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Schwarz-Gelb plant längere AKW-Laufzeiten ohne Bundesrat
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x-x-x
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Anmeldungsdatum: 12.08.2007
Beiträge: 824

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2010 - 20:17:26    Titel:

Elzéard B. hat folgendes geschrieben:


Die Frage ist nur, ob man sich zur Zeit den ganzen erneuerbare Energie-Luxus leisten kann. In den nächsten Jahren werden dafür über 100 Mrd. an Subventionen ausgegeben. Das ist derzeitig nicht finanzierbar und kostet nur Wohlstand. Zudem würde man, wenn man 2012 den Atomstrom "abstellt", den nötigen Strom ohnehin aus Frankreich einkaufen.
Evil or Very Mad


Niemand will bis 2012 alle AKWs abschalten. Der von rot-grün mit den Stromkonzenren gemeinsam verabschiedete Atomausstieg plant einen Ausstieg aus der Atomkraft bis 2020. Und dann ist deine Behauptung, die ja von allen Seiten gerne gemacht wird, einfach nicht richtig. Deutschland ist ad hoc Stromexporteur, produziert also überschüssigen Strom, der in das Ausland geht. Der Atomausstieg, der zusammen mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz läuft, plant zu keinem Zeitpunkt, dass Deutschland Stromimporteur wird. Das wird auch nicht so sein, denn bis jetzt verläuft der Wandel in der Stromerzeugung nach Plan, sodass der Ausstieg aus der Atomkraft aufgefangen werden kann. Die ganzen Geschichten um "Atom-Strom aus Frankreich" kaufen sind wild erfundene Geistergeschichten - gefüttert von der Atomlobby.

Denn das einzige, was in Deutschland wirklich nicht getragen werden kann, das ist der atomare Müll, für den es bald keine deutschen Endlager mehr gibt - der atomare Müll, mit dem noch die Kindeskindeskindeskindeskindeskinder eurer Kindeskinder zu kämpfen haben werden.
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2010 - 20:28:26    Titel:

Die ersten AKWs werden ab 2012 abgeschaltet. Danach werden sie also auch nicht mehr angeschaltet. Was das für eine Vernichtung von Vermögen ist, sollte man besser gar nicht beziffern.

Die Phrase "Stromexporteur" ist zudem vollkommen inhaltslos, weil sie überhaupt nicht widerspiegelt, wie die Energie insgesamt bezogen wird. Ein Überschuss an Energie wäre nur dann da, wenn man nettomäßig auf alle Energiequellen "Exporteur" wäre, was allerdings nicht der Fall ist. Mit dem Wegfall von 100% der Kernenenergie bis 2020 würden aktuell 25% der Energieversorgung wegfallen. Wenn man das ernsthaft mit grünen Energien aufstocken möchte, grenzt das schon fast an Geisteskrankheit, weil dies nicht zu finanzieren ist.

Folglich bleibt uns - und das scheinst du nicht verstanden zu haben - nur zusätzlicher Import. Ob das nun Gas aus Russland oder Atomenergie aus Frankreich ist, ist mir vollkommen egal.

Wie man so gezielt seine industrielle Substanz gefährden kann, ist schon ein starkes Stück.
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2010 - 20:35:25    Titel:

Mal ein Schmankerl: 40 Mrd Euro Endkosten für den Verbraucher allein durch die skandalöse Solarförderung.

Zitat:
Die Förderung übersteigt die Investitionen.


http://www.wiwo.de/technik-wissen/kosten-fuer-solarfoerderung-erreichen-rekordhoch-427495/


Kein vernünftiger Mensch würde diesem Gesetz, was wohl ganz offen darauf aus ist, so viel Wohlstand wie möglich zu vernichten, zustimmen.
Die ganze Welt baut AKWs, nur wir wissen es wieder besser und verlieren wegen der gesamten Übersubventionierung sogar mittlerweile die Wettbewerbsfähigkeit in der Solarindustrie.

Ein grandioses Beispiel für Scheitern von Staatswirtschaft.
Adhoc
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Anmeldungsdatum: 13.04.2010
Beiträge: 27

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2010 - 20:36:26    Titel:

Es gibt mehrere Energiewirtschaftler, die einen vollständigen Umbau der Stromversorgung auf Basis regenerativer Energietechnologien bis zum Jahre 2050 nicht nur für technisch erreichbar, sondern auch aus wirtschaftlicher Perspektive für geboten halten. Die Netzintegration solcher fluktuierender Quellen ist jedoch weitgehends mit dem weiteren Betrieb von unflexiblen Grundlastkraftwerken unvereinbar.

Neben der aus meiner Sicht bisher ungelösten Endlagerproblematik und dem Sicherheitsaspekt ist die behindernde Rolle der Kernenergie das schlagkräftigste Argument.

Hier eine Auswahl von wissenschaftliche Untermauerungen:

1. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen, der vor einigen Wochen erneut auf die Notwendigkeit des bisher vereinbarten Ausstiegs aus der Kernenergie hingewiesen hat, zumindest um auch langfristig eine klimafreundliche, wirtschaftliche und versorgungssichere Stromversorgung zu gewährleisten.

http://www.umweltrat.de/cln_104/DE/Themen/NachhaltigeStromversorgung/nachhaltigestromversorgung_node.html

2. Eine von McKinsey unter Mitwirkung von Vertretern der großen Energiekonzerne (!) erstellte Studie, die selbiges beweist.
http://www.roadmap2050.eu/downloads.html

3. Exemplarisch Rechnungen der Energy Watch Group, deren Publikationen jedoch etwas kritischer als die der obigen Herausgeber gelesen werden müsste. Trotzdem scheinen mir viele wissenschaftliche Schlussfolgerungen plausibel. Interessant ist insbesondere folgende:

"Bereits ein Anstieg der Energiepreise um 20% würde die Ausgaben auf fast 10.000 Mrd. $ pro Jahr ansteigen lassen. Dies entspräche dem doppelten der von Prof. Jacobsen errechneten jährlichen Ausgaben für den Umbau der weltweiten Energieversorgung auf 100% Erneuerbare
Energiequellen."
http://www.energywatchgroup.org/fileadmin/global/pdf/2010-03-23_EWG_Kosten_Weltenergieversorgung_D.pdf


Bei einer entsprechenden Erhöhung der Energieeffizienz und -Produktivität sowie dem kontinuirlichen Ausbau der erneuerbaren Energien, denke ich dass die Kernkraft überflüssig werden würde und wir eine vollständige Versorgung mit EE anpeilen sollten.
x-x-x
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Anmeldungsdatum: 12.08.2007
Beiträge: 824

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2010 - 20:36:39    Titel:

Falsch. Deutschland ist Stromexporteur, weil in Deutschland mehr Strom produziert, als verbraucht wird. Die "Energie insgesamt" - wie du sagst - spielt dabei ersteinmal keine Rolle. Es geht bei der Frage der Kernkraft und des Atomausstiegs um Stromerzeugung und um nichts anderes.
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24257

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2010 - 20:36:51    Titel:

Elzéard B. hat folgendes geschrieben:
Die ersten AKWs werden ab 2012 abgeschaltet. Danach werden sie also auch nicht mehr angeschaltet. Was das für eine Vernichtung von Vermögen ist, sollte man besser gar nicht beziffern.


Die ersten AKWs sind schon abgeschaltet. Krümmel und Neckar-Westheim wären dieses Jahr dran.

Zitat:
Wenn man das ernsthaft mit grünen Energien aufstocken möchte, grenzt das schon fast an Geisteskrankheit, weil dies nicht zu finanzieren ist.


Ach, so viel ist das gar nicht... btw: Wenn der Rohölpreis weiter so ansteigt, wie zu erwarten ist (NACH der wirtschaftskrise), dann sind -relativ dazu - auch andere Energieformen relativ billig...

Zitat:

Folglich bleibt uns - und das scheinst du nicht verstanden zu haben - nur zusätzlicher Import. Ob das nun Gas aus Russland oder Atomenergie aus Frankreich ist, ist mir vollkommen egal.


Oder Uran von wo eigentlich? M.W. frdern die Wismut-Werke nicht mehr...

Biogas und Wind gibt es "vor Ort" "umsonst"...

Zitat:

Wie man so gezielt seine industrielle Substanz gefährden kann, ist schon ein starkes Stück.


Eine Dienstleistungsgesellschaft, zu der deutschland immer mehr wird, ist deutlich weniger Energieintensiv als z.B. Schwerindustrie... Die dagegen ist eher in den Schwellenländern ansässig (weil dort Stahl deutlich mehr gebraucht wird als hier).

Cyrix
x-x-x
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Anmeldungsdatum: 12.08.2007
Beiträge: 824

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2010 - 20:38:27    Titel:

Außerdem... Lasst uns doch erstmal dafür sorgen, dass weniger Energie verbraucht wird. Aber das kümmert niemanden.
Elzéard B.
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Anmeldungsdatum: 07.12.2008
Beiträge: 1150

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2010 - 20:45:05    Titel:

Also dein letzter Satz krönt alles. Wir werden ohnehin zur Dienstleistungsgesellschaft, also können uns die Strompreise egal sein.

Rette sich wer kann vor solcher Denke.

Mal ein kleines Beispiel zum Umfang der Förderung: Das erste Projekt, das mein Arbeitgeber (UB) Firmen mit Investitionskasse anbietet, sind Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern. Umgerechnet bieten die nämlich bei staatlich garantierten Einspeisetarifen Renditen von 12%. Man kauft mittlerweile aber nur noch chinesische Platten, weil die deutschen zu teuer sind.
Smutje
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Anmeldungsdatum: 18.07.2008
Beiträge: 3004
Wohnort: Gießen

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2010 - 20:55:16    Titel:

Klar, wenn du den Leuten die Sätze verdrehst, kannst du dir selbst die Feindbilder so biegen, wie du sie brauchst. Grandiose Lesekompetenz!
cyrix42
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 24257

BeitragVerfasst am: 19 Mai 2010 - 20:56:25    Titel:

Elzéard B. hat folgendes geschrieben:
Also dein letzter Satz krönt alles. Wir werden ohnehin zur Dienstleistungsgesellschaft, also können uns die Strompreise egal sein.

Rette sich wer kann vor solcher Denke.


Genau. Weil die Stromkosten gegenüber den Personalkosten relativ niedriger ausfallen im Dienstleistungs- denn im produzierenden Gewerbe, sind diese auch relativ egal. Und selbst wenn der Spritt 5 DM/Liter (was für eine utopische Forderung!) kostet: Wir werden es überleben!


Cyrix
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