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"demokratischer Sozialismus" = Etikettenschwindel
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Foren-Übersicht -> Politik-Forum -> "demokratischer Sozialismus" = Etikettenschwindel
 
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makro3
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Anmeldungsdatum: 01.10.2007
Beiträge: 951

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 15:51:24    Titel:

ok, mit so etwas kenne ich mich in der Tat nicht aus. Aber zu folgendem Kurs (der oberste) wurde ich kürzlich eingeladen, geht das in die Richtung:

http://www.princeton.edu/~rbenabou/lectures.html

??
makro3
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Anmeldungsdatum: 01.10.2007
Beiträge: 951

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 15:54:13    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
makro3 hat folgendes geschrieben:

Quark. Wenn unsere Wirtschaft hinsichtlich Umweltschutz endlich gut reguliert würde, würde das die Gewinne der Unternehmen vermutlich am wenigsten betreffen. Viele würen davon jedoch profitieren.


Aha... Wir müssen also regulieren... Damit gibst du ja zu, dass das Problem der Kapitalismus ist, denn er muss reguliert werden...

Interessieren würde mich allerdings schon, inwiefern zum Beispiel RWE davon profitiert, dass sie im Sommer ihre Kernkraftwerke drosseln müssen, weil sonst die Flüsse zu warm werden und die Fische sterben...


Kann sein, dass RWE in diesem Falle ein Verlierer dieser speziellen Form der Regulierung wäre, Anbieter alternativer Technologien oder ausländische Stromkonzerne würden vermutlich profitieren.

Im Übrigen sehe ich es nicht als Problem des Kapitalismus an, dass er reguliert werden muss. Es ist UNSER Problem, dass die Politiker das nicht richtig machen.
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 15:59:46    Titel:

makro3 hat folgendes geschrieben:
ok, mit so etwas kenne ich mich in der Tat nicht aus. Aber zu folgendem Kurs (der oberste) wurde ich kürzlich eingeladen, geht das in die Richtung:

http://www.princeton.edu/~rbenabou/lectures.html

??


Alle drei Kurse, sofern ich sie im Überfliegen korrekt rezipiert habe, gehen schon in die Richtung, da sozialpsychologische und soziologische Grundlagen Einzug halten. Es steht aber offenbar weiterhin auf dem Boden des methodologischen Individualismus. Wenn man als Wirtschaftswissenschaftler nicht gerade an der Schnittstelle forscht und arbeitet - was nur bedeutet eben in keinem einzelnen Fachgebiet in der Spitze zu forschen - , gehen viele dieser interessanten Aspekte verloren, so dass ich den Vortrag bestimmt für lohnenswert halten würde.

Edit: Mit dem genannten Auszug wird es noch einmal etwas klarer, ich denke es geht in die Richtung soziologisch angereicherte Ökonomie. Persönlich fände ich eine mikrofundierte Soziologie aber noch spannender, wenn man sich persönlich stärker für die Erklärung von sozialen Phänomen interessiert, auch wenn sie außerhalb des Systems der Wirtschaft liegen.
Als leichte Lektüre für die Möglichkeit einer ökonomisierten bzw. mikrofundierten Sozialwissenschaft würde ich vielleicht Diekmann et al. (2008): Rational Choice: Theoretische Analysen und empirische Resultate anraten. Wobei das gerade für einen dezidierten Wirtschaftswissenschaftler sehr einfach nachvollziehbare Modelle mit für ihn ungewöhnlichen Fragestellungen sind.
makro3
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Anmeldungsdatum: 01.10.2007
Beiträge: 951

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 16:05:44    Titel:

Niemand kann in jedem Bereich ein Experte sein und insbesondere haben wir nur maximal 5 Jahre Zeit unsere Studenten auszubilden.
Aber das wir uns aus irgendwelchen ideologischen Gründen gegen diese Form der Argumentation stellen ist auch nicht wahr. Ich kann bei Bedarf die Referenzliste zu diesem Kurs posten, fast alle Artikel wurden in den besten Ökonomie-Journals publiziert. Das ginge kaum ohne breite Akzeptanz.
Lamasshu
Moderator
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 16:08:14    Titel:

makro3 hat folgendes geschrieben:
Im Übrigen sehe ich es nicht als Problem des Kapitalismus an, dass er reguliert werden muss. Es ist UNSER Problem, dass die Politiker das nicht richtig machen.


Was xMisterDxa damit vielleicht meint - für ihn sprechen kann ich natürlich nicht - ist, dass ein reglementierter Kapitalismus eben kein reiner Kapitalismus ist, sondern einer, der bereits Zugeständnisse in Richtung Planwirtschaft gemacht hat.
Das lässt sich sehr schön damit konstrastieren, dass wir mit Bauchfett hier im Forum auch einen Vertreter der Neuen Österreichischen Schule habe, der jegendlichen Eingriff auf der überindividuellen Ebene - und damit auch die Existenz einer Institution wie der Staat - entschieden ablehnt.
Den ausgeprägtesten und auch am besten fundiertesten Ruf nach einer Reglementierung durch die Rahmenordnung aufgrund der Unmöglichkeit oder Ablehnung der individuellen Verantwortungsübernahme für externe Effekte liefert vielleicht Karl Homann mit seiner Müncher Schule. Wobei mich Anhänger eben dieser für diese schlechte Zusammenfassung in einem Satz sicherlich steinigen würden Smile
mgb
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Anmeldungsdatum: 27.03.2009
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 16:08:27    Titel:

koenig_ludwig73 hat folgendes geschrieben:


Ja, ich habe auch nicht behauptet, dass sich Sozialdemokraten an Marx orientieren. Wir reden doch von Sozialisten. Die Kommunisten selber sagen, wenn ein Sozialismus demokratisch wird, ist er Sozialdemokratisch. Und das ist auch meiner Meinung nach der wichtigste Unterschied zwischen Sozialismus und Sozialdemokratie.


Sehen Sie. Und genau da liegt der Fehler. Es gibt keine feste Unterscheidung zwischen Sozialdemokratie und demokratischen Sozialismus. Und beide haben nichts mit Marxismus zu tun - zumindest nicht obligatorisch.

Und die Partei von Zapatero bezeichnen sich sogar offiziell als SOZIALISTISCH. Von daher erachte ich Ihre Argumentation für nicht wissenschaftlich und obsolet.

mgb
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11820
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 16:11:46    Titel:

xmisterDx hat folgendes geschrieben:
makro3 hat folgendes geschrieben:

Quark. Wenn unsere Wirtschaft hinsichtlich Umweltschutz endlich gut reguliert würde, würde das die Gewinne der Unternehmen vermutlich am wenigsten betreffen. Viele würen davon jedoch profitieren.


Aha... Wir müssen also regulieren... Damit gibst du ja zu, dass das Problem der Kapitalismus ist, denn er muss reguliert werden...

Interessieren würde mich allerdings schon, inwiefern zum Beispiel RWE davon profitiert, dass sie im Sommer ihre Kernkraftwerke drosseln müssen, weil sonst die Flüsse zu warm werden und die Fische sterben...


das hat doch noch nie jemand abgestritten...

es ging darum den Kapitalismus durch den Sozialismus zu ersetzen, das ist mehr als Reglementieren.
Lamasshu
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Anmeldungsdatum: 23.12.2005
Beiträge: 4006

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 16:14:29    Titel:

makro3 hat folgendes geschrieben:

Aber das wir uns aus irgendwelchen ideologischen Gründen gegen diese Form der Argumentation stellen ist auch nicht wahr.


Das ist von mir kein Vorwurf, ich wollte auch keine ideologischen Scheuklappen anführen. Das ist streng genommen auch nicht korrekt, da wir über eine tiefere Sinnebene als jene der Ideologie sprechen. Wir sprechen über die Natur des Menschen und das ist tatsächlich nur noch sehr bedingt interessant oder fruchtbar für die Wirtschaftswissenschaften.
Du musst nur einmal kurz überlegen, wie viele Deiner von Dir benutzen, gelehrten oder weiterentwickelten Modelle ad hoc gegenstandslos werden würden, wenn Du mit der Annahme , die Menschen würden nach Möglichkeit den größtmöglichen Nutzen aus ihren Taten ziehen, brechen würdest. Die Suche nach einer alternativen Handlungsmaxime wäre nicht einfach, die von der Ökonomie hoch geschätzt "puristische Eleganz" ihrer Modelle wäre erst einmal hinfällig.
Die Lecture in Touluse tut dies sicherlich auch nicht, was auch gar nicht notwendig ist. Die Maximierungs-Prämisse hat für mich selbst auch eine sehr hohe Eingängigkeit Wink
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11820
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 16:15:18    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
makro3 hat folgendes geschrieben:
Im Übrigen sehe ich es nicht als Problem des Kapitalismus an, dass er reguliert werden muss. Es ist UNSER Problem, dass die Politiker das nicht richtig machen.


Was xMisterDxa damit vielleicht meint - für ihn sprechen kann ich natürlich nicht - ist, dass ein reglementierter Kapitalismus eben kein reiner Kapitalismus ist, sondern einer, der bereits Zugeständnisse in Richtung Planwirtschaft gemacht hat.
Das lässt sich sehr schön damit konstrastieren, dass wir mit Bauchfett hier im Forum auch einen Vertreter der Neuen Österreichischen Schule habe, der jegendlichen Eingriff auf der überindividuellen Ebene - und damit auch die Existenz einer Institution wie der Staat - entschieden ablehnt.
Den ausgeprägtesten und auch am besten fundiertesten Ruf nach einer Reglementierung durch die Rahmenordnung aufgrund der Unmöglichkeit oder Ablehnung der individuellen Verantwortungsübernahme für externe Effekte liefert vielleicht Karl Homann mit seiner Müncher Schule. Wobei mich Anhänger eben dieser für diese schlechte Zusammenfassung in einem Satz sicherlich steinigen würden Smile


Nein. nicht in Richtung Planwirtschaft...sondern gemeinsamen Rahmen, um den Wettbewerb zu lenken. Planwirtschaft ersetzt den Wettbewerb und ist nicht das Ziel der Marktwirtschaft.
koenig_ludwig73
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Anmeldungsdatum: 30.07.2009
Beiträge: 11820
Wohnort: Neuschwanstein

BeitragVerfasst am: 16 Mai 2010 - 16:16:39    Titel:

Lamasshu hat folgendes geschrieben:
makro3 hat folgendes geschrieben:

Aber das wir uns aus irgendwelchen ideologischen Gründen gegen diese Form der Argumentation stellen ist auch nicht wahr.


Das ist von mir kein Vorwurf, ich wollte auch keine ideologischen Scheuklappen anführen. Das ist streng genommen auch nicht korrekt, da wir über eine tiefere Sinnebene als jene der Ideologie sprechen. Wir sprechen über die Natur des Menschen und das ist tatsächlich nur noch sehr bedingt interessant oder fruchtbar für die Wirtschaftswissenschaften.
Du musst nur einmal kurz überlegen, wie viele Deiner von Dir benutzen, gelehrten oder weiterentwickelten Modelle ad hoc gegenstandslos werden würden, wenn Du mit der Annahme , die Menschen würden nach Möglichkeit den größtmöglichen Nutzen aus ihren Taten ziehen, brechen würdest. Die Suche nach einer alternativen Handlungsmaxime wäre nicht einfach, die von der Ökonomie hoch geschätzt "puristische Eleganz" ihrer Modelle wäre erst einmal hinfällig.
Die Lecture in Touluse tut dies sicherlich auch nicht, was auch gar nicht notwendig ist. Die Maximierungs-Prämisse hat für mich selbst auch eine sehr hohe Eingängigkeit Wink


nur diesen Menschen gibt es nicht und wer vorgibt einer zu sein lügt.
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