker, dass sie eine 1 haben, aber wieso das Nummer 4 direkt oder indirekt schaden soll, ist mir nicht ganz klar. Nach Deinem Beispiel gehst Du davon aus, dass die Lehrkraft immer die beste Note als Referenz nimmt und dann den Bewertungsmaßstab daran anpasst, oder? Normalerweise sieht es doch aber so aus, dass - nur, weil die ganze Klasse oder auch ein Studiengang möglicherweise versagt hat - nicht sofort die Bewertung der Klausur entsprechend nach oben korrigiert wird, damit vielleicht wieder eine schöne Glockenkurve entsteht...

Wenn die drei Spicker super abgeschnitten haben und der ganze Rest der Klasse nicht, dann ist das eben so. Ob man sich dann ungerechtfertigterweise Faulheit vom Lehrer nachsagen lassen muss (in der Hinsicht ist es natürlich nicht gerade schön, da stimme ich Dir zu), ist aber eine ganz andere Geschichte. Die Note hat sich schließlich jeder selbst "verdient", egal wie. Wenn ich nun mal auf ehrlicher Weise nur 23 von 40 Punkten geholt habe, dann wären da nicht plötzlich 33 daraus geworden, wenn die Spicker nicht mitgeschrieben oder ohne Spicker womöglich schlechter abgeschnitten hätten.
KamiKami
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 17.08.2007
Beiträge: 1792
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 16:50:25    Titel:

Wieso sollte Nummer 4 eine bessere Note bekommen, wenn er - ob nun die anderen einen Spicker benutzen oder nicht - in beiden Fällen ohnehin die gleichen Fehler machen würde bzw. seine Leistung die gleiche bleibt bzw. unter der etwas anders gearterten Leistung der anderen drei Schüler mit Spicker liegt?! Maßstab? Schaden?

Und ja, wenn das Benutzen eines Spickers denn ja so große Vorteile bringt, dann ist ja jeder, der diese Option nicht in Anspruch nimmt, sich aber im Nachhinein beschwert, selbst der Dumme.

Zitat:
Weil?


Weil Aussagen wie "das ist nicht fair" oder "das ist nicht gerecht" einen Brechreiz bei mir verursachen, zumindest bei solchen trivialen Sachverhalten, wo sich mehr aufgeplustert als argumentiert wird. Es liegt doch auf der Hand wieso - Tautologie, Subjektivität, Emergenz etc. pp.

Zitat:
Eine Antwort, die geschickt die Frage umgeht.
INNERHALB einer Moral sollte man ALLES, was man für moralisch in Ordnung hält (was das jeweils ist, kann sehr stark variieren) auch begründen können.


Aber eben da liegt doch des Pudels Kern. Ich stehe hier nicht in der Beweispflicht, diese liegt beim Postulierenden. Die Verneinung eines moralischen Maßstabes - auch nur entstanden im Zuge so genannter Moralprozesse (such Dir die Institution aus ) - genügt als Begründung.

Gruß
_________________
Geist über Materie.
Richi
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 09.06.2005
Beiträge: 647

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 17:05:57    Titel:

Viviane21 hat folgendes geschrieben:
Zitat:

Ich gehe mal davon aus, du siehst den schaden darin dass jemand der nicht Spickt gegenüber jemandem der Spickt schlechter dasteht? Wenn man von der Annahme ausgeht, dann schadet aber auch derjenige der viel lernt allen anderen, die weniger lernen...


Den weniger Lernenden steht es ohne Umgehung rechtlicher, uniinterner oder moralischer Regeln und ohne erhöhtes Risiko frei, mehr zu lernen. Für die Nichtspickenden trifft das Equivalent nicht zu.


Die Frage, wie man den Schaden vermeiden könnte und die Fragen, ob ein Schaden entsteht haben wenig miteinander zu tun...

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Aber ich frage mich wirklich, ob du deinem Kind Nachhilfe verwehren würdest, wenn du sehen würdest dass es Probleme in bestimmten Fächern hat, nur damit es gegenüber anderen keinen Vorteil hat?


Neinnein. Würde ich, aber eher aus dem Grund, dass ich denke, jemand der (ohne äußere Gründe, gerade Scheidung der Eltern, lange Krankheit oder etwas in der Art) das Gymnasium nicht alleine packt gehört nicht dahin.
Es führt das ganze Schulsystem ad absurdum wenn der Abschluss nicht von einer Mischung aus Talent und Fleiß sondern von der Anzahl der Nachhilfestunden abhängt.
Persönlich würde ich mir mindestens ein Kind wünschen, dass kein Abi macht, ich will nicht, dass meine ganze Familie bei den Akademikern versackt. Wenn allerdings alle problemlos bis zum Abi durchkommen, lasse ich sie natürlich.


Nach dieser Logik würde glaube ich kein Kind aufs Gymnasium gehören, denn ich persönlich bin der Meinung, dass ohne frühe Förderung (und darunter verstehe ich einfach mal das Spielen mit dem Kind, vorlesen von Geschichten, mal einfach Äpfel zählen lassen etc. also nichts was man unbedingt zahlen muss) kaum ein Kind später auf dem Gymnasium landen (oder zumindest viel schwerer). Und da leider nicht alle Eltern das machen können/wollen, würde da schon der unfaire Vorteil anfangen...
Aber darüber müssen wir nicht weiter reden, unsere Ansichten liegen da glaube ich soweit voneinander entfernt, weiter könnten Sie glaube ich gar nicht sein.
Btw. würde mich aber troztdem interessieren, was denn "bei den Akademikern versackt" bedeutet?


Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Und naja, wenn der Arbeitsplatz das ganze entschuldigt, während dem Studium waren die Aufsichtspersonen in aller Regel nicht Dozenten, sondern externe Leute die extra dafür bezahlt wurden...

Waren sie das bei euch? Bei uns sind es meistens die Tutoren, gehört zum Tutorenjob.


Ich schätze mal das kann jede Hochschule handhaben, wie sie will, bei uns war es so.

quote]Würde ich aber 2 Mal im Jahr Marathon laufen und dann auf einmal auf einen Km runterfahren würde ich mich schon als faul bezeichnen. [/quote]

Auch wenn du aufgrund einer Verletzung nur noch 1 km joggst? Oder weil du einfach keine Lust mehr auf Maraton hast und daher mit 1km genauso gut auskommst? Es geht immer um den Grund...

Zitat:
Der VORTEIL vom Nichtspicken ist auf alle Fälle der, dass man nicht beim Spicken erwischt werden kann also nicht die Möglichkeit besteht, einen Sechser fürs Spicken zu kassieren. Es muss also irgendein Vorteil im Spicken liegen, der den Vorteil vom Nichtspicken mindestens kompensiert. Welcher, wenn nicht die Arbeitsersparnis, ist das denn dann?


Die Möglichkeit, eine bessere Note zu bekommen als es nur durch lernen vielleicht der Fall wäre z.B.

Zitat:
Das ist doch Faulheit, irgendwelche Mittel zur Arbeitsersparnis benutzen?


Ich würde das eher als Effizienz bezeichnen.

Viviane21 hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Noch besser, ich hab mal Wikipedia bemüht:
*Hust*. Ok, bei sowas mag es stimmen, aber Wiki BESSER als ein Lexikon?
Zitat:

Im übertragenen Sinn bezeichnet er (Der Begriff Faulheit), was in Abwesenheit anderer Erklärungen den Menschen von innen heraus abhält zu arbeiten.
Passt doch.
Zitat:

Kannst du jegliche andere Erklärung ausschließen?
Nenn mal eine?


Die Erwartung einer besseren Note, als die die man nur durch lernen erwartet zu erreichen zum Beispiel. Oder fehlende Motivation, da man den Stoff später nicht brauchen wird und die chance erwischt zu werden als rel. unwahrscheinlich einschätzt. Beides Gründe, die das Spicken erklären, daher wäre es in diesen Fällen nicht auf Faulheit zurückzuführen.
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 18:12:07    Titel:

Zitat:


Wieso sollte Nummer 4 denn eine 2 oder gar 1 haben, wenn seine eigene Leistung nicht mehr hergibt als die 3?


Weil es sehr viele so machen, dass die beste Klausur als 1,0 mit 100% gilt (auch wenn der mit der besten Klausur nur 80 von 100 Punkten erreicht hat). Danach wird dann runtergerechnet. Ohne die Spicker wäre es gut möglich gewesen, dass Nummer 4 die beste Klausur hat, da die Spicker benutzt wurden wäre die Differenz zu den ersten Dreien in jedem Fall geringer => bei einer Berechnung nach der Methode: "Der beste hat eine eins und dann immer nach unten" wäre die Note von Nummer 4 fast sicher besser.

Zitat:

Ist ja schön und gut für die Spicker, dass sie eine 1 haben, aber wieso das Nummer 4 direkt oder indirekt schaden soll, ist mir nicht ganz klar.


Siehe oben. Aber nochmal: 1,2 und 3 haben jeweils 100 von 120 Punkten (man könnte auch unterschiedliche Punktzahlen nehmen aber dann wird der Text noch länger. Der Lehrer geht nun hin und gibt denen mit 100 Punkten eine 1, ab 90 eine 2, ab 75 eine 3 und zwischen 50 und 60 eine 4. Nummer 4 hat 70 Punkte.
(Die VERTEILUNG könnte natürlich auch abweichen).
So. In derselben Klausur ganz ohne Spicker hätten 1, 2 und 3 jeweils um die 90 Punkte (um einmal davon auszugehen, dass sie durchaus auch selbst etwas konnten.) Damit liegt die 1 bei 90, die 4 bei 45 und der Rest verteilt sich entsprechend. Wenn die Punkte ansatzweise ähnlich verteilt sind wie in der ersten Variante hat Nummer 4 mit seinen 70 Punkten hier noch eine 2.
Andersherum KANN es natürlich auch so aussehen, dass 1, 2 und 3 ohne Spicker wirklich gar nichts wissen und irgendwo hinten landen. In dem Fall hätte Nummer 4 dann mit seinen 70 Punkten eine 1 und eine 4 würde jeder bekommen, der mindestens 35 Punkte erhält.
In allen 3 Fällen sorgen die Spicker der ersten 3 dafür dass weniger Leute bestehen.
Zitat:

Nach Deinem Beispiel gehst Du davon aus, dass die Lehrkraft immer die beste Note als Referenz nimmt und dann den Bewertungsmaßstab daran anpasst, oder?


Habe ich auch oft genug so erlebt, zugegeben an der Uni seltener als in der Schule.
Gerade übrigens wieder, allerdings andersrum: Die beste Klausur waren 34 (oder so) von 40 möglichen Punkten, die Person bekam eine 1,0. Normalerweise hätte man 20 Punkte zum Bestehen gebraucht, so nur 18,5. Es GIBT auch Klausuren wo das vorher feststeht, aber eben auch genug andere.
Zitat:
Die Note hat sich schließlich jeder selbst "verdient", egal wie.


Wenn ich erfolgreich eine Bank überfalle oder meinethalben das Finanzamt bescheiße habe ich mir das Geld also auch selbst verdient?
Zitat:

Wenn ich nun mal auf ehrlicher Weise nur 23 von 40 Punkten geholt habe, dann wären da nicht plötzlich 33 daraus geworden, wenn die Spicker nicht mitgeschrieben oder ohne Spicker womöglich schlechter abgeschnitten hätten.


OHNE Gaußkurve nicht aber mit eben schon.

Selbst ohne hat man immernoch das Problem, dass viele Arbeitgeber immer noch nach Noten gehen, so dass jemand, der sich durch die Uni schummelt den Job eher kriegt als jemand mit einer halben Note schlechter, die aber ohne Schummeln.
Keine Ahnung ob das in der Uni in dem Ausmaß geht, aber im Abi geht es bestimmt. Und DAS Problem zeigt sich dann bei der ZVS.
Viviane21
Senior Member
Benutzer-Profile anzeigen

Anmeldungsdatum: 08.02.2007
Beiträge: 2203

BeitragVerfasst am: 02 März 2010 - 18:23:20    Titel:

KamiKami:

Zitat:
Wieso sollte Nummer 4 eine bessere Note bekommen,
Siehe oben. Gaußkurve.
Zitat:

Und ja, wenn das Benutzen eines Spickers denn ja so große Vorteile bringt, dann ist ja jeder, der diese Option nicht in Anspruch nimmt, sich aber im Nachhinein beschwert, selbst der Dumme.
Rational ja, aber das habe ich auch nie bestritten.


Zitat:

Weil Aussagen wie "das ist nicht fair" oder "das ist nicht gerecht" einen Brechreiz bei mir verursachen, zumindest bei solchen trivialen Sachverhalten, wo sich mehr aufgeplustert als argumentiert wird. Es liegt doch auf der Hand wieso - Tautologie, Subjektivität, Emergenz etc. pp.
Mit Fachbegriffen um sich schmeißen hilft halt nicht wirklich.
Meine Moral ist im Übrigen relativ einfach: Erlaubt ist alles, was niemandem schadet. Es gibt manchmal Probleme dabei "Schaden" und "jemand" zu definieren, aber im Großen und Ganzen glaube ich, dass dem Satz "Erlaubt ist alles, was niemandem schadet" doch einige zustimmen würden, zumindest insofern, dass es schön wäre wenn das viele befolgen.
Widersprichst Du mir?
Zitat:


Aber eben da liegt doch des Pudels Kern. Ich stehe hier nicht in der Beweispflicht, diese liegt beim Postulierenden.

Wer HAT in diesem Thread eigentlich zuerst postuliert? Ich meine diejenigen die spicken. In jedem Fall wäre das etwas seltsam, denn dann müsste derjenige, der als zweiter den Mund aufmacht, nichts mehr beweisen sondern könnte einfach behaupten.
Zitat:

Die Verneinung eines moralischen Maßstabes - auch nur entstanden im Zuge so genannter Moralprozesse (such Dir die Institution aus ) - genügt als Begründung.


Verständnisproblem. Heißt das übersetzt, Du erkennst schlicht keinen moralischen Maßstab an oder lehnst moralische Maßstäbe prinzipiell ab?

Falls ja, wäre Spicken natürlich kein Problem, aber DANN ist es sinnlos von Dir, über die moralische Richtigkeit von irgendetwas zu diskutieren, wenn gar keine Moral zählt, ist selbstverständlich auch nichts moralisch richtig oder falsch.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Foren-Übersicht -> Studium allgemein -> Spicken
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5  Weiter
Seite 2 von 5

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Chat :: Nachrichten:: Lexikon :: Bücher :: Impressum