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Negatives/Positves Interesse/Aufwendungsersatz
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Der Digge
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Anmeldungsdatum: 20.08.2008
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 02 Jul 2010 - 11:38:19    Titel: Negatives/Positves Interesse/Aufwendungsersatz

Hallo habe eine Frage zum positiven und negativen Interesse:

Beim positven Interesse wird die tats. Vermögenslage des Geschädigten mit der hyporthetischen Vermögenslage bei ordnungsgemäßer Erfüllung verglichen. Die Differenz ist das positive Interesse. ( Diff.hypoothese)

Der sogenannte Vertrauensschaden wird auch negatives Interesse genannt. Ergibt sich z.B. aus § 122 BGB.
Hier ist der Gläubiger so zu stellen als ob er niemals von dem Rechtsgeschäft erfahren hätte.

1 Frage: Wie spielen negatives und positves Interesse zusammen und wann wird was geprüft. Soweit ich weiß zielt der SE statt der Leistung auf das pos. Interesse. Umfasst das auch das negative?
Wie ist denn dann die Rechtsfolge beim negativen und postiven Intersesse. Läuft das normal über die § 249 ff. ?

Was ersetzt SE neben der Leistung ?


Aufwendungen gibt nach § 284 ersetzt. Geht aber auch über den SE statt der Leistung durch die sog. Rentabilitätsvermutung.

2. Frage.
Sind Aufwendungen = negatives Interesse ?
Warum gibt es § 284 wenn ich die Aufwednungen über SE statt der Leistung ersetzt bekomme. So wie ich das sehe ist die Rentabiltiätsvermutung doch in § 284 nochmal ausdrücklich normiert.
Rentabilitätsvermutung:
Der Schaden der dem Geschädigten dadaruch entstanden ist, dass er im Vertrauen auf die Leidtung Aufwendungen getätigt hat und diese auf billgerweise tätigen durfte.

Wäre nett wenn da jemand Ordnung in dei Begrifflichkeiten bringen oder nen guten Link zu ner detailierten Darstellung angeben könnte.
Wie schonmal erwähnt stehe gerade vor der mündlichen und bringe in einen leichten Anflug von Panik gerade ein paar Sachen durcheinander.
Vielen Dank
Der Digge
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Anmeldungsdatum: 20.08.2008
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 02 Jul 2010 - 13:28:29    Titel:

Hat keiner Lust...Sad
JuraHD2010
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Anmeldungsdatum: 10.03.2010
Beiträge: 500

BeitragVerfasst am: 02 Jul 2010 - 20:44:17    Titel:

Schadensersatz nach §§ 280 ff. - egal ob neben oder statt der Leistung - ersetzt grundsätzlich das positive Interesse, denn die Rechtsfolgen bemessen sich sowohl bei Schadensersatz statt der Leistung (z.B. §§ 280 I, III, 281) und bei Schadensersatz neben der Leistung (§ 280 I) nach den § 249 ff. mit dem Grundsatz der Naturalrestitution. Insbesondere die Sonderregelung des § 252 - Ersatz des entgangenen Gewinns - macht das nochmal deutlich.

Mit der Rentabilitätsvermutung hast du soweit ich mich erinnere zum Teil auch Recht. Was du aber beachten musst, ist, dass § 284 die Aufwendungen ersetzt, für die diese Rentabilitätsvermutung nicht besteht und die damit auch keinen Schaden darstellen. Außerdem ist in § 284 anders als in den §§ 280 ff. kein Verschulden notwendig.
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 02 Jul 2010 - 21:02:17    Titel:

kein verschulden?
284 ersetzt den SE statt der leisutng, verlangt also dessen voraussetzungen also auch verschulden, bzw genauer: vertretenmüssen
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 02 Jul 2010 - 21:06:49    Titel:

früher hat man frustrierte aufwendungen über schadensersatz zu ersetzen versucht
man sagte dann, dass die aufwendungen sich ja amortisiert hätten und die verhinderung eben dessen ein schaden sei
diese vermutung galt aber nur bei unternehmerischer tätigkeit, da sich private aufwendungen regelmäßig nicht amoritisieren

mittlerweile gibt es den 284, der unabhängig von dieser vermutung ist, dafür aber alternativ zum schaden steht
fraglich ist jetzt, ob weiterhin via rent. vermt. über se auch die frustrierten aufwendungen erlangt werden können

dagegen spräche, dass es ja jetzt extra den 284 gibt und der gläubiger sich eben entscheiden müsse
dafür allerdings, dass 284 die gläubigerrechte nur stärken und nicht einschränken solle
JuraHD2010
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Anmeldungsdatum: 10.03.2010
Beiträge: 500

BeitragVerfasst am: 02 Jul 2010 - 21:22:28    Titel:

natürlich brauch man bei § 284 auch ein verschulden, das war natürlich quatsch!
Der Digge
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Anmeldungsdatum: 20.08.2008
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 03 Jul 2010 - 15:07:03    Titel:

Danke für die Darstellung.

Jep Verschulden wird gebraucht und auch die anderen Vor. des SE statt der Leistung. Das ergibt sich aus dem Wörtchen "anstelle".

Damit es dann auch vollständig ist noch die berühmte Frage:

Heisst dann das Wort anstelle, dass entweder SE statt der Leistung verlangt werden kann oder Aufwendungsersatz nach § 284 ?

Wer weiß et^^
Ronnan
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Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 2295
Wohnort: Karlsruhe, Residenz des Rechts

BeitragVerfasst am: 03 Jul 2010 - 15:08:41    Titel:

exklusivitätsverhältnis
Der Digge
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Anmeldungsdatum: 20.08.2008
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 03 Jul 2010 - 15:23:45    Titel:

Stimmt aber da fehlt noch was....
Der Digge
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Anmeldungsdatum: 20.08.2008
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 04 Jul 2010 - 12:42:05    Titel:

Also nach h.M. wird gefolgert dass aufgrund des Wortes "anstelle" Aufwendungsersatz nur alternativ zum SE statt der Lstg. geltend gemacht werden kann. Beide SE - Ansprüche schliessen sich also gegenseitg aus - stehen in einem Exklusivitätsverhältnis.

Die Gegenansicht begreift diese Alternativität, als dass sie sich sinvoller Weise nur auf bestimmte Schadensposten beziehen kann.
Denn Zweck dieser Alternativstellung ist es den Schädiger vor einer doppelten Kompensation durch den Geschädigten zu schützen.
Das schliesst also nicht aus das der Geschädigte bez. verschiedener Schadensposten sowohl SE statt und Aufwendungsersatz geltend macht.
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