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Strafrecht Hausarbeit Freiburg
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68joker68
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Anmeldungsdatum: 27.03.2009
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 18 März 2010 - 20:55:33    Titel: Strafrecht Hausarbeit Freiburg

Hallo an alle, hoffe jemand kann mir helfen. Ich bin derzeit total verwirrt was man alles bei A prüfen soll und wie sie sich strafbar gemacht hat.

Zusammenfassung des Sachverhalts:

C manipuliert einen Heizlüfter sodass dieser unmittelbar nach einschalten Explodiert. Damit will er seine Kollegin T töten und deren Notebook zerstören. Er bittet seine Schwester A den Heizlüfter in das Büro der T zu bringen, da siein der Firma nicht bekannt ist. Diese bring den Heizlüfter aber versehentlich in das Büro des X. X bemerkt am Morgen dass es Ts Heizlüfter ist, bringt ihn in ihr Büro und schaltet ihn ein, um der T die Ankunft in einem Warmen Büro zu ermöglichen. Darauf Explodiert der Heizlüfter; X stirbt und das Notebook der A wird zerstört.

Hoffe jemand kann mir helfen. Bitte Bitte Bitte eye rolling smiley

Kommt KV infrage? Kv mit todesfolge? Sachbeschädigung? fahrlässige Tötung des X???
JuraHD2010
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Anmeldungsdatum: 10.03.2010
Beiträge: 500

BeitragVerfasst am: 19 März 2010 - 15:08:21    Titel:

Warum steht denn das Notebook der Schwester A im Zimmer des Kollegen T?^^ Wahrscheinlich gehört der Laptop auch dem T und du hast dich nur verschrieben.

Also Problematik ist hier error in persona/aberratio ictus. Fraglich ist, ob die Tötung des X vom Vorsatz des C umfasst ist. C wollte ja gar nicht X, sondern T töten. Eine aberratio citus scheint naheliegend.

Letztendlich bedeutet Vorsatz bei einem Erfolgsdelikt aber Vorsatz bezüglich des Kausalverlaufs. C hat den Heizlüfter so manipuliert, dass diejenige Person, die den Heizlüfter anschaltet, getötet wird und zusätzlich Gegenstände, die sich mit dieser Person im Raum befinden, zerstört werden.

X hatte also Vorsatz bzgl. des Mordes (Heimtücke, gemeingefährliches Mittel) an dem "anderen" (§ 211, 212!), der den Heizlüfter anschaltet und Vorsatz bezüglich der Sachbeschädigung an den Gegenständen, die durch diese Explosion zerstört werden. Dass er eine bestimmte Person umbringen wollte, spielt für die Tatbestandsverwirklichung des §§ 212, 211 keine Rolle, da diese ja nur von einem "anderen" Menschen sprechen. Bei diesen Fällen der mittelbaren Individualisierung liegt also immer ein error in persona vor.

Mmn liegt also ein Mord und eine vorsätzliche Sachbeschädigung vor. Wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass nicht etwa eine vorsätzliche Sachbeschädigung vorliegt, weil C den Laptop des T zerstören wollte und dies auch eingetreten ist. Eine vorsätzliche Sachbeschädigung liegt vor, weil der Vorsatz des C sich darauf gerichtet hat, dass Gegenstände in unmittelbarer Nähe des Heizlüfter durch dessen Explosion zerstört werden.

Danach wäre auch die Zerstörung eines anderen Laptops in einem anderen Büro vorsätzlich geschehen.

EDIT: Ups, grade gesehen dass es um A geht. Was weiß A denn vom Vorhaben ihres Bruders? Wenn sie weiß, dass er den Heizkörper manipuliert hat kommt Beteiligung am Mord (Beihilfe oder Mittäterschaft, je nachdem) und der Sachbeschädigung in Betracht.
68joker68
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Anmeldungsdatum: 27.03.2009
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 19 März 2010 - 20:11:25    Titel:

Danke für die ausführliche Antwort, es ging mir eigentlich nur um A. A hat die manipulationen bemerkt und ging davon aus, dass es beim Benutzer zu leichten Verbrennungen kommen könne und das umliegende Gegenstände zerstört werden. Also ich habe es so gemacht:

C:
Mord in mittelbarer Täterschaft an X (-)
versuchter mord in mittelbarer Täterschaft an T (+)
fahrlässige Tötung an X (+)
Anstiftung zur Sachbäschädigung (+)
Computersabotage (+)

A:
Mord an X (-)
fahrlässige Tötung an X (-)
Sachbeschädigung (+)

Ich frage mich jetzt ob ich noch versuchten Mord an T oder versuchte Körperverletztung an T prüfen muss. Oder findest du meine Prüfung falsch. Habe eine aberratio ictus angenommen.
JuraHD2010
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Anmeldungsdatum: 10.03.2010
Beiträge: 500

BeitragVerfasst am: 20 März 2010 - 22:50:41    Titel:

Wenn A dachte, dass Personen verletzt werden, muss du vorsätzliche KV bejahen, in jeder Tötung steckt ja eine KV. Fahrlässige Tötung würde ich bei A aber verwirklicht sehen, warum lehnst du das ab? Sachbeschädigung, würde ich auch so sehen. Bei Computersabotage wäre ich vorsichtig, da gehts doch eher um Störung von Datenverarbeitungsanlagen durch Viren, Würmer, etc. Ob damit auch das physische Zerstören der Anlage gemeint ist, naja. Steht da was in Kommentaren zu?

Bei C halte ich eine aberratio ictus wie ich in meiner ersten Antwort dargestellt hab, für falsch. Das Programmvorhaben des C richtete sich ja darauf, dass er durch die Manipulation des Heizlüfters den Menschen umbringt, der den Heizlüfter anstellt. Das ist geschehen. Die Identitätsverwechslung (error in persona) bzgl. der Person, die den Heizlüfter letztendlich anstellt, ist für den Vorsatz bei tatbestandlicher Gleichwertigkeit der Tatobjekte unbeachtlich. Lies dazu mal in Lehrbüchern was zur "mittelbaren Individualisierung". Der Klassiker ist da der Fall, dass A eine Autobombe im Auto des B plaziert, dann aber C einsteigt und lösfährt. Wird überall als error in persona klassifiziert.
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