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Großer Klausurenkurs: Es ist frustrierend!
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Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Großer Klausurenkurs: Es ist frustrierend!
 
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Siniver
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Anmeldungsdatum: 15.05.2006
Beiträge: 252

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2010 - 11:48:56    Titel: Großer Klausurenkurs: Es ist frustrierend!

Hallo zusammen,

seit Anfang dieses Semesters bin ich in die (selbständige) Examensvorbereitung eingestiegen. Meine Selbstdisziplin reicht, um mein Tagesprogramm einigermaßen durchzuziehen. Und ich habe den Eindruck, dass ich imstande bin, das auch weiterhin durchzuhalten.

Großer Wehrmutstropfen: Ich hatte mir vorgenommen, insbesondere auch regelmäßig am Großen Klausurenkurs meiner Uni teilzunehmen. Drei Mal habe ich mich bisher reingesetzt. Und wie oft habe ich abgegeben? Ein einziges Mal. Sad
In dieser einen Strafrechtsklausur konnte ich wenigstens irgendetwas zusammenbasteln, das halbwegs sinnvoll klang. Aber in den beiden anderen Zivilrechtsklausuren brachte ich nichts zustande. Es ging einfach nicht. Es fehlte mir einfach das materielle Wissen. Ich hatte mir eigentlich zum Ziel gesetzt, abzugeben, egal was dabei rauskommt. Aber es ging einfach nicht, ich konnte nicht mal ansatzweise etwas Schlüssiges zu Papier bringen.

So auch heute. Nach zwei Stunden habe ich aufgegeben und mich in die Sonne gesetzt und einen Kaffee getrunken... Ich habe mir die Laune deshalb nicht verderben lassen, keineswegs. Aber schade finde ich das schon, dass ich einfach zu blöd bin ein paar Seiten Text abzugeben.

Es heißt ja (wohl auch zurecht), dass man mit dem Klausurenschreiben so früh wie möglich beginnen sollte. Aber macht das wirklich Sinn, wenn einem die theoretischen Grundlagen noch fehlen?
wasp
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Anmeldungsdatum: 13.01.2007
Beiträge: 2718

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2010 - 12:15:40    Titel:

Ich komme zwar nicht aus dem Fach, aber ein Verwandter. Besuchst du denn ein Repititorium zur Examensvorbereitung? Diese kosten zwar recht viel, aber so wie ich mitbekommen habe, kommt da nicht drum herum, wenn man das Examen als normalsterblicher schaffen will.
So wie mir der Verwandte gesagt hat, haben diese Repititorien nicht wirklich was mit der universitären Ausbildung zu tun. Zitat "Die Uni bereitet einen überhaupt gar nicht auf die Anforderungen des Examens vor".
Erst in diesem Repititorien bekommt man einen praxisnahen Einblick und es wird das relevante Wissen vermittelt. Zudem bieten einige Repetitorien auch die Möglichkeit an, Klausuren zu schreiben (zu Hause) und dort einzuschicken. Diese werden dann nach Examenstandard korregiert.

Die Repititorien dauern entweder 6 Monate oder 12 Monate und die meisten Juristen besuchen sie (s.o.).

edit:
Mal ein Beispiel eines recht bekannten Kurses http://www.al-online.de/
Krawallbiene
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Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beiträge: 5181

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2010 - 13:26:14    Titel:

das ist völliger blödsinn.

Nen Rep ist nichts für jeden. Ich habe selbst eins besucht und musste feststellen, dass das an sich zwar ganz nett ist ( Material etc) aber mir rückblickend nicht viel gebracht hat. Ich bereite mich jetzt mit ner Bekannten vor und ich muss sagen das ist viel besser. Also pauschal kann man überhaupt nicht sagen, das man nen Rep besuchen muss um durchs Examen zu kommen...

@Threadstarter: Tröste dich. Kenne das Problem selbst. Klausurenkurs ist relativ frustrierend. Das kommt mit der Zeit. Übung macht den Meister.
Und mir hat damals unser Dozent im Rep gesagt: Fangen sie nicht zu früh mit dem Klausurenkurs an. Sonst ist es eher kontraproduktiv. Man kann noch nicht viel und bekommt jedes Mal nen schlechtes Ergebnis. Das frustriert und demotiviert für die nächsten Male.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2010 - 13:35:56    Titel:

Ob man ein kommerzielles Repetitorium braucht oder nicht ist eine Typfrage. Vielen Leuten hilft es, aber wenn du die nötige Selbstdisziplin aufbringen kannst, um auch eigenständig zu lernen, dann brauchst du kein kommerzielles Repetitorium. Ich habe auch keins besucht, sondern mich allein zu Hause vorbereitet, und ich hab's nicht bereut. Das Examensergebnis ist auch so zufriedenstellend ausgefallen, und ich habe eine Menge Geld gespart.

Wie gesagt: Ich finde es völlig okay, wenn Leute ins Repetitorium gehen, weil es vielen wirklich hilft - aber erforderlich ist es nicht, wenn man über ein bißchen Disziplin verfügt.

Was das Klausurenschreiben angeht: Ich für meinen Teil halte es nicht für zwingend erforderlich, gleich zu Beginn der Examensvorbereitung ständig Klausuren zu schreiben. Man muss ja auch bedenken, dass das Schreiben einer fünfstündigen Klausur plus An- und Abfahrt ein erhebliches Maß an Zeit kostet, und wenn man wirklich noch kein ausreichendes materielles Wissen hat, um eine Klausur annähernd sinnvoll schreiben zu können, dann kann es - meiner Meinung nach - sinnvoller sein, diese sechs Stunden mit dem Lernen materiellen Rechts zu verbringen.

Außerdem beträgt die Examensvorbereitung bei den meisten Leuten ja mindestens ein Jahr, da bleibt noch mehr als genug Zeit, um Klausuren zu schreiben, auch wenn man nicht gleich in den ersten Monaten damit anfängt. Selbst wenn du erst nach einem halben Jahr anfängst, könntest du in den verbleibenden sechs Monaten immer noch eine ganze Menge Klausuren schreiben.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2010 - 17:37:07    Titel:

wasp hat folgendes geschrieben:
Zitat "Die Uni bereitet einen überhaupt gar nicht auf die Anforderungen des Examens vor".


Shocked
Hat dein Bekannter keine AGs besucht? AGs (Fallübung), Vorlesungen (materielles Wissen) und Klausurenschreiben zusammen geben dir alle erforderlichen Mittel, die juristische Arbeitsweise zu erlernen und bereiten somit sehr wohl aufs Examen vor.

Ich bin auch eine Kandidatin, die mit dem Klausurenschreiben im Rep Probleme hatte (insbes. Hemmer-Klausuren - in der Regel keine Examenswirklichkeit - im Gegensatz zum Kursprogramm an sich). Im Examen hatte ich diese Probleme (gefühlsmäßig, habe noch keine Ergebnisse) nicht. Wenn die Klausuren im Uni-Klausurenkurs Original-Examensklausuren sind (was nicht überall so ist), sind sie aber wohl eher vergleichbar.
Ich stelle auch die These auf, dass viel Klausurenschreiben nicht zwingend erforderlich ist, wenn man das schon im Studium viel gemacht hat und damit keine Probleme hatte. Ich habe in der Examensvorbereitung selbst nicht viele Klausuren geschrieben (und wenn, dann waren sie eher mäßig). Am meisten lernt man an Klausuren, wovon man überhaupt keine Ahnung hat, denn dann MUSS man juristisch arbeiten und das wird im Examen verlangt; werden allerdings Spezialprobleme abgefragt, ist der Nutzen wieder eher gering --> im Examen wenig.
Im Examen hatte ich jedenfalls nicht das Gefühl, dass mir das jetzt so sehr "gefehlt" hat. Wenn ich Fehler gemacht habe, dann deshalb, weil Wissen nicht mehr abrufbar war, ich irgendetwas nicht erkannt habe oder aus Flüchtigkeit und teilweise auch aus Zeitmangel.

Wenn man im Studium allerdings schon Probleme mit Klausuren hatte und/oder noch nicht viele geschrieben hat, muss man sich das natürlich in der Examensvorbereitung "angewöhnen". Jedoch nicht von den Ergebnissen runterziehen lassen. Ich habe z.B. im Examen durchweg ein besseres Gefühl als in den Probeklausuren.
Rhyeira
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Anmeldungsdatum: 18.03.2008
Beiträge: 3012

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2010 - 17:57:42    Titel:

Marina85 hat folgendes geschrieben:
AGs (Fallübung), Vorlesungen (materielles Wissen) und Klausurenschreiben zusammen geben dir alle erforderlichen Mittel, die juristische Arbeitsweise zu erlernen und bereiten somit sehr wohl aufs Examen vor.

Zumal inzwischen auch viele Unis ein eigenes kostenloses Repetitorium anbieten - an einigen Unis sind diese Programme inzwischen schon ziemlich gut und können durchaus mit denen der kommerziellen Repetitoren mithalten. Bei uns (Uni Münster) zum Beispiel wird ein kostenloses Repetitorium à 15 Stunden die Woche mit umfangreichen Materialien angeboten, dazu ein kostenloser Klausurenkurs à 2 Klausuren die Woche plus Ferienklausurenkurse, dann noch Vortragstraining und Simulationen der mündlichen Prüfung... ich wüsste nicht, was die Uni da noch besser machen sollte in Punkto Vorbereitung aufs Examen.
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2010 - 17:58:35    Titel: Re: Großer Klausurenkurs: Es ist frustrierend!

Siniver hat folgendes geschrieben:
Und wie oft habe ich abgegeben? Ein einziges Mal. Sad


Das ist allerdings nicht richtig. Man sollte nicht nur abgeben, wenn man ein gutes Gefühl hat. Nur dann erhält man ja auch ein realistisches Feedback.

Ok, wenn es so gar nicht klappt, dann bringt es wohl nichts. Aber dann muss man wirklich was tun... Denn man sollte irgendwann schon in der Lage sein, nahezu jede Klausur zumindest auf 4 P. zu bekommen (besser natürlich mehr) - auch ohne viel Wissen (die Basics und das Grundverständnis müssen natürlich sitzen). Wenn man das nicht kann, hilft nur der Weg durchs kalte Wasser... abgeben, auch wenn man kein gutes Gefühl hat. Nur dann erhält man das Feedback und kann daran arbeiten.
hani125
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Anmeldungsdatum: 24.01.2006
Beiträge: 1202
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BeitragVerfasst am: 10 Mai 2010 - 11:06:57    Titel:

Find ich auch.

Würd' allerdings nur abgeben, wenn man sich die fünf Stunden bemüht hat, was ordentliches hinzubekommen. Denn dann hat man die Chance darauf, ein realistisches Feedback zurückzuerhalten.

Nicht abzugeben braucht man m.E., wenn man nach ein, zwei Stunden schon keinen Elan mehr hatte weiterzuschreiben und dann so vor sich hin trödelt bzw. schreibt.
Das macht man nämlich im Staatsexamen auch nicht; da ist dann so viel Adrenalin hinter, dass man bis zum Ende versucht, was ordentliches zustande zu bringen.

Man muss sich i.Ü. auch nicht durch jedes Wort des Korrektors entmutigen lassen. (Manche Korrekturbemerkungen .. wie schlicht "Nein!" ... tragen auch nicht unbedingt gleich zur Erhellung bei. Andererseits kann man vom Korrektor auch keinen Aufsatz darüber verlangen, was man alles falsch gemacht hat. )
Marina85
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Anmeldungsdatum: 22.06.2005
Beiträge: 4764
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 10 Mai 2010 - 14:50:25    Titel:

hani125 hat folgendes geschrieben:
Find ich auch.

Würd' allerdings nur abgeben, wenn man sich die fünf Stunden bemüht hat, was ordentliches hinzubekommen. Denn dann hat man die Chance darauf, ein realistisches Feedback zurückzuerhalten.


Ja, klar. Und das sollte man schon versuchen, es sei denn man kann die Klausuren wirklich noch nicht lösen. Aber dann hapert es nicht unbedingt am Wissen, dann muss man wirklich noch was an der Methodik arbeiten.

Korrektorlob wirkt sich allerdings sehr nützlich aufs Gemüt aus Smile .
StR-Tobi
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Anmeldungsdatum: 10.08.2006
Beiträge: 2686

BeitragVerfasst am: 11 Mai 2010 - 14:01:24    Titel:

Siniver, wenn du zufällig den Mainzer GKK meinst: Kopf hoch, die Klausur am Samstag war ein Murcks. So viele habe ich noch nie abbrechen sehen (einzige Ausnahme vielleicht: Der wunderbare Fall zur Bürgschaft auf erste Anforderung im WiSe). Sie war von einem altgedienten Praktiker gestellt, das muss man berücksichtigen; oft sind die nicht so schön konzipiert wie bei Erstellern, die der Lehre nahestehen. Ich schätze mich auf allenfalls ausreichend ein.

Zum Rep: Völlig richtig. Für 80% der Studierenden, nämlich alle, die keine auditiven Lerntypen sind, dürfte es Geld- und v.a. große Zeitverschwendung sein. Selbstdisziplinieren kann man sich auch anders, etwa durch eine Examens-AG. Zum Ganzen vgl. ter Haar/Lutz/Wiedenfels, Prädikatsexamen. Letztlich aber wirklich reine Typfrage. Für manche ist es eine wunderbare Lernmethode.
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