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Raum und Zeit
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Horst
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Anmeldungsdatum: 09.09.2004
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BeitragVerfasst am: 27 Jul 2016 - 14:19:43    Titel:

Multivista hat folgendes geschrieben:
Was ist mit der Gegenwart?

Gibt es sei?

In der Physik kann es doch eigentlich keine Gegenwart geben, weil die nicht größer sein kann, als der Zeitpunkt einer Messung. Und dieser Zeitpunkt ließe sich noch in kleiner einer Millisekunde unterteilen. In der Psychologie heißt es, der Mensch nimmt die Gegenwart als einem Zeitraum von etwa 3 Sekunden wahr. Was vor 3 Sekunden war, ist bereits Vergangenheit.
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 12 Aug 2016 - 13:54:42    Titel:

Sehe ich auch so! Geggenwart gibt es nicht ....
Logisch ausgeschlossen....

Zum Thema Raum/Zeit hab ich was interessantes ausgegraben:

Prof. Heinz Haber 1975 "Gefangen in Raum und Zeit. Die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft" Makro- und Mikrokosmos, Unendlichkeit in Raum und Zeit.

http://pcast.sr-online.de/play/sr2-fragen-klassiker/2008-05-07_haber22061975.mp3
Horst
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Anmeldungsdatum: 09.09.2004
Beiträge: 112
Wohnort: Sachsen-Anhalt

BeitragVerfasst am: 15 Aug 2016 - 20:53:45    Titel:

Ja, jeder konstruiert sich sein Bild von seiner Umwelt, aus einem eigentlich recht schmalen Bereich der Wahrnehmung. Unterschiede gibt es, wobei eine gewisse Rot-Grün-Blindheit noch zu den kleineren Abweichungen bei der Konstruktion eines Bildes von der scheinbaren Realität gehört. Interessanter finde ich, dass rund 4% bis 11% der Bevölkerung zu den Synästheten gehören sollen, die ja darüber berichten können, wie sie ihre Umwelt abweichend vom Durchschnitt wahrnehmen. Interessant ist weiterhin, dass viele Synästheten zu den Kunstschaffenden gehören (und gehörten), weil sie zum Beispiel Töne oder ihre Kompositionen farbig sehen können.

Hatte vor wenigen Tagen erst nach Zeit-Raum-Synästhesie gesucht, dabei über diese gut bebilderte Beschreibung gestolpert. Bemerkenswert finde ich die Beschreibung und das Bild vom Tagesintervall (diagram of my day):

http://www.colourlovers.com/group/Palettisserie/conversations/5480/My_Synesthesia

Einzig was der Autor Heinz Haber in der Sendung über einen fehlenden magnetischen Sinn behauptete, da gehe ich nicht unbedingt mit. Vor einigen Jahren hatte ich einmal etwas darüber gelesen, dass in einer Studie Probanden einem Magnetfeld ausgesetzt wurden, welches nur ein wenig stärker als das natürlicher Magnetfeld gewesen sein soll und die haben die Realität ein wenig anders erlebt. Woran ich mich erinnern kann, anschließend sollen die Probanden behauptet haben, die veränderte Realität realer als die alltägliche Realität empfunden zu haben.

Doch das ist ein anderes Thema, jedenfalls gibt es Menschen, die über eine Zeit-Raum-Synästhesie (Time-Space Synesthesia) verfügen.
Multivista
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Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1757

BeitragVerfasst am: 16 Aug 2016 - 01:36:39    Titel:

Synästhesie - Vernetzung der Sinne
Neurologen erforschen ein bisher unverstandenes Phänomen: 160.000 Deutsche nehmen Reize mit dem "falschen" Sinnesorgan wahr
Von Thorsten Dargatz
Völlig fasziniert starrte das kleine Mädchen auf das abstrakte Bild an der Wand des Museums. Mal ging sie mit weit aufgerissenen Augen ganz nah an die Leinwand heran, dann entfernte sie sich wieder. Ganz so, als wollte sie jeden Quadratzentimeter erfassen. Die Mutter verfolgte das seltsam anmutende Schauspiel. Schließlich drehte sich ihre Tochter um und fragte: "Was sind das für Fische, Mutti?" Irritiert nahm sie ihr Kind an die Hand, um zu gehen, denn außer blauen, grünen und braunen Farbklecksen war auf dem Bild keine besondere Form erkennbar. Im Vorbeigehen schaute sie aber noch auf den Titel des Bildes und erschrak. Dort stand in kleinen Lettern: Forellen im Bach.
Die besorgte Mutter konnte damals noch nicht wissen, dass ihre Tochter über eine ganz besondere Fähigkeit verfügt - die Synästhesie. So nennen Experten eine besondere Form der Sinnesvernetzung. Rund 160.000 Menschen in Deutschland verfügen über die gleiche Fähigkeit und leben wie im Rausch. Sie erleben, was anderen verwehrt bleibt, empfinden Musik in bunten Farben, können Töne schmecken oder Farben riechen. Das Phänomen ist nicht neu, wird aber erst jetzt von der Wissenschaft untersucht. "Synästhesie ist keine Krankheit, sondern das Resultat einer spezifischen Vernetzung innerhalb des Gehirns", sagt Dr. Simon Baron-Cohen, Psychoneurologe an der Universität Cambridge.
Bei Synästhetikern handelt es sich um Menschen, bei denen sich die Sinne vermischen", sagt Dr. Sabine Schneider, die selbst über diese Fähigkeit verfügt und am psychologischen Institut der Universität Leipzig eine Forschungsgruppe zu diesem Thema leitet. "Manche kombinieren geschmackliche Eindrücke mit bestimmten Farbempfindungen, bei anderen können Töne leuchten oder Farben klingen. Es spricht einiges dafür, dass diese einzigartige Fähigkeit genetische Ursachen hat und auch weitervererbt wird. Von 26 Synästhetikern, die an der Universität Cambridge untersucht wurden, hatte die Mehrzahl Verwandte, bei denen das Phänomen ebenfalls auftrat. Über 80 Prozent der Synästhetiker sind Frauen und auch der Anteil der homosexuellen Männer ist überdurchschnittlich hoch.
Die meisten Menschen kommen mit der Fähigkeit gut klar. Meistens sind sie hochintelligent, sehr gute Schüler und Studenten und im kreativen Bereich besonders erfolgreich. Schwierigkeiten macht nur die Umwelt, die häufig mit Kopfschütteln und Unverständnis reagiert. "Deshalb halten sich viele Menschen im Hintergrund, trauen sich nicht, davon zu erzählen", sagt Dr. Schneider.
Die Wissenschaftler sind sich mittlerweile einig. Die abenteuerliche Fusion der Sinne ist nicht das Phantasieprodukt äußerst kreativer Personen. Eine synästhetische Wahrnehmung ist immer etwas Zusätzliches, niemals überlagert sie andere Wahrnehmungskanäle wie hören, sehen, schmecken, fühlen oder tasten. Sie ist einfach da. Deshalb haben diese Menschen auch die allerbesten Chancen, kreative Höchstleistungen zu vollbringen. Gerade in der Kunst- und Musikszene gibt es zahlreiche Synästhetiker: der Maler Wassily Kandinsky, der Komponist Nikolaj Rimsky-Korsakoff, der Pop-Art Künstler David Hockney. Sogar Goethe soll mit dieser Fähigkeit ausgestattet gewesen sein.
"Unter den Synästhetikern gibt es einige besonders Begabte", wie der Neurobiologe Professor Hinderk Emrich von der Medizinischen Hochschule Hannover herausgefunden hat. "Viele leiden zunächst unter ihrer Veranlagung. Aber sobald sie herausgefunden haben, dass sie nicht alleine sind, leben fast alle glücklich damit." Die bunte Erlebniswelt ist laut Emrich vergleichbar mit dem, was viele Konsumenten von LSD oder Marihuana empfinden. Bis zu 100.000 Farben können sie unterscheiden.
Die Erforschung des Phänomens bereitet allerdings Schwierigkeiten. "Die Wissenschaft verlangt immer nach messbaren Ergebnissen", sagt Dr. Schneider. "Doch die Synästhesie beruht auf subjektiven Eindrücken. Jeder hat seine eigene Wahrnehmungswelt." Für den einen stellt der Buchstabe A eine rote, für den anderen eine blaue Farbe dar. Wieder andere nehmen nur Musik als Farbe wahr. Schwierigste Aufgabe der Wissenschaftler: Wo im Gehirn werden synästhetische Reize ausgelöst? Sie haben einen Weg gefunden. Man kann den Blutfluss im Gehirn mit radioaktivem Xenongas messen. Eingeatmet lässt sich dieses Gas durch die Blutbahn verfolgen. Ergebnis: Die Synästhesie ist höchstwahrscheinlich eine Funktion des limbischen Systems. Das ist jener Teil des Gehirns, der für Gefühle und Erinnerungen zuständig ist.

Links ins World Wide Web Weitere Infos im Netz:www.mhh-synaesthesie.de <http://www.mhh-synaesthesie.de>
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