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Schwierigkeiten Kontakte zu knüpfen
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ploctoc
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Anmeldungsdatum: 21.04.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 13:15:53    Titel: Schwierigkeiten Kontakte zu knüpfen

Hallo zusammen,
eigentlich fällt es mir nicht schwer neue Leute kennenzulernen, aber im Jurastudium fällt es mir unglaublich schwer.
Ich habe die Uni nach dem ersten Semester gewechselt, da das alles mit den Kursen total unterschiedlich war, und hier alles einjährige Grundkurse sind, habe ich dann im 2. Semester nur die Übung für Fortgeschrittene im Strafrecht gemacht. Dort habe ich ein paar ganz nette Bekanntschaften gemacht, die aber über oberflächlichen Kontakt nicht hinausgegangen sind, und mit denen ich jetzt auch überhaupt keine Kurse mehr habe.
Dann habe ich im 3. Semester mit den GK in Zivilrecht und Öffentlichem Recht angefangen, dort habe ich ein nettes Mädchen kennengelernt, mit der ich auch außerhalb der Schule viel unternommen habe, die nun aber blöderweise die uni wechseln musste.
Ich habe zwar nun ein paar oberflächliche Bekanntschaften, aber das war es dann auch. Die Uni ist einfach so riesig und immer wenn ich mal jemanden kennenlerne, den ich richtig nett finde, dann seh ich die Leute seltsamerweise nicht mehr wieder.
Eigentlich bin ich überhaupt nicht kontaktscheu, aber mit diesen typischen Juraleuten kann ich einfach nichts anfangen.
Dadurch fühl ich mich in der Uni auch nicht wohl.

Hat einer vielleicht Tips? Oder geht es hier jemanden genauso?
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 14:31:39    Titel:

Hi, mir geht's ganz genauso... undzwar schon seit dem ersten Semester. Und ich kenne einige mit diesem Problem (es ist in der Tat ein Problem, das einen in "schwierigen" Zeiten sehr runterziehen kann, je nachdem, was für ein Typ Mensch man ist). Hatte immer nur mal wieder oberflächliche oder auch mal einzelne bessere Bekannte, aber sehr semesterweise... Bin aber zum Glück jetzt bald fertig... (hoffe ich)
Könnte dir jetzt viele Rezepte nennen, die bei mir aber alle nicht geholfen haben. Besser war es nur in Zeiten, als ich mal was mit Leuten aus anderen Fachbereichen gemacht hab, aber das lag nur daran, dass ich mit meiner damaligen Mitbewohnerin viel gemacht hab (beste Freundin damals). Aber einfach ne WG suchen, bringt da auch nicht unbedingt was... Da kommt's auch sehr drauf an, mit wem man zusammentrifft. In meiner zweiten WG hab ich mich zum Beispiel nur zweckmäßig mit meiner Mitbewohnerin verstanden und festgestellt, dass ich nicht gern mit ganz "Fremden" zusammenleben kann.

Ein Grund bei mir war, das ich erst in einer ganz anderen Stadt Einführungswoche hatte (da gleich unter vielen Leuten war, gefeiert etc.), nach dieser Woche aber an meinen Wunschort gegangen bin und dort dann keine Lust mehr auf Kneipentour hatte...
Ist halt blöde, dass es in Jura keine wirklichen Seminare gibt wie in anderen Fächern, wo man sich in kleinen Gruppen regelmäßig sieht (außer AGs, da besteht noch die einzige Hoffnung).
Problem ist auch, dass in Jura nach ein paar Semetern das Konkurrenzdenken bei vielen da ist. Das erschwert auch das "Miteinander".

Wünsch dir jedenfalls viel Erfolg und Kopf hoch... Versuch das, auf jeden Fall irgendwie zu ändern... Ich bin halt deshalb sehr oft weggefahren zu Freunden oder Verwandten, was allerdings immer dazu führte, dass ich mich in meinen Unistädten nie richtig eingelebt habe (habe auch mal die Uni gewechselt) - auch nicht der Königsweg, aber immerhin besser als gar nichts! Irgendwann zieht man sich halt von sich aus zurück, weil man so enttäuscht ist.
Ein Gutes hatte es... habe immer viel gelernt... wobei auch das irgendwann nach ein paar Jahren leidet, wenn man kein Umfeld hat, das einen in schlechten Zeiten auffängt. Bei mir war zum Glück immer noch die Familie da.
Siniver
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Anmeldungsdatum: 15.05.2006
Beiträge: 252

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 14:45:51    Titel:

Von diesem Phänomen kann ich ein Lied singen. Auch wenn es nur ein schwacher Trost ist: Du bist bei weitem (!) nicht der einzige, den es so geht. Das Studieren stellt sich heutzutage als nicht mehr so kommunikativ wie früher dar. Wenn man auch noch im Fach "Jura" festsitzt, tut das natürlich sein Übriges.

Meine Erfahrung ist, dass das spontane Ansprechen von Leuten in Veranstaltungen nichts bringt. Niente. Eine WG ändert die Situation übrigens auch nicht. Am Ende macht doch nur jeder sein eigenes Ding. Liegt das an mir? Möglich. Mein Naturell ändern werde ich deswegen aber bestimmt nicht.

Ich für meinen Teil finde mich mit dieser Situation ab. Dann schlage ich mich eben alleine durch die Uniwelt.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 14:51:16    Titel:

Siniver hat folgendes geschrieben:

Meine Erfahrung ist, dass das spontane Ansprechen von Leuten in Veranstaltungen nichts bringt. Niente. Eine WG ändert die Situation übrigens auch nicht. Am Ende macht doch nur jeder sein eigenes Ding. Liegt das an mir? Möglich. Mein Naturell ändern werde ich deswegen aber bestimmt nicht.

Ich für meinen Teil finde mich mit dieser Situation ab. Dann schlage ich mich eben alleine durch die Uniwelt.


Damit abfinden können sich aber nur Leute, die dafür auch "gemacht sind", auch wenn sicher jeder irgendwo "Freunde braucht". Ich kann nur sagen, dass ich mich damit niemals abfinden werde, ich leide sehr unter dieser Situation. Uni soll ja nicht nur Kampf sein, sondern auch Wohlfühlen. Dafür ist das Studium einfach auch zu lange und zu intensiv.
V.a. wenn man weit von zu Hause weg ist und dann immer alleine "rumhängt".

Dann versuch, zum Unisport zu gehen oder sonstige Vereine in deiner Stadt auszusuchen, nicht mit der Erwartung, dort Freunde zu finden, aber man kommt sofort mit Leuten ins Gespräch und kommt unter Leute und merkt, so allein ist man nicht und es gibt immer Wege.
Wenn man viel lernt, hat man allerdings dazu auch nicht immer den Antrieb. Insofern ist es irgendwo ein Teufelskreis.

Und ja, alle diese Fragen, die irgendwann kommen... Liegt es an mir?... kenne ich auch. Früher hatte ich komischerweise aber auch immer viele Freunde, die ich jetzt auch noch habe (nur eben in anderen Städten). Wie gesagt, der Rückzug ist natürlich ein Faktor, dass du schon auf Leute so wirkst, nicht mehr angesprochen werden zu wollen. Irgendwo wirkt man manchmal sicherlich dann auch arrogant, weil man sich halt ein "Schutzschild" baut, das Selbstbewusstsein ausstrahlt (aber auch eben nur ausstrahlt).

Hinzu kommt, dass bei vielen wie bei mir sich irgendwann der Vorlesungsbesuch nahezu komplett einstellt. Und beim "hauptsächlich nur in der Bib Aufhalten" lernen lernt man nunmal keine Leute kennen.


Zuletzt bearbeitet von Marina85 am 21 Apr 2010 - 14:56:53, insgesamt einmal bearbeitet
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 14:54:55    Titel:

Alles in allem: Man muss tierisch aufpassen, dass soein Verhalten nicht zur sozialen Isolation führt. Dann ist man nämlich richtig fertig mit der Welt...
Hilfreich ist es dann noch, in einer Stadt zu "leben", in der man auch viel alleine machen kann... Das ist in Berlin z.B. noch viel einfacher als in Mainz (meiner ersten Unistadt).
Siniver
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Anmeldungsdatum: 15.05.2006
Beiträge: 252

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 15:16:04    Titel:

Eine solche Situation ist wirklich nicht optimal, da gebe ich dir Recht.

Die von dir angesprochenen Symptome (zunehmender Rückzug) weise ich wohl schon auf. Ich gehe überhaupt nicht mehr in die Bib, weil dort immer die gleichen Leute - natürlich an den gleichen Plätzen - rumhängen und mir schon durch ihre bloße Anwesenheit auf die Nerven gehen. Ich weiß, das ist mein Problem. Aber dass ich das so empfinde, darüber denke ich natürlich nach.

Hinzu kommt, dass die Leute gerade in Jura irgendwie doch sehr ähnlich sind. Die Biographien, der Kleidungsstil, die äußere Erscheinung...alles absolut vergleichbar. Gähn! Auch die Frauen wirken nicht auf mich, weil das schlichtweg noch keine wirklichen Frauen sind. Es ist alles auf einer Weise sehr kindhaft.

Kurzum: Ich fühle mich von diesem Einheitsbrei gelangweilt. Und vielleicht hast du tatsächlich Recht: Ich wirke womöglich auch schon so, dass ich überhaupt nicht angesprochen werden will. Ein weiterer schritt in die soziale Isolation. Isolation halte ich aber garnicht mal für so schlimm. Problematisch wird es, wenn es in Depression abgleitet. Gerade bei Studenten ist die Depressionsrate enorm hoch. Aber davon bin ich nach Eigeneinschätzung noch weit entfernt.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 15:26:00    Titel:

Muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich glaube jedenfalls nicht, dass der Mensch von seiner Natur aus gut alleine klarkommen kann. Das könnte man jetzt psychologisch und soziologisch erforschen, aber ich denke die Threadstellerin hat ja offensichtlich auch ein Problem mit dieser Situation, also hilft nur eins: Wenn es an der Uni nichts wird, eben außerhalb Kontakte suchen. Schwieriger getan als gesagt, ich weiß...

Und man sollte auch nicht ständig verallgemeinern ("Alle Juristen sind so scheiße"). Mache ich zwar auch oft, weil du in vieler Hinsicht Recht hast, aber es gibt doch auch immer andere... Habe öfters auch andere kennengelernt... Komm halt auch darauf an, wie man mit unterschiedlichen Arten von Menschen klarkommt.
Krawallbiene
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
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BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 18:25:17    Titel:

Mhm also ich gebe euch in so weit recht, dass die Bekanntschaften an der Uni eher Oberflächlich sind. Das waren meine auch. Jedoch kann ich nicht behaupten, dass ich keine Kontakte dort gehabt hätte. ganz im Gegenteil. Wir waren in jeder Vorlesung immer ne Gruppe von 5-6 Leuten. Wir haben uns auch regelmäßig zum Lernen für Klausuren oder so getroffen. Da ich Pendler war/bin ist das mit dem "außerhalb der Uni treffen" schwierig. Da hab ich mich dann eher ausgeklinkt. Aber das lag ja an mir.

Und ganz ehrlich: Ich trauer da auch nichts hinterher. ich habe noch guten Kontakt zu Schulfreunden. Zwar wenige aber ein Paar und diese Beziehung wird auch regelmäßig gepflegt.

und noch was am Rande: Mich hält niemand für ne Jurastudentin. Und ich kann auch nicht behaupten, dass man an meiner Uni die Jura Studis an ihrem Kleidungsstil erkennt. Ganz im Gegensatz zu anderen Unis...
Schwarze Strümpfe
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Anmeldungsdatum: 01.04.2007
Beiträge: 2082

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 19:02:30    Titel:

Vielleicht habt ihr zu schnell hohe Erwartungen? Ist doch klar, dass eine Vorlesungsbekanntschaft erstmal oberflächlich ist. Wenn man sich ein paar Mal auf 'ne Kippe, Kaffee oder Mensaessen getroffen hat, kann man ja mal fragen, ob der andere Lust hat, abends wegzugehen oder auf 'ne Party zu gehen oder sowas. Und dann kann der Kontakt auch intensiver werden.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 21 Apr 2010 - 19:30:24    Titel:

Krawallbiene hat folgendes geschrieben:

und noch was am Rande: Mich hält niemand für ne Jurastudentin. Und ich kann auch nicht behaupten, dass man an meiner Uni die Jura Studis an ihrem Kleidungsstil erkennt. Ganz im Gegensatz zu anderen Unis...


Ja, und Severin studiert in Mainz, wie ich aus einigen seiner Beiträge entnehme. Und DORT erkennt man die Jurastudis am Kleidungsstil... Wink

Ja, sowas mit einer Gruppe von 5/6 Leuten habe ich mir immer gewünscht... Und wenn es nur für die Uni wäre... Hatte ich in Osnabrück sofort... weil die Ersti-Woche so toll war und ich auch vorher schon Leute kannte und wenn man schonmal mehrere ist, kommen automatisch mehr dazu.
Aber versuch mal ohne Ersti-Woche in eine Gruppe reinzukommen.

Ja, ich habe auch einige sehr gute Freunde aus meiner Schulzeit und das ist mir auch wichtiger. Aber ich bin im Gegensatz zu dir mehr als 400 km von zu Hause entfernt... das macht dann schon einen Unterschied. Ich trauer jetzt auch nichts hinterher, aber die Zeit war und ist nunmal schwer, wenn man ganz alleine ist. Und wie gesagt - nach ein paar Jahren gewöhnt man sich dran, aber das macht die Situation nicht besser.

Naja, das Ref. kommt... und sonst... mache jetzt eh auch außerhalb der Uni was.
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